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Landeshauptstadt: Filme fürs Bewusstsein

Potsdams erste Stadtfilmemacherin soll die Wissenschaft in den Blick nehmen

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Dass sie die Stadt schon gut kennt, sieht die erste Potsdamer Stadtfilmemacherin Jana Marsik nicht unbedingt als Nachteil. „Man kann immer wieder etwas Neues entdecken“, sagte die 33-jährige Kamerafrau gestern im Stadthaus. Während ihres Studiums an der Potsdamer Filmhochschule HFF (1997 bis 2003) hatte sie drei Jahre in Potsdam gewohnt. Nun wird sie ab Mai 2008 für neun Monate nach Potsdam zurückkehren, um einen oder mehrere Filme über den hiesigen Wissenschaftsstandort zu drehen. Wie HFF-Chef Dieter Wiedemann als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Pro Wissen sagte, habe man sich bei der ersten Stadtfilmemacherin bewusst für jemanden entschieden, der die Stadt kenne und trotzdem auch einen Blick von außen mitbringe.

Das Stipendium der Stadtfilmemacherin, für das der Energieversorger Vattenfall 1500 Euro monatlich zur Verfügung stellt, ist ein Überbleibsel der gescheiterten Potsdamer Bewerbung zur Stadt der Wissenschaft 2008. Zusammen mit anderen Projekten, die für die Bewerbung angedacht waren, soll dieses Vorhaben nun auch ohne den Titel des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft verwirklicht werden. Es gehe darum, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Potsdam ein bedeutender Wissenschafts- und Hochschulstandort ist, erklärte die Sprecherin der Universität Potsdam, Janny Armbruster.

Die in Kiel geborene Jana Marsik, deren Familie aus Tschechien stammt, will in ihrer Zeit als Stadtfilmemacherin keinen eigenen Film drehen, sondern ein Team von zehn bis 15 Studenten der HFF anleiten. Dazu werde sie bereits im Januar einen Workshop initiieren, um ein Konzept zu erarbeiten. Das vorgegebene Filmthema Wissenschaft will sie etwas weiter gefasst betrachten. Marsik wird vom Mai bis Dezember nächsten Jahres dann in der Brandenburger Vorstadt unweit des Schlossparks wohnen. Die Wohnung des Unternehmensverbundes Pro Potsdam in der Nansenstraße wird ihr mietfrei zur Verfügung gestellt. Wie sie sagte, will sie die gesamte Stipendiatenzeit über dort wohnen, auch wenn ihre eigentliche Wohnung in Berlin nicht weit weg ist.

Neben der Stadtfilmemacherin sind auch weitere Vorhaben der Wissenschaftsstadt-Bewerbung schon verwirklicht worden. So konnte die HFF im Oktober Deutschlands erste Kinderfilmuniversität im Thalia-Kino starten. Nicht ohne Erfolg, mittlerweile gibt es 80 Teilnehmer – so viele, dass die Gruppe im kommenden Semester geteilt werden muss. Auch ein anderes Großereignis wird im kommenden Jahr den akademischen Nachwuchs ins Auge fassen. Im März findet in Golm der erste brandenburgweite „Schülercampus“ statt. Bis zu 3500 Schüler der Sekundarstufe I aus Berlin und Brandenburg werden erwartet, wenn sich zwischen Universität und Max-Planck-Campus sämtliche Hochschulen und Forschungseinrichtungen Brandenburgs mit 50 bis 60 parallelen Vorlesungen vorstellen werden. Ziel ist es, den Schülern ein Hochschulstudium ans Herz zu legen.

Außerdem wollen sich die Potsdamer Wissenschaftler im Oktober 2008 dem Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs mit einem einwöchigen öffentlichen Programm widmen, im Jahr 2009 soll es dann wieder einen Wissenschaftssommer geben, diesmal auf der Brandenburger Straße. Schon im Januar 2008 sollen die Aktivitäten für die Neufassung des Potsdamer Toleranzediktes starten, das Basispapier dazu hat bereits Prof. Heinz Kleger von der Uni Potsdam verfasst (PNN berichteten). Und schließlich wird noch dieses Jahr am 14. Dezember der Preis für Nachwuchswissenschaftler der Stadt Potsdam verliehen. Auch dies eine erfolgreiche Idee, haben sich doch immerhin 21 Potsdamer Forscher um die Auszeichnung beworben.

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