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Silvester 2025 in Berlin im Liveblog: Feuerwehr elfmal angegriffen oder bedrängt – Ringbahn bleibt nach Brand unterbrochen
Nach der Party wird Bilanz gezogen: Die Polizei zählte 420 Festnahmen und 30 verletzte Polizisten. Das UKB operierte in der Nacht „am Anschlag“. Der Silvester-Blog für Berlin.
Berlin ist vergleichsweise ruhig ins neue Jahr gestartet. Der Regierende Bürgermeister und die Innensenatorin sehen den Grund dafür im Einsatzkonzept der Sicherheitsbehörden. Die Polizei nahm mehrere Hundert Menschen vorübergehend fest, schon vorab wurden mehr als 200.000 Feuerwerkskörper aus dem Verkehr gezogen.
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Ringbahn im Norden Berlins mindestens bis Freitag gesperrt
Die Ringbahn bleibt im Norden Berlins mindestens bis Freitag gesperrt. Kurz nach Mitternacht hatte es am Neujahrsmorgen im Dienstraum auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedding gebrannt. Die Feuerwehr hatte das Feuer nach einer halben Stunde unter Kontrolle, obwohl die Flammen auf das Bahnsteigdach übergegriffen hatten. Der Schaden ist größer als gedacht. Allerdings ist möglicherweise die Statik der Station betroffen.
Die Strecke der Ringbahn-Linien S41 und S42 bleibt deshalb zwischen Gesundbrunnen und Westhafen bis auf Weiteres gesperrt. Es fahren Ersatzbusse, die Bahn empfiehlt aber eine Umfahrung mit der U-Bahn. Auf dem restlichen Ring fahren die Züge nur alle 10 Minuten. Die Bundespolizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung, vermutlich wurde der folgenschwere Brand durch Pyrotechnik ausgelöst.
Auf einer internen Störungsseite der Bahn war zunächst als Prognose für eine Reparatur der „Nachmittag“ genannt. Am Mittag teilte die Bahn dann mit: „Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs kann erst erfolgen, wenn die Statik des Gebäudes begutachtet und gesichert ist.“ Da am Feiertag kein Statiker zu bekommen sei, können Züge frühestens Freitag wieder fahren, hieß es bei der Bahn. (Jörn Hasselmann)
Spranger lobt Einsatzkräfte und nennt vorläufige Zahlen
Von einem überwiegend friedlichen Jahreswechsel in Berlin sprach Innensenatorin Iris Spranger am Vormittag in einer Mitteilung. Ermöglicht worden sei dieser Erfolg durch „die intensiven Vorbereitungen“ von Feuerwehr und Polizei. „Die Strategie und das Einsatzkonzept waren erfolgreich“, lobte die SPD-Politikerin.
„Die Kombination von frühzeitiger Prävention, umfänglichen Vorfeldmaßnahmen wie Kontrollen und Durchsuchungen sowie einem konsequenten Eingreifen der Polizei Berlin in der Silvesternacht hat sich als richtig erwiesen“, so Spranger. So konnte man im Vorfeld mehr als 220.000 Stück Pyrotechnik aus dem Verkehr ziehen, darunter 109.000 Stück gefährliche Sprengstoffe der Kategorie 4 – Kugelbomben oder Raketen. „Hunderttausende von gefährlichen Explosionen konnten so verhindert werden“, sagte Spranger.
Geholfen habe auch die Ausweitung der Pyrotechnikverbotsbereichen. „Mit ihnen konnten Straftaten und Verletzungen von Menschen verhindert werden.“ Die Pyroverbotszonen der Vorjahre – der Alexanderplatz in Mitte, die Sonnenallee in Neukölln und der Steinmetzkiez in Schöneberg – wurden dabei teilweise erheblich vergrößert. Hinzu kam die Admiralbrücke in Kreuzberg. Die Bereiche wurden im Unterschied zu den Vorjahren nicht mehr starr abgesperrt. Stattdessen konnten sich die Polizeikräfte flexibel im Raum bewegen und Personengruppen gezielt ansprechen und kontrollieren. Insbesondere am Alexanderplatz wurde friedlich das neue Jahr begrüßt, teilte die Innensenatorin mit.
Die Polizei hat Sprangers Angaben zufolge in der Nacht mehr als 420 Personen festgenommen, 20 mehr als im Vorjahr. Die höhere Zahl sei nicht Zeichen von mehr Gewalt, im Gegenteil: Die Lage sei so gut unter Kontrolle gewesen, dass mehr Festnahmen möglich waren. 30 Polizisten wurden bei Silvestereinsätzen überwiegend leicht verletzt, so viele wie im Vorjahr. Nur zwei Beamte mussten vom Dienst abtreten. „Die Polizei ist konsequent gegen Gewalttäter vorgegangen“, sagte Spranger. „Im nächsten Schritt müssen die Straftaten strafrechtlich schnell und konsequent verfolgt und sanktioniert werden.“ 3200 Beamte waren im Einsatz, davon 800 zur Unterstützung aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.
