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Leserumfrage : Welches waren die besten Comics 2019?

Welche Comics würden Sie anderen Leserinnen und Lesern besonders empfehlen? Wertvolle Buchpakete zu gewinnen. Hier gibt's weitere Favoriten unserer Leser.

Lohnt sich die Lektüre? Comicfans auf Nachschubsuche auf der Leipziger Buchmesse 2019.
Lohnt sich die Lektüre? Comicfans auf Nachschubsuche auf der Leipziger Buchmesse 2019.Foto: Lars von Törne

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und wie in den Vorjahren wollen wir auch diesmal wieder von unseren Leserinnen und Lesern wissen: Welches waren für Sie die besten Comics des vergangenen Jahres? Und warum?

Unter allen Teilnehmenden verlosen wir mehrere wertvolle Buchpakete mit Comics aus dem vergangenen Jahr.

Wer teilnehmen will, sende bitte eine E-Mail mit der Betreffzeile "Die besten Comics 2019" an comics@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist der 20. Dezember 2019. In der Mail sollten einer oder mehrere Lieblingstitel des vergangenen Jahres erwähnt werden und dazu eine kurze Begründung (ein Satz reicht, gerne auch mehr).

Es können Comics in jeder Form und jeder Spielart genannt werden. Das umfasst Manga wie Comics westlicher Prägung, die als Serien, Alben, Graphic Novels, Comic-Strips, Online-Comics und so weiter veröffentlicht wurden.

Über die Gewinner entscheidet das Losverfahren - daher bitte Namen und Adresse nicht vergessen (die Adresse wird vertraulich behandelt). Eine Auswahl der Antworten wird in den kommenden Wochen auf www.tagesspiegel.de/comics veröffentlicht.

Parallel dazu wird wieder eine aus Autor/innen der Tagesspiegel-Comicseiten bestehende Jury die aus ihrer Sicht besten Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate küren. Mehr dazu in Kürze. Hier gibt es das Jury-Ergebnis des vergangenen Jahres. Und hier finden Sie die Ergebnisse einiger Jahre davor: 2017, 2016, 2015.

Und hier gibt es eine aktualisierte Auswahl von Lesertipps, die uns bisher erreicht haben:

Meine Favoriten:
Lukas Kummer: "Die Ursache" / "Der Keller". Eine hervorragende, beengende, beängstigende Adaption von Thomas Bernhards Tagebücher. Kummers erschreckend symmetrischen Bilder sind Bernhards Text ebenbürtig.
Typex: "Andy. A Factual Fairytale. Leben und Werk von Andy Warhol". Andy Warhol hätte diese voluminöse, detaillierte, in x-fach verschiedene Zeichenstilen komponierte Biografie geliebt.
Leo Ortolani: "Cinzia" (auf Italienisch erschienen). Cinzia ist nicht nur ein außerordentlicher Comic, weil er sich mit dem inneren und äußeren Kampf von Transsexuellen und LGBT-Menschen auseinandersetzt, sondern auch weil Ortolani dies mit viel Humor und einer Prise Selbstironie tut. Aber die Stärke der Geschichte ist die Tatsache, dass keine klaren Antworten zum Thema gegeben werden und eine (wenn auch fiktive) Gesellschaft dargestellt wird, die sich nicht in Schwarz und Weiß einteilen lässt, sondern Spielraum für Zwischenformen zulässt.
Giovanni Peduto

Für mich ist "Trachtman" nicht nur die große Überraschung, sondern auch ganz klar der Comic des Jahres 2019. Die selbstironische Art kommt so cool rüber, dass selbst die eingefleischtesten Preußen hierüber schmunzeln müssen. Großartige grafische Umsetzung einer tollen Idee Made in Germany.
Micha Bickel

