
© dpa/Alexander Kazakov
Nach ukrainischem Angriff: Behörde meldet Stromausfall bei mehr als 500.000 Russen
Russland setzt zum zweiten Mal Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine ein + Moskau und Paris tauschen Gefangene aus + Der Newsblog.
Stand:
Hinweis: Angaben der Regierungen, Armeen und Bilder und Videos aus der Region lassen sich manchmal nicht endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zu vermitteln.
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Behörde: Mehr als 500.000 Russen ohne Strom nach ukrainischem Angriff
Bei einem russischen Drohnenangriff auf Kiew sind vier Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden. Dies berichtet der Bürgermeister Kiews, Vitali Klitschko, auf Telegram. Der Angriff habe zudem erhebliche Schäden an Wohnhäusern und der Infrastruktur verursacht und in einigen Bezirken zu Unterbrechungen der Wasserversorgung geführt. Klitschko zufolge war eines der Todesopfer ein Rettungssanitäter. Er sei bei einem Einsatz an einem von Drohnen getroffenen Wohnhaus getötet worden. Vier weitere Mitglieder seines Teams seien bei dem Vorfall verletzt worden. Seit fünf Stunden heulen in Kiew die Alarmsirenen. (Reuters)
Selenskyj: Russische Drohne beschädigt Botschaft von Katar in Kiew
Eine russische Drohne hat bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Botschaftsgebäude von Katar in Kiew beschädigt. Katar helfe bei der Vermittlung von Gesprächen mit Russland über den Austausch von Kriegsgefangenen, teilt Selenskyj über Telegram weiter mit. (Reuters)Wolfgang Ischinger hält direkte Gespräche zwischen Europa und Russland derzeit für sinnlos
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält direkte Gespräche der Europäer mit der russischen Regierung derzeit für sinnlos. Hochrangige russische Politiker machten immer wieder deutlich, dass die Europäer für sie „nur Vasallen der Vereinigten Staaten“ seien und hätten wohl nur Interesse, mit den USA zu sprechen, sagte Ischinger in einem am Freitag veröffentlichten TV-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er zeigte sich deshalb auch skeptisch gegenüber dem Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, direkt mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu sprechen.
Dies sei auch der Hauptgrund, warum er Vertreter der russischen Regierung nicht zu der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar eingeladen habe, sagte Ischinger. Sie würden ohnehin nicht kommen und „von 90 Prozent der anderen Teilnehmer der Sicherheitskonferenz niedergebrüllt werden“. „Es tut mir leid, aber es macht derzeit wenig Sinn, einen Vertreter der russischen Regierung dabei zu haben“, fügte Ischinger hinzu.
Er habe sich aber sehr bemüht, für die Konferenz russische Vertreter zu finden, die einen „ernstzunehmenden intellektuellen, politischen oder militärischen Hintergrund“ hätten, ohne dabei klassische Oppositionelle zu sein. Er hoffe sehr darauf, dass wieder sinnvolle Gespräche Deutschlands oder der Europäer mit der russischen Seite möglich seien, so dass man die russische Regierung wieder zur Münchner Sicherheitskonferenz einladen könne, sagte Ischinger. „Aber leider sind wir im Moment noch nicht so weit.“ (Reuters)
Bestätigung aus Moskau: Russland setzt zum zweiten Mal Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine ein
Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.Nach Angaben des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, greifen russische Drohnen Ziele in der ukrainischen Hauptstadt an. Es gebe Explosionen, schreibt Klitschko auf Telegram. In drei Bezirken seien Brände ausgebrochen. Die Drohnen hätten Gebäude in zwei Stadtteilen auf beiden Seiten des Flusses Dnipro getroffen.
Raketeneinschläge bei Lwiw verzeichnet
Inmitten des landesweiten Raketenalarms in der Ukraine sind nahe der Stadt Lwiw im Westen mehrere Einschläge verzeichnet worden. Im Gebiet Lwiw sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen worden, schrieb Gouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Nähere Informationen sollten folgen. Die ukrainische Luftwaffe, die vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt hatte, hob nach dem Einschlag den Alarm wieder auf.
Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies würde dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik entsprechen. Auf Telegramkanälen war von Startvorbereitungen auf dem russischen Testgelände Kapustin Jar bei Astrachen berichtet worden. Offizielle Bestätigungen für den Einsatz einer Oreschnik gab es nicht. (dpa)
Raketenalarm für gesamte Ukraine ausgelöst
In der gesamten Ukraine ist wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs Luftalarm ausgelöst worden. „Drohende Gefahr durch den Einsatz ballistischer Waffen“, schrieb die ukrainische Luftwaffe auf ihrem Telegram-Kanal. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft, es gebe Anzeichen für einen massiven russischen Luftangriff in der Nacht zum Freitag. „Es ist sehr wichtig, heute und morgen auf Luftalarme zu achten und sich ständig in Schutzräume zu begeben“, sagte er.
