zum Hauptinhalt
Potsdam, Radfahrer, Fahrradfahrer, Verkehr, ÖPNV, Wetter, Schnee,

© Ottmar Winter PNN/Ottmar Winter PNN

Update

„Das wird schon eine extreme Lage“: Sturmtief „Elli“ sorgt für viel Schnee – Verkehrsbehinderungen erwartet

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Beeinträchtigungen durch Schneeverwehungen, Dauerfrost und bitterkalten Nächten. Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben, raten Behörden.

Stand:

Der Winter hält Potsdam mit Dauerfrost weiterhin im Griff. Hinzu kommen stürmischer Wind, massiver Schneefall und Glättegefahr. Damit drohen Verkehrsbehinderungen durch Schneeverwehungen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam.

Aufgrund des angekündigten Extremwetters hat das brandenburgische Bildungsministerium mitgeteilt, dass es Eltern überlassen bleibt, ob sie ihre Kinder angesichts von extremen Tiefsttemperaturen, Eis und möglichen Schneeverwehungen in die Schule schicken. Nach Angaben der Behörden bleiben die Schulen am Freitag alle geöffnet. Jedoch gelte witterungsbedingtes Fernbleiben als entschuldigt, so das Ministerium. Die Regelung existiert bereits seit dem Jahr 2010. 

Wegen der Wetterlage behält sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) die Schließung ihrer Parks vor. „Parkschließungen sind nicht auszuschließen“, sagte ein Sprecher der Stiftung auf Anfrage. Man wolle die Vorhersagen und das Wettergeschehen genau beobachten und dann entscheiden. „Wir müssen gucken, was wirklich kommt.“

ARCHIV - 03.01.2026, Brandenburg, Potsdam: Menschen gehen vor der verschneiten Kulisse des Schloss Sanssouci in Potsdam spazieren. (zu dpa: «SPSG stellt mögliche Schließung von Parks in Aussicht») Foto: Georg Moritz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Spaziergänger am Schloss Sanssouci. Wegen der Witterung könnten die Schlösserparks geschlossen werden.

© dpa/Georg Moritz

In den teils baumreichen Parks der SPSG brechen bei kräftigen Böen immer wieder Äste ab. Sie können eine Gefahr für Spaziergänger und Jogger darstellen. Erst im vergangenen Sommer war eine Frau im Neuen Garten in Potsdam von einer herabstürzenden Baumkrone lebensbedrohlich verletzt worden.

Behörden: Lieber zu Hause bleiben

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (parteilos) rät, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben oder deutlich mehr Zeit einzuplanen. Der Winterdienst des Landes sei mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. „Unsere Teams sind im ganzen Land im Einsatz, wenn alle ein bisschen mehr Rücksicht nehmen und den Fahrstil anpassen, kommen wir gemeinsam besser durch diesen Wintertag.“

Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben und das Auto stehenlassen, melden Behörden und Meteorologen.

Bergmann-Klinikum trifft Vorkehrungen

Der leitende Oberarzt der Zentralen Notaufnahme im Potsdamer-Klinikum Ernst von Bergmann, Bernhard Fleischer, sagte auf Anfrage: „Die derzeitigen Witterungsbedingungen stellen eine besondere Herausforderung dar und bergen ein erhöhtes Risiko für Stürze und Unfälle.“ Die Notaufnahme sei personell und organisatorisch auf ein womöglich erhöhtes Patientenaufkommen vorbereitet. Bereits in den vergangenen Tagen führte Glatteis zu einer erhöhten Zahl von Verletzten. 

Zunächst bleibe die Region unter Hochdruckeinfluss, sagte DWD-Meteorologin Helga Scheef. Bei klarer Witterung kühlte die Luft über dem Schnee stark ab. Dadurch sei es auch am Donnerstagmorgen noch sehr kalt, im Laufe des Tages klettere das Thermometer auf maximal minus 3 Grad Celsius, sagte Schaaf. Zudem sei etwas Schneefall möglich, dabei komme es maximal zu einer „Überzuckerung“.

Winter in Potsdam. Glätte, Kälte, Verkehr, Tiere. Boote im Eis in der Neustedter Havelbucht.
Eis bei Dauerfrost. Die Neustädter Havelbucht zeigt sich aktuell zugefroren.

© Andreas Klaer/Andreas Klaer

In der Nacht zu Freitag fallen die Temperaturen dann nicht mehr so stark auf bis zu minus 6 Grad. Das Wetter ändert sich. „Wir erwarten ein Sturmtief mit Schneefällen über Deutschland“, sagt Scheef. Es sei mit Windstärke 7 zu rechnen. Die tatsächliche Temperatur von höchstens minus 4 Grad am Tag fühle sich bei dem starken Ostwind dann wie minus 15 Grad an, erklärt die Meteorologin.

„Das wird schon eine extreme Lage“, sagte ein DWD-Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Potsdam zum Winterwetter am Freitag.

Starke Schneeverwehungen erwartet

Der Schneefall komme aus Richtung Südwesten und erreiche am Freitagvormittag Potsdam. Der massive Niederschlag führe innerhalb kurzer Zeit zu einer Schneehöhe von fünf Zentimetern. „Es schneit dann den ganzen Tag und auch noch bis zum Samstag“, kündigt Scheef an. Insgesamt sei mit mindestens 15 Zentimetern Neuschnee zu rechnen.

Durch den starken Wind werde es zu starken Schneeverwehungen kommen. Der Deutsche Wetterdienst warne deshalb vor Verkehrsbeeinträchtigungen, sagt Scheef. Straßenmeistereien, die Bahn sowie Verkehrsbetriebe müssten sich darauf vorbereiten.

Winter in Potsdam. Glätte, Kälte, Verkehr, Tiere.
Glätte und Schneeverwehungen können zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen.

© Andreas Klaer/Andreas Klaer

Am Samstagvormittag schwäche der Schneefall ab, die Wolken würden nach Süden ziehen. Der Wind drehe dann auf Nord. „Damit wird es erneut kälter“, sagt Scheef. In der Nacht zu Sonntag sei mit Tiefsttemperaturen im zweistelligen Minusbereich zu rechnen.

Am Sonntag könnte sich ein Zwischenhoch durchsetzen. „Für kurze Zeit ist dann Sonne möglich“, sagt die DWD-Meteorologin. Die weitere Wetterentwicklung sei noch unsicher, der kurze Hochdruckeinfluss schwäche sich voraussichtlich aber wieder ab. Ob es dann weiteren Schneefall gibt, sei bisher nicht klar vorhersehbar. Die Kälte behält Potsdam jedoch auch in der kommenden Woche im Griff. „Wir bleiben dann auf jeden Fall im Dauerfrost“, sagt Helga Scheef. (mit dpa)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
false
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })