Spielabsagen wegen Coronavirus : Gesundheit ist wichtiger als Titel

In der Schweiz ruht der Sport schon. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es in der Fußball-Bundesliga auch so weit ist. Aber das wäre vertretbar. Ein Kommentar.

Die Leere vor der kompletten Leere. Leere Ränge in Biel beim Spiel Biel gegen Zürich. Inzwischen aber ruht der Spielbetrieb in der Schweiz.
Die Leere vor der kompletten Leere. Leere Ränge in Biel beim Spiel Biel gegen Zürich. Inzwischen aber ruht der Spielbetrieb in der...Foto: Imago images/Pius Koller

Die Absagen häufen sich. Zunächst waren nur einzelne Sportveranstaltungen betroffen, inzwischen aber ruhen wegen der Bedrohung durch das Coronavirus ganze Ligen. In der Schweiz etwa wird kein Fußball und auch kein Eishockey mehr gespielt. Zwar zunächst nur bis zum 21. März, aber wer glaubt schon, dass es danach weitergeht – in der Schweiz. Das ist nicht weit weg. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Ball auch in der Fußball-Bundesliga ruht.

Wie wird der deutsche Profifußball mit der steigenden Bedrohung durch das Coronavirus umgehen? Sicher, Spiele ohne Zuschauer wären eine Lösung, wie sie ja schon zum Beispiel in Italien praktiziert wurde. Vielleicht kämen leere Ränge dem Deutschen Fußball-Bunde (DFB) angesichts der aktuellen Auseinandersetzung mit den Ultras und deren Verunglimpfungen von Hoffenheims Mäzen Hopp sogar ganz gelegen.

Aber alle Ironie mal hintenangestellt: Spiele in leeren Stadien sind keine Lösung, zumal sich ja die Spieler beim körperlichen Spiel auf dem Rasen sehr nahe kommen, sie wären weiterhin gefährdet. Und vor allem: Der Sport und eben auch der Sportler lebt von der Emotionalität von den Rängen, in der Schweiz haben die Profis schon gesagt, dass ein Heimvorteil ohne Fans kein Heimvorteil sei. Insofern wollen sie nicht ohne Zuschauer spielen – selbst wenn dann eine Saison ohne Meister droht.

 So weit sind wir im deutschen Sport noch nicht. Doch angesichts der Tatsache, dass sich nun schon fast jeder Hobbysportler Sorgen um die Gesundheit macht wegen des unvermeidbaren Kontakts mit anderen bei seiner Aktivität, darf die Diskussion geführt werden.

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Und wenn es dann gegen die Verbreitung des Virus und somit der Gesundheit im Lande hilft, dann wären ein ruhender Spielbetrieb auch ein probates Mittel. Selbst in der Bundesliga und sogar der Champions League. Auch wenn so etwas ganz viel Geld kosten würde. Aber: Vorsicht ist wichtiger in dieser Krise als alle Meistertitel.

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