Spranger betonte in ihrer Bilanz, dass es wieder „einen unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerk“ gegeben habe, bei dem „Unbeteiligte und Einsatzkräfte zu Schaden kamen“. Sie kündigte an, sich „weiterhin mit Nachdruck für eine Länderöffnungsklausel im Sprengstoffrecht“ einzusetzen. Bislang darf das Land Berlin nicht eigenständig Feuerwerk in größeren Bereichen verbieten, weil Sprengstoffrecht Bundessache ist. „Hier müssen alle ihrer Verantwortung nachkommen, insbesondere der Bund“, forderte die Senatorin.
Eine von der Gewerkschaft der Polizei gestartete Internetpetition für ein bundesweites Böllerverbot hat mittlerweile drei Millionen Unterschriften. Die Petition des Berliner Landesverbands der GdP richtet sich an Innensenatorin Spranger und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). (Jörn Hasselmann)
„Die Kombination von frühzeitiger Prävention, umfänglichen Vorfeldmaßnahmen wie Kontrollen und Durchsuchungen sowie einem konsequenten Eingreifen der Polizei Berlin in der Silvesternacht hat sich als richtig erwiesen“, so Spranger. So konnte man im Vorfeld mehr als 220.000 Stück Pyrotechnik aus dem Verkehr ziehen, darunter 109.000 Stück gefährliche Sprengstoffe der Kategorie 4 – Kugelbomben oder Raketen. „Hunderttausende von gefährlichen Explosionen konnten so verhindert werden“, sagte Spranger.
Geholfen habe auch die Ausweitung der Pyrotechnikverbotsbereichen. „Mit ihnen konnten Straftaten und Verletzungen von Menschen verhindert werden.“ Die Pyroverbotszonen der Vorjahre – der Alexanderplatz in Mitte, die Sonnenallee in Neukölln und der Steinmetzkiez in Schöneberg – wurden dabei teilweise erheblich vergrößert. Hinzu kam die Admiralbrücke in Kreuzberg. Die Bereiche wurden im Unterschied zu den Vorjahren nicht mehr starr abgesperrt. Stattdessen konnten sich die Polizeikräfte flexibel im Raum bewegen und Personengruppen gezielt ansprechen und kontrollieren. Insbesondere am Alexanderplatz wurde friedlich das neue Jahr begrüßt, teilte die Innensenatorin mit.
Die Polizei hat Sprangers Angaben zufolge in der Nacht mehr als 420 Personen festgenommen, 20 mehr als im Vorjahr. Die höhere Zahl sei nicht Zeichen von mehr Gewalt, im Gegenteil: Die Lage sei so gut unter Kontrolle gewesen, dass mehr Festnahmen möglich waren. 30 Polizisten wurden bei Silvestereinsätzen überwiegend leicht verletzt, so viele wie im Vorjahr. Nur zwei Beamte mussten vom Dienst abtreten. „Die Polizei ist konsequent gegen Gewalttäter vorgegangen“, sagte Spranger. „Im nächsten Schritt müssen die Straftaten strafrechtlich schnell und konsequent verfolgt und sanktioniert werden.“ 3200 Beamte waren im Einsatz, davon 800 zur Unterstützung aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.
Spranger betonte in ihrer Bilanz, dass es wieder „einen unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerk“ gegeben habe, bei dem „Unbeteiligte und Einsatzkräfte zu Schaden kamen“. Sie kündigte an, sich „weiterhin mit Nachdruck für eine Länderöffnungsklausel im Sprengstoffrecht“ einzusetzen. Bislang darf das Land Berlin nicht eigenständig Feuerwerk in größeren Bereichen verbieten, weil Sprengstoffrecht Bundessache ist. „Hier müssen alle ihrer Verantwortung nachkommen, insbesondere der Bund“, forderte die Senatorin.
Eine von der Gewerkschaft der Polizei gestartete Internetpetition für ein bundesweites Böllerverbot hat mittlerweile drei Millionen Unterschriften. Die Petition des Berliner Landesverbands der GdP richtet sich an Innensenatorin Spranger und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). (Jörn Hasselmann)
Feuerwehr 1830 Mal alarmiert – Sprecher zieht dennoch positive Bilanz
Große Erleichterung bei der Feuerwehr: Die Gewaltexzesse gegen Einsatzkräfte aus dem vergangenen Jahr haben sich nicht wiederholt. Behördensprecher Vinzenz Kasch zog am Neujahrstag eine "deutlich positivere Bilanz". Es habe weder verletzte Kollegen noch beschädigte Fahrzeuge gegeben. "Die Stimmung war deutlich entspannter", sagte Kasch.In elf Fällen seien Feuerwehrleute bedrängt oder angegriffen worden, so der Behördensprecher. In einem Fall musste die Polizei in Moabit eine Barrikade mit einem Wasserwerfer löschen, weil ein Mob die Feuerwehr so massiv angriff, dass diese sich zurückzog.