"Adventure Huhn" (Avant): Amüsante Geschichte über ein Huhn auf Abenteuerreise. Köstliche Fantasy-Parodie. "Gideon Falls" 1 & 2 (Splitter): Unglaublich spannende Horrorgeschichte von Jeff Lemire & Andrea Sorrentino. "Der große Indienschwindel" (Splitter): Grandiose Zeichnungen und ein toller, wendungsreicher Schelmenroman. Der Comic des Jahres! "Hilda" 6 (Reprodukt): Großartiger Abschluss dieser traumhaften Kinderserie. "Das klügste Mädchen der Welt" (Carlsen): Der 2. Band des „Glückskind“ –Strips aus der FAZ. Flix in Höchstform! Mawil: "Lucky Luke" (Egmont): So muss eine Hommage sein – herrlich! "Malcolm Max Special" (Splitter): Sonderband mit Kurzgeschichten über Emmeline und Miranda, macht genau so viel Spaß wie die Hauptserie. "Paris 2119" (Schreiber& Leser): Sehr düstere SF-Vision, gar nicht so weit weg von der Gegenwart. "Der Schatz der Black Swan" (Reprodukt): Ein großartiger Polit-Thriller! "Schwarze Seerosen" (Splitter): Wunderbare Bilder und ein atmosphärischer Krimi mit völlig überraschender Wendung. "Shooting Ramirez" 1 (Schreiber & Leser): Popcornkino vom Feinsten! "Theodor Pussel" 13 (Salleck): Das Comeback des Jahres! Nach ewig langer Pause haut Frank Le Gall noch einmal eine Fortsetzung raus und schließt nahtlos an den Vorgänger an. Toll!
Ekki Helbig

Ich habe zu meiner Freude dieses Jahr einige Manga-Highlights lesen können:
1 ) "Magus of the Library" von Mitsu Izumi, erscheint bei Carlsen Manga. Es ist zwar erst der erste Band hier erschienen, aber dieser vermochte mich über Stunden zu fesseln. Die wahnsinnig detaillierten Zeichnungen und eine Geschichte über die Magie der Bücher , die Freude des Lesens mit der Mischung von 1001 Nacht war einfach nur wow!
2) "Marry Grave" von Hidenori Yamaji 5 Bände Abgeschlossen erschienen bei Egmont Manga. Hatte erst mit einem genretypischen Storyverlauf gerechnet, mit der typischen Comedy, mit der die meisten Titel so aufwarten. Aber nix da ! Die Reihe vermag es mit dem total durch geknallten Sayer und seiner toten Frau Rosasie eine Geschichte zu erzählen, die alles hat: Action, Fantasy, eine gute Preise Humor, Drama und die Romantik nicht zu vergessen. Die abenteuerliche Suche nach dem Totenrezept, das Tote zurück ins Leben zu holen vermag, und die Tragik, die dahinter steckt, machen die Reihe trotz ihres Abbruchs in Japan und des damit verbundenen zügigen Endes zu einer der besten Mangareihen, die ich je gelesen habe.
3) "Quin Zaza" von Taku Kuwabara, bisher 6 Bände bei Manga Cult. Die Reihe besticht für mich unter anderem durch ihre Zeichnungen, die von ihrer Art etwas an alte Kupferstiche erinnern. Auch die Story über das Leben der Drachenfänger finde ich sehr interessant, dazu die passen Rezepte. Der Manga hat etwas Ruhiges an sich, auch wenn Mika und Co. öfter in turbulenten Situationen landen. Man hat beim Lesen das Gefühl, als Zuschauer mitten in einem Dokumentarfilm zu sein.
4) "Cells at Work" von Akane Shimizu, 5 Bände Laufend bei Manga Cult. "Es war einmal das Leben 2.0" - sehr witzig umgesetzte Geschichten über den Alltag im menschlichen Körper. Habe sehr viel gelacht und sicher auch einiges gelernt.
Ursula Dupain

Meine Lieblinge (ohne wertende Reihenfolge):
Schwarwel - "Gevatter": Während Graphic Novels oft nur eine Nabelschau darstellen und mehr auf Emotion als auf Können setzen, greift "Gevatter" ein echtes Thema (Depressionen und Selbstmord bzw. den Tod allgemein) auf, setzt es persönlich um und bietet auf hohem graphischem Niveau Handlungsalternativen! Bourgeon - "Zeit der Blutkirschen": Spannendes Thema, wie immer genial umgesetzt. Mikolajczak/Möller – "Die Spinne": Genialer Thriller aus Deutschen Ländern: beklemmende Kleinstadtatmosphäre, Rassismus und Sexismus treffen auf homophobe Gesellschaftsformierung - Beängstigend! Le Hénanff – "Wannsee": Wie kann man das Unsägliche abbilden? Wie kann man die Diskussion um die massenhafte und industrielle Vernichtung der Juden in Bilder fassen? Le Hénanff ist ein beeindruckendes Werk gelungen. Ferri/Conrad "Asterix 38": Die beiden haben sich freigeschwommen und ein tolles, eigenständiges neues Abenteuer abgeliefert! Braun - "Nimm das, Adolf!": Sekundärwerk des Jahres über den Comic im Zweiten Weltkrieg - Ausstellung im Schauraum Comic in Dortmund.
Sven Krantz-Knutzen

