Flüchtlingspakt mit der Türkei : Merkel will im Januar zu Erdogan reisen

Der türkische Präsident warnt eingedenk der Kämpfe in Syrien vor dem Zuzug Zehntausender Flüchtlinge nach Europa. Die Kanzlerin plant offenbar, ihn zu treffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Präsident Erdogan in Berlin (Archivbild)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Präsident Erdogan in Berlin (Archivbild)Foto: dpa/Michael Kappeler

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einem Medienbericht zufolge im Januar den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Merkel plane, dazu nach Ankara zu fliegen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Eine Bestätigung dafür gab es von der Bundesregierung nicht - eine Regierungssprecherin sagte am Donnerstag, „dass wir Termine der Bundeskanzlerin jeweils am Freitag der Vorwoche bekanntgeben“.

Erdogan hatte zuletzt angesichts der schweren Luftangriffe in Nordsyrien und Zehntausender fliehender Menschen vor einer „neuen Migrationswelle“ in Richtung Europa gewarnt.

Der türkische Präsident sagte am Sonntag in Istanbul, mehr als 80.000 Menschen seien durch die Bombardements aus der syrischen Provinz Idlib vertrieben worden und auf dem Weg zur türkischen Grenze. Sein Land werde diesen Zustrom „nicht alleine schultern können“, und „alle europäischen Länder, insbesondere Griechenland, werden die negativen Folgen zu spüren bekommen“.

Es werde „unvermeidlich“ zu Szenen wie vor dem 2016 geschlossen Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei kommen, fügte Erdogan hinzu. Das Abkommen führte zeitweise zu einem deutlichen Rückgang der Zahl derer, die sich von der Türkei aus auf den Weg nach Europa - oft nach Deutschland - machten. Es sieht vor, dass Griechenland illegal eingereiste Migranten zurück in die Türkei schicken kann. Im Gegenzug übernimmt die EU andere syrische Flüchtlinge aus der Türkei und unterstützt das Land finanziell bei der Versorgung der Flüchtlinge. (dpa)

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