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Leserumfrage : Welches waren die besten Comics 2019?

Welche Comics waren im vergangenen Jahr besonders zu empfehlen? Hier gibt's eine aktualisierte Favoriten-Sammlung unserer Leser.

Lohnt sich die Lektüre? Comicfans auf Nachschubsuche auf der Leipziger Buchmesse 2019.
Lohnt sich die Lektüre? Comicfans auf Nachschubsuche auf der Leipziger Buchmesse 2019.Foto: Lars von Törne

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und wie in den Vorjahren wollten wir auch diesmal wieder von unseren Leserinnen und Lesern wissen: Welches waren für Sie die besten Comics des vergangenen Jahres? Und warum? Die damit verbundene Buchverlosung ist inzwischen beendet, die Gewinner/innen werden im Januar per Post benachrichtigt.

Parallel dazu hat wieder eine aus Autor/innen der Tagesspiegel-Comicseiten bestehende Jury die aus ihrer Sicht besten Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate gekürt. Das Ergebnis dieser Wahl gibt es hier.

Hier gibt es eine aktualisierte Auswahl von Lesertipps, die uns erreicht haben:

Meine absoluten Comic-Highlights dieses Jahr sind mir auf Twitter begegnet: Krieg und Freitag mit seinen liebevollen Strichmännchen und der sonntäglichen Zeichenaufgabe #ichgebeauf - selten habe ich den sonst so "tristen Alltag" aus so vielen kreativen Blickwinkel sehen können und habe dabei unzählige Tränen verlacht! Mit seinem Buch "Schweres Geknitter" hat er mir dieses Jahr das sonst so stressige Aussuchen der Weihnachtsgeschenke einfach gemacht! Die wunderbare Erzaehlmirnix übersetzt den Politikbetrieb so schlicht und doch mit so viel Witz in ihre bekannten Paintcomics, dass an ihr meiner Meinung nach keine Bestenliste vorbeikommen sollte.
Nele Pieper

Meine Comic-Highlights aus 2019:
"Gideon Falls" von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino - Mit jedem weiteren Band der Reihe, beweist der Autor einmal mehr, warum ich seine Comics so gerne verschlinge und anderen empfehle. Diese verwinkelte, verzwickte und unheimliche Geschichte lädt einfach dazu ein, um in ihr zu versinken.
"Der Mann meines Bruders" von Gengoroh Tagame - Der Mangaka schafft es, mehrere brisante Themen äußerst geschickt miteinander zu verbinden: Der Tod eines geliebten Familienmitgliedes, das Aufeinandertreffen komplett verschiedener Kulturen und gleichgeschlechtliche Beziehungen. Das bringt eine Menge unterhaltsamen Trubel und Klärungsbedarf.
"Auf in den Heldentod" von Shigeru Mizuki - Autobiografische Comics sind immer ein besonderes Highlight. Hier kommt ein Soldat zu Wort, der mitsamt seiner Einheit plötzlich zu einem Kamikazeeinsatz gezwungen wird und das nur, weil die Führungsebene versagt hat. Unterhaltsam, mitfühlend und komisch zugleich. Einfach lesenswert!
Christin Matthes

Der König der Vagabunden von Bea Davies & Patrick Spät (avant): Die Biografie des ewigen Sinnsuchers Gregor Gog ist nicht nur eine geschickt konstruierte Biografie, sie zeigt zudem ein neues, überragendes Zeichentalent: Bea Davies.
3 Väter von Nando von Arb (Edition Moderne): Das Debut des jungen Schweizers bringt psychologische Genauigkeit und kühne künstlerische Lösungen zu einem wirklich außergewöhnlichen und sehr gut lesbaren dicken Buch zusammen. Dabei geht es um die Kindheit des Autors in einer Patchworkfamilie.
Hans sticht in See von Oyvind Torsetter (Gerstenberg): Manche finden vielleicht, dass sei gar kein Comic und auch kein Kinderbuch - ich finde schon. Hans ist ein moderner, sehr sympathischer Odysseus der ein wildes Abenteuer auf hoher See erlebt. In den kunstvoll gezeichnet und arrangierten Bildern Torsetters kann man sich verlieren und immer wieder neues entdecken. Immer wieder lesen, wie man das mit Kinderbüchern und Comics halt macht.
Jakob Hoffmann

Meine Lieblingscomics 2019:
Erstmal was außer Konkurrenz, weil leider nur auf Französisch zu haben: Die herrlich durchgeknallten SciFi-Serie "Infinity 8" von Lewis Trondheim (Rue de Sèvres), die 2019 mit dem achten und letzten Band "Jusqu'au Dernier" endete. Schnief! Trashiger Pulp-Weltraumspaß der Extraklasse!
Ebenfalls zu Ende ging die fantastische Serie "Paper Girls" von Brian K. Vaughan (Cross Cult). Die apokalyptisch angehauchte Zeitreise um die drei Zeitungsmädels war so spannend, dass ich die einzelnen Heftchen lesen musste, weil ich unbedingt so schnell wie möglich wissen wollte, wie es weiter geht. Ein bisschen 1980er Feeling mit futuristischem Grusel und drei Heldinnen, denen ich zum Schluss ein bisschen nachgetrauert habe. Her mit der zweiten Staffel...
"Hauteville House" verzaubert mich auch mit dem 16. Band "Melancholia" (Finix Comics). Großartiger Steampunk in einem amerikanischen Bürgerkriegs, wie es ihn so nie gegeben hat. Eine spannende Abenteuergeschichte verwoben mit ein bisschen Lovecraft-Horror und gezeichnet in phantastischen Bildern voller skurriler Figuren, Flugmaschinen, Zeppelinen, Unterseeszenarien, verschnörkelten Dampfmaschinen und exotischen Kulissen. Einfach nur toll!
Richtig angetan haben es mir die Zeichnungen in "DEPT.H" von Matt und Sharlene Kindt (Hinstorff Verlag). Die Panels dieses Unterwasser-Thrillers hätte ich mir am liebsten in Schwarzweiß gewünscht, um die ganze Dramatik dieses Comics genießen zu können. Zum Glück wurde dezent koloriert und doppelseitige Bilder wie etwa das der Riesenschildkröte sind einfach atemberaubend...
Christoph Pierschke

"Valentin" hat mich wegen der historischen Beleuchtung und des „Ins-Gedächtnis-rufens“ beeindruckt. Da hat es sicherlich auch eine Rolle gespielt, dass ich an der Lesung im Bunker Valentin selbst teilgenommen habe.
"Haunter of Dreams" ist ein künstlerisches Meisterwerk. So viele Details, in die ich mich verlieben konnte und die Erzählung ohne Worte aber dafür auf einer emotionalen Ebene. An diese Geschichte werde ich mich immer wieder erinnern.
"Adventure Huhn" hat mir einfach viel Spaß und Freude bereitet. Kurzweilig, verrückt und irrsinnig witzig, wenn auch bestimmt nicht jedermanns Humor. Sollte es je Plüschtiere zu Huhn und Raupe Susan geben, ich würde sie mir sofort kaufen, denn, wenn ich sie sehe, bekomme ich gute Laune.
Ein frühes und gleichzeitig spätes Highlight in diesem Jahr war für mich "Charles Darwin und die Reise auf der HMS Beagle". Anfang des Jahres hatte ich das Original gelesen und so auf eine Übersetzung gehofft, die nun auch erschienen ist. Die Geschichte ist so liebevoll gestaltet, ich konnte die Begeisterung Darwins spüren. Seine Geschichte ist wissenswert, lehrreich und hier unglaublich unterhaltend gestaltet. Dazu wurden noch Themen verarbeitet, die sich nicht unbedingt in jeder Biographie über Darwin finden lassen. Ich bin sehr glücklich, dass der Comic übersetzt wurde und so in Deutschland mehr Anklang finden wird.
Ariane Bellmer

