
© dpa/Christophe Gateau
„Wir sind im Dauereinsatz“: So hilft das THW Spandau nach dem Stromausfall
Sie sind alle ehrenamtliche Helfer, ihre blauen Trucks sind überall zu sehen. Hier spricht Spandaus THW-Chef über Steglitz-Zehlendorf, einen 1000-Liter-Tank und Obst von Anwohnern.
Stand:
Blackout in Berlin und alle wollen helfen: Auch das THW aus Berlin-Spandau ist seit Tagen mit seinen Spezialisten im Berliner Epizentrum. Das Technische Hilfswerk aus Spandau besteht aus 120 Leuten, alles Ehrenamtliche. Vorneweg: Kai Rölecke. Im normalen Leben ist er Polizist, in seiner Freizeit Spandaus THW-Chef.
Wie ist die Lage? „Wir sind seit Samstag im Dauereinsatz, in der Spitze mit bis zu 24 Kräften aus Spandau“, sagte Rölecke dem Spandau-Newsletter des Tagesspiegels. Darin ist der Blackout diese Woche das Top-Thema. Denn auch Spandaus DLRG und Spandaus Freiwillige Feuerwehren packen in der Krise mit an und auch Spandaus Bürgermeister hat Hilfe angeboten (mehr lesen Sie hier in der Vorschau des Spandau-Newsletters).
Aber zurück zur THW-Schicht. Der Job ist anstrengend, die Reaktionen sind durchmischt. „Die einen beschweren sich bei uns, andere bedanken sich für unsere ehrenamtliche Arbeit mit Obst und netten Worten“, so der 37-Jährige.

© THW/Ulfried Walkling
Wie das THW Spandau auf der anderen Seite der Havel hilft? Erstens: In der Führungsstelle helfen und koordinieren, damit alle Kräfte draußen auf den Straßen den Überblick behalten.
Zweitens: Bürgerhilfe vor Ort anbieten. „An unseren zwei VW-Bussen gibt’s zum Beispiel Handystrom und Infos“, bericht Rölecke. In Wannsee und am S-Bahnhof Zehlendorf habe man Notrufannahmestellen.
Drittens: Das THW Spandau stellt eine mobile Tankstelle und fährt einen Lkw mit einem Tank („1000 Liter Diesel haben wir dabei“) zu den Notstrom-Aggregaten vor Berlins Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Viertens: Die Ehrenamtlichen helfen der Berliner Feuerwehr beim Transport. Zum Beispiel fuhr das THW Stromaggregate von Mariendorf nach Wannsee.
Und fünftens: Am Dienstag hat das Spandauer THW auch den Einsatz an schnell auszuhebenden Baugruben übernommen und ist mit schwerem Gerät im Einsatz. „Wir sind mit einem Bagger in Nikolassee vor Ort“, sagte Rölecke.
Das THW Spandau hat in Berlin-Spandau seinen Sitz neben dem Vivantes-Krankenhaus an der Neuendorfer Straße. Das Spandauer THW ist auch bei Notlagen in anderen Bundesländern im Einsatz und hilft ständig. So werden schon mal Bäume gesprengt.
„Wir alle sind ehrenamtlich tätig, vom zehnjährigen Kind bis zum Rentner“, hat THW-Chef Rölecke mal im Tagesspiegel-Interview erzählt. „Der 80-Jährige in unserem Team muss natürlich keine schweren Pumpen schleppen, hat aber einen ungemein wichtigen Erfahrungsschatz, den er Jüngeren weitergeben kann.“
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