Brandenburg: Auch noch Fan-Krawalle zum 1. Mai? Griechische Basketball- Klubs treffen aufeinander
Berlin - Die Berliner Polizei dürfte sich in den letzten beiden Wochen etwas mehr für Basketball interessiert haben als sonst. Im Viertelfinale der Basketball-Europaliga haben die europäischen Vereine jene Vertreter ermittelt, die am 1.
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Berlin - Die Berliner Polizei dürfte sich in den letzten beiden Wochen etwas mehr für Basketball interessiert haben als sonst. Im Viertelfinale der Basketball-Europaliga haben die europäischen Vereine jene Vertreter ermittelt, die am 1. und 3. Mai in der Berliner Arena am Ostbahnhof den besten Verein Europas ausspielen werden. Das Ergebnis im Viertelfinale dürfte die Berliner Polizei nicht sonderlich beruhigt haben. Denn neben ZSKA Moskau werden nun die Fans von Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen Anfang Mai in Berlin erwartet: jene Klubs also, die auch von Hooligans begleitet werden. Der vierte Teilnehmer wird am Donnerstag zwischen FC Barcelona und Tau Vitoria ermittelt.
Die griechischen Vereine aber sind einander in Feindschaft zugetan. Die Anhänger beider Klubs dürfen aus Sicherheitsgründen schon seit Jahren nicht mehr in die Halle des Rivalen, nachdem es bei Ausschreitungen zwischen beiden Fangruppen wiederholt Schwerverletzte und Brände gegeben hatte. 2007 kam ein Fan ums Leben – ausgerechnet bei einem Spiel zwischen den Frauen-Volleyballmannschaften beider Klubs. Panathinaikos ist im Viertelfinale von der Europaliga mit einer Strafe von 14 500 Euro belegt worden, weil Fans bengalische Feuer in der Halle entzündet und Gegenstände aufs Spielfeld geworfen hatten. Olympiakos Piräus kam mit einer Verwarnung und 5000 Euro Strafe davon. In der Vergangenheit sind bei Final-Four-Turnieren immer wieder bengalische Feuer und Leuchtraketen gezündet worden – und zwar in der Halle.
Besonders problematisch ist, dass die Halbfinalspiele in Berlin am 1. Mai stattfinden, genau dann, wenn linke Demonstranten in Kreuzberg und Friedrichshain unterwegs sein werden. Spielbeginn ist um 18 und 21 Uhr. Wenn die Halbfinalspiele in der Arena am Ostbahnhof gespielt werden, in die beim Basketball 14 800 Menschen passen, könnten sich tausende Fans mit den Resten der traditionellen Mai-Demonstration mischen.
Silvester Stahl, Sportsoziologe an der Universität Potsdam und Basketballexperte, sagte den PNN: „Die Rivalität der Fans hatte anfangs Klassenkampfcharakter. Panathinaikos galt lange als Verein der Oberschicht, zu Olympiakos hingegen gingen vor allem Hafenarbeiter aus der Küstenstadt Piräus.“ Stahl hat schon 2007 das Final-Four-Turnier in Athen besucht, bei dem es stundenlange Ausschreitungen gab. „Am Bau von Barrikaden und Straßenschlachten mit der Polizei haben sich Hunderte von Panathinaikos-Fans beteiligt“, sag er. Nachdem im November 2008 ein linker Schüler von der Polizei erschossen worden war, beteiligten sich auch griechische Fans in Athen an den tagelangen Krawallen der autonomen Szene des Landes.
Die Betreiber der O2-World wollen zusätzliches Sicherheitspersonal einsetzen. Die Berliner Polizei will mit rivalisierenden Basketball-Fangruppen wie bei Fußballspielen verfahren: Zahlreiche Beamte stehen mit Hunden an Bahnhöfen und Straßen, zivile Greiftrupps beobachten bekannte Randalierer. Wenn der letzte Turnierteilnehmer feststehe, könne man auch mit den Behörden der Heimatländer über den Einsatz ausländischer Beamter sprechen, sagte ein Polizeisprecher. Wie viele Beamte rund um den 1. Mai eingesetzt werden, stehe noch nicht fest.
Noch ist auch fraglich, ob die Hooligans sich die Eintrittskarten für das Turnier in Berlin überhaupt leisten können. Seit Anfang Januar sind die billigeren Tickets ab 120 Euro vergeben, seitdem waren nur noch Karten ab 400 Euro zu bekommen. Das teuerste Ticket kostet 1200 Euro. Am gestrigen Montag waren im Internet keine Karten mehr zu kaufen.Hannes Heine, Benedikt Vogt
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