Herausragender Comic für mich war in diesem Jahr „Der große Indienschwindel“. Szenarist Alain Ayroles hat ein witziges und abenteuerliches Schelmenstück geschrieben, das von Zeichner Juanjo Guarnido genial gezeichnet worden ist. Nur der Band selbst ist keine Gaunerei, sondern dem Werk angemessen prächtig aufgemacht.
Andreas Löwer

Meine fünf Comics / Graphic Novels des Jahres 2019:
„Cassandra Darke“ von Posy Simmonds: Die „große Dame der britischen Graphic Novel“ mit einem interessanten Format aus langen Textpassagen und Zeichnungen, die zum Verweilen einladen.
„Der analoge Mann“ von Andreas Michalke: Was ein analoger Mann im digitalen Alltag so tut; Szenen aus dem Leben gegriffen in Zeichnungen mit Liebe zum Detail.
"Knockout" von Reinhard Kleist: ungewöhnliche Erzählperspektive einer ungewöhnlichen Geschichte mit den gewohnt eindringlichen schwarz-weiß Zeichnungen von Reinhard Kleist.
"Rusty Brown" von Chris Ware – schwierig zu lesen, schwierig zu verstehen. Krass gestaltete Lektüre für mehrere Wochen.
"The Adventures of Alexander von Humboldt" von Andrea Wulf und Lillian Melcher: sehr üppig bebilderte Entdeckungsreise auf Basis der Tagebücher Humboldts.
Michael Schell

Ich bin begeistert vom ZEBRA-Sonderband „Events – Markante Ereignisse vom Urknall bis zum Weltuntergang“. Schon das Deckblatt (Presse hat nur Augen für Kind mit Eichhörnchen, während die Hochbahn entgleist) war der Knaller. Staunend erfuhr ich, wie die Evolution tatsächlich verlief, und dass der bisherige Höhepunkt die Erfindung des Comics ist. Ab da konnte ich nicht mehr aufhören weiterzublättern. Habe alle Beiträge in kürzester Zeit verschlungen. Das eigentliche Vergnügen beginnt für mich mit Seite 23. Ein Feuerwerk witziger Schilderungen von Comic-Veranstaltungen in Deutschland. Von der „ersten Ausstellung“ (Woody-Allen-ähnliche Schilderung eines selbst erlebten Albtraums zahlreicher Künstler) bis zum 15-teiligen „Comic-Salon-Report“, dem Herzstück und Höhepunkt des Sonderbands, über die Tücken bei Planung, Anreise und Besuch von Erlangen 2018. Ich konnte nicht aufhören zu lachen. Ich bewundere den detailreichen Zeichenstil, die absurden Ideen und den wunderbaren Wortwitz. Habe mich ganz köstlich amüsiert beim Genießen von „Events“.
Wilma Haas

Meine Top-Mangaliste für dieses Jahr.
"Yona - Prinzessin der Morgendämmerung" von Mizuho Kusanagi. Ein Abenteurer-Fantasytitel über eine anfänglich noch unwissende schwächliche Prinzessin die sich nach traumatischen Erlebnissen in eine starke Persönlichkeit entwickelt. Zusammen mit ihrem Leibwächter und den vorherbestimmten vier Drachenkriegern, die sie aber anfänglich erst finden muss, kämpft sie nun für ihr Land und um die Rückeroberung ihres Königreichs. Früher erschien auch schon mal eine Animeserie, die einen Teil der Story umsetzte.
"Die Legende von Azfareo - Im Dienste des blauen Drachen" von Shiki Chitose. Sozusagen die Schöne und das Biest mal etwas anders, eine romantische Fantasystory über einen verfluchten König und eine eingeweihte mutige Priestern in einer Welt in denen Drachen und Flüche gar nicht so selten sind. Zum Einstieg noch etwas ruhiger, kommt mit der Zeit auch etwas mehr Abenteuer auf.
"Der Wüstenharem" von Mitsuru Yumeki. Eine etwas andere Romanze in einem Wüstensetting, welche sich um um eine ehemalige etwas andere Sklavin und einen Prinzen dreht. Trotz des Namens spielt der Titel nicht die ganze Zeit nur im Harem, sondern auch in der Welt an sich.
"Die rothaarige Schneeprinzessin" von Sorata Akizuki. Eine ruhigere romantische Fantasystory, die sich zu Beginn lose etwas an dem Märchen Schneewittchen orientiert. Der Name orientiert sich im Original und englischen auch etwas deutlicher daran als im deutschen. Früher erschien auch schon mal eine Animeserie, die einen Teil der Story umsetzte.
"Graineliers" von Rihito Takarai. Ein ruhigerer, anspruchsvoller etwas anderer Adventure-Fantasytitel. Spielt in einer Welt, in der Magie mit Hilfe von Pflanzensamen erzeugt wird, und verbotene Samen ebenso manchen Menschen besondere Kräfte verleihen. Letztere leben nicht ungefährlich...
"Ballad Opera" von Akaza Samamiya. Fantasytitel der in der heutigen Zeit spielt und eine Mischung aus Comedy und Drama ist. Wenn ein Dämonen und Engel befreundet sind, kommt auch leicht mal Unsinn dabei heraus, so lassen sie versehentlich die Sünderseelen entkommen. Nun brauchen sie aus der Menschenwelt einen Shinigami zur Hilfe um sie wieder einzufangen, das ist gar nicht so leicht wie gedacht...doch ein Streit verhilft ihnen unverhofft.
"The Vampire’s Prejudice" + "The Vampire’s Attraction" von Ayumi Kano (Art) und Misao Higuchi (Story). Die beiden Titel hängen direkt zusammen und liefen auch schon in Japan unter zwei Namen, daher auch hier als ein Punkt gelistet. Etwas andere softe Boys Love-Vampirromanze in der heutigen Zeit. Ein Jüngling braucht dringend Geld für seine Familie und landet so unverhofft bei einem Vampir als Haushälter, dies ist Schwerpunkt im ersten Namensteil, später wechselt es allgemein zum Alltagsumfeld. In dieser Story suchen sich Vampire 'Rosen' als Partner, die sie aber nicht einfach so mal werden können, da schon eine tiefere Verbindung zwischen den Personen bestehen muss um einen solchen Pakt zu schließen. Wenn der Erwählte dann noch eine besondere Rose ist, für den sich mehr interessieren, macht es das Abschließen des Vertrages nicht leicht...
"Given" von Natsuki Kizu. Wenn die Musik Personen zusammenführt und irgendwann aus Freunden Geliebte werden...in dieser ernsten sehr realistisch und dramatischen soften Boys Love - Story geht es um eine Band aus ehemals nur drei Mitgliedern, zu der neuer Musiker mit hinzukommt. Dieser hat eine begnadete Stimme und ist etwas seltsamer, weil er eine tragische Vergangenheit hat, die er nun mithilfe der neuen Freunde und eines ersten Songtextes aufarbeitet. 'Given' wird nach dem ersten Konzert ihr neuer Bandname. Dieses Jahr erschien auch eine Animeserie, die einen Teil der Story umsetzte, und einiges für das Medium passend bzw auch anderweitig etwas ergänzend an Story ausbaute. Ein Movie soll noch nächstes Jahr folgen.
"Hanger" von Hirotaka Kisaragi. Ein spannender Action-Sci-Fi Titel, der in einer postapokalyptischen Welt spielt. Die Menschheit hat Nanomachines entwickelt, die menschliche Fähigkeiten steigern und Krankheiten heilen können, doch Verbrecher missbrauchen diese auch als Drogen. Deswegen gibt es eine Spezialeinheit der Polizei, welche aus mehreren Mitgliedern besteht, je bildet ein Polizist mit einem Hanger ein Team, um die Verbrecher zu jagen. Hanger sind ehemalige Süchtige, die ihre Strafe abarbeiten, jeder besitzt unterschiedliche Fähigkeiten und hat ebenso unterschiedliche Nebenwirkungen der Droge.
Der Titel enthält ebenso eine softe Prise an Boys Love, welche nur hin und wieder zum Vorschein kommt...der Mangaka ist trotz der hübschen Zeichnungen männlich, was zumindest wissentlich eher seltener vorkommt.
Melanie Ruff

