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Thema

Fußball

Von Christoph Daum Wir erleben eine Weltmeisterschaft der Überraschungen. Dazu gehört auch, dass im Halbfinale Mannschaften aus drei verschiedenen Kontinenten spielen - Ausdruck der Globalisierung des Fußballs.

Von Christoph Link, Nairobi Drei Wochen lang, bis zum gestrigen Ausscheiden, hat der Fußball das Leben beherrscht, haben die Siegesfeiern während der Weltmeisterschaft das Land lahmgelegt. Davor war es ein Wahlmarathon: Vor zwei Jahren die Präsidentschaftswahl, dann eine Volksbefragung zur Verfassung, Parlamentswahlen und im Mai die Stadtrats- und Bürgermeisterwahlen – im Senegal herrschte Dauerwahlkampf.

Eigentlich war ein Arbeitsessen angesetzt beim EU-Gipfel im spanischen Sevilla. Doch Bundeskanzler Gerhard Schröder saß ab 13 Uhr 30 lieber in seinem Zimmer und schaute Fußball.

Wenn es um Fußball geht, hat die Treue der Bundesregierung zu den Vereinigten Staaten klare Grenzen: „Wir legen Wert auf Solidarität mit den USA – aber es darf nicht zu weit gehen“, sagt Bundesinnenminister Otto Schily, als er sich mit US-Botschafter Dan Coats vor dem Fernsehschirm im Amerika-Haus niederlässt. Der witzelt zurück: „Für zwei Stunden setzen wir die diplomatischen Beziehungen aus.

Von David Ensikat Kinder, ich muss heute früher los, ich schreibe mal schon jetzt. Um Fußball soll es gehen, wurde mir gesagt, Viertelfinale und so.

Das viele politische „Umschalten“ in den vorigen Monaten – von Schwarz-Rot auf Rot-Grün, dem Versuch einer rot-gelb-grünen Ampelschaltung und dann das rot-rote Signal – hat die Grünen-Fraktion dazu bewogen, am Donnerstagabend zum Sommerfest ins Umspannwerk Ost in Friedrichshain einzuladen. Auch die Landeschefs Regina Michalik und Till Heyer-Stuffer waren gekommen.

„Man sollte diesen Aspekt nicht überstrapazieren, aber es ist doch so: Für viele Deutsche rangiert Fußball gleich nach der Führung eines totalen Krieges auf Platz zwei der beliebtesten Sportarten. Und was ist mit Frankreich?

Von Christoph Daum Für die Amerikaner war Fußball lange etwas bizarr, sie konnten mit diesem Sport nichts anfangen. Aber 1978 überraschte die damalige, kaum bekannte National American Soccer League mit einer mutigen Erklärung: Im Jahr 2010 wollen wir Fußball-Weltmeister werden!

Von Joachim Huber und Frank Bachner Bislang darf die ARD am Samstag nur das WM-Viertelfinale Spanien gegen Südkorea (8 Uhr 30 MESZ) übertragen. Es sei denn, der Rechteinhaber Kirch Media geht auf die neue Offerte ein: Dann kann sich die ARD die Partie Türkei gegen Senegal (13 Uhr 30 MESZ) dazukaufen.

Von Ulrich Fuchs César Luis Menotti ist entsetzt. „Armselig" findet er die Qualität des Fußballs, der bei der WM bis jetzt dargeboten wurde.

Fußball, wir ahnten es längst, ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Handfester, nicht so diplomatisch, aber eine gute Alternative zum gegenseitigen In-die-Luft-Sprengen.

Fast wäre er nicht Fritz Walter geworden. Kaum jemand kennt die Geschichte: Ungarische Militärs retteten den Kriegsgefangenen Walter, weil er gut Fußball spielte, vor der russischen Gefangenschaft.

DAS SPIEL IST AUS! Es gibt Wörter, die einfach nicht zusammenpassen, auch wenn sie gut klingen: Fußball und Frühstück zum Beispiel.

Chips, Erdnüsse und Salzstangen - das gehört für die meisten zu einem gelungenen Fußball-Fernsehabend dazu. Für die Hersteller von Knabberzeug ist ein großes Fußballtunier wie die Weltmeisterschaft in der Regel eine gute Sache.

