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Berlins freie Klinikbetten in der Coronakrise : Michael Müller bietet Moskau die Aufnahme von Covid-19-Kranken an

Der Regierende Bürgermeister will zusammen mit Charité-Virologe Christian Drosten internationalen Amtskollegen die Berliner Teststrategie erklären.

Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator, vor einigen Tagen.
Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator, vor einigen Tagen.Christophe Gateau/dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bietet von der Corona-Pandemie betroffenen Partnerstädten an, Covid-19-Patienten in Berliner Krankenhäusern behandeln zu lassen. „Auch unserer Partnerstadt Moskau habe ich ein Angebot übermittelt. Bislang gab es keine Reaktion, ich bin dafür nach wie vor offen“, sagte Müller im Interview mit dem Tagesspiegel.

Etwa 8000 der 20.000 Berliner Klinikbetten sind frei, zudem gibt es das Reservezentrum auf der Messe. Er habe kürzlich zu einer Videoschalte geladen, um über Erfahrungen in der Krise zu sprechen, sagte Müller: „Da haben 14 meiner Amtskollegen teilgenommen, beispielsweise Ekrem Imamoglu aus Istanbul und Sadiq Khan aus London.“

Beim nächsten Treffen in dieser Woche werde Charité-Virologe Christian Drosten dabei sein, kündigte Müller an. „Wir werden dann zusammen meinen Amtskollegen die Berliner Teststrategie erläutern.“

Als Bürgermeister und Wissenschaftssenator wolle er gerade in der Coronakrise auf den Ausbau der Stadt zur anerkannten Medizinmetropole setzen: „Ich werbe im Parlament und im Senat dafür, dass wir noch mehr in Infrastruktur, Digitalisierung und in unsere Forschungseinrichtungen investieren. Wir sehen doch gerade, was wir daran haben.“

Mit Blick auf die bundesweite Debatte, die Krankenhausfinanzierung zu reformieren, sagte Müller: „Die Fallpauschalen schaffen falsche Anreize. Ich kann mir auch eine Berliner Bundesratsinitiative vorstellen, um das System der Fallpauschalen abzuschaffen.“ Schon vor den Pandemie kritisierten Krankenhausbetreiber, Ärzte und Pflegekräfte die sogenannten Fallpauschalen.

Damit sind jene fixen Summen gemeint, mit denen die Krankenkassen die Kliniken pro Diagnose bezahlen. Diese Pauschalen seien so knapp, so der Vorwurf aus den Häusern, dass sie für Vorsorgemaßnahmen oft nicht reichten.

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