Die Feuerwehr wurde zwischen Silvester 19 Uhr und Neujahr 6 Uhr früh 1830 Mal alarmiert. Das sind 62 Alarmierungen weniger als vergangenes Jahr, aber 232 mehr als vor zwei Jahren.
Im Vergleich zum vergangenen Jahreswechsel gab es etwa 150 Brände weniger, was an der feuchten Witterung liegen dürfte. Es gab nur einen größeren Brand im Neuköllner Ortsteil Britz: Dort brannte es kurz nach Mitternacht im Keller eines fünfgeschossigen Wohnhauses. Eine Person wurde verletzt. Wegen der hohen Temperaturen im Keller konnte anfänglich nur von außen gelöscht werden.
Etwa die Hälfte aller Einsätze waren im Rettungsdienst, 970 Mal mussten Krankenwagen ausrücken. Dies sei ein neuer Rekord, sagte Kasch. In der gesamten Nacht habe es immer Reserven gegeben, betonte der Sprecher.
Durch Pyrotechnik habe es "kaputte Hände, abgesprengte Finger und zerstörte Gesichter" gegeben, die "ganze Palette an Verletzungen". Durch Kugelbomben habe es keine Verletzungen gegeben. Im Vorjahr war ein kleiner Junge durch eine illegale Kugelbombe lebensgefährlich verletzt worden. (Jörn Hasselmann)
Unfallkrankenhaus zählt bis zum Morgen 30 Verletzte – darunter acht Kinder
Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Biesdorf hat eine "erwartungsgemäß bewegte Nacht" hinter sich. Das sagte Krankenhaussprecherin Angela Kijewski dem Tagesspiegel. Insgesamt seien bis zum Morgen 30 Menschen mit Böllerverletzungen behandelt worden. Einige Betroffene hätten Finger oder sogar Teile der Hände verloren. Andere kamen mit Augen- und Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus, weil sie sich über Feuerwerksbatterien gebeugt hätten. Auch Chirurgen der benachbarten Augenklinik seien deshalb im Einsatz gewesen.Unter den Bölleropfern seien acht Kinder zwischen sieben und 17 Jahren, die zum Teil schwere Handverletzungen aufwiesen. Insgesamt liege die Anzahl der von Feuerwerk verletzten Patienten auf demselben Niveau wie in vergangenen Jahren.
Im Laufe des Tages erwartet das UKB laut Sprecherin Kijewski noch einmal in etwa dieselbe Anzahl an Verletzten. Wie die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigten, schliefen viele Betroffene zunächst ihren Rausch aus und würden erst danach der Schwere ihrer Verletzungen gewahr. Hinzu kämen Verlegungen besonders schwer Verletzter aus anderen Kliniken.
Das Unfallkrankenhaus habe in der Nacht "am Anschlag" gearbeitet, berichtete Angela Kijewski weiter. Denn schon die glatten Straßen am Silvestertag hätten zu einem erhöhten Patientenaufkommen geführt. In drei Operationssälen sei parallel gearbeitet worden. Ungewöhnlich nannte die Sprecherin, dass bereits vor Mitternacht zehn Böllerverletzte eingeliefert wurden.
Polizei- und Feuerwehrgewerkschafter fordern strengere Regeln für Feuerwerk
Auch Vertreter von Polizei- und Feuerwehrgewerkschaften haben nach der Silvesternacht Bilanz gezogen. Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, wünschte den verletzten Polizisten eine schnelle Genesung. Dass es nicht schlimmer gekommen sei, führte er auf umfangreiche Vorbereitungen und ein konsequentes Einschreiten in der Nacht zurück.„Da dennoch in vielen Stadtteilen Pyrotechnik quer durch alle Richtungen geflogen ist, wir entglaste Fassaden, brennende Fahrzeuge und reihenweise gezielte Angriffe mit Raketen, Batterien und Böllern auf unseren Kollegen erleben mussten, sollte sich aber niemand zurücklehnen“, appellierte Weh. „Auch wenn die schlimmsten Bilder ausblieben, hat das mit Normalität nichts zu tun.“
Die GdP fordert seit Langem ein Umdenken hin zu professionell organisierten Feuerwerken statt privatem Abbrennen von Pyrotechnik und verweist auf rund drei Millionen Unterschriften für eine entsprechende Petition. „Wir werden nicht nachlassen und erwarten, dass Herr Dobrindt, sich zumindest mal 5 Minuten Zeit für uns nimmt“, schloss Weh.