Ich persönlich habe mich 2019 am meisten über "Mit Mantel und Degen 6" (Akt XI & XII) gefreut. Einfach intelligente, sehr schön gezeichnete, witzige Unterhaltung. Danke an den Finix-Verlag, dass er diese wunderbare Serie weiterführt. Ebenso habe ich mich besonders über das Kompendium 4 von "The Walking Dead" gefreut. Nicht nur deshalb toll, weil die weiterhin sehr spannende Geschichte in ihm abgeschlossen wird, sondern auch, weil man mit diesem Backstein von einem Buch in der Hand jeden Zombieangriff mit einem beherzten Schlag abwehren kann...
Thomas Schneider

Meine Comics des Jahres 2019:
"Paper Girls" #6. Toughe Mädels als Hauptfiguren, die sich auf intelligente und unterhaltsame Weise an Zeitreisen, Dinosauriern und ihrer Pubertät abarbeiten. Zielsicher zog sich letzten Sommer meine Nichte alle Bände aus meinem Regal und verschlang sie. Mit dem sechsten Band ist die Serie abgeschlossen.
"Berlin" Gesamtausgabe. Über 20 Jahre hat Jason an diesem Mammutwerk über die letzten Jahre der Weimarer Republik gearbeitet. Lange bevor „Babylon Berlin“ kam. Tom King:
"Mister Miracle - Darkseid ist". In fernen Welten Kriege führen und gleichzeitig auf der Erde ein Kind großziehen ist ganz schön kompliziert...
Bodo Haß

Als begeisterte Manga-Leserin möchte ich besonders zwei deutsche Produktionen empfehlen. Als erstes "Das Liberi Projekt" von Tamasaburo, die bereits seit einer gefühlten Ewigkeit die deutsche Manga-Anime-Szene mit traumhaften Fanarts bereichert. Mit ihrer in drei Bänden abgeschlossenen Geschichte zeigt sie eindrucksvoll, dass sie gar nicht auf Fanart angewiesen ist, da sie selbst ganz tolle Welten und Helden kreieren kann. Die Geschichte scheint noch nicht beendet und ich hoffe, dass entweder Carlsen Manga mehr Bücher macht oder die Autorin einen anderen Weg findet, ihr furioses Epos weiterzuführen. Für Fans von Zukunfts-Fantasy mit Helden, die eher nebenbei Superkräfte zu haben scheinen und einer größeren Verschwörung auf die Schliche kommen. Apropos Zukunfts-Fantasy mit Helden, die eher nebenbei Superkräfte zu haben scheinen und einer größeren Verschwörung auf die Schliche kommen.
Meine zweite Empfehlung ist "Demon Mind Game" von David Füleki, der 2019 zwei neue Bücher aus seinem Shonen-Epos bei Tokyopop veröffentlichte: Band 2 sowie den Bonusband "Enyclopaedia Daemonica". Die Geschichte rund um den Dämonenjunge Nio, der durch Schläge auf seinen Kopf in den Gedankenwelten seiner Gegner landet, wo er ihnen Fähigkeiten stielt, spitzt sich zu. Zeichnerisch und inhaltlich ist der Autor allerspätestens jetzt auf Augenhöhe mit den besten japanischen Autoren angelangt. Die liebevolle Welt, die unzähligen charakterstarken Dämonen und immer wieder richtig gute Wendungen lassen erwarten, dass uns hier die wahrscheinlich beste bisherige deutsche Manga-Geschichte bevorsteht. Also zwei großartige deutsche Shonen-Manga, die ohne nervige Japan-Klischees auskommen, erfrischend starke Frauenfiguren (was ja 2019 wieder ein großes Thema war) und verletzliche Helden haben.
Swenja Toersch