An erster Stelle steht eindeutig "Negalyod" von Vincent Perriot. Der Künstler hat es geschafft, die Seiten seines Comics mit einer Lebendigkeit zu füllen, die ich bisher nur sehr selten erlebt habe. Sein auf den ersten Blick als Dino-Western-Science-Fiction-Story einordnenbares Szenario ist so viel mehr als das. Es wird politisch, dystopisch, phantastisch und ökologisch. Perriots Zeichnungen wirkten auf mich regelrecht bewegt. Ich hätte mich nicht gewundert, plötzlich von den Sauriern aufgewirbelten Sand auf mich zufliegen zu sehen. Phantastisch!
Sandra Wiegratz

Meine Comic-Highlights des Jahres 2019 sind:
1. Pascal Rabaté: Zusammenbruch [Reprodukt]. Kriegsschilderung ohne Pathos und unaufgeregte Schilderung moralischer Dilemmata, die sich im Krieg ergeben.
2. Emile Bravo: Spirou & Fantasio Spezial 28 - Die Hoffnung (Teil 2) [Carlsen]. Emile Bravo schafft die mit Abstand beste Hommage im Spirou-Kosmos.
3. Pascal Jousselin: Unschlagbar - Band 2: Mein Nachbar, der Superheld [Carlsen]. Kreative Ausreizung des Mediums, dabei sehr unterhaltsam. Ein bisschen der "Marc-Antoine Mathieu für Einsteiger".
4. Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners, Sammelband 3 [Avant]. Die Reihe hat nach wie vor viel Philosophisches, ein Kleinod.
5. Schuiten/van Dormael/Gunzig/Durieux: Blake und Mortimer - Der letzte Pharao [Carlsen]. Nicht ganz so meine Comic-Ecke, hat es aber zum einen wegen der tollen Zeichnungen und Papier-/Druckqualität und zum andern mangels deutschsprachiger Veröffentlichungen meiner persönlichen Top-Autoren wie Manu Larcenet oder Marc-Antoine Mathieu in die Liste geschafft.
Und nein, der neue Asterix hat es auch diesmal nicht in meine Top-Liste geschafft. Die Goscinny-Zeit ist halt leider schon lange vorbei.
Klaus Kassel

Die Comic Highlights in 2019 waren für mich folgende Titel:
Der Mann meines Bruders (Band 1 bis 4) von Gengoroh Tagame. Ein wunderbares Werk, das sympathisch die Charaktere begleitet, sie sich entfalten lässt und Leser/innen mit auf eine Reise nimmt. Ein grundsympathisches authentisches Werk für Toleranz und Akzeptanz, welches ich ohne Vorbehalt jeden empfehlen kann.
Lucky Luke Hommage Band 3: Lucky Luke sattelt um. Mawil schafft es, ein Lucky-Luke-Abenteuer zu erzählen, das sich mit den besten Alben der Stammserie messen lassen kann. Witzig, rasant und im wahrsten Sinne der Zeichnungen eine runde Sache. Top Leistung aus deutschen Landen.
Haunter of Dreams - Die Legenden von Yria von Claudya Schmidt. Eine kleine aber sehr feine Geschichte über einen kleinen Jungen in großen, schwelgerischen und traumhaft schönen Bildern. Kaum Text, und doch spiegelt sich die gesamte Bandbreite der Gefühle in dieser Geschichte. Ein großes Abenteuer in großartigen Bildern.
Holger Wedeking

Mein Comic des Jahres: "Das Licht das Schatten leert" von Tina Brenneisen, erschienen bei Edition Moderne. In diesem Buch verarbeitet die Autorin Ihre Totgeburt, die damit verbundene Trauer und die Rückkehr in das normale Leben, welches nicht mehr das Alte ist. Sie hat sich damit gleich an zwei Tabuthemen gewagt. Der Tot und die damit verbundene Trauerarbeit der Hinterbliebenen und das noch immer völlig unterschätze Thema Fehl- und Totgeburt. In Deutschland haben Frauen im gebärfähigen Alter eine 15-20% Chance auf eine Fehlgeburt und 2,4 0/00 der Geburten sind Totgeburten. Das bedeutet, dass praktisch jeder Bundesbürger mit diesem Thema entweder direkt oder indirekt mit diesem Thema in Berührung gekommen ist. Dennoch wird dieses Thema kaum angefasst. In der Literatur ist mir bisher noch nie etwas darüber begegnet. Um so wichtiger erscheint mir dieses eindringliche Comic und mir ist es wichtig, dass es nicht auch noch totgeschwiegen wird.
Karin Frey

Meine Comics des Jahres 2019:
"Schweres Geknitter" von Krieg und Freitag: Er bringt die Alltagssituationen auf den Punkt, mit Strichmännchen und oft nur einem Satz. Ein Genuss, immer wieder darin zu blättern, innezuhalten und nachzudenken.
"Im Jahrtausendwald" von Jiro Taniguchi: Das letzte, unvollendete Werk gibt durch die Schilderungen von Menschen, die ihn begleiteten, einen wunderbaren Einblick in sein Schaffen, in ihn als Menschen und Kollegen. Ein gelungener "Abschlussband" eines Menschen, der uns mit seinen Büchern sehr sehr viel Freude gemacht hat.
"Spirou und Fantasio Spezial 28 - Spirou oder: die Hoffnung, Teil 2" von Emile Bravo: Bedrückend, eindringlich, lehrreich und ein großer Genuss. Der zweite von voraussichtlich vier Bänden zeigt eindrucksvoll, wie die NS-Diktatur das Alltagsleben in Belgien verschlimmert. Kinder beim Fußballspiel, die Menschen beim Einkaufen usw. - Emile Bravo versteht es meisterhaft, die verschiedenen Charaktere Spirou und Fantasio und wie sie sich in diesen schwierigen Zeiten verändern, darzustellen. Ich freue mich sehr auf die letzten beiden Bände.
"Unschlagbar" (Band 1 und 2) von Pascal Jousselin: Dieser Comic bricht die Sehgewohnheiten für Comics auf und hat einen völlig neuen Ansatz, wie ein Comic gelesen werden kann - und muss: Quer über die Seite, die Rückseite einschließend, ein "abgefackelter" Rand, der in die Geschichte einbezogen wird - für mich ist das alles komplett neu und hochspannend! Und die Geschichten sind ebenfalls spannend und setzen dem ganzen Superheldengedöns einen wunderbaren liebenswerten Charakter entgegen.
"Der große Indienschwindel" von Ayroles und Guarnido: Große Erzählkunst und wunderbare Zeichnungen, eine spannende Geschichte - mehr braucht man darüber nicht zu sagen
Dazu empfehle ich zwei Ausstellungskataloge:
Moebius (Max Ernst Museum Brühl des LVR in Bonn) - Überblick über das Leben und Schaffen des genialen Künstlers Moebius. Ein Genuss, durch den Katalog zu blättern und die grandiose Ausstellung so nochmals Revue passieren zu lassen.
"Ente süß-sauer - Carl Barks und die Folgen" von Alexander Braun (Ausstellung im Schauraum comic + cartoon der Stadt Dortmund). Als bekennende Donaldistin finde ich den Katalog äußerst umfangreich, sehr fundiert und wunderbar zum Stöbern und Lesen.
Irene Roth

