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Greenland 2

© TOBIS Film

Die Kinostarts der Woche: Gerard Butler als zerknitterter Pragmatiker der Apokalypse

Ein bildgewaltiges Endzeitspektakel, eine Abrechnung mit dem iranischen Regime oder ein filmisches Denkmal für Neil Diamond – wir haben die Kinowoche für Sie im Blick.

Stand:

Draußen wird’s in den nächsten Tagen wieder stürmen und schneien. Wer es dennoch ins Kino schafft, hat die Wahl zwischen Science-Fiction, Drama und Musikfilm.

1 Ein einfacher Unfall

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Als der iranische Regisseur Jafar Panahi im vergangenen Mai seine Goldene Palme für „Ein einfacher Unfall“ nach fast 20 Jahren Ausreiseverbot und zwei Gefängnisaufenthalten persönlich in den Händen halten konnte, schien es wie die Rückkehr eines großen Abwesenden des internationalen Kinos. Panahi hatte sich von den Repressalien des Regimes nie unterkriegen lassen und immer weiter gedreht.

Im Februar 2023 war Panahi nach sieben Monaten Haft entlassen worden, im Dezember bekräftigte das Regime seine Haltung mit einer weiteren Freiheitsstrafe, wegen „Propaganda gegen den Staat“.

„Ein einfacher Unfall“ ist eine Replik auf seinen jüngsten Gefängnisaufenthalt, der titelgebende Unfall der Auslöser für eine Kette von Ereignissen, die Erinnerungen an das Foltergefängnis von Evin wachruft.

Der Automechaniker Vahid glaubt eines Nachts, in einem Kunden seinen sadistischen Gefängniswärter wiedererkannt zu haben. Er folgt und überwältigt den Familienvater Eghbal, doch als er den vermeintlichen Regime-Handlanger töten will, kommen ihm Zweifel.

Er sammelt in seinem klapprigen Bus auf einer komischen Odyssee durch Teheran ehemalige Mitgefangene ein, darunter eine junge Braut, die die Identität ihres ehemaligen Peinigers bestätigen kann. Je länger ihre Fahrt dauert, desto vehementer werden die Widersprüche ausgefochten, wie das Tribunal wider Willen mit dem Mann umgehen sollte.

Für Panahis Verhältnisse ist „Ein einfacher Unfall“ wenig versöhnlich. Sein verschmitzter Humor, der für seine Filme so charakteristisch ist, bekommt einen sehr bestimmten, harten Unterton, aus der Ratlosigkeit seiner Figuren erwächst immer wieder Wut. (Andreas Busche)

2 Greenland 2

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Fünf Jahre sind seit dem Einschlag des Kometen Clarke vergangen, der einen Großteil der Erde unbewohnbar gemacht hat. Wie andere Geflüchtete fand der handfeste Ingenieur John Garrity mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan (Roman Griffin Davis) in einer unterirdischen Militäranlage in Grönland Zuflucht.

Doch nun drohen die Bunker einzustürzen, und die nächste Zwangsodyssee steht an. Ziel: der Einschlagskrater im Mittelmeer, wo ein Leben ohne Schutzanzüge möglich sein könnte.

„Greenland 2: Migration“, so der Originaltitel, ist der seltene Fall eines Sequels, das sich mit den Nachwirkungen einer welterschütternden Katastrophe beschäftigt. Sofern man nicht zu hohe Ansprüche an wissenschaftliche Korrektheit oder narrative Logik stellt, kann man dem bildgewaltigen Endzeitspektakel einiges abgewinnen.

Erfreulicherweise inszeniert Ric Roman Waugh die Fortsetzung so schnörkellos und konzentriert wie den Kino-Überraschungshit von 2020. Und Gerard Butler ist als zerknitterter Pragmatiker der Apokalypse ein würdiger Nachfolger von Bruce Willis in ähnlichen Rollen. (Jörg Wunder)

3 Schwesterherz

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Etwas verloren und richtungslos ist Rose mit Ende 20. Doch sie kann immer auf ihren älteren Bruder Sam zählen, zu dem sie ein inniges Verhältnis pflegt. Als Rose von ihrer Freundin aus der Wohnung geworfen wird, zieht sie auf seine Couch.

Er freue sich, dass sie da sei, wehrt Sam die Fragen ihrer Mutter ab, die sich wundert, ob das nicht etwas eng sei. Als Sam einen vermeintlichen One-Night-Stand in die Wohnung mitbringt, hört Rose einfach weg.

Das stille Einverständnis wird fundamental erschüttert, als Sam der Vergewaltigung in jener Nacht beschuldigt wird und Rose als Zeugin aussagen soll. Ihre Aussage könnte einen Unterschied machen. Nie hat sich Rose so allein gefühlt.

Es ist ein langer, harter Weg, bis Rose erkennt, dass sie, um das zu retten, was kostbar ist an der Beziehung zu ihrem Bruder, das Richtige tun muss.

Sarah Miro Fischers Regiedebüt, das bei den First Steps Awards als bester abendfüllender Spielfilm ausgezeichnet wurde, erzählt Roses Weg konzentriert und ruhig und immer ganz nah dran an ihrer phänomenalen Hauptdarstellerin Marie Bloching. Der Herzensbruch beim Zuschauen ist unvermeidlich. (Ingolf Patz)

4 Song Sung Blue

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Über Bande setzt Regisseur Craig Brewer („Hustle & Flow“) der Musik Neil Diamonds ein filmisches Denkmal. Denn nicht von dem Leben der Popmusik-Legende erzählt dieses Biopic, sondern von einem Musikerpaar, das es mit einer Neil-Diamond-Coverband Ende der Achtziger zu bescheidenem Ruhm brachte.

Bei einer Tribute-Show erkennen sich der Automechaniker und trockene Alkoholiker Mike (Hugh Jackman) und die Friseurin Claire (Kate Hudson) als Musikbegeisterte, denen die Härten des Lebens nicht ihre Leidenschaft für einen guten Song nehmen konnten.

Bald kommt die Idee auf, die geliebte Musik Diamonds gemeinsam auf die Bühne zu bringen. „Song Sung Blue“ ist in gleicher Weise ein Musikfilm, der die sentimentale Kraft von Neil Diamonds Songs in Szene setzt, und gleichzeitig eine große Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die in der Mitte ihres Lebens ihre Träume nicht aufgegeben haben.

Da die Dramaturgie den realen Ereignissen im Leben des Musikerpaares folgt, kommt es zu Längen und gelegentlicher Überdramatisierung, was jedoch durch die überzeugende schauspielerische Präsenz von Jackman und Hudson aufgefangen wird. (Martin Schwickert)

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