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Thema

Jemen

Als erster arabischer Staat startete Jemen seine eigene militärische Offensive gegen das Al-Qaida-Netzwerk von Osama bin Laden. Die US-Behörden hatten dem Regime Abdullah Saleh die Namen von drei radikalen Scheichs vorgelegt, die Beziehungen zu dem saudischen Terrorchef unterhielten und verhaftet werden müssten.

Die restriktive Informationspolitik der US-Regierung bereitet deutschen Politikern Kopfzerbrechen. Besonders die amerikanische Ankündigung gegenüber den Vereinten Nationen, weitere Länder neben Afghanistan könnten zum Ziel militärischer Angriffe werden, hat Spekulationen ausgelöst.

Von Hans Monath

Die Geiselnehmer im Jemen haben nach zwei Monaten Nervenkrieg den deutschen Diplomaten Reiner Berns (55) freigelassen. Bundesaußenminister Joschka Fischer dankte am Montag der Regierung von Präsident Ali Abdallah Saleh für ihre "intensiven und umsichtigen" Bemühungen um die Freilassung des deutschen Handelsattaches.

Vor zehn Jahren hatten die USA das Unmögliche möglich gemacht: Sie haben eine Allianz gegen Irak geschaffen, in der sich so unterschiedliche Länder wie Syrien und Saudi-Arabien Seite an Seite mit Großbritannien und den USA wiederfanden. Zehntausende US-Soldaten wurden ausgerechnet in Saudi-Arabien stationiert, dem Land, wo mit Mekka und Medina die beiden heiligsten Stätten des Islam liegen und deren nähere Umgebung von Nicht-Muslimen nicht betreten werden darf.

Von Andrea Nüsse

Pakistan hat den Vereinigten Staaten die volle Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Das sagte US-Außenminister Colin Powell gestern, und wenn es dabei bleibt, dann bedeutet es, dass die islamistische Regierung in Islamabad Osama bin Laden für den Terror in New York und Washington verantwortlich halten könnte.

Von
  • Torsten Hampel
  • Antje Sirleschtov

Wegen Geiselnahme seiner zweijährigen Tochter muss sich ein 26-jähriger Mann aus Jemen seit Dienstag vor dem Landgericht verantworten. Nach einem Streit mit seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau soll der Angeklagte das Kleinkind gegriffen, sich aufs Fensterbrett gesetzt und gedroht haben, sich aus seiner Wohnung im vierten Stock zu stürzen.

Der im Jemen entführte deutsche Diplomat befindet sich nach Informationen des Auswärtigen Amts in der Gewalt des jemenitischen Stammes "Al-Hadda". Der Verschleppte sei unverletzt und werde in Dhamar, einer Provinzstadt hundert Kilometer entfernt von der Hauptstadt Sanaa, festgehalten, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Samstag in Berlin.

Als sich Carl Christian Hoernecke zu Beginn seiner Geiselnahme als stolzer Krieger mit einem Turban auf dem Kopf und einer Kalaschnikow in der Hand ablichten ließ, fand er den Jemen mit seiner traditionellen Stammesgesellschaft noch aufregend und faszinierend. "Es ist bekannt, dass die jemenitischen Stämme ihre Geiseln wie Gäste behandeln, und alles tun, damit diese sich wohl fühlen", meint der Chefredakteur der "Yemen Times", Walid Abdulasis Al-Saqqaf, der gleich zu Anfang einen Reporter ins Versteck der Geiselnehmer schickte.

Blitzlichtgewitter für Hans-Joachim Klein, als er am Donnerstag um kurz nach 14 Uhr den Frankfurter Schwurgerichtssaal betritt; wie üblich in Handschellen, begleitet von einem Vollzugsbeamten.Am 25.

Nur einen Tag nach dem Anschlag auf ein US-Kriegsschiff ist in Jemen ein Attentat auf die britische Botschaft verübt worden. Unterdessen teilte die US-Marine am Freitag mit, dass alle zehn noch vermissten Matrosen des Zerstörers "USS Cole" wahrscheinlich tot seien.

Die blutigen Ereignisse von Ramallah heizen die Stimmung in der Region mit einem Schlag dramatisch auf. Arabische Regime geraten unter starken Druck aus der Bevölkerung, die in ihrer großen Mehrheit voll mit den Palästinensern sympathisiert.

Als 1989 in Deutschland die Mauern fielen, bedeutete das für ein knappes Dutzend Menschen den Anfang vom Ende ihrer - begrenzten - Freiheit. Diese Menschen, viele von ihnen Frauen, waren ehemalige Kämpfer der RAF, die sich aus der Aussichtslosigkeit ihrer Lage nach dem Deutschen Herbst 1977 abgesetzt hatten.

Von Silvia Hallensleben

Während die Bundesregierung vor manchen Urlaubszielen warnt, werben Reiseagenturen mit dem NervenkitzelClaudia Lepping Die internationale Gemeinschaft bemüht sich seit Wochen um die Freilassung der Touristen, die in Malaysia gekidnappt und in den philippinischen Dschungel entführt worden sind. Aber hält das Geiseldrama die Deutschen von Reisen in die Region ab?

Die Entführung des polnischen Botschafters in Jemen hat nach fünf Tagen ein glückliches Ende genommen. Der von Stammesangehörigen verschleppte Diplomat Krzysztof Suprowicz kehrte am Sonntagfrüh unversehrt in die Hauptstadt Sanaa zurück, wie seine Frau mitteilte.

Auch die staubigen, verdreckten Straßen Kairos konnten ihm nichts anhaben. Peter Gerner war immer von weitem zu erkennen: elegant gekleidet, im hellen Leinenanzug mit buntem Einstecktuch in der Brusttasche, gediegene englische Lederschuhe an den Füßen, der mitterweile grauweiße Schnauzbart ordentlich getrimmt.

Von Andrea Nüsse

Zu Jemen fällt selbst dem gut unterrichteten Zeitgenossen kaum mehr ein als: wöchentliche Entführungen und eventuell noch die Tatsache, dass auf 16 Millionen Einwohner etwa 50 Millionen Waffen im Privatbesitz kommen, vom traditionellen Krummdolch bis zum schweren Maschinengewehr. Dass in Jemen seit nahezu einem Jahrzehnt ein - in Maßen - erfolgreiches demokratisches Experiment läuft, ist den Meisten unbekannt.

Entführung ist im Jemen zu einer Art Volkssport geworden, um die Regierung zu erpressenVON CHRISTOPH SCHMIDT LUNAU SANAA."Wir sind sehr erleichtert.

Von Christoph Schmidt Lunau
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