USA gegen den Iran : Die Akteure eines gefährlichen Konflikts

Die USA schicken einen Flugzeugträger, der Iran steigt teilweise aus dem Atomabkommen aus. Ein Überblick, wer über Krieg und Frieden in der Region entscheidet.

Die Flaggen der USA und des Iran
Die Flaggen der USA und des IranFoto: Reuters/Carlos Barria

Donald Trump (1): Im Wahlkampf versprach er, sich von militärischen Abenteuern fernzuhalten und kündigte an, Truppen zurückzuholen. Den Irak-Krieg nannte einen „dicken, fetten Fehler“. Doch er macht auch nichts lieber, als Entscheidungen seines Vorgängers Barack Obama zu revidieren. Und dazu gehört der Atomdeal mit dem Iran. Den hält Trump für "den schlechtesten Deal aller Zeiten" – und hat ihn vor einem Jahr gekündigt. Die Hardliner unter seinen Beratern waren begeistert.

John Bolton (2): Der Nationale Sicherheitsberater hat kein Problem mit radikalen Lösungen internationaler Probleme – er gilt als einer der Architekten des Irakkriegs. Auch mit Blick auf den Iran ist Krieg für ihn ein reales Szenario. Bolton glaubt nicht daran, dass sich Teheran seine Atommachtambitionen wegverhandeln lässt. Ein Beitrag von ihm in der "New York Times" war 2015 mit der Überschrift versehen: "To Stop Iran’s Bomb, Bomb Iran", Iran bombardieren, um den Iran von der Bombe abzuhalten.

Benjamin Netanjahu (3): Für Israels Premier ist der Kampf gegen den Iran eine Mission. Seit Jahrzehnten bemüht er sich die Welt davon zu überzeugen, dass die Islamische Republik Böses im Schilde führt. Doch deren Führung kaschiere ihre wahren Absichten, trickse und täusche. Netanjahu ist auch fest davon überzeugt, dass es die Mullahs mit ihren Vernichtungsdrohungen gegen den jüdischen Staat ernst meinen. Auch deshalb ist eine Atomwaffe in Irans Händen für ihn inakzeptabel.

Hassan Ruhani (4): Irans Präsident ist ein erklärter Befürworter des Atomabkommens. Von dem Deal verspricht sich der 70-Jährige das Ende der Isolation seines Landes und durch den Wegfall der Sanktionen einen Aufschwung für die desolate Wirtschaft. Beides ist bisher nicht eingetreten. Deshalb erhöhen die Hardliner den Druck gegen Ruhani. Für sie ist der Atomdeal eine nationale Schmach.

Ajatollah Ali Chamenei (5): Der oberste Revolutionsführer ist Irans starker Mann. Er entscheidet, was im Gottesstaat passiert. Offiziell lässt er Ruhani in Sachen Atomdeal gewähren. Aber es ist kein Geheimnis, dass Chamenei die USA für den "großen Satan" hält.

Federica Mogherini (6): Es waren mit Frankreich, Großbritannien und Deutschland drei europäische Staaten, die 2003 den Anstoß zu den Verhandlungen mit dem Iran gaben. 2015 wurde dann das Atomabkommen unterzeichnet, auch die USA, China und Russland waren dabe. Anders als die USA würde Europa die Auswirkungen eines neuen Kriegs in der Region unmittelbar zu spüren bekommen. Deshalb ist die EU mit ihrer Außenbeauftragten Federica Mogherini nun in alle Aktivitäten mit dem Iran eingebunden – und versucht gemeinsam mit den Regierungen in Paris, London und Berlin den Vertrag zu retten.

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