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Von Jana Haase: Hochmotiviert nach Moskau
Der Potsdamer Kanute Stefan Kiraj steht vor seiner ersten Weltmeisterschaft der Leistungsklasse
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Dass er nicht mit zur Europameisterschaft der „Großen“ in Trasona fahren konnte, ärgert ihn schon ein bisschen: „Ich wollte auch mal nach Spanien“, sagt Stefan Kiraj vom Kanu- Club Potsdam. Aus sportlicher Sicht muss ihn die verpasste Reise aber nicht stören. Denn nach den U 23-Europameisterschaften in Moskau Ende Juli soll der 21-Jährige im August seine erste Kanu-Weltmeisterschaft in der Leistungsklasse absolvieren. Im polnischen Posen (Poznan) wird der Potsdamer an der Canadier-Staffel über 4 mal 200 Meter teilnehmen. Außerdem kann er sich mit etwas Wettkampfglück sogar noch den Antritt im Einer oder im Zweier sichern. „Die Entscheidung darüber fällt nach Moskau“, sagt der Sportsoldat.
Deshalb fährt Kiraj hochmotiviert in die russische Hauptstadt. „Es ist ziemlich wichtig, dass in Moskau alles perfekt läuft“, sagt er. Sein Ziel: mindestens eine Medaille. „Ich will der A-Mannschaft zeigen, dass ich ein guter Mann für die Staffel bin“, erklärt Kiraj. Ob auch im Zweier eine Medaille drin ist, darüber ist er sich nicht so sicher, denn noch steht sein Partner nicht fest: Kiraj rechnet mit dem Magdeburger Chris Wend oder dem Berliner Björn Wäschke. „Man kann mit beiden vernünftig fahren“, sagt er.
Bevor es zum EM-Training nach Brandenburg und später Kienbaum geht, tritt Kiraj am Samstag ab 14 Uhr noch beim 6. Potsdamer Kanalsprint an. Den Wettkampfklassiker in Potsdams Innenstadt sieht er als gute Einstimmung auf die EM-Vorbereitung. „Eigentlich will ich gewinnen, mindestens das Finale sollte drin sein“, gibt Kiraj sich ehrgeizig. Schwül-heißes Wetter wie in den vergangenen Tagen ist für den Sportler dabei kein Nachteil: „Wärmer geht immer“, sagt der Canadier, dem es eher vor den winterlichen Trainingsrunden um die Freundschaftsinsel graut.
Aufregung vor der WM in Posen? „Das wird bestimmt ähnlich wie bei anderen internationalen Wettkämpfen“, sagt der Potsdamer. Auf jeden Fall freue er sich darüber, mehr internationale Erfahrungen sammeln zu können. Urlaub bekommt der 21-Jährige erst im September, nach den Deutschen Meisterschaften in Köln. Dann will er mit einem Freund gemeinsame Bekannte in Paris besuchen, erzählt er.
Auch über seine berufliche Zukunft sieht Kiraj mittlerweile klarer: Erste Wahl für den Sportsoldaten wäre eine Ausbildung bei der Bundespolizei. Ob er dafür angenommen wird, entscheide sich jedoch erst im kommenden Frühjahr. Als Alternative schwebt ihm ein Studium der Gebäude- und Energietechnik an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin vor – die Fachhochschule ist Partnerschule des Olympiastützpunktes Brandenburg; hier hat unter anderem auch Schwimm- Olympiasiegerin Britta Steffen studiert. „Ich muss ja zukunftsorientiert denken und will nach dem Sport eine Chance auf einen vernünftigen Job haben“, sagt Kiraj. Im Herbst will der gebürtige Spremberger bereits in einige Vorlesungen hineinschnuppern. Physik sei an der Schule immer sein bestes Fach gewesen, sagt er.
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