Der beste Comic 2019 ist für mich @kplx__ auf Twitter, zum einen weil er laut eigener Aussage noch nie etwas gewonnen hat. Zum andern, weil seine Würmer besser aussehen als ich an einem guten Tag.
Ralph Stark

"Es war einmal… der Mensch: Die Urzeit": Zu der zeitlosen Serie aus den 80er gibt es jetzt einen tollen Comic, Unterhaltsam und man lernt noch was dabei.
Maria Bosslet

1) Freistaat Flaschenhals: Herrlich aberwitzige Pointe der Geschichte.
2) Lucky Luke sattelt um: Die Fortsetzung der Hommage-Reihe an den Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten, ist ein gelungenes Beispiel, dass man nicht immer zeichnerisch am Original kleben muss, um eine gelungene Geschichte zu erzählen.
3.) Zyklotrop II - Der Lehrling des Bösen: Endlich erhält der größte Wissenschaftler der Comic Geschichte eine eigene Serie, so wie es einem Genie gebührt.
Kristian Holler

Meine Comics des Jahres:
"Unschlagbar" 1 & 2 von Pascal Jousselin sind für mich die beiden innovativsten Comics des Jahres. Wie hier mit dem Medium Comic gespielt wird und ganz neue Möglichkeiten ausgelotet werden, was im Comic alles möglich ist - das ist einfach nur unschlagbar gut gemacht!
"Max & Luzie - Ein Comic macht Geschichte" ist für mich der beste Comic-Sekundärliteratur-Band des Jahres. Was Siegmund Riedel da über einen Zeitraum von über drei Jahren liebevoll zusammengetragen hat - und wie das Ganze dann auf 248 Seiten umgesetzt wurde - mit jede Menge tollen Zeichnungen des großartigen Franz Gerg, einem der besten deutschsprachigen Comiczeichner, den kaum jemand kennt, weil er halt „nur“ Werbecomics zeichnet. Ein sehr unterhaltsames Buch.
"Nimm das, Adolf" ist für mich der beste Katalog für eine Comic-Ausstellung des Jahres. Zum einen finde ich großartig, dass es in Dortmund mit dem „schauraum comic + cartoon“ jetzt einen öffentlichen Ausstellungsraum direkt in der Dortmunder City gegenüber dem Hauptbahnhof gibt - mit freiem Eintritt und wirklich sehenswerten Ausstellungen. Und wenn dann für diese Ausstellungen auch noch solche klasse kuratierten Kataloge entstehen - großartig!
Comicsgegenrechts.de ist für mich die Comic-Webseite des Jahres und ist als unabhängige Initiative aus der deutschen (Indie)-Comic und Manga Szene entstanden. Unter dem Hashtag #comicsgegenrechts kann sich jede*r anschließen und eigene Comics, Cartoons und Illustrationen zum Thema posten. Auf der Webseite und den offiziellen Social Media Kanälen von Comics gegen Rechts wird eine kuratierte Auswahl der Beiträge gezeigt. Klasse Aktion die noch viel mehr Mitzeichner*innen und Leser*innen verdient.
Arne Schulenberg

Zum besten Comic 2019 wähle ich: "Gèrard: Fünf Jahre am Rockzipfel von Dèpardieu" von Mathieu Sapin , erschienen bei Reprodukt. Ein Comiczeichner begleitet Gèrard Dèpardieu fünf Jahre lang auf Reisen. Ein unterhaltsames und persönliches Portrait des tollen Schauspielers und Steuerrebellen.
Dietmar Natschke

Meine Lieblingscomics 2019:
Mondo Reverso - Arnaud Le Gouëfflec, Dominique Bertail - Schreiber & Leser: Western mit umgekehrten Vorzeichen. Hier sind die Frauen das starke Geschlecht. Einfach herrlich anders.
Serpieri Western Collection - Paolo Serpieri – Schreiber & Leser: Western klassischer Art. Serpieris Zeichnungen sind einfach großartig.
Negalyod - Vincent Perriot – Carlsen: Diesmal ein Endzeitwestern der stark an Moebius erinnert; in fantastischen Farben aufs Papier gebracht.
Der gebrochene Flügel - Antonio Altarriba, Kim – Avant Verlag: Die bewegende Lebensgeschichte einer starken Frau, während der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts in Spanien in beeindruckenden schwarzweißen Bildern in Szene gesetzt.
Kong Crew - Eric Herenguel – Panini: Keine Zeit zum Luft holen vom ersten bis zum letzten Panel. Kein anders Comic hat mich dieses Jahr so köstlich unterhalten. Dave Stevens meets Jurissic Park.
Die Fahrten des Odysseus - Emmanuel Lepage, Sophie Michel, René Follet - Splitter Verlag: Keiner zeichnet das Meer so wie Emmanuel Lepage; man fühlt beim Lesen den Sturm und die Wellen am eigenen Körper.
Der letzte Pharao - Francois Schuiten, Jaco Van Dormael, Thomas Gunzig – Carlsen Verlag: Die Aufmachung des Comics, die Papierwahl und die fantastischen Zeichnungen von Francois Schuiten. Bei diesem Band stimmt einfach alles.
Die sieben Leben des Falken - André Juillard, Patrick Cothias - Splitter Verlag: Endlich, endlich eine angemessene und würdige Ausgabe für den besten Mitteralter-Comic aller Zeiten.
Der große Indienschwindel - Alain Ayroles, Juanjo Guarnido – Splitterverlag: Hier haben zwei außergewöhnliche Comickünstler ein phänomenales Werk geschaffen. Ein Schelmenstreich in berauschenden Bidern und Farben.
Shooting Ramirez - Nicolas Petrimaux – Schreiber & Leser: Actionkrimi mit viel schwarzem Humor, ausdrucksstarken Bildern und rasanter und kurzweiliger Story. Sollte man nicht zu ernst nehmen und sich einfach bestens unterhalten lassen.
Noch ein Titel aus 2018 den ich aber erst in diesem Jahr gelesen habe: Sein Name war Ptirou - Laurent Verron, Yves Sente - Carlsen Verlag. Die Geschichte die mich in diesem Jahr am meisten berührt hat, für mich der beste "Spirou" den ich bisher gelesen habe.
Wolfgang Kuchenbecker