Der Sprecher der Feuerwehrgewerkschaft DFeuG, Manuel Barth, bezeichnete die zahlreichen Sicherstellungen illegaler Pyrotechnik auf der Plattform X als größten Erfolg der Nacht. Die Polizeipräsenz sowie die vielen Festnahmen seien zwar wirkungsvoll gewesen, zugleich aber „ein mieses Zeugnis für die Gesellschaft“.
Schwere Verletzungen seien meist auf illegales Feuerwerk und unsachgemäße Nutzung zurückzuführen. Barth plädierte daher für weitergehende Maßnahmen: begrenzte Abgabestellen und -mengen, höhere Preise sowie ein Verkaufsverbot von Pyrotechnik in Lebensmittelgeschäften. „Erfolgreiche Maßnahmen nicht schlecht reden ist das eine, aber zu erkennen, ob wir uns das jedes Jahr so leisten können und wollen ist das andere“, so Barth.
Berlins Innensenatorin will sich auch 2026 für eine Ausweitung von Böllerverbotszonen einsetzen
Schon wenige Stunden nach dem Start ins neue Jahr kündigt Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bei ihrer Silvester-Bilanz am Neujahrsmorgen an, dass sie sich auch in diesem Jahr für eine Ausweitung von Böllerverbotszonen einsetzen will. „Mein klares Ziel ist, dass beim nächsten Jahreswechsel niemand zu Schaden kommt“, sagt sie.
Im Berliner Senat sind die Positionen zum Thema Böllerverbot unterschiedlich.
Junge Muslime sammeln Müll – auch als politisches Statement
Nach der von Bundeskanzler Friedrich Merz ausgelösten „Stadtbild“-Debatte haben sich junge Muslime in Berlin und anderen Städten zur Beseitigung des Silvestermülls getroffen. Die Aktion Neujahrsputz läuft bereits seit rund 30 Jahren, doch verstehe man sie dieses Mal stärker als politisches Statement, sagte Imam Scharjil Khalid von der Khadija-Moschee in Pankow.„Wir müssen weg von der problematisierenden Debatte über Muslime“, sagte der Imam, der die Aufräumaktion mit organisiert. Vielmehr brächten sich viele junge Muslime konstruktiv ein und seien eine „demokratiefördernde Ressource“.
In Berlin waren nach seinen Worten etwa 100 junge Leute dabei und sammelten 150 Säcke voll Müll. Auf der Sonnenallee in Neukölln habe es jedoch weniger Müll als erwartet gegeben, sagte Khalid. Die Polizei hatte den Straßenzug teils zur Böllerverbotszone erklärt. Aber der Imam sagte auch: „Die Sonnenallee wird schlechtgeredet.“
Hinter der Aufräumaktion in deutschen Städten steht der Verband Ahmadiyya Muslim Jamaat und dessen Jugendverband, die das Streben nach Frieden und soziales Engagement in den Mittelpunkt stellen. (dpa)
Partybus ausgebrannt
Schon am frühen Silvesterabend hatte es für die Feuerwehr einen größeren Einsatz gegeben. In Wilmersdorf stand gegen 18.30 Uhr in Höhe Volkspark ein geparkter Reisebus in Flammen. Das dreiachsige Fahrzeug brannte im hinteren Teil aus. Der Brand entstand von der Gehwegseite aus, vermutlich durch Pyrotechnik. Das Fahrzeug ist zum luxuriösen Partybus umgebaut, es gehört einer Eventagentur. (Jörn Hasselmann)
Grüne Spitzenkandidaten fordern Pyroverbot
Auch die Spitzenkandidaten der Berliner Grünen, Werner Graf und Bettina Jarasch, haben sich am Neujahrstag zu Wort gemeldet. Sie dankten "allen Einsatzkräften, dem Klinikpersonal, der Stadtreinigung und allen, die in Berlin in dieser Nacht ihren Dienst geschoben haben", sprachen jedoch zugleich von einem "Ausnahmezustand", der nicht zufriedenstellen dürfe."Auch diesmal kam es zu gefährlichen Bränden, vielen Verletzten durch Pyrotechnik, darunter auch Kinder, und massiven Gefährdungen im öffentlichen Raum. Einsatzkräfte mussten erneut ihre Gesundheit riskieren", so die Grünen-Politiker in ihrem Statement. Sicherheit auch an Silvester sei eine politische Aufgabe. "Es ist gut, dass die Polizei massenweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmen konnte", setzten die beiden fort. "Sie konnte aber nicht überall das Zünden dieser gefährlichen Sprengstoffe verhindern und auch nicht die vielen Verletzungen durch den ganz normalen Böllerwahnsinn."
