Himmelsspektakel : Wo man in Berlin und Brandenburg die Sternschnuppen am besten sieht

Zurzeit regnet es Sternschnuppen. Besonders viele sollen in der Nacht zu Montag zu sehen sein. Am besten sieht man sie von dort, wo es dunkel ist.

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel.
Eine Sternschnuppe am Nachthimmel.Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Tja, wenn Märchen wahr würden ... dann hätte man jetzt gute Chancen, sehr reich zu werden: einfach im Hemdchen unterm Sternenhimmel stehen und den Regen aus Sternschnuppen einfangen, die sich alsbald in Silbertaler verwandeln. Doch wenngleich die Welt leider nicht so ist wie von den Brüdern Grimm beschrieben: Die Nacht zu Montag wird viele Menschen ins Freie locken und nach oben starren lassen, angelockt von dem Feuerwerk aus bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde, das Astronomen in der Zeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens erwarten. Die äußeren Bedingungen sind günstig: Der Mond hat sich gerade mal wieder verkrümelt, stört also nicht als derzeit unerwünschte Himmelslaterne, und den Himmel selbst über der Hauptstadt und ihrer Umgebung erwartet der Berliner Wetterdienst Meteogroup nahezu wolkenlos, bei nächtlichen Temperaturen zwischen zwölf und 16 Grad, im Umland etwas weniger.

Den Blick nach Nordosten richten

Bleibt die Frage, wo man dem kosmischen Staub am besten beim Verglühen zuguckt: Man sollte den Blick nach Nordosten richten und nicht gerade einen Standort inmitten von Licht wählen. Der Teufelsberg in Grunewald oder der Hahneberg in Spandau sind dem Potsdamer Platz also eindeutig vorzuziehen. Im Osten der Stadt dürfte etwa der Wuhletal-Wanderweg mit Kienberg, Ahrensfelder Bergen und Biesdorfer Höhe gute Aussichtspunkte bieten.

Doch Monika Staesche, wissenschaftliche Leiterin des Planetariums am Insulaner und der Wilhelm-Foerster-Sternwarte, rät laut dem Hauptstadtportal Berlin.de den Berlinern sogar zu einem Ausflug ins Umland: „Sternschnuppen beobachtet am besten mit dem bloßen Auge und bei freier Horizontsicht außerhalb der Lichtglocke der Stadt, also zum Beispiel in Gülpe im Sternenpark oder überall dort, wo freie Felder ein möglichst großes Sichtfeld bieten.“ Gülpe liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich von Berlin, 2014 hatte die International Dark Sky Association den dortigen Naturpark Westhavelland zum 1. Sternenpark Deutschlands ernannt. Besonders geeignet zum Sternegucken ist die 40 Quadratkilometer große Zone zwischen Gülpe und Nennhausen.

Auch Simon Plate, der Leiter des Potsdamer Urania-Planetariums, empfiehlt Sternschnuppenfreunden, sich vom innerstädtischen Licht fernzuhalten, geeignet seien aber schon ein Stadtpark oder die Nuthewiese. Eine Veranstaltung im Planetarium wird es dazu nicht geben: Es ist dort in der Gutenbergstraße einfach zu hell.

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