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Vorwurf der Vergewaltigung : Polizei stellt Ermittlungen gegen Neymar ein

Die brasilianische Polizei sieht keinen hinreichenden Verdacht, dass Neymar ein Model vergewaltigt hat. Eine Anklage gegen den Fußballstar ist dennoch möglich.

Schwere Vorwürfe. Das Verfahren gegen Neymar wurde eingestellt.
Schwere Vorwürfe. Das Verfahren gegen Neymar wurde eingestellt.Foto: Nelson Almeida/AFP

An Krücken erschien Neymar Anfang Juni in São Paulo, um sich den Fragen der Polizei zu stellen. Der Vorwurf gegen ihn wiegt schwer: Der Fußball-Star soll eine junge Frau vergewaltigt haben. Knapp zwei Monate später steht Neymar bei strahlendem Sonnenschein auf der China-Reise seines Vereins Paris Saint-Germain wieder auf dem Trainingsplatz. Am Samstag spielt Frankreichs Meister im Reich der Mitte im Supercup gegen Stade Renes.

In Brasilien könnten die Vergewaltigungsvorwürfe bald vom Tisch sein. Wie das Nachrichtenportal G1 am Montag (Ortszeit) berichtete, hat die brasilianische Polizei die Ermittlungen gegen den 27-Jährigen eingestellt. Entlastet ist Neymar noch nicht, dennoch kann er hoffen, nicht angeklagt zu werden.

Die leitende Ermittlerin Juliana Lopes Bussacos habe die Anschuldigungen des Models gegen den Olympiasieger eingehend geprüft und entschieden, keine Empfehlung für eine Klageerhebung abzugeben. Die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen sollen am Dienstag an die Staatsanwaltschaft übergeben werden. Die zuständigen Beamten haben dann 15 Tage Zeit, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Sie können entweder der polizeilichen Empfehlung folgen und den Fall zu den Akten legen, weitere Ermittlungen anordnen oder doch Anklage erheben.

Das in Brasilien lebende Model beschuldigt Neymar, sie Mitte Mai in einem Pariser Hotel „mit Anwendung von Gewalt“ zum Sex gezwungen zu haben. Die Frau zeigte den Fußballer nach ihrer Rückkehr in Brasilien an und bekräftigte ihre Vorwürfe auch öffentlich im TV.

Neymar bestreitet das Treffen mit dem Model nicht

Laut Anzeige soll Neymar die 26-Jährige über Instagram kennengelernt und nach Paris eingeladen haben. Das Treffen bestreitet der Fußballer nicht, spricht aber von einvernehmlichem Sex: „Was passiert ist, ist eine normale Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, etwas, was zwischen vier Wänden passiert.“

Die Frau verstrickte sich bei der Polizei aber wohl auch in widersprüchliche Aussagen. Neymar veröffentliche auf Instagram einen Chat-Verlauf der beiden sowie Fotos, die seine Unschuld beweisen sollten. „Wer mich kennt, der kennt auch meinen Charakter und meine Art und weiß, dass ich so etwas niemals tun würde“, versicherte er in einem auf dem sozialen Netzwerk geposteten Video, das später allerdings wieder gelöscht wurde.

Neben den Vergewaltigungsvorwürfen hatte Neymar in letzter Zeit vor allem mit Pöbelattacken gegen Schiedsrichter und Fans für Schlagzeilen gesorgt. Den Sieg der brasilianische Nationalmannschaft bei der Copa América Anfang Juli musste der Stürmer aufgrund seiner Knöchelverletzung von der Tribüne aus bejubeln. Auch die anhaltenden Spekulationen über eine Rückkehr des Stürmers von Paris zum FC Barcelona sorgen für Unruhe. Neymar war vor zwei Jahren für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro in die französische Hauptstadt gewechselt. Er hat einen Vertrag bis 2022. (dpa)

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