Dieses Jahr hat mich das vom Großmeister Mike Mignola erdachte und mittlerweile von verschiedenen anderen Künstlern gezeichnete Hellboy-Universum wieder voll in seinen Bann gezogen. Dabei ist es gar nicht der rote Höllenjunge selbst, welchem die ganze Aufmerksamkeit zuteil kommen sollte. Vielmehr beschäftigte mich sein ehemaliger Sidekick: Abe Sapien. Der Fischmensch wandelt nun auf Solo-Faden und durchlebt äußerliche aber auch innerliche Metamorphosen. In Deutschland werden die Geschichten von Cross Cult in ziegelsteingroßen Büchern mit über 600 Seiten veröffentlicht. Im August ist Band 8 erschienen.
Mikula Schiffer

"Metro 2033": Endlich kam mal ein Comic zu den Romanen/Videospielen in den Handel, selten las ich solch einen spannenden Comic wie diesen.
Oliver Boßlet

"MiniVip & SuperVip". Ich finde dieses Comic-Buch absolut lesenswert. Leider ist die Geschichte ja inzwischen Wirklichkeit und die Erde manövriert in der Klimakrise immer weiter in den Abgrund. Aber die beiden Hauptdarsteller Mini- und SuperVip sind einfach zwei unterschiedliche und doch total sympathische Superhelden die sich prima ergänzen. Ein super Lesespaß auch für "ältere" Comic-Leser wie ich einer bin.
Lukas Karl

Dieses Jahr war mein persönliches Highlight die "Cozmic"-Anthologie aus dem Atlantis Verlag. Eine wilde und abgedrehte Sammlung unterschiedlichster SF-Geschichten (und Stile). Vor allem habe ich mich gefreut, dass auch wieder ein Comic von Bela (nicht Bella - wie ich bislang dachte!) Sobottke drin zu finden ist: Blutmond 3000 ist demzufolge auch mein "Highlight unter den Highlights". Ein wildes Gemetzel mit Nazis auf dem Mond - gerade in der heutigen Zeit ein super Statement und wieder toll zum Anschauen.
Theo Neumann

Ganz vorne ist für mich Mawils Lucky Luke Hommage "Lucky Luke sattelt um". Im letzten Jahr konnten wir sehen, was Flix bei seinem Spirou-Band macht, das war in Ordnung, aber dann auch nur eine Verbeugung vor den klassischen Spirou-Abenteuern. Mawil nimmt die Figur Lucky Luke, setzt die auf ein Fahrrad und rollt dann seine ganz eigene Geschichte aus, die trotzdem perfekt in die Welt von Lucky Luke passt. Für mich mit großem Abstand der unterhaltsamste Comic 2019.
Dicht gefolgt auf Platz zwei kommt aber schon "Der Mann meines Bruders" von Gengoroh Tagame. Das Interessante bei dem Comic ist für mich, dass der auf mehreren Ebenen funktioniert. Als Familiengeschichte, als Komödie, als Geschichte von Vorurteilen, in diesem Fall gegenüber Homosexuellen. Der Comic behandelt die Geschichte des alleinerziehenden Vaters Yaichi, bei dem eines Tages überraschend der Mann seines verstorbenen Bruders vor der Tür steht. Und die kleine Kana schließt den großen Onkel Mike aus Kanada direkt ins Herz. Wenn man sich auch nur ein bisschen für eine andere Perspektive interessiert, bietet der Comic so vieles, ohne jemals dem Leser etwas aufzwingen zu wollen. Stattdessen wird man im besten Fall mit seinen eigenen Vorurteilen konfrontiert und damit, wie Kana diese auflöst und im schlechtesten Fall ist es eine herzerwärmende Familiengeschichte. Beim vierten Band, dem Schluss der Serie, musste ich mir jedenfalls eine Träne wegdrücken.
Dann war da noch "DIE - Fantasy Heartbreaker" von Kieron Gillen und Stephanie Hans, eine Geschichte über ein Rollenspiel, das völlig aus dem Ruder läuft. Man könnte den Comic fast als eine böse Version von "Jumanji" bezeichnen, wenn mehrere Teenager in ein Rollenspiel gezogen werden und dem erst viel später wieder entkommen. Nur um rund 20 Jahre später noch einmal mit der Fantasywelt konfrontiert zu werden, die nur eben nicht sehr nett mit den Spielern umgeht. Oder mit den restlichen Bewohnern des "Spiels". Als Teenager ist man vielleicht noch auf Abenteuer aus, aber wenn das erst Mal einen Menschen ziemlich zugesetzt hat, wie geht man damit um, wenn man noch einmal mit dieser Welt und deren Grausamkeiten konfrontiert wird?
Bevor das hier aber zu düster wird kann man ein anderes Abenteuer in die Hand nehmen, mit Franziska Ruflairs "Adventure Huhn". In diesem Comic geht es um ein Huhn, dass auch auf ein Abenteuer aus ist, dabei aber aus Versehen den Kokon der Raupe Susan kaputt macht. Also ist die Quest gefunden, Susan muss einen neuen Kokon bekommen! Sehr kurzweiliger Spaß, lustig, fast schon niedlich gezeichnet.
Wunderschön gezeichnet ist "Negalyod" von Marcel Le Comte. Hier treffen wir den Nomaden Jarri , der in einer Science-Fiction Welt lebt, in der das Wasser von großen Städten kotrolliert wird. Als er bei einem Zwischenfall seine gesamte Dinosaurier-Herde verliert, schließt sich Jarri einer Rebellion gegen die herrschenden Städte an. Man muss sich bei "Negalyod" vorstellen, dass Moebius einen verständlich lesbaren Comic abgeliefert hat, so dicht an seinem Vorbild zeichnet Le Comte.
Lewis Trondheim wagt sich noch einmal an die Micky-Maus-Hommagen und legt zusammen mit Alexis Nesme den gruseligen Band "Horrifikland" vor. Dann noch kurz ein paar Serien die wieder da sind oder fortgesetzt werden, aber die auch zu den besten des Jahres gehören: "Criminal" von Ed Brubaker und Sean Philips gehört dazu, genauso wie "Lazarus: Risen" von Greg Rucka und Michael Lark. Des weiteren legt Emile Bravo mit "Spirou und Fantasio Spezial 28 - Spirou oder: die Hoffnung Teil 2" weiter nach mit seinem düsteren Comic um den Pagen Spirou und die Besetzung Belgiens durch die Nazis im zweiten Weltkrieg und zum Schluss gibt es noch von Riad Sattouf den vierten Band der exzellenten Serie "Der Araber von Morgen".
Lars Sudmann