Während am Breitscheidplatz die Türken feiern, fragt man sich in Dahlem, ob das lustige Favoritenkegeln bei dieser WM wohl weitergehe. Italien muss gegen Mexiko gewinnen, und so steht man vor dem Fernseher im Schaufenster des Zeitungsladens von Knut Thieme – und liest dabei vielleicht einen Aufsatz über die „politischen Strukturen der EU“, bis man das „flotte Spielchen“ (Thieme) dann doch interessanter findet.

Im normalen Leben, da ist mein Leben ohne Fußball kein Problem. Ich mache einfach nicht den Fernseher an.

Die jungen Frauen, schreibt Katja Kullmann in „Generation Ally“, entdecken gerade verdutzt, dass es noch emanzipationsfreie Zonen gibt. Der Fußball ist so eine, aber nicht mehr lange!

Von Martin Hägele Yokohama. Kann man die beeindruckende Atmosphäre aus der engen Schüssel der Saitama-Arena, von der sich die japanische Nationalmannschaft zum historischen ersten WM-Punkt hat tragen lassen, in das doppelt so große, aber weitläufige Endspiel-Stadion von Yokohama transportieren?

Fußball ist eine Lebensäußerung, bei der ein ergonomisches, ziemlich hemmungsloses Nationalgefühl nicht nur erlaubt, sondern erwünscht ist. Ersatzkriege, bei denen niemand zu Schaden kommt, Gefühle schnell verarbeitet und durch neue Ergebnisse (der Erdball ist rund) rasch korrigiert werden: nicht das Schlechteste in einer ohnehin aggressiv verkorksten Welt.

Von Christoph Daum Im Mutterland des Fußballs schlug Sven-Göran Eriksson nach seiner Nominierung als Nationaltrainer Ablehnung entgegen. Einer aus dem Land der Wintersportler als Cheftrainer in England - das sprengte das Vorstellungsvermögen der traditionsbewussten Briten.

Von Paul Janositz Schon immer waren sie für Rekorde gut, die Fußbälle. Die Rede ist allerdings nicht von den luftgefüllten Bällen, denen in Japan und Südkorea 32 Nationalmannschaften hinterherlaufen.

Von Paul Janositz Schon immer waren sie für Rekorde gut, die Fußbälle. Die Rede ist allerdings nicht von den luftgefüllten Bällen, denen in Japan und Südkorea 32 Nationalmannschaften hinterherlaufen.

Die Fußball-WM bedeutet mehr, als sich nur mit Bällen zu beschäftigen. Dienstags und freitags heben wir deshalb den Fußball auf eine höhere Ebene.

Wäre man natürlich gern selbst drauf gekommen. Was könnte der philosophischen Vertiefung des Fußballs in Japan nützlicher sein als die Verdichtung der spielerischen Substanz auf die klassische Form des Haikus?

Von Christoph Daum Der türkische Fußball hat in den vergangenen 16 Jahren zur internationalen Spitze aufgeschlossen. Als Jupp Derwall 1984 Trainer bei Galatasaray Istanbul wurde, fand er riesige Begeisterung vor, aber auch eine mangelhafte Infrastruktur.

An manchen Samstagnachmittagen, wenn Elfriede ihn wegließ, stahl sich Martin Heidegger von seinem Villenvorort Zähringen weg zu den kleinbürgerlichen Reihenhäuschen entlang der Freiburger Schwarzwaldstraße. Heimlich schaute er dort, bei dem ihn anbetenden philosophischen Jünger Heinrich Wiegand Petzet, die "Sportschau".

Foto: Rückeis / Montage: DP HINTER DEN LINDEN Nun erobert also der Fußball die Republik. Für Politiker ein heikles Thema: Wer behauptet, Deutschland werde nicht Weltmeister, gilt als Vaterlandsverräter.

Nur, damit der Satz nicht übersehen wird: „Wir haben uns von diesem Spirit antörnen lassen und unsere Crazyness hinzugefügt.“ Ein Karfunkelstein der Sprachkultur, geschliffen von Udo Lindenberg, der .

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