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So läuft es nicht. Schalkes Trainer Domenico Tedesco (l) steht nach dem 0:3 in Frankfurt neben Schalkes Yevhen Konoplyanka auf dem Spielfeld.
© dpa

Schalke 04 - schön ineffektiv: Wie der FC Bayern in den Siebzigern

International top, national ein Flop. Sicher machen sie etwas verkehrt in der Bundesliga bei Schalke 04. Ein Kommentar.

Von Claus Vetter

Das hat die aktuelle Mannschaft von Schalke 04 mit der erfolgreichen Startruppe des FC Bayern aus den Siebzigern gemein? Richtig. Die Bayern-Profis um Beckenbauer waren damals international top und national oft ein Flop. Obwohl sie gar kein Landesmeister mehr waren, verteidigten sie zwei Mal den Europapokal der Landesmeister. So weit sind sie in Gelsenkirchen noch nicht, aber der Weg stimmt: International steht der Klub ungeschlagen in vier Spielen so gut wie im Achtelfinale der Champions League.

In der Bundesliga hat Schalke nach sieben Niederlagen in elf Spielen nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wie lässt sich das erklären?
Die Schalker waren ja seit Urzeiten nicht mehr Meister, aber das muss man auch nicht sein, um in der Champions League zu triumphieren: Aber dort spielen sie meisterhaft schön und schön motiviert. National dagegen spielt Schalke schön ineffektiv. Sie schießen zu oft keine Tore, acht Treffer in elf Spielen lautet die Horrorbilanz. Beim 0:3 in Frankfurt am Sonntag spielte das Team aus Gelsenkirchen nur eine Halbzeit ordentlich.

Vergangene Saison wurde Schalkes dröger Ergebnisfußball oft kritisiert, aber damit kamen sie in die Champions League. Trainer Domenico Tedesco sagte noch im März, dass er sich bei einer Gegneranalyse vor dem Spiel nicht frage, wie er es schaffe, mit seiner Mannschaft besonders schön zu spielen. Sondern: „Wie schaffen wir es, den Gegner zu schlagen?“ Vielleicht muss Schalke nur einen Schritt zurückgehen – was sich natürlich schön einfach sagt.

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