• Stiften, vererben und spenden: Wir tun was! Vier Menschen engagieren sich für eine gute Sache

Ruth-Pfau-Stiftung: Gegen Ausgrenzung Leprakranker

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Stiften, vererben und spenden : Wir tun was! Vier Menschen engagieren sich für eine gute Sache
Martin Gertler
Martin GertlerFoto: Kerstin Müller

Martin Gertler (64) engagiert sich für die Ruth Pfau Stiftung

1960 wurde die Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau von ihrem Orden nach Indien geschickt. Bei einem Stopp in Karatschi wurde sie in eine Lepra-Ambulanz geführt. Die entsetzlichen Zustände in dieser „Bettlerkolonie“ schockierten sie. Sie blieb, um zu helfen. „Wer keine Tränen in sich trägt, darf diesen Weg nicht gehen“, soll sie gesagt haben.

Sie hat sich für die Rechte von Frauen stark gemacht

Im Frühjahr 1989 habe ich Ruth Pfau in Pakistan kennengelernt. Als Medienproduzent hatte ich den Auftrag, eine Dokumentation über sie zu drehen für die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Wir sind dafür hoch in den Norden gefahren, bis an die Grenze Afghanistans. Was ich dort gesehen habe, hat mein Leben verändert.

Ruth Pfau, die im vergangenen Jahr mit 87 Jahren gestorben ist, hat gegen die Ausgrenzung der Leprakranken gekämpft. Es ist ihr auch gelungen, sich in einem muslimischen Land für die Rechte von Frauen stark zu machen. Sie hat interreligiöse Brücken gebaut, Flüchtlingen geholfen und Opfer von Naturkatastrophen unterstützt.

Ich bin Mitglied im DAHW und wurde in den Aufsichtsrat der Ruth-Pfau-Stiftung berufen. Das Leben dieser Ärztin hat mich stark beeindruckt. Vor sieben Jahren habe ich begonnen, vegan zu leben. Irgendwie gehört doch alles zusammen. Wir werfen so viel Geld raus für Konsum, wir kaufen so viel, das hilft den Menschen nicht.

Jeder sollte sich fragen: Was liegt mir am Herzen

Ich habe keine Familie, keine Kinder. Jetzt bin ich 64 Jahre alt, da macht man sich langsam Gedanken um sein Vermächtnis. Spenden können zurückgehen, aber eine Stiftung arbeitet im Unterschied zu einem von Spenden getragenen Hilfswerk hauptsächlich mit den Erträgen, die durch die Anlage des Stiftungsvermögens erwirtschaftet werden. Das ist stabil. Manche Menschen haben der Stiftung ihre Eigentumswohnung vermacht, auch ein Firmengelände in Ost-Westfalen gehört ihr. Jeder sollte sich fragen: Was liegt mir am Herzen? Für mich ist das klar: Ich möchte, dass die Arbeit von Ruth Pfau weitergeht.

Internet: ruth-pfau-stiftung.de

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