Ich schlage den japanischen Manga "Wer bist du zur blauen Stunde?" aus dem Carlsen-Verlag vor. Der Manga spricht ein junges wie reifes Publikum an und entspringt ursprünglich dem LGBT+-Segment. Doch steht jenes Werk keineswegs nur einer bestimmten Gruppe offen. Viel mehr scheint Mangaka Yuhki Kamatani Wert auf eine nachvollziehbare (wenn auch in ihrer besonderen Variable überrepräsentierten) Charakterdarstellung zu legen. Die Vertreter der benannten LGTB+ sind zwar omnipräsent in diesem Werk und erscheinen somit wenig realistisch; jedoch ergründet sich dem (uninformierten wie auch dem betroffenen) Leser dadurch zumindest (stellenweise) neues Material und ein Wissenszuwachs. Zusätzlich appelliert "Wer bist du zur blauen Stunde?" an die Empathie des Lesers. Es erscheint unvermeidlich, den jungen Protagonisten Tasuku in seiner Liebe anzufeuern. Das ländliche (eher marginal japanische) Setting unterstützt ein stimmiges Gesamtbild. In japanischen Worten: 頑張って (ganbatte; dt. gib dein Bestes oder gib nicht auf). Das Werk steht für Offenheit, Verständnis und Individualität und somit auch für drei wichtige Säulen einer jeden - aus meiner [eines jungen Menschen] Sicht - fortschrittlichen Gesellschaft.
Lucas Sebastian Jordan

Meine persönlichen Top 3 des Jahres 2019 sind:
3. Der große Indienschwindel: Ein intelligent geschriebenes, optisch herausragendes Werk. Man kann Ewigkeiten auf einer Seite verweilen und einfach nur die Zeichnungen genießen.
2. Blake und Mortimer Hommage - Der letzte Pharao: Unfassbar schöne Zeichnungen und eine Geschichte, die mich wirklich in ihren Bann gezogen hat. Sicher nicht für jeden Fan von Blake und Mortimer geeignet, weil doch sehr sehr anders, aber wenn man sich darauf einlässt, einfach fantastisch!
1. Theodor Pussel Band 13 - Die letzte Reise der Amok: Theodor Pussel steht bei mir immer unangefochten auf Platz 1. Frank Le Gall knüpft einfach mühelos da an, wo er vor vielen Jahren mit Band 12 aufgehört hat. Diese Reihe ist etwas besonderes, immer mysteriös und undurchsichtig, mit großartig geschriebenen Charakteren. Eigentlich nicht in Worte zu fassen, ist es ein einzigartiges Gefühl, eine Stimmung, die jeder Band in mir verursacht. Kein anderer Comic hat mich jemals so gepackt. Und für 2020 ist in Frankreich schon wieder ein neuer Band angekündigt. Da ist meine Nummer 1 für 2020 schon vorgeplant.
Oliver Abschütz

Meine Favoriten:
Lukas Kummer: "Die Ursache" / "Der Keller". Eine hervorragende, beengende, beängstigende Adaption von Thomas Bernhards Tagebücher. Kummers erschreckend symmetrischen Bilder sind Bernhards Text ebenbürtig.
Typex: "Andy. A Factual Fairytale. Leben und Werk von Andy Warhol". Andy Warhol hätte diese voluminöse, detaillierte, in x-fach verschiedene Zeichenstilen komponierte Biografie geliebt.
Leo Ortolani: "Cinzia" (auf Italienisch erschienen). Cinzia ist nicht nur ein außerordentlicher Comic, weil er sich mit dem inneren und äußeren Kampf von Transsexuellen und LGBT-Menschen auseinandersetzt, sondern auch weil Ortolani dies mit viel Humor und einer Prise Selbstironie tut. Aber die Stärke der Geschichte ist die Tatsache, dass keine klaren Antworten zum Thema gegeben werden und eine (wenn auch fiktive) Gesellschaft dargestellt wird, die sich nicht in Schwarz und Weiß einteilen lässt, sondern Spielraum für Zwischenformen zulässt.
Giovanni Peduto

Für mich ist "Trachtman" nicht nur die große Überraschung, sondern auch ganz klar der Comic des Jahres 2019. Die selbstironische Art kommt so cool rüber, dass selbst die eingefleischtesten Preußen hierüber schmunzeln müssen. Großartige grafische Umsetzung einer tollen Idee Made in Germany.
Micha Bickel

"Adventure Huhn" (Avant): Amüsante Geschichte über ein Huhn auf Abenteuerreise. Köstliche Fantasy-Parodie. "Gideon Falls" 1 & 2 (Splitter): Unglaublich spannende Horrorgeschichte von Jeff Lemire & Andrea Sorrentino. "Der große Indienschwindel" (Splitter): Grandiose Zeichnungen und ein toller, wendungsreicher Schelmenroman. Der Comic des Jahres! "Hilda" 6 (Reprodukt): Großartiger Abschluss dieser traumhaften Kinderserie. "Das klügste Mädchen der Welt" (Carlsen): Der 2. Band des „Glückskind“ –Strips aus der FAZ. Flix in Höchstform! Mawil: "Lucky Luke" (Egmont): So muss eine Hommage sein – herrlich! "Malcolm Max Special" (Splitter): Sonderband mit Kurzgeschichten über Emmeline und Miranda, macht genau so viel Spaß wie die Hauptserie. "Paris 2119" (Schreiber& Leser): Sehr düstere SF-Vision, gar nicht so weit weg von der Gegenwart. "Der Schatz der Black Swan" (Reprodukt): Ein großartiger Polit-Thriller! "Schwarze Seerosen" (Splitter): Wunderbare Bilder und ein atmosphärischer Krimi mit völlig überraschender Wendung. "Shooting Ramirez" 1 (Schreiber & Leser): Popcornkino vom Feinsten! "Theodor Pussel" 13 (Salleck): Das Comeback des Jahres! Nach ewig langer Pause haut Frank Le Gall noch einmal eine Fortsetzung raus und schließt nahtlos an den Vorgänger an. Toll!
Ekki Helbig

Ich habe zu meiner Freude dieses Jahr einige Manga-Highlights lesen können:
1 ) "Magus of the Library" von Mitsu Izumi, erscheint bei Carlsen Manga. Es ist zwar erst der erste Band hier erschienen, aber dieser vermochte mich über Stunden zu fesseln. Die wahnsinnig detaillierten Zeichnungen und eine Geschichte über die Magie der Bücher , die Freude des Lesens mit der Mischung von 1001 Nacht war einfach nur wow!
2) "Marry Grave" von Hidenori Yamaji 5 Bände Abgeschlossen erschienen bei Egmont Manga. Hatte erst mit einem genretypischen Storyverlauf gerechnet, mit der typischen Comedy, mit der die meisten Titel so aufwarten. Aber nix da ! Die Reihe vermag es mit dem total durch geknallten Sayer und seiner toten Frau Rosasie eine Geschichte zu erzählen, die alles hat: Action, Fantasy, eine gute Preise Humor, Drama und die Romantik nicht zu vergessen. Die abenteuerliche Suche nach dem Totenrezept, das Tote zurück ins Leben zu holen vermag, und die Tragik, die dahinter steckt, machen die Reihe trotz ihres Abbruchs in Japan und des damit verbundenen zügigen Endes zu einer der besten Mangareihen, die ich je gelesen habe.
3) "Quin Zaza" von Taku Kuwabara, bisher 6 Bände bei Manga Cult. Die Reihe besticht für mich unter anderem durch ihre Zeichnungen, die von ihrer Art etwas an alte Kupferstiche erinnern. Auch die Story über das Leben der Drachenfänger finde ich sehr interessant, dazu die passen Rezepte. Der Manga hat etwas Ruhiges an sich, auch wenn Mika und Co. öfter in turbulenten Situationen landen. Man hat beim Lesen das Gefühl, als Zuschauer mitten in einem Dokumentarfilm zu sein.
4) "Cells at Work" von Akane Shimizu, 5 Bände Laufend bei Manga Cult. "Es war einmal das Leben 2.0" - sehr witzig umgesetzte Geschichten über den Alltag im menschlichen Körper. Habe sehr viel gelacht und sicher auch einiges gelernt.
Ursula Dupain