Helfen könne "einzig und allein ein absolutes Verkaufsverbot von privaten Böllern". Das Grünen-Duo forderte den Senat auf, sich dafür beim Bund ins Zeug zu legen.
Wegner lobt Einsatzkonzept von Polizei und Feuerwehr
Berlins Regierender Bürgermeister hat sich am Vormittag bei den Polizei-, Feuerwehr- und Rettungskräften bedankt, die in der Silvesternacht im Einsatz waren. "Berlin hat eine ruhigere Silvesternacht erlebt als in den vergangenen Jahren – vor allem dank des hervorragenden Einsatzkonzepts der Berliner Polizei und Feuerwehr", teilte Kai Wegner mit.Aus Sicht des CDU-Politikers hätten sich die Pyroverbotszonen bewährt: "Am Alexanderplatz etwa war es so ruhig wie seit drei Jahren nicht mehr und die Berlinerinnen und Berliner konnten auch dort friedlich ins neue Jahr hineinfeiern."
Nach der laut Wegner "schlimmsten Silvesternacht im Jahr 2022/23" fahre der schwarz-rote Senat eine andere Strategie: "Prävention, Intervention, Repression. Wir haben unsere Sicherheitsgesetze verschärft und geben unserer Polizei den nötigen Rückhalt", so Wegner weiter.
Rund 400 Festnahmen machten deutlich, dass dieser große Polizeieinsatz notwendig sei "angesichts von Randalierern und Straftätern, die das Leben anderer Menschen gefährden", so Wegner. Den verletzten Einsatzkräften wünsche er gute und rasche Genesung, den Berlinerinnen und Berlinern ein friedliches und gutes neues Jahr.
Keine Toten oder Schwerverletzten in Brandenburg
Auch das Nachbarbundesland ist vergleichsweise ruhig ins neue Jahr gestartet. „Es war wesentlich ruhiger als im vergangenen Jahr“, sagte Daniel Keip von der Polizei in Brandenburg. Es habe keine Toten oder Schwerverletzten gegeben, auch Polizeibeamte seien nicht schwer angegriffen worden.Die Polizei in Brandenburg zählte nach eigenen Angaben eine niedrige zweistellige Zahl von Verletzten durch Pyrotechnik. Bei zwei Polizeieinsätzen hätten Personen gegen Beamte Widerstand geleistet, die aber nicht verletzt worden seien.
Die Polizei verzeichnete nach eigenen Angaben die zum Jahreswechsel typischen Delikte wie Verstöße bei Raketen und Böllern, Körperverletzungen, Ruhestörungen und kleinere Brände. Eine genaue Bilanz soll im Laufe des Tages folgen. (dpa)
ICE erfasst Mann – Ringbahn-Sperrung wieder kleiner
Gegen 5.49 Uhr hat ein durchfahrender ICE in Berlin einen Mann erfasst. Zuvor soll dieser auf einem Bahnsteig getorkelt sein. Der Mann überlebte den Unfall nicht. Die Bundespolizei ermittelt. Nach Angaben der Bahn konnte der ICE weiterfahren. Bis auf Weiteres halten Regionalzüge nicht in Jungfernheide.
Wegen dieses Unfalls war der bereits in der Nacht eingerichtete Schienenersatzverkehr für die Berliner Ringbahn zwischenzeitlich ausgeweitet worden, Busse fuhren zwischen Westend und Gesundbrunnen. Kurz nach Mitternacht hatte es ein Feuer in einem Dienstraum auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedding gegeben. Die Feuerwehr hatte das Feuer nach einer halben Stunde unter Kontrolle.
Die Strecke der Ringbahn-Linien S41 und S42 ist aktuell noch zwischen Gesundbrunnen und Westhafen gesperrt. Durch den Unfall am Bahnhof Jungfernheide war die Sperrung von 6 Uhr bis 8.25 Uhr ausgedehnt bis Westend. Es fahren Ersatzbusse, die Bahn empfiehlt aber eine Umfahrung mit der U-Bahn. Auf einer internen Störungsseite der Bahn wird als Prognose für die Reparatur der „Nachmittag“ genannt. Eine Bahnsprecherin wollte das nicht kommentieren. (Jörn Hasselmann)
Nach Angaben der S-Bahn sind die Haltestellen der Busse:
- S+U Gesundbrunnen: Hanne-Sobek-Platz (wie Buslinien 247, N8)
- S+U Wedding: Müllerstr. (wie Buslinien 120, N6, N20)
- S Westhafen: Putlitzbrücke (wie Buslinien N9)
Kugelbombenopfer im UKB kommt mit schmerzendem Auge davon
Im vergangenen Jahr hatte eine Kugelbombe ein siebenjähriges Kind monatelang ins Koma geschickt. Dieses Jahr blieben derart schwere Unfälle mit Kugelbomben im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) zwar aus, wie Krankenhaussprecherin Angela Kijewski dem Tagesspiegel am Morgen sagte.