Für mich ist "Der König der Vagabunden" der beste Comic 2019. Erstens sind die Geschichte und die Zeichnungen toll. Zweitens finde ich es toll, was aus einem Nachlass geworden ist, bzw. werden kann. Und drittens ist die Umsetzung einfach toll.
Michaela Wiegand

"Nachts im Paradies": Die Graphic Novel ist absolut lesenswert. Die Geschichte zeigt München von der "anderen Seite", zur Zeit und während des Oktoberfestes. Und in der Zeit ist eben nicht alles Gold was glänzt. Ebenso der Taxifahrer Vincent mit seiner Tochter, die kämpfen, damit sie z.B. Miete und Co. erwirtschaften können. Auch die schwarz-weißen Zeichnungen sind absolut sehenswert. Ebenso ist der Autor, Frank Schmolke, ein sehr sympathischer Mann, ohne Starallüren.
Karl Lukas

Für mich ist Mokis "Sumpfland" der beste Comic des Jahres 2019. Super gezeichnet, ich mag den Stil, verleitet dazu, länger drüber nachzudenken. Seltenheitswert!
Susanne Morawietz

Meine Lieblingscomicserie dieses Jahr waren die "Paper Girls". Durch diese Serie bin ich endlich wieder zum Comiclesen zurückgekommen.
Sinja Tomczyk

Mein Favorit ist ganz klar der "Trachtman-Comic". Die Vielfalt an Variationen der Cover sowie die sprachliche Vielfalt machen die einzelnen Comics (und damit die ganze Reihe) zu einem einmaligen Erlebnis.
Die Ideen hinter den Geschichten sind so verrückt, da macht das Lesen (und genaues Betrachten der Bilder) einfach Laune! Absolute Kaufempfehlung für Comicfans!
Jessica Irber

"Nouveau Contact" von Duhamel erschienen bei Grand Angle ist für mich der beste Comic des Jahres. Das Buch beschreibt die Entdeckung einer neuen Lebensform und deren Folgen in unserer social-media-geprägten Gesellschaft. Eine Gesellschaftskritik der besonderen Art (leider bislang nur in französischer Sprache).
Sylvie Delègue