Meine Lieblinge (ohne wertende Reihenfolge):
Schwarwel - "Gevatter": Während Graphic Novels oft nur eine Nabelschau darstellen und mehr auf Emotion als auf Können setzen, greift "Gevatter" ein echtes Thema (Depressionen und Selbstmord bzw. den Tod allgemein) auf, setzt es persönlich um und bietet auf hohem graphischem Niveau Handlungsalternativen! Bourgeon - "Zeit der Blutkirschen": Spannendes Thema, wie immer genial umgesetzt. Mikolajczak/Möller – "Die Spinne": Genialer Thriller aus Deutschen Ländern: beklemmende Kleinstadtatmosphäre, Rassismus und Sexismus treffen auf homophobe Gesellschaftsformierung - Beängstigend! Le Hénanff – "Wannsee": Wie kann man das Unsägliche abbilden? Wie kann man die Diskussion um die massenhafte und industrielle Vernichtung der Juden in Bilder fassen? Le Hénanff ist ein beeindruckendes Werk gelungen. Ferri/Conrad "Asterix 38": Die beiden haben sich freigeschwommen und ein tolles, eigenständiges neues Abenteuer abgeliefert! Braun - "Nimm das, Adolf!": Sekundärwerk des Jahres über den Comic im Zweiten Weltkrieg - Ausstellung im Schauraum Comic in Dortmund.
Sven Krantz-Knutzen

Ich persönlich habe mich 2019 am meisten über "Mit Mantel und Degen 6" (Akt XI & XII) gefreut. Einfach intelligente, sehr schön gezeichnete, witzige Unterhaltung. Danke an den Finix-Verlag, dass er diese wunderbare Serie weiterführt. Ebenso habe ich mich besonders über das Kompendium 4 von "The Walking Dead" gefreut. Nicht nur deshalb toll, weil die weiterhin sehr spannende Geschichte in ihm abgeschlossen wird, sondern auch, weil man mit diesem Backstein von einem Buch in der Hand jeden Zombieangriff mit einem beherzten Schlag abwehren kann...
Thomas Schneider

Meine Comics des Jahres 2019:
"Paper Girls" #6. Toughe Mädels als Hauptfiguren, die sich auf intelligente und unterhaltsame Weise an Zeitreisen, Dinosauriern und ihrer Pubertät abarbeiten. Zielsicher zog sich letzten Sommer meine Nichte alle Bände aus meinem Regal und verschlang sie. Mit dem sechsten Band ist die Serie abgeschlossen.
"Berlin" Gesamtausgabe. Über 20 Jahre hat Jason an diesem Mammutwerk über die letzten Jahre der Weimarer Republik gearbeitet. Lange bevor „Babylon Berlin“ kam. Tom King:
"Mister Miracle - Darkseid ist". In fernen Welten Kriege führen und gleichzeitig auf der Erde ein Kind großziehen ist ganz schön kompliziert...
Bodo Haß

Als begeisterte Manga-Leserin möchte ich besonders zwei deutsche Produktionen empfehlen. Als erstes "Das Liberi Projekt" von Tamasaburo, die bereits seit einer gefühlten Ewigkeit die deutsche Manga-Anime-Szene mit traumhaften Fanarts bereichert. Mit ihrer in drei Bänden abgeschlossenen Geschichte zeigt sie eindrucksvoll, dass sie gar nicht auf Fanart angewiesen ist, da sie selbst ganz tolle Welten und Helden kreieren kann. Die Geschichte scheint noch nicht beendet und ich hoffe, dass entweder Carlsen Manga mehr Bücher macht oder die Autorin einen anderen Weg findet, ihr furioses Epos weiterzuführen. Für Fans von Zukunfts-Fantasy mit Helden, die eher nebenbei Superkräfte zu haben scheinen und einer größeren Verschwörung auf die Schliche kommen. Apropos Zukunfts-Fantasy mit Helden, die eher nebenbei Superkräfte zu haben scheinen und einer größeren Verschwörung auf die Schliche kommen.
Meine zweite Empfehlung ist "Demon Mind Game" von David Füleki, der 2019 zwei neue Bücher aus seinem Shonen-Epos bei Tokyopop veröffentlichte: Band 2 sowie den Bonusband "Enyclopaedia Daemonica". Die Geschichte rund um den Dämonenjunge Nio, der durch Schläge auf seinen Kopf in den Gedankenwelten seiner Gegner landet, wo er ihnen Fähigkeiten stielt, spitzt sich zu. Zeichnerisch und inhaltlich ist der Autor allerspätestens jetzt auf Augenhöhe mit den besten japanischen Autoren angelangt. Die liebevolle Welt, die unzähligen charakterstarken Dämonen und immer wieder richtig gute Wendungen lassen erwarten, dass uns hier die wahrscheinlich beste bisherige deutsche Manga-Geschichte bevorsteht. Also zwei großartige deutsche Shonen-Manga, die ohne nervige Japan-Klischees auskommen, erfrischend starke Frauenfiguren (was ja 2019 wieder ein großes Thema war) und verletzliche Helden haben.
Swenja Toersch

Dieses Jahr hat mich das vom Großmeister Mike Mignola erdachte und mittlerweile von verschiedenen anderen Künstlern gezeichnete Hellboy-Universum wieder voll in seinen Bann gezogen. Dabei ist es gar nicht der rote Höllenjunge selbst, welchem die ganze Aufmerksamkeit zuteil kommen sollte. Vielmehr beschäftigte mich sein ehemaliger Sidekick: Abe Sapien. Der Fischmensch wandelt nun auf Solo-Faden und durchlebt äußerliche aber auch innerliche Metamorphosen. In Deutschland werden die Geschichten von Cross Cult in ziegelsteingroßen Büchern mit über 600 Seiten veröffentlicht. Im August ist Band 8 erschienen.
Mikula Schiffer

"Metro 2033": Endlich kam mal ein Comic zu den Romanen/Videospielen in den Handel, selten las ich solch einen spannenden Comic wie diesen.
Oliver Boßlet

"MiniVip & SuperVip". Ich finde dieses Comic-Buch absolut lesenswert. Leider ist die Geschichte ja inzwischen Wirklichkeit und die Erde manövriert in der Klimakrise immer weiter in den Abgrund. Aber die beiden Hauptdarsteller Mini- und SuperVip sind einfach zwei unterschiedliche und doch total sympathische Superhelden die sich prima ergänzen. Ein super Lesespaß auch für "ältere" Comic-Leser wie ich einer bin.
Lukas Karl

Dieses Jahr war mein persönliches Highlight die "Cozmic"-Anthologie aus dem Atlantis Verlag. Eine wilde und abgedrehte Sammlung unterschiedlichster SF-Geschichten (und Stile). Vor allem habe ich mich gefreut, dass auch wieder ein Comic von Bela (nicht Bella - wie ich bislang dachte!) Sobottke drin zu finden ist: Blutmond 3000 ist demzufolge auch mein "Highlight unter den Highlights". Ein wildes Gemetzel mit Nazis auf dem Mond - gerade in der heutigen Zeit ein super Statement und wieder toll zum Anschauen.
Theo Neumann