Dennoch gab es einen Vorfall mit einem solchen Sprengkörper. Tagesspiegel-Reporterin Farangies Ghafoor traf in der Nacht im UKB auf den 26-jährigen Justin. Er hatte Glück, nur etwas Ruß im Auge: Ihm war eine Kugelbombe ins Gesicht geflogen. Justin gelobt nicht mehr zu böllern, das brennende Auge und die verschwommene Sicht sind ihm eine Mahnung.
Dennoch gab es einen Vorfall mit einem solchen Sprengkörper. Tagesspiegel-Reporterin Farangies Ghafoor traf in der Nacht im UKB auf den 26-jährigen Justin. Er hatte Glück, nur etwas Ruß im Auge: Ihm war eine Kugelbombe ins Gesicht geflogen. Justin gelobt nicht mehr zu böllern, das brennende Auge und die verschwommene Sicht sind ihm eine Mahnung.
Neujahrs-Babys in Berlin: Emil kam kurz nach Mitternacht
Emil und Arsalan: Berlin hat auch 2026 mehrere Neujahrs-Babys. Schon um 0.17 Uhr brachte eine Mutter im Auguste-Viktoria-Klinikum des Vivantes-Konzerns den kleinen Emil zur Welt. Dort wurden im Laufe der Nacht noch zwei weitere Säuglinge geboren, wie Vivantes mitteilte. Auch das Klinikum am Urban und das Klinikum im Friedrichshain meldeten ebenfalls jeweils zwei Geburten.Das Neujahrsbaby im Evangelischen Waldkrankenhaus in Spandau ließ sich nach Mitternacht ein klein wenig Zeit, doch dann ging alles schnell, wie die Klinik mitteilte: Der kleine Arsalan wurde um 05.47 Uhr geboren, nur gut eine Stunde, nachdem die Mutter mit Wehen in den Kreißsaal kam. Das Baby wog 3.394 Gramm und war 50 Zentimeter groß. (dpa)
Nach der Party wird aufgeräumt: 500 BSR-Beschäftigte im Einsatz
Nach der Böllerei und den Silvesterfeiern hat das große Aufräumen begonnen: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) rückte am frühen Morgen mit Scharen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vielen Fahrzeugen zum „Spezialeinsatz zur Neujahrsreinigung“ aus. Zunächst rund um das Brandenburger Tor beseitigten Putztrupps die Folgen der großen Silvesterparty und räumten die Strecke für den Neujahrslauf.Auch viel besuchte Plätze wie den Kurfürstendamm, die Schönhauser Allee und den Hermannplatz will die BSR schon am Neujahrstag von Unrat wie Böllerresten oder Flaschen befreien. Für den 1. Januar sind dafür rund 500 Beschäftigte und 180 Fahrzeuge eingeplant, wie die BSR vorab mitgeteilt hatte. Der Rest des Stadtgebiets wird dann ab Freitag nach und nach gesäubert.
Üblicherweise sammelt die Stadtreinigung nach eigenen Angaben nach dem Jahreswechsel wahre Müllberge ein. Vor einem Jahr waren es 670 Kubikmeter, zu Neujahr 2024 wurden 620 Kubikmeter registriert, ein Jahr davor 520 Kubikmeter. Darunter sind vor allem Feuerwerksbatterien, Böller- und Raketenreste, Flaschen, Becher und Verpackungen. (dpa)
Ringbahn bleibt nach Brand auch am Morgen unterbrochen
Nach einem Brand am S-Bahnhof Wedding ist die Ringbahn auch am Neujahrsmorgen noch unterbrochen. Wie die S-Bahn um 6.15 Uhr mitteilte, werden inzwischen drei weitere Bahnhöfe nicht angefahren.Die Unterbrechung hatte zunächst nur die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Wedding betroffen. Inzwischen zieht sie sich bis Westend. Die S-Bahn hat weitere Ersatzhaltestellen eingerichtet. Sie befinden sich für den Bahnhof Beusselstraße an der Beusselstraße (wie die Buslinien 106 und 123), für den Bahnhof Jungfernheide am Tegeler Weg (wie die Buslinie 109) und für den Bahnhof Westend am Spandauer Damm (wie die Buslinie M45).
Die Haltestellen für den Bahnhof Gesundbrunnen befinden sich am Hanne-Sobek-Platz (wie die Buslinien 247 und N8), für den Bahnhof Wedding in der Müllerstraße (wie die Buslinien 120, N6 und N20), für den Bahnhof Westhafen an der Putlitzbrücke (wie die Linie N9). Zur weiträumigen Umfahrung empfiehlt die S-Bahn zwischen Gesundbrunnen, Wedding und Westhafen die U-Bahn-Linien U8, U6 und U9 zu verwenden.
