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Das ehemalige Generalshotel am früheren Flughafen Schönefeld.

© dpa/Patrick Pleul

„Es ist wunderbar in Ordnung“: Landeskonservator setzt sich für Erhalt des Generalshotels am BER ein

Der Bund sollte den Abriss des historischen Gebäudes überdenken, so Thomas Drachenberg. Es könnte als Unterkunft genutzt werden.

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Der geplante Abriss des historischen Generalshotels auf dem Gelände des Flughafens BER in Schönefeld sollte nach Ansicht von Landeskonservator Thomas Drachenberg vom Bund noch einmal überdacht werden. „Es ist wunderbar in Ordnung (...), es ist nicht abrissreif vom Zustand her“, sagte der stellvertretende Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege am Montagabend in der Sendung RBB aktuell über das einstige Hotel.

Es gehe allein um den Bund, der sage, er könne nicht umplanen, so Drachenberg. Man sollte sich den „kleinen Luxus“ leisten, noch einmal innezuhalten und zu überlegen, ob es noch eine Chance für das Gebäude gebe, das „angeblich“ keine Chance mehr habe. „Man kann das Gebäude stehen lassen, man kann es niederschwellig nutzen (...), beispielsweise als Unterkunft.“

21.06.2023, Brandenburg, Schönefeld: Teilweise mit Marmor sind die Wände im ehemalige Generalshotel am früheren Flughafen Schönefeld, dem heutigen Flughafen Berlin Brandenburg (BER), verkleidet. Vor dem geplanten Abriss des Generalshotels auf dem Flughafengelände des BER fordern Linke und Grüne im brandenburgischen Landtag ein Moratorium. «Verschiedene historische und Denkmal-Gutachten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es ein sehr erhaltenswertes Denkmal ist - nicht nur wegen der historischen Bedeutung, sondern auch wegen der Ausstattung», sagte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Sarah Damus, am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Landtag. Am Mittwochabend fand ein Treffen von Vertretern der Initiative «Generalshotel retten», der Presse, Behörden und der Bundespolizei am Generalshotel statt. Die alte Villa auf dem Gelände des BER wurde zwischen 1947 und 1950 erbaut und diente einst als Empfangsgebäude für Repräsentanten der Sowjetunion und Staatsgäste der DDR. Der Abriss war ursprünglich geplant worden, weil an gleicher Stelle ein neues Regierungsterminal entstehen sollte - diese Pläne wurden aber mittlerweile verworfen. Trotzdem ist immer noch ein Abriss des Gebäudes geplant. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Blick in das Innere des Generalshotels.

© dpa/Patrick Pleul

Beschluss fiel 2011

In der zwischen 1947 und 1950 gebauten Villa wurden früher Repräsentanten der Sowjetunion und Staatsgäste der DDR empfangen. Im Jahr 2011 war entschieden worden, das Gebäude abzureißen, weil in dem Bereich ein neues Regierungsterminal entstehen sollte - diese Pläne wurden aber mittlerweile verworfen.

„Diese Abrissgenehmigung ist jetzt zwölf Jahre nicht genutzt worden“, betonte Drachenberg. Der Kunsthistoriker wies in diesem Zusammenhang auf die vielen Änderungen während der Baugeschichte des BER hin. Deshalb müsse beim nächsten Planfeststellungsverfahren geprüft werden, ob das Haus tatsächlich abgerissen werden müsse.

Zuvor hatte sich unter anderem auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) für den Erhalt des einstigen Generalshotels ausgesprochen. Eine Initiative von Architekten, Denkmalschützern und Politikern versucht, den Abriss zu stoppen.

Nach Angaben der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) soll der Abriss Anfang September beginnen. Vorher sollen erhaltenswerte Objekte und Bauteile gesichert und ausgelagert werden. Die Fläche wird nach Angaben der BIMA für den Betrieb der Regierungsflugstaffel benötigt. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege stuft das Generalshotel als architektonische Besonderheit ein. (dpa)

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