Ganz vorne ist für mich Mawils Lucky Luke Hommage "Lucky Luke sattelt um". Im letzten Jahr konnten wir sehen, was Flix bei seinem Spirou-Band macht, das war in Ordnung, aber dann auch nur eine Verbeugung vor den klassischen Spirou-Abenteuern. Mawil nimmt die Figur Lucky Luke, setzt die auf ein Fahrrad und rollt dann seine ganz eigene Geschichte aus, die trotzdem perfekt in die Welt von Lucky Luke passt. Für mich mit großem Abstand der unterhaltsamste Comic 2019.
Dicht gefolgt auf Platz zwei kommt aber schon "Der Mann meines Bruders" von Gengoroh Tagame. Das Interessante bei dem Comic ist für mich, dass der auf mehreren Ebenen funktioniert. Als Familiengeschichte, als Komödie, als Geschichte von Vorurteilen, in diesem Fall gegenüber Homosexuellen. Der Comic behandelt die Geschichte des alleinerziehenden Vaters Yaichi, bei dem eines Tages überraschend der Mann seines verstorbenen Bruders vor der Tür steht. Und die kleine Kana schließt den großen Onkel Mike aus Kanada direkt ins Herz. Wenn man sich auch nur ein bisschen für eine andere Perspektive interessiert, bietet der Comic so vieles, ohne jemals dem Leser etwas aufzwingen zu wollen. Stattdessen wird man im besten Fall mit seinen eigenen Vorurteilen konfrontiert und damit, wie Kana diese auflöst und im schlechtesten Fall ist es eine herzerwärmende Familiengeschichte. Beim vierten Band, dem Schluss der Serie, musste ich mir jedenfalls eine Träne wegdrücken.
Dann war da noch "DIE - Fantasy Heartbreaker" von Kieron Gillen und Stephanie Hans, eine Geschichte über ein Rollenspiel, das völlig aus dem Ruder läuft. Man könnte den Comic fast als eine böse Version von "Jumanji" bezeichnen, wenn mehrere Teenager in ein Rollenspiel gezogen werden und dem erst viel später wieder entkommen. Nur um rund 20 Jahre später noch einmal mit der Fantasywelt konfrontiert zu werden, die nur eben nicht sehr nett mit den Spielern umgeht. Oder mit den restlichen Bewohnern des "Spiels". Als Teenager ist man vielleicht noch auf Abenteuer aus, aber wenn das erst Mal einen Menschen ziemlich zugesetzt hat, wie geht man damit um, wenn man noch einmal mit dieser Welt und deren Grausamkeiten konfrontiert wird?
Bevor das hier aber zu düster wird kann man ein anderes Abenteuer in die Hand nehmen, mit Franziska Ruflairs "Adventure Huhn". In diesem Comic geht es um ein Huhn, dass auch auf ein Abenteuer aus ist, dabei aber aus Versehen den Kokon der Raupe Susan kaputt macht. Also ist die Quest gefunden, Susan muss einen neuen Kokon bekommen! Sehr kurzweiliger Spaß, lustig, fast schon niedlich gezeichnet.
Wunderschön gezeichnet ist "Negalyod" von Marcel Le Comte. Hier treffen wir den Nomaden Jarri , der in einer Science-Fiction Welt lebt, in der das Wasser von großen Städten kotrolliert wird. Als er bei einem Zwischenfall seine gesamte Dinosaurier-Herde verliert, schließt sich Jarri einer Rebellion gegen die herrschenden Städte an. Man muss sich bei "Negalyod" vorstellen, dass Moebius einen verständlich lesbaren Comic abgeliefert hat, so dicht an seinem Vorbild zeichnet Le Comte.
Lewis Trondheim wagt sich noch einmal an die Micky-Maus-Hommagen und legt zusammen mit Alexis Nesme den gruseligen Band "Horrifikland" vor. Dann noch kurz ein paar Serien die wieder da sind oder fortgesetzt werden, aber die auch zu den besten des Jahres gehören: "Criminal" von Ed Brubaker und Sean Philips gehört dazu, genauso wie "Lazarus: Risen" von Greg Rucka und Michael Lark. Des weiteren legt Emile Bravo mit "Spirou und Fantasio Spezial 28 - Spirou oder: die Hoffnung Teil 2" weiter nach mit seinem düsteren Comic um den Pagen Spirou und die Besetzung Belgiens durch die Nazis im zweiten Weltkrieg und zum Schluss gibt es noch von Riad Sattouf den vierten Band der exzellenten Serie "Der Araber von Morgen".
Lars Sudmann

Für mich ist "Der König der Vagabunden" der beste Comic 2019. Erstens sind die Geschichte und die Zeichnungen toll. Zweitens finde ich es toll, was aus einem Nachlass geworden ist, bzw. werden kann. Und drittens ist die Umsetzung einfach toll.
Michaela Wiegand

"Nachts im Paradies": Die Graphic Novel ist absolut lesenswert. Die Geschichte zeigt München von der "anderen Seite", zur Zeit und während des Oktoberfestes. Und in der Zeit ist eben nicht alles Gold was glänzt. Ebenso der Taxifahrer Vincent mit seiner Tochter, die kämpfen, damit sie z.B. Miete und Co. erwirtschaften können. Auch die schwarz-weißen Zeichnungen sind absolut sehenswert. Ebenso ist der Autor, Frank Schmolke, ein sehr sympathischer Mann, ohne Starallüren.
Karl Lukas

Für mich ist Mokis "Sumpfland" der beste Comic des Jahres 2019. Super gezeichnet, ich mag den Stil, verleitet dazu, länger drüber nachzudenken. Seltenheitswert!
Susanne Morawietz

Meine Lieblingscomicserie dieses Jahr waren die "Paper Girls". Durch diese Serie bin ich endlich wieder zum Comiclesen zurückgekommen.
Sinja Tomczyk

Mein Favorit ist ganz klar der "Trachtman-Comic". Die Vielfalt an Variationen der Cover sowie die sprachliche Vielfalt machen die einzelnen Comics (und damit die ganze Reihe) zu einem einmaligen Erlebnis.
Die Ideen hinter den Geschichten sind so verrückt, da macht das Lesen (und genaues Betrachten der Bilder) einfach Laune! Absolute Kaufempfehlung für Comicfans!
Jessica Irber

"Nouveau Contact" von Duhamel erschienen bei Grand Angle ist für mich der beste Comic des Jahres. Das Buch beschreibt die Entdeckung einer neuen Lebensform und deren Folgen in unserer social-media-geprägten Gesellschaft. Eine Gesellschaftskritik der besonderen Art (leider bislang nur in französischer Sprache).
Sylvie Delègue

Der beste Comic 2019 war für mich "Cassandra Darke" von Posy Simmonds. Wunderbar verschroben und elegant erzählt. Um die volle Britishness des Comics zu erfahren sollte man ihn unbedingt auf Englisch lesen.
Rolf Maidhof

Für mich war die mit Abstand beeindruckendste Comic-Neuerscheinung "Valentin" von Jens Genehr (Golden Press). Zwangsarbeit im NS wird hier anhand zweier sehr unterschiedlicher Perspektiven, welche beide ihr Erleben der U-Boot-Bunker-Baustelle Valentin in Bremen-Farge übermitteln, gekonnt verhandelt. Auf furchtbar beeindruckende Weise wird der lesenden Person ein Eindruck des "Alltags" auf dieser monströsen Baustelle vermittelt. Großartige Umsetzung! Auch die Lesung ist besonders empfehlenswert.
Sofia Tahmasebi