Die Probleme sind Folge eines Feuers, das kurz nach Mitternacht an einem Dienstraum auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedding ausgebrochen war. Die Feuerwehr konnte den Brand nach einer halben Stunde löschen.
Polizei und Feuerwehr mit vorläufig positiver Bilanz – aber 25 Bölleropfer in Klinik
Die Silvesternacht in Berlin ist nach ersten Einschätzungen der Einsatzkräfte nicht ganz so problematisch verlaufen wie in den vergangenen Jahren. „Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr“, sagte Polizeisprecher Florian Nath in einer ersten vorläufigen Bilanz gegen 3.30 Uhr.
Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden. 24 Polizisten seien verletzt worden, die meisten leicht, zwei mussten jedoch ihren Dienst beenden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und am Abend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden. 14 Menschen wurden in sogenannten Unterbindungsgewahrsam genommen, damit sie keine weiteren Delikte begehen. Gegen sieben Menschen wurde ein Haftbefehl beantragt, unter anderem wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung.
Die Polizei habe zum Teil erfolgreich gegen die Dynamik von kriminellen Tätern, die sich in der Deckung friedlich feiernder Menschen bewegten, gearbeitet. Gerade am Alexanderplatz habe das Konzept einer großen Böllerverbotszone gut gegriffen, sagte Nath. „Ich habe den Alex noch nie so friedlich gesehen an Silvester wie in diesem Jahr.“
Die Demonstration und Party an der Siegessäule sei friedlich verlaufen. Statt der angemeldeten 16.000 Teilnehmer seien nur ein paar Hundert gekommen, so der Sprecher. Auch am Brandenburger Tor sei die Feier mit vielen tausend Besuchern ohne besondere Vorkommnisse verlaufen.
Ähnlich fiel das Zwischenfazit der Feuerwehr aus: Die Lage sei „aktuell relativ ruhig und entspannt“, sagte Dominik Pretz vom Pressedienst der Feuerwehr um kurz nach 4 Uhr dem Tagesspiegel. Es seien weder sehr große Brände noch ein Massenanfall an Verletzten zu verzeichnen gewesen. Damit sei es eine ruhigere Silvesternacht als noch vor einem Jahr gewesen.
Viel zu tun war dennoch: Bis kurz nach 4 Uhr zählte die Feuerwehr im neuen Jahr 442 Brandeinsätze, 30 technische Hilfeleistungen und 510 Alarmierungen für den Rettungsdienst. Ein großes Feuer im Keller eines Mietshauses am Britzer Damm in Neukölln löste einen Einsatz mit rund 100 Feuerwehrleuten aus. Ein Mensch wurde leicht verletzt. Ansonsten gab es sehr viele kleinere Brände. Einige Wohnungen standen in Flammen, das Feuer sprang öfter von Balkonen über. Grund waren demnach Raketen, die auf Balkonen landeten. In der Leipziger Straße in Mitte brannte deshalb eine Wohnung im 13. Stock aus – ohne dass jemand verletzt worden wäre.
Dass Polizei und Feuerwehr sich insgesamt zufrieden zeigten, heißt nicht, dass der Jahreswechsel im Einzelfall nicht auch gravierende persönliche Konsequenzen hatte. Besonders deutlich wurde das bei den Meldungen aus dem Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Biesdorf, das die besonders schweren Böllerverletzungen versorgt. Bis 3.30 Uhr seien 25 Patienten mit zum Teil schweren Handverletzungen in der Rettungsstelle vorstellig geworden, teilte die Klinik mit. Die Folge seien Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand gewesen.
Unter den Opfern waren auch acht Kinder, „deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat“, wie das UKB schrieb. Auch Verbrennungen, Gesichts- und Augenverletzungen traten auf. „Das OP-Team hat viel Arbeit in dieser Nacht.“ (mit dpa)
Kreuzberger Späti-Verkäufer: „Letztes Jahr war's gut, dieses Jahr tot“
Silvester-Resümee beim Späti: Im Kiosk im U-Bahnhof Schlesisches Tor herrscht um 3 Uhr noch reger Betrieb. An der Theke steht heute Yasin, kleiner Bruder des Ladenchefs, und versorgt die Kundschaft. Sein Fazit: „Vor Corona war Silvester anders, letztes Jahr war's gut, dieses Jahr tot.“ Das macht die Arbeit für ihn natürlich entspannter: „Besoffene gibt's immer, aber heute war's echt in Ordnung“, sagt er.Ein Betrunkener kommt herein und fragt, ob ihm jemand ein Taxi rufen kann, sein Handyakku ist leer. Yasin zückt sein eigenes, ruft ein Uber: „In vier Minuten, Bruder.“ Der Betrunkene wankt hinaus, draußen jault noch eine Rakete – die Silvesternacht neigt sich dem Ende.