Der beste Comic 2019 war für mich "Cassandra Darke" von Posy Simmonds. Wunderbar verschroben und elegant erzählt. Um die volle Britishness des Comics zu erfahren sollte man ihn unbedingt auf Englisch lesen.
Rolf Maidhof

Für mich war die mit Abstand beeindruckendste Comic-Neuerscheinung "Valentin" von Jens Genehr (Golden Press). Zwangsarbeit im NS wird hier anhand zweier sehr unterschiedlicher Perspektiven, welche beide ihr Erleben der U-Boot-Bunker-Baustelle Valentin in Bremen-Farge übermitteln, gekonnt verhandelt. Auf furchtbar beeindruckende Weise wird der lesenden Person ein Eindruck des "Alltags" auf dieser monströsen Baustelle vermittelt. Großartige Umsetzung! Auch die Lesung ist besonders empfehlenswert.
Sofia Tahmasebi

Der beste Band liegt ziemlich auf der Hand (Wortspiel! :): "Der große Indienschwindel" von Ayroles und Guarnido! Atemberaubende Zeichnungen/Gemälde von Guarnido verknüpft mit einer tollen, vielschichtigen Story von Ayroles. Was verlangt das Comic-Fan-Herz mehr? Und toll, dass die Story in einem Band herausgekommen ist (entgegen den Wünschen des Verlages)!
Weitere Highlights: "Blake und Mortimer Spezial: Der letzte Pharao" von Francois Schuiten und Jaco van Dormael. Schuitens Brüssel mit alterndem Mortimer in einer interessanten Geschichte vom Film-Regisseur van Dormael (Toto der Held, Das brandneue Testament).
"West, West Texas" von Tillie Walden. Spannende Roadstory über zwei Mädchen/Frauen mit vielen interessanten Begegnungen.
"Reiche Ernte" von Chris Scheuer. Horror-(Kurz-)Geschichten vom ersten Max-und-Moritz-Preisträger, der nichts von seinem Können eingebüßt hat.
Gerd Ruprecht

"Pimo & Rex" ist ein hervorragender Comic, der mich sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch überzeugt hat. Die farbenfrohen Bilder, die interessant gezeichneten Figuren und das Spiel mit Details haben mir sehr gut gefallen. Aber auch die beiden Geschichten, die in diesem Band erzählt werden, sind lustig und spannend.
"Isola 1": Die Figuren sind spannend und toll charakterisiert, die Geschichte ist einfach zu verstehen, obwohl sie doch komplex ist und Fragen offenlässt, und der Zeichenstil und die Kolorierung passen wie die Faust aufs Auge dieser fantastischen und mystischen Welt.
"Kinderland - Eine Kindheit im Schatten der Mauer": Eine sehr schön gelungene Graphic Novel über das Erwachsenwerden. Die Geschichte hätte sich so ähnlich auch überall auf der Welt und mehr oder weniger in jedem Jahrzehnt abspielen können. Das ist aber keineswegs negativ gemeint, sondern durchaus positiv, denn so kann man sich sehr gut mit der Hauptfigur identifizieren. Das DDR-Kolorit gibt dem Ganzen die extra Portion Charme.
"Der Mann meines Bruders", Band 1-4: Mir hat „Der Mann meines Bruders“ sehr gut gefallen. Gengoroh Tagame schafft es sehr gut eine Geschichte über Akzeptanz zu erzählen, die auch in Deutschland wichtig ist. Ich finde den langsamen Erzählrhythmus sehr passend, da man Zeit hat, die Figuren kennenzulernen. Ich würde aber trotzdem den Manga sehr empfehlen, auch wenn man vielleicht nichts mit Mangas anfangen kann.
Nina Pimentel Lechthoff

Die größte Überraschung war für mich die neue Hulk-Serie von Al Ewing. Die Mischung aus Horror, ein klein wenig klassischer Hulk Action und immer stärker werdender Gesellschaftskritik wird von Heft zu Heft besser. Der absolute Höhepunkt waren die letzten beiden US-Hefte, die das Thema Klimawandel auf neue Art und Weise beleuchten, etwas das man in einem Comic zum "grünen Giganten" zunächst nicht vermutete. Direkt dahinter kommt die neue Lois-Lane-Serie, die Politik und Journalismus im Fokus hat, die Funktion der Presse zeigt und erklärt warum eben die etablierten Zeitungen nicht einfach schreiben können, was sie wollen. Es wird ein enger Bezug zu aktuellen Geschehnissen hergestellt, und selbst die Einbindung in das größere DC-Universum ist sehr subtil funktioniert aber gut.
Stefan "Starocotes" Immel

