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Gleich zwei Stürme an einem Tag.
© Karikatur: Klaus Stuttman

Fragen des Tages: AKKs Rückzug und Aufräumarbeiten nach „Sabine“ – das war heute wichtig

Außerdem: „Parasite“ schreibt Oscar-Geschichte und Berlins Verkehrssenatorin will Radfahrer auch mit Provisorien schützen. Die Themen des Tages.

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Was ist passiert?

AKK gibt Parteivorsitz ab
Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Rückzug vom Parteivorsitz der CDU sowie ihren Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur erklärt. Mehr Hintergründe dazu finden Sie weiter unten – außerdem alle aktuellen Entwicklungen hier in unserem Newsblog.

Steinmeier schickt versehentlich Glückwunschtelegramm an Iran
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wollte dem iranischen Regime eigentlich nicht zur Islamischen Revolution gratulieren. Doch irrtümlich ging doch eine Botschaft nach Teheran. Wie es dazu kam, erfahren Sie hier.

Aufräumarbeiten nach dem Sturm „Sabine“
Der Sturm „Sabine“ ist mittlerweile nach Norwegen gezogen. Dennoch bleibt es auch die nächsten Tage sehr nass und mitunter sehr stürmisch. Wie genau es weiter geht und welchen Schaden „Sabine“ angerichtet hat, erfahren Sie hier.

„Parasite“ triumphiert bei der Oscar-Verleihung
Der südkoreanische Film „Parasite“ von Bong Joon Ho gewinnt vier Oscars, darunter als erster nicht-englischsprachiger Film auch die Königskategorie „Bester Film“. Wenn Sie die Ereignisse der Oscar-Nacht noch einmal nachlesen wollen, können Sie das hier tun. Was der Erfolg von „Parasite“ für die Filmbranche bedeutet, hat meine Kollegin Christiane Peitz hier für Sie aufgeschrieben. Die besten Bilder der Nacht gibt es hier.

Berlins Verkehrssenatorin will provisorischen Schutz für Radler
Am Wochenende starb der fünfte Radler auf Berlins Straßen in diesem Jahr. Jetzt will die Verkehrssenatorin auch mit Provisorien mehr Schutz schaffen. Wie das gelingen soll, erfahren Sie hier.

Welche Folgen hat der AKK-Rückzug?
• Heute zumindest hat sie alle überrascht. Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Rückzug angekündigt und nicht einmal ihr engster Kreis soll eingeweiht gewesen sein. Angela Merkel, ihre Vorgängerin und amtierende Kanzlerin, hat sie nach eigener Aussage erst kurz vor Beginn der Gremiensitzungen der CDU informiert. Die Kritik an AKK hält schon länger an, zuletzt wurde sie vor allem für ihr schlechtes Krisenmanagement rund um das Wahl-Debakel in Thüringen kritisiert. Das sei aber nicht ausschlaggebend für sie gewesen. Vielmehr sei sie zu der Überzeugung gelangt, dass Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur in eine Hand gehörten.

Jetzt wolle sie den Übergang organisieren. Ob sie dafür überhaupt noch die nötige Kraft und Autorität hat, bleibt offen. Auch, wer ihr nachfolgt. Namen, die nun häufig fallen: Armin Laschet, Jens Spahn oder, klar, Friedrich Merz. Der hat ganz großzügig schon seine Hilfe angeboten. Doch der Rückzug hat möglicherweise nicht nur Folgen für die CDU, sondern insgesamt für die politische Tektonik in Deutschland allgemein und die große Koalition im speziellen. Der Rückzug ist sicher nachvollziehbar, aber er hat einen faden Beigeschmack: Die Spielchen der AfD bekommen nun noch mehr Effekt und das haben sie definitiv nicht verdient. Wie der Zeitplan nun aussieht, erfahren Sie hier.

• Wer glaubt, nach ihrem Rücktritt werde alles gut in der CDU, täuscht sich gewaltig. Das zumindest findet mein Kollege Malte Lehming hier in seinem Videokommentar. Stephan-Andreas Casdorff, unser Herausgeber, blickt ebenfalls nach vorne und sagt: Auf Laschet läuft es zu und für die Kanzlerin wird es jetzt auch eng. Warum? Das erfahren Sie hier in seinem Kommentar.

• Natürlich bewegt dieses Thema heute auch unsere Leserinnen und Leser. Es gibt durchaus Verständnis für den Schritt. „Undine“ schreibt: „AKK schmeißt hin. Kann ich verstehen. Andere CDU-Funktionäre richten aktiv oder passiv einen riesigen Saustall an und hoffen dann, dass die 'saarländische Putzfrau' den so mir nix dir nix wieder ausmistet (oder daran scheitert). Da kann man AKK nur empfehlen: 'Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen'“.

Und natürlich fragen sich auch viele, wie es jetzt mit Merkel weiter geht. „johanneska“ sieht es so: „Das Problem der CDU ist nicht AKK, sondern Merkel. Die lähmt die CDU und das Land...“ Doch es gibt auch andere Stimmen: „Es gibt für einen Rücktritt keinen Grund. Es ist auch nicht zu erwarten, dass für die Menschen in Deutschland nach Frau Dr. Merkel jemand folgen wird, der sich auch für Leute interessiert, die keine Millionen besitzen oder vertreten“, findet „A.v.Lepsius“. Verfolgen Sie die Debatte hier. Und was denken Sie? Wer soll AKK folgen? Laschet? Merz? Spahn? Machen Sie doch bei unserer kleinen Umfrage mit. Hier geht es lang.

• Mein Kollege Robert Birnbaum begleitet die CDU seit Jahrzehnten journalistisch. Er ist gut vernetzt und hat heute den ganzen Tag nachgespürt, welche Erruptionen der Schritt von AKK ausgelöst hat und wie sich die Lager in der Partei nun sortieren. Lesen Sie seine Reportage ab 19:30 Uhr in unserem aktuellen ePaper.

Was könnte ich unternehmen?

Natürlich muss ich Ihnen heute Kino empfehlen. Wer noch mitreden will, ob „Parasite“ wirklich so gut ist; ob Joaquin Phoenix den Oscar als bester Hauptdarsteller in „Joker“ wirklich verdient hat und ob die Kamerführung bei „1917“ wirklich so spektakulär ist, sollte sich die Filme noch ansehen. Denn sie alle laufen bundesweit noch in den Kinos.

Gibt es was im Fernsehen?
Sie essen gerne? Und kochen noch lieber? Und sie scheuen sich auch nicht vor Berliner Spezialitäten? Dann empfehle ich Ihnen heute mal keine Kochsendung im Fernsehen, sondern unsere neue Videokolumne von Kristof Mulack. Er ist Mitbetreiber der Speisewirtschaft „Lausebengel“ in Berlin. Und hier sehen Sie, wie er Könisgberger Klopse zubereitet. Mehr Hintergründe dazu und das Rezept finden Sie hier.

Was sollte ich für morgen wissen?
Fraktionssitzungen im Bundestag. Dienstags in Sitzungswochen eigentlich normale Routine im politischen Berlin. Aber nach dem Rückzug von AKK dürften die Sitzungen geprägt sein von sehr grundsätzlichen Debatten über die weitere politische Zukunft – zum Beispiel der großen Koalition.

Zweite Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen in New Hampshire. Die ersten Wahllokale öffnen um 6.00 Uhr (Ortszeit/12.00 Uhr MEZ), die letzten Wahllokale schließen um 20.00 Uhr (Ortszeit/Mittwoch 2.00 Uhr MEZ). Wann genau die Ergebnisse feststehen werden, ist unklar.

Zahl des Tages: 18,2 Millionen Kubikmeter Wasser wird Tesla Berechnungen zufolge pro Jahr in seinem Werk in Grünheide verbrauchen. Zu viel, finden Umweltschützer. Warum der Autobauer das Wasser braucht und wie viel eigentlich erlaubt ist, erfahren Sie hier.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen.

Danke und herzliche Grüße Ihr Christian Tretbar Mitglied der Chefredaktion

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