Polizei löscht mit Wasserwerfer brennende E-Scooter
Mit einem Wasserwerfer hat die Berliner Polizei brennende E-Scooter und andere Gegenstände in Moabit gelöscht. Mutmaßliche Randalierer hätten das Feuer auf der Beusselstraße entzündet. Die Akkus der Scooter brannten, wie ein Polizeisprecher sagte. Mehrere Hundert Menschen hätten drumherum gestanden. Weil die Feuerwehr aggressiv bedroht wurde, rückte der nicht weit entfernt stationierte Wasserwerfer der Polizei an, wie es hieß. (dpa)Brand am S-Bahnhof Wedding: Bus-Ersatzverkehr auf der Ringbahn
Die Feuerwehr löschte schnell, doch die Auswirkungen dauern an: Nachdem kurz nach Mitternacht ein Dienstraum auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedding in Flammen aufgegangen war, konnte die Feuerwehr den Brand nach einer halben Stunde ersticken. Zwar gab es eine starke Rauchentwicklung und einen Übergriff auf das Dach, doch konnten die Einsatzkräfte eine weitere Ausbreitung verhindern. Doch auch Stunden später bleibt die Ringbahn zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Westhafen in beiden Richtungen unterbrochen.
Mittlerweile hat die S-Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Haltestellen befinden sich für den Bahnhof Gesundbrunnen am Hanne-Sobek-Platz (wie die Buslinien 247 und N8), für den Bahnhof Wedding in der Müllerstraße (wie die Buslinien 120, N6 und N20), für den Bahnhof Westhafen an der Putlitzbrücke (wie die Linie N9). Zur weiträumigen Umfahrung empfiehlt die S-Bahn zwischen Gesundbrunnen, Wedding und Westhafen die U-Bahn-Linien U8, U6 und U9 zu verwenden.
555 Feuerwehr-Einsätze von Mitternacht bis 1.45 Uhr
Die Feuerwehr zieht auch weit nach Mitternacht eine eher positive Zwischenbilanz des Jahreswechsels. Zwischen 0 und 1.45 Uhr habe es 555 Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Dominik Pretz, aktuell gebe es 300 Einsätze parallel – vielfach weiterhin Kleinstbrände, Autobrände, Balkonbrände. Einen Massenanfall an Verletzten habe man bisher nicht verzeichnet. Auch zu einer zwischenzeitlich von der Polizei gemeldeten Kugelbombenexplosion in Spandau war dem Feuerwehrsprecher nichts bekannt. Wie die "B.Z." berichtet, soll es dabei lediglich einen Leichtverletzten gegeben haben, die Polizei habe ihre frühere Meldung korrigiert.
Feuerwehrsprecher Pretz sprach von einer „überschaubaren Lage“, man habe noch genug freie Kräfte, allerdings dank einer verdreifachten Besetzung. Auch die Angriffe auf Einsatzkräfte hielten sich bisher eher im Rahmen.
Mehr als 300 Festnahmen, 15 leicht verletzte Polizisten
Die Zahl der kurzzeitigen Festnahmen wegen gefährlicher Böllerei und Abschießens von Raketen ist in der Silvesternacht in Berlin auf mehr als 300 gestiegen. Diese Zahl nannte die Polizei um kurz nach 1.00 Uhr. Meistens sei es um Missbrauch von Feuerwerkskörpern gegangen.
Acht Verdächtige seien von der Polizei in sogenannten Unterbindungsgewahrsam genommen worden, um zu verhindern, dass sie weitere Delikte begehen. Etwa 15 Polizisten seien leicht verletzt worden. Viele davon erlitten laut Polizei Knalltraumata durch Böllerexplosionen.
Um kurz nach 3 Uhr meldete die Polizei, dass gegen sechs Menschen ein Haftbefehl beantragt worden sei. Dabei sei es etwa um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung durch Pyrotechnik gegangen, die auch gegen Einsatzkräfte gerichtet wurde. (mit dpa)
Am Zionskirchplatz mag man es lieber bunt als laut
Ein subjektiver Eindruck von der Grenze zwischen Mitte und Prenzlauer Berg: Rund um den Zionskirchplatz scheinen sich die meisten Menschen an das bezirkliche Böller-Verbot aus Pankow zu halten, berichtet unsere Kollegin Julia Schmitz. Zu sehen seien zwar eine Menge Raketen, aber bombenähnliche Explosionen seien weit weniger zu hören als noch vor einem Jahr.- showPaywall:
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