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Tamir Blatt (links) und Yovel Zoosman spielen schon seit Jahren in der israelischen Nationalmannschaft zusammen.
© imago images/camera4+

Alba Berlins Neuzugänge aus Israel: Gute Freunde kann niemand trennen

Tamir Blatt und Yovel Zoosman kennen sich schon seit der Schulzeit. Nun spielen die zwei Israelis bei Alba Berlin erstmals auch im Verein zusammen.

Tamir Blatt und Yovel Zoosman wurden Ende der 90er Jahre geboren, doch eigentlich beginnt die gemeinsame Geschichte der zwei israelischen Neuzugänge von Alba Berlin schon lange vorher. 1981 treffen sich ihre Väter bei der Makkabiade, der größten jüdischen Sportveranstaltung. Der Kontakt zwischen den beiden Familien bleibt bestehen, doch obwohl Tamir Blatt und Yovel Zoosman nur ein Jahr trennt, lernen sich die Jungs erst im Teenageralter richtig kennen. Beide besuchen die Wingate Academy, eine Art Nachwuchsleistungszentrum in Netanya, nördlich von Tel Aviv.

„In Israel muss man die älteren Jungs an der Oberschule respektieren“, erinnert sich der ein Jahr jüngere Zoosman und ergänzt lachend. „Aber sie sprechen nicht mit dir.“ Das ändert sich in den Juniorennationalmannschaften. In der U 18 und in der U 20 spielen sie Seite an Seite und teilen sich sogar ein Zimmer. Bei der EM holen sie 2017 in Griechenland gemeinsam Silber – Blatt stellt einen neuen Rekord für meiste Vorlagen auf, Zoosman erzielt die fünftmeisten Punkte des Turniers. Auch in der A-Nationalmannschaft haben beide mittlerweile schon zusammengespielt. Nun stehen sie sogar beim selben Verein unter Vertrag.

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Dass Blatt, mittlerweile 24 Jahre alt, und Zoosman, 23, zusammen in ihr erstes Auslandsabenteuer starten, ist für beide ein Segen. „Einen guten Freund dabeizuhaben, ist ein großes Plus“, sagt Blatt. Neue Stadt, neues Team, neue Herausforderung, da gebe es viel zu besprechen. Seit drei Wochen sind die beiden Basketballer jetzt in Berlin. Erst gab es nur individuelles Training, dann startete das Team in die gemeinsame Vorbereitung und am Sonntag (17 Uhr, Livestream bei rbb24.de) steht in Oranienburg gegen den dänischen Meister Bakken Bears auch das erste Testspiel auf dem Programm.

Die sportliche und menschliche Integration ist nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht abgeschlossen, doch die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Das Team habe sie mit offenen Armen empfangen, sagt Point Guard Blatt. Und Zoosman fühlt sich in Berlin bereits richtig wohl. „Ich habe viele Jahre in Tel Aviv gelebt und Berlin erinnert mich etwas daran – der Vibe, die Atmosphäre, die Restaurants.“ Nach dem Training lernt Zoosman sogar schon etwas Deutsch. Etwa 300 Wörter kenne er bereits, bescheinigt ihm seine App – mehr als einige seiner Vorgänger nach deutlich längerer Zeit beherrscht haben.

Der neue Chef. Israel Gonzalez wurde zum Headcoach befördert und beerbt Aito Garcia Reneses.
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© imago images/camera4+

Im Fokus der beiden Israelis steht aber natürlich der Basketball. Ihre Transfers zu Alba dienten nicht in erster Linie einer Art Familienzusammenführung in Berlin, sondern folgten rein sportlichen Erwägungen. Blatt, dessen Vater David als Trainer jahrelang in der Euroleague und kurzzeitig auch in der NBA gearbeitet hat, unterschrieb bereits 2020, spielte aber in der vergangenen Saison noch für Hapoel Jerusalem.

Zoosman stand seit 2016 beim israelischen Spitzenteam Maccabi Tel Aviv unter Vertrag und sammelte dort auch schon einige Erfahrung in der Euroleague. Der Small Forward ist als Nachfolger von Simone Fontecchio eingeplant, der Alba im Sommer Richtung Baskonia verlassen hat und damit seinem Vorgänger Rokas Giedraitis gefolgt ist.

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In den Sozialen Medien machte bereits direkt nach Zoosmans Verpflichtung der Witz die Runde, dass damit bereits der erste Neuzugang von Baskonia für den Sommer 2022 feststehe. Zoosman schüttelt lächelnd den Kopf, aber natürlich hat er registriert, wie viele Spieler von Alba den Sprung zu noch größeren oder finanzkräftigeren Vereinen geschafft haben. „Alba hat über die Jahre so viele Spieler weiterentwickelt, davon möchte ich ein Teil sein“, sagt Zoosman. „In dem Moment, in dem das offizielle Angebot kam, habe ich nicht gezögert.“

Die Fußstapfen sind groß, aber zusammen mit seinem guten Freund Blatt will auch Zoosman in Berlin Spuren hinterlassen. Die enge Verbindung der zwei Israelis soll dabei nicht nur menschlich, sondern auch sportlich helfen. „Wir verstehen uns mit den Augen“, sagt Zoosman und das habe ihnen im Nationalteam oft geholfen. Nun soll auch Alba von der ganz besonderen Verbindung von Tamir Blatt und Yovel Zoosman profitieren.

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