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Brände unter Kontrolle : Drohnenangriffe auf zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien

Flammen erleuchten den Nachthimmel über dem größten Ölkomplex in Saudi-Arabien. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekannten sich zu den Attacken.

Noch am Morgen stiegen große Rauchwolken über der Anlage in Abkaik auf.
Noch am Morgen stiegen große Rauchwolken über der Anlage in Abkaik auf.Foto: Reuters

Zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien sind nach Angaben von Staatsmedien von Drohnen attackiert worden. In den Einrichtungen des Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais seien nach den Attacken am frühen Samstagmorgen Feuer ausgebrochen, meldete die saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Innenministerium in Riad. Die Brände seien inzwischen unter Kontrolle.

Die Angriffe ereigneten sich demnach in der Provinz Bakiak im Osten des Königreichs. Dort befindet sich der größte Ölverarbeitungskomplex am Persischen Golf. Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken zeigten, wie an mehreren Stellen eines Komplexes hohe Flammen aus den Gebäuden schlugen.

Zu den Angriffen bekannten sich die Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen. Der Angriff mit zehn Drohnen sei eine „legitime Antwort“ auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen, sagte ein Militärsprecher der Huthis. „Wir versprechen dem saudischen Regime, dass unsere nächste Operation größer und schmerzhafter sein wird“, sagte Militärsprecher Jahia Saria am Samstag. Es handele sich um den bislang größten Einsatz in Saudi-Arabien.

Bakiak liegt rund 330 Kilometer nordöstlich der saudischen Hauptstadt Riad. Nach Angaben des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco handelt es sich bei dem Komplex um die größte Ölraffinerie des Konzerns. Der Komplex spielt nach Unternehmensangaben eine zentrale Rolle in der täglichen Ölproduktion des Konzerns. Ob durch die Angriffe die Produktion beeinträchtigt wurde, war zunächst nicht klar. In Churais befindet sich eines der größten Ölfelder Saudi-Arabiens.

In den vergangenen Monaten hatten die schiitische Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen, die von Riads Erzfeind Iran unterstützt werden, mehrfach Ziele in Saudi-Arabien bombardiert. Im August reklamierten sie einen Drohnen-Angriff auf ein Ölfeld im Osten Saudi-Arabiens für sich.

Bereits mehrfach Angriffe der Huthi

Bereits Mitte Mai hatten die Huthis nach eigenen Angaben zwei Ölpumpstationen in der Nähe von Riad mit Drohnen attackiert. Aramco setzte daraufhin aus Sicherheitsgründen vorübergehend den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline aus. Die Drohnen-Angriffe erfolgten zwei Tage nach Sabotageakten gegen zwei Öltanker aus Saudi-Arabien. Die Vorfälle verschärften die Spannungen in der Golfregion.

Die Huthis bezeichneten ihre Angriffe als Vergeltung für den von Riad angeführten Militäreinsatz im Jemen. Dort herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. (AFP, dpa)

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