
© dpa/Carsten Koall
Leserbrief zum Blackout in Berlin: Wo bleiben die Katastrophen-Leuchttürme?
Unser Leser weist auf ein lange verschlepptes Projekt hin und hofft nach dem Stromausfall im Südwesten nun auf Umsetzung. Er plädiert auch für bessere Dämmung. Und was meinen Sie?
Stand:
Seit fast 20 Jahren wird in Berlin auf Initiative des Bezirks Steglitz-Zehlendorf das Vorhaben Katastrophen-Leuchttürme vorbereitet. Dieses sieht vor, dass es in jedem Bezirk drei Standorte gibt, die auch bei einem Blackout „leuchten“ und Grundversorgung bereit stellen können.
Nach einer langen Vorbereitungsphase sollte dieses jetzt auch umgesetzt werden. Am 24. April 2024 schrieb Staatssekretärin Franziska Becker auf Anfrage des Abgeordneten Stefan Taschner (Bündnis 90/Grüne) zur Umsetzung des Projektes Kat-Leuchtürme:
„Es sind 37 Standorte vorgesehen, die Technik ist ausgeliefert. Es ist geplant, die Einsatzbereitschaft aller Kat-L nach den Sommerferien zu erreichen. Einzelne Standorte sind grundsätzlich einsatzbereit. Die Einsatzbereitschaft hängt von der Umsetzung organisatorischer Vorkehrungen in den Bezirken ab. Es ist geplant, die Bevölkerung mit einer Öffentlichkeitsarbeitskampagne über das System der Kat-L als Anlaufstellen und über die jeweiligen Angebote in den einzelnen Standtorten zu informieren. ... Zur Öffentlichkeitsarbeit finden zur Zeit Abstimmungen zwischen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und den bezirklichen Pressestellen statt.“
Von einer Umsetzung wurde bislang nichts vermeldet, eine Öffentlichkeitskampagne dazu ist mir nicht bekannt. Das es jetzt ausgerechnet den Bezirk getroffen hat, in dem diese tolle Idee geboren wurde, ist tragisch. Das Rathaus Zehlendorf hat wenigstens – mehr zufällig als Relikt des kalten Krieges –, einen großen Notstromgenerator. Es bleibt zu hoffen, dass dieses gut durchdachte und geplante Vorhaben jetzt zügig und noch vor den Wahlen im September diesen Jahres umgesetzt und der Öffentlichkeit vermittelt wird.
Wenn durch Stromausfall auch noch die Heizungen ausfallen, wie das jetzt entlang der Fernwärmestrecke passiert, macht das deutlich, wie wichtig eine Dämmung von Häusern ist, vor allem der Dächer. Ein gut gedämmtes Haus kühlt deutlich langsamer aus und schützt so auch viel länger die Wasserleitungen. Schlecht gedämmte Dächer führen all zu oft dazu, dass Wasserleitungen platzen und dann Schäden anrichten, die – wie in der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Zehlendorf vor 20 Jahren – zum Abriss des Gebäudes führen können.
Dämmung, vor allem der Leitungen, dienen also nicht nur dem Geldbeutel beim Energiesparen sondern reduzieren auch die Gefahr größerer Schäden. In meinem eigenen Haus lief vor 30 Jahren das Wasser nach einem kältebedingten Wasserrohrbruch vom Dach über fünf Etagen bis in den Keller. Der Schaden betrug das Zehnfache dessen, was eine optimierte Dachdämmung gekostet hätte. Peter Schrage-Aden
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