
© Andreas Klaer PNN/Andreas Klaer
Ausstellung „Systemerkrankung“ : Schicksale von Ärzten und Patienten im Nationalsozialismus
Der Nationalsozialismus hat sich gleichermaßen auf die Arbeit von Ärzten wie auch auf die Versorgung von Patienten ausgewirkt. Eine Ausstellung in der KVBB arbeitet diese „Erkrankung des Systems“ über Schicksale auf.
Stand:
Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente: Die Ausstellung „Systemerkrankung – Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ in der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) zeigt bis Ende Februar anhand von Schicksalen die Rolle der Ärzteschaft, der Patienten und der Kassenärztlichen Vereinigung während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland.

© Andreas Klaer PNN/Andreas Klaer
„Es ist ein Rundumschlag“, sagt Kurator Sjoma Liederwald. So werde etwa aufgezeigt, was es bedeutete, Arzt zu sein, wobei auch die Medizinverbrechen in Konzentrationslagern oder die Schicksale jüdischer Ärzte betrachtet werden, gegen die es teilweise sogar noch in der Nachkriegszeit Kampagnen gab. Die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Ärztevereinigungen werden beleuchtet, auf ihre Immobilien, das nichtmedizinische Personal oder auch die Fortbildungen.

© Sammlung Ulrich Prehn
Stefan Roßbach-Kurschat aus dem Vorstand der KVBB und selbst Facharzt für Allgemeinmedizin freut sich, „dass wir jetzt mit der Ausstellung Farbe bekennen“. Betroffen mache, dass es wie in jedem Berufsstand Leute gab, die sich nicht gewehrt haben, sondern mitgemacht haben, sagt er, und dass systematisch die Gesundheitsversorgung politisch geprägt wurde. Ihm ist wichtig, „dass Medizin klar ethisch neutral ist, unabhängig von einer Konfession und Herkunft.“
Die Wanderausstellung kann werktags von neun bis 17 Uhr im Foyer der KVBB in der Pappelallee 5 besichtigt werden. Auch Schulklassen sind willkommen. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin.
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