Im Jahr mit vielen tollen Comics (und der geplatzten Hochzeit von Batman und Catwoman ;) ) ragt für mich ein Titel besonders heraus: "Der große Indienschwindel" von Alain Ayroles und Juanjo Guarnido. Eine so spaßige, wie intelligente Lektüre, bei der ein zweites Lesen unbedingt lohnt! Zweiter Höhepunkt des Jahres war zweifellos der radelnde Lucky Luke von Mawil.
Martin Militsch

"Natürliche Schönheit" von Nanna Johansson. Ich hab mich kringelig gelacht. Lustiges Buch zur Zeit des Feminismus. Und "Der Umfall" von Mikael Ross. Reingezogen in ein Thema mit dem ich normalerweise nicht in Berührung kommen. Feinfühlig mit wunderschönen Bildern.
Nicole El Salamoni

Mein Highlight dieses Jahr war "Spawn". Zwar lese ich Spawn seit meiner Kindheit und bin eventuell etwas voreingenommen, doch hätte ich die Reihe in den letzten Jahren niemals mit anständiger Grundlage nominieren können. Das änderte sich 2019 aus vielen Gründen. Die Comic Reihe scheint einen zweiten Frühling zu erleben. Das begann damit, dass nach Jahren endlich das Drehbuch zur Neuverfilmung fertig wurde und der Erfinder, Schreiber und Zeichner von Spawn, Todd McFarlane, auch ein Filmstudio fand, welches das Projekt in Angriff nehmen möchte. Dazu läuft die Reihe auch hierzulande wohl endlich richtig gut. Wie in den USA, veröffentlichte Panini die Reihe noch einmal von vorne in der "Spawn Origins Collection", doch wurde diese Collection in den USA nach Ausgabe 10 beendet. Für Panini bedeutete dies, ohne Grundlage zu arbeiten, sollten sie weiter machen. Trotz erhöhtem Aufwand und Kosten, entschied man sich dafür, es weiter laufen zu lassen. Man ist nun bei Band 14, welcher als Bestseller eingestuft wurde, und 15 und 16 sind bereits geplant. Am wichtigsten dürfte aber der Meilenstein sein, den man in den USA erreichte. Im September erreichte man die Nummer 300 und zog damit gleich zu der Reihe "Cerberus" als am längsten laufende unabhängige Reihe, bei der der Creator noch die Rechte hat. Im Oktober brach man den Rekord mit der 301 und Spawn wurde "the longest-running creator-owned superhero comic book series"! Damit verdiente sich die Reihe einem Eintrag in das nächste Guinness-Buch der Rekorde und die Verkäufe schnellten auch in die Höhe. Wenn eine Comicreihe es 2019 ins Guinness-Buch der Rekorde kommt, kann man sie doch als beste Comic 2019 bezeichnen. ;-)
Patrick Biegemann

Meine Lieblinge 2019 (die Reihenfolge entspricht keiner bestimmten Ordnung):
"Der große Indienschwindel" – Wahnsinnig tolle Zeichnungen, eine urkomische wie tragische Schwindlergeschichte. Und darüber hinaus eine in sich abgeschlossene Geschichte.
"Shooting Ramirez" – Pulp Fiction trifft Mexikanischen Spaghetti-Western. Großartig gezeichnet, toll gedacht und sehr erfrischend gemacht. Viel Action und viel Spaß in einem Band.
"Black Hammer" – Ein Comic-Universum, das seinesgleichen sucht. Eine Hommage an die guten alten Heldengeschichten.
"Doomsday Clock" – Watchmen in einem ganz neuen Spannungsfeld des DC-Universums. Zuerst war ich skeptisch, im Nachgang bin ich begeistert. Toll umgesetzt.
"Umbrella Academy – Hotel Oblivion" – Lange drauf gewartet und nach den beiden vorherigen Bänden eine würdige Fortsetzung. Die Tragik der Figuren nimmt weiter Formen an und die Geschichte nimmt stark an Fahrt auf.
Per Eric Jensen