Zunächst griff die russische Armee am späten Abend mit Dutzenden Kampfdrohnen an. Über der Hauptstadt Kiew sei die Flugabwehr im Einsatz, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Üblicherweise setzt Russland später Raketen und Marschflugkörper ein. (dpa)
Selenskyj warnt vor russischen Angriffen in Frostperiode
Frost nimmt Ukraine in den Griff
Russland greift Krywyj Rih mit Raketen an
Moskau und Paris tauschen Gefangene aus
USA wollten Auslieferung Kassatkins
Merz: Bundestag muss Ukraine-Einsatz „gegebenenfalls“ zustimmen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will über einen möglichen Bundeswehreinsatz zum Schutz der Ukraine erst nach einem Waffenstillstand und im Einvernehmen mit dem Koalitionspartner SPD abschließend entscheiden. „Wie weit wir da insgesamt gehen können, das hängt nicht allein an mir“, sagte er nach seinem Besuch bei der CSU-Klausurtagung im bayerischen Kloster Seeon.
Dafür brauche es eine Beschlussfassung der Bundesregierung und „gegebenenfalls“ auch die Zustimmung des Bundestags. „Ich möchte, dass wir in der Koalition uns darüber verständigen, welchen Weg wir bereit sind gegebenenfalls zu gehen“, betonte Merz. (dpa)
Russische Angriffe fordern erneut zivile Opfer im Gebiet Cherson
Im Süden der Ukraine sind vier Zivilisten nach Behördenangaben durch russische Angriffe getötet worden. Bei einem Drohnenangriff bei der Gemeinde Beryslaw im Gebiet Cherson kam demnach ein Mann ums Leben, schrieb Gebietsgouverneur Olexander Prokudin bei Telegram. Ein weiterer sei verletzt worden.
Drei Menschen wurden demnach bei einem Angriff auf einen zentralen Teil der Stadt Cherson getötet, einer von ihnen sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Demnach wurden dort noch zwei weitere Personen verletzt. (dpa)
Russland rekrutiert offenbar südafrikanische Gamer für den Krieg gegen die Ukraine
Laut „Bloomberg“ rekrutiert Russland offenbar gezielt junge Gamer aus Südafrika für den Krieg in der Ukraine. Interne Dokumente zufolge schlossen sich 2024 zwei etwa 20‑jährige Spieler den russischen Streitkräften an. Sie erhielten Anweisungen über Discord und suchten anschließend das russische Konsulat in Kapstadt auf. Am 29. Juli 2024 reisten sie über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Russland, wo sie einen einjährigen Militärvertrag unterschrieben.
Wenige Wochen später wurde laut „Bloomberg“ bekannt, dass einer der beiden vermutlich bei Kämpfen in der Ukraine getötet wurde. Die Rekrutierung sorgt in Südafrika für politischen Streit, da dort seit 1998 die Beteiligung an bewaffneten Konflikten für ausländische Mächte verboten ist. Die russische Botschaft und das Konsulat in Kapstadt antworteten „Bloomberg“ nicht auf Anfragen. (Valeriia Semeniuk)
Russland meldet Einnahme von „taktisch wichtiger“ Ortschaft in Dnipropetrowsk
Russland hat die Einnahme einer weiteren Ortschaft in der Region Dnipropetrowsk gemeldet. Das 80 Kilometer von der Stadt Saporischschja entfernte Dorf Brazke sei erobert worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Die Ortschaft habe eine „große taktische Bedeutung“, hieß es weiter.
Moskau hat die Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson für annektiert erklärt – die Region Dnipropetrowsk jedoch nicht. Dort rückten die russischen Truppen im Sommer gegen eine zahlenmäßig unterlegene, schlechter ausgerüstete ukrainische Armee vor. (AFP)
Im besetzten Mariupol werden offenbar provisorische Kriegsgräber zerstört
Nach Angaben des ukrainischen Abgeordneten Serhij Mahera lässt die russische Besatzungsverwaltung in Mariupol zerstörte Wohngebiete räumen, um neue Häuser zu bauen, schreibt der Politiker auf Facebook.
Dabei werden auch die provisorischen Gräber geöffnet, in denen 2022 während der Belagerung Zivilisten hastig beerdigt wurden, weil reguläre Bestattungen unter Beschuss nicht möglich waren.
Mahera zufolge werden die Überreste ohne Identifizierung an den Stadtrand gebracht und dort in Massengräbern verscharrt. Wie viele Menschen betroffen sind, ist unklar, dürfte aber im Tausenderbereich liegen. Auf den geräumten Flächen errichtet die Besatzung neue Wohnanlagen für russische Zuzügler, während Ersatzwohnungen für die bisherigen Einwohner kaum entstehen.
Mahera bewertet dies als Versuch, Spuren möglicher Kriegsverbrechen zu beseitigen und die demografische und historische Identität der Stadt zu verändern. (Yulia Valova)
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