„Yo Oli“ in U-Haft : Berliner Youtuber soll minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben

„Yo Oli“ war aktiv bei Youtube, Instagram, Snapchat – und kontaktierte dort junge Mädchen. Nun ist er angeklagt, fünf Minderjährige missbraucht zu haben.

Junus W., der als "Yo Oli" in den sozialen Medien bekannt wurde.
Junus W., der als "Yo Oli" in den sozialen Medien bekannt wurde.Quelle: Twitter / Screenshot: Tagesspiegel

Bei Youtube machte der Verdacht schon vor Monaten die Runde - dass der 25 Jahre alte Junus W. aus Berlin sich an minderjährige Mädchen heranmacht. Denn davon handelten seine Videos, die er als Youtuber „Yo Oli“ ins Netz stellte. Um nichts anderes ging es auch in seinem Musikvideo.

Zu sehen war in seinen „Prankvideos“, wie er junge Mädchen auf der Straße anspricht, küsst und anfasst. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen ihn erhoben.

„Yo Oli“ wird in fünf Fällen sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sein jüngstes Opfer ist laut Staatsanwaltschaft gerade erst 13 Jahre alt gewesen.

Die jugendlichen Fans sollen sich mit dem 25-Jährigen getroffen haben, weil sie - wegen seiner Bekanntheit - auf einen gemeinsamen Dreh für ein Video mit ihm hofften, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Schülerinnen hätten sich über Social-Media-Kanäle mit dem Berliner verabredet.

Youtuber „Yo Oli“ - das steht in der Anklage:

  • Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in fünf Fällen
  • Vergewaltigung
  • Körperverletzung
  • Freiheitsberaubung

In der Anklage werden dem sogenannten Influencer fünf Taten in der Zeit von August 2018 und Juni 2019 zur Last gelegt. „Yo Oli“ soll die Mädchen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in seinem Auto missbraucht und körperlich misshandelt haben. Er soll in seinem Wagen eine Matratze dabei gehabt haben.

So plump zeigte sich der 25-Jährige in den sozialen Medien.
So plump zeigte sich der 25-Jährige in den sozialen Medien.Quelle: Twitter / Screenshot: Tagesspiegel

W. sitzt seit August in Untersuchungshaft. Bereits einige Monate zuvor war er in Untersuchungshaft, dann sei ihm jedoch Haftverschonung zugesprochen worden, hieß es. Damit ist es seit August aber wieder vorbei.

Youtuber „Yo Oli“ und die Missbrauchsvorwürfe

  • „Yo Oli“ drehte erst „Kisspranks“ - wie er Mädchen einen Streich spielt.
  • „Yo Oli“ forderte Mädchen auf, sich bei ihm zu melden.
  • Der Youtuber nutzte seine Bekanntheit bei jungen Mädchen aus.
  • Er traf sich mit minderjährigen Mädchen.
  • Jetzt ist „Yo Oli“ angeklagt, weil er fünf Schülerinnen missbraucht haben soll.

Auf seinen Videos und Fotos ist der 25-Jährige mit Geldscheinen in der Hand, mit seinem Auto und mit Mädchen zu sehen. Dazu rappt er prahlerisch: „Sie kommen von alleine.“ Von sich selbst spricht er dabei stets als „der Boy“ oder „der King“.

Er sei 500 Euro am Tag wert, sagt er. „Hauptsache man kann ihn einmal im Leben treffen und kennenlernen“, erzählt er über sich in einer Instagram-Story. „Jeder zweite Jugendliche kennt mich einfach.“

"Yo Oli" prahlte mit Unterwäsche-Fotos, die ihm angeblich junge Mädchen zugeschickt haben sollen.
Quelle: Instagram/DailyMotion / Screenshot: Tageespiegel

Als Youtube den Kanal von „Yo Oli“ löschte, machte er einfach bei Instagram und Snapchat weiter.

„Ich bin ein Star auf Youtube“

Am 8. Mai postete er ein Video bei Twitter mit seinen Kontaktdaten für Snapchat. „King, der Boy, der für die Girls genau das Richtige ist, ist momentan in Bremen. Bremen wird befruchtet“, prahlte er.

„Yo Oli“ verbreitete auch Fotos von jungen Mädchen in Unterwäsche und in eindeutigen Posen in den Netzwerken. Auf der Straße imponierte er den Mädchen mit den Worten: „Wir drehen ein Video, ich bin ein Star auf Youtube.“

Im Frühjahr merkte „Yo Oli“ dann offenbar selbst, dass er eine Grenze überschritten hatte. Er kündigte an, künftig keine Videos und Fotos mehr zu verbreiten, auf denen er minderjährige Mädchen küsst oder anfasst.

Im April wies er auch den Vorwurf zurück, er sei ein Pädophiler. Dabei hat der 25-Jährige nicht begriffen, dass es bei Pädophilie um sexuellen Kontakt zu Kindern geht, die die Pubertät nicht erreicht haben.

Jetzt wird er spätestens vor Gericht erfahren, dass er sich auch damit strafbar machen kann, wenn „erwachsene“ Männer Kontakt mit minderjährigen Mädchen haben.

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