Der beste Band liegt ziemlich auf der Hand (Wortspiel! :): "Der große Indienschwindel" von Ayroles und Guarnido! Atemberaubende Zeichnungen/Gemälde von Guarnido verknüpft mit einer tollen, vielschichtigen Story von Ayroles. Was verlangt das Comic-Fan-Herz mehr? Und toll, dass die Story in einem Band herausgekommen ist (entgegen den Wünschen des Verlages)!
Weitere Highlights: "Blake und Mortimer Spezial: Der letzte Pharao" von Francois Schuiten und Jaco van Dormael. Schuitens Brüssel mit alterndem Mortimer in einer interessanten Geschichte vom Film-Regisseur van Dormael (Toto der Held, Das brandneue Testament).
"West, West Texas" von Tillie Walden. Spannende Roadstory über zwei Mädchen/Frauen mit vielen interessanten Begegnungen.
"Reiche Ernte" von Chris Scheuer. Horror-(Kurz-)Geschichten vom ersten Max-und-Moritz-Preisträger, der nichts von seinem Können eingebüßt hat.
Gerd Ruprecht

"Pimo & Rex" ist ein hervorragender Comic, der mich sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch überzeugt hat. Die farbenfrohen Bilder, die interessant gezeichneten Figuren und das Spiel mit Details haben mir sehr gut gefallen. Aber auch die beiden Geschichten, die in diesem Band erzählt werden, sind lustig und spannend.
"Isola 1": Die Figuren sind spannend und toll charakterisiert, die Geschichte ist einfach zu verstehen, obwohl sie doch komplex ist und Fragen offenlässt, und der Zeichenstil und die Kolorierung passen wie die Faust aufs Auge dieser fantastischen und mystischen Welt.
"Kinderland - Eine Kindheit im Schatten der Mauer": Eine sehr schön gelungene Graphic Novel über das Erwachsenwerden. Die Geschichte hätte sich so ähnlich auch überall auf der Welt und mehr oder weniger in jedem Jahrzehnt abspielen können. Das ist aber keineswegs negativ gemeint, sondern durchaus positiv, denn so kann man sich sehr gut mit der Hauptfigur identifizieren. Das DDR-Kolorit gibt dem Ganzen die extra Portion Charme.
"Der Mann meines Bruders", Band 1-4: Mir hat „Der Mann meines Bruders“ sehr gut gefallen. Gengoroh Tagame schafft es sehr gut eine Geschichte über Akzeptanz zu erzählen, die auch in Deutschland wichtig ist. Ich finde den langsamen Erzählrhythmus sehr passend, da man Zeit hat, die Figuren kennenzulernen. Ich würde aber trotzdem den Manga sehr empfehlen, auch wenn man vielleicht nichts mit Mangas anfangen kann.
Nina Pimentel Lechthoff

Die größte Überraschung war für mich die neue Hulk-Serie von Al Ewing. Die Mischung aus Horror, ein klein wenig klassischer Hulk Action und immer stärker werdender Gesellschaftskritik wird von Heft zu Heft besser. Der absolute Höhepunkt waren die letzten beiden US-Hefte, die das Thema Klimawandel auf neue Art und Weise beleuchten, etwas das man in einem Comic zum "grünen Giganten" zunächst nicht vermutete. Direkt dahinter kommt die neue Lois-Lane-Serie, die Politik und Journalismus im Fokus hat, die Funktion der Presse zeigt und erklärt warum eben die etablierten Zeitungen nicht einfach schreiben können, was sie wollen. Es wird ein enger Bezug zu aktuellen Geschehnissen hergestellt, und selbst die Einbindung in das größere DC-Universum ist sehr subtil funktioniert aber gut.
Stefan "Starocotes" Immel

Im Jahr mit vielen tollen Comics (und der geplatzten Hochzeit von Batman und Catwoman ;) ) ragt für mich ein Titel besonders heraus: "Der große Indienschwindel" von Alain Ayroles und Juanjo Guarnido. Eine so spaßige, wie intelligente Lektüre, bei der ein zweites Lesen unbedingt lohnt! Zweiter Höhepunkt des Jahres war zweifellos der radelnde Lucky Luke von Mawil.
Martin Militsch

"Natürliche Schönheit" von Nanna Johansson. Ich hab mich kringelig gelacht. Lustiges Buch zur Zeit des Feminismus. Und "Der Umfall" von Mikael Ross. Reingezogen in ein Thema mit dem ich normalerweise nicht in Berührung kommen. Feinfühlig mit wunderschönen Bildern.
Nicole El Salamoni

Mein Highlight dieses Jahr war "Spawn". Zwar lese ich Spawn seit meiner Kindheit und bin eventuell etwas voreingenommen, doch hätte ich die Reihe in den letzten Jahren niemals mit anständiger Grundlage nominieren können. Das änderte sich 2019 aus vielen Gründen. Die Comic Reihe scheint einen zweiten Frühling zu erleben. Das begann damit, dass nach Jahren endlich das Drehbuch zur Neuverfilmung fertig wurde und der Erfinder, Schreiber und Zeichner von Spawn, Todd McFarlane, auch ein Filmstudio fand, welches das Projekt in Angriff nehmen möchte. Dazu läuft die Reihe auch hierzulande wohl endlich richtig gut. Wie in den USA, veröffentlichte Panini die Reihe noch einmal von vorne in der "Spawn Origins Collection", doch wurde diese Collection in den USA nach Ausgabe 10 beendet. Für Panini bedeutete dies, ohne Grundlage zu arbeiten, sollten sie weiter machen. Trotz erhöhtem Aufwand und Kosten, entschied man sich dafür, es weiter laufen zu lassen. Man ist nun bei Band 14, welcher als Bestseller eingestuft wurde, und 15 und 16 sind bereits geplant. Am wichtigsten dürfte aber der Meilenstein sein, den man in den USA erreichte. Im September erreichte man die Nummer 300 und zog damit gleich zu der Reihe "Cerberus" als am längsten laufende unabhängige Reihe, bei der der Creator noch die Rechte hat. Im Oktober brach man den Rekord mit der 301 und Spawn wurde "the longest-running creator-owned superhero comic book series"! Damit verdiente sich die Reihe einem Eintrag in das nächste Guinness-Buch der Rekorde und die Verkäufe schnellten auch in die Höhe. Wenn eine Comicreihe es 2019 ins Guinness-Buch der Rekorde kommt, kann man sie doch als beste Comic 2019 bezeichnen. ;-)
Patrick Biegemann

Meine Lieblinge 2019 (die Reihenfolge entspricht keiner bestimmten Ordnung):
"Der große Indienschwindel" – Wahnsinnig tolle Zeichnungen, eine urkomische wie tragische Schwindlergeschichte. Und darüber hinaus eine in sich abgeschlossene Geschichte.
"Shooting Ramirez" – Pulp Fiction trifft Mexikanischen Spaghetti-Western. Großartig gezeichnet, toll gedacht und sehr erfrischend gemacht. Viel Action und viel Spaß in einem Band.
"Black Hammer" – Ein Comic-Universum, das seinesgleichen sucht. Eine Hommage an die guten alten Heldengeschichten.
"Doomsday Clock" – Watchmen in einem ganz neuen Spannungsfeld des DC-Universums. Zuerst war ich skeptisch, im Nachgang bin ich begeistert. Toll umgesetzt.
"Umbrella Academy – Hotel Oblivion" – Lange drauf gewartet und nach den beiden vorherigen Bänden eine würdige Fortsetzung. Die Tragik der Figuren nimmt weiter Formen an und die Geschichte nimmt stark an Fahrt auf.
Per Eric Jensen