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Tag der Arbeit : Polizei auf Krawalle vorbereitet: 5300 Beamte in Berlin im Einsatz

Um 18 Uhr beginnt die "Revolutionäre 1. Mai-Demo". Davor wurde auch schon mehrfach demonstriert - und gefeiert. Wir geben einen Überblick, wie der Tag bisher gelaufen ist.

Claudia Malangre Louisa Lenz
Der starke Wind lässt die Fahnen heftig flattern: Der DGB geht bei seiner Demo von 10.000 Teilnehmern aus, die Polizei schätzte zunächst zwischen 3000 und 4000 Demonstranten.
Der starke Wind lässt die Fahnen heftig flattern: Der DGB geht bei seiner Demo von 10.000 Teilnehmern aus, die Polizei schätzte...Foto: Alexandra Duong

Der 1. Mai wird in Berlin stets mit besonders vielen Demonstrationen begangen. Die ersten Veranstaltungen gab es bereits am Montagabend. Doch die großen Proteste stehen erst heute an. Auch gefeiert werden kann am 1. Mai, besonders in Kreuzberg ist wieder einiges los. Rund um den Feiertag sind in Berlin 5300 Polizisten aus der Hauptstadt, aus neun anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei im Einsatz.

Demonstrationen

18 Uhr, Oranienplatz: Die bekannteste Demonstration in Berlin ist die „Revolutionäre 1.Mai-Demo“, traditionell auch „18-Uhr-Demo“ genannt. Start soll auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreuzberger Oranienplatz sein, also innerhalb des Myfests. Die Autonomen veröffentlichten die Route mittlerweile im Internet: Wie 2017 soll es über Oranienstraße, Adalbertstraße und Naunynstraße gehen, dann aus dem Fest heraus. „Eine kleine Stippvisite“ beim MaiGörli sei zudem „möglich“, heißt es in der Szene. Sollte die Polizei den vermutlich bis zu 15.000 Demonstranten den Zugang verweigern, wären Krawalle zu befürchten, heißt es aus Sicherheitskreisen. Wie 2017 ist die Demo nicht bei der Polizei angemeldet.

14 Uhr, S-Bahnhof Grunewald: Für diese Uhrzeit war die Demo „1. Mai in Grunewald“ von einer Spaßguerilla um die Musikband "Incredible Herrengedeck" angemeldet. Auf der Internetseite der Truppe hieß es, dass die Orte, „wo die Reichen und Kapitalisten wohnen, Berlins wahre Problemviertel“ seien. Bisher gab es im Grunewald viel Musik, aber keine Störungen. Anwohner sollten sich keine Sorgen machen, hatte die Polizei vorab beruhigt – trotz des Demo-Mottos „Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg“. An der fast sieben Kilometer langen Strecke liegen vier Botschaften und 16 Residenzen, zudem die Häuser zahlreicher Prominenter wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne). Die Demo soll auch wieder am S-Bahnhof Grunewald enden.

12 Uhr, Neuköllner Karl-Marx-Platz: Die linke Demo „Heraus zum 1. Mai“ von palästinensischen Gruppen endete gegen 15 Uhr am Herrmannplatz, es gab eine Ansprache vor etwa 100 Leuten. Die Demo war gewaltfrei, allerdings wurden israelfeindliche und antisemitische Parolen skandiert.

10 Uhr, Hackescher Markt in Mitte: Der Gewerkschaftsaufzug unter dem Motto „Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit“ begann am Hackeschen Markt und führte von dort zum Brandenburger Tor. Parallel dazu gab es auch dieses Jahr einen Fahrrad- und einen Motorradkorso von diesem Sammelpunkt aus quer durch die Stadt.

Feste

11.30 Uhr, Kreuzberg: Zum 15. Mal wird dieses Jahr am Tag der Arbeit in Kreuzberg das "Myfest" gefeiert. Es findet rund um das Kottbusser Tor, den Heinrichplatz und die Oranienstraße statt und soll Ausschreitungen entgegenwirken.

12 Uhr, Görlitzer Park: Das erstmals offiziell von der Stadt ausgerichtete Fest "MaiGörli" ist seit kurz vor 17 Uhr wegen Überfüllung geschlossen. Auf zwei Bühnen treten lokale Künstler auftreten, zudem wird Electro- und House-Musik gespielt. Angekündigt haben sich Künstler wie der Berliner DJ „Wankelmut“, das Kölner Electro-Duo „Andhim“ oder Technokünstler des Kollektivs „M.A.N.D.Y.“.

Die Pächter im Görli bieten Getränke zum Verkauf an, und die Berliner Wasserbetriebe schenken kostenlos Wasser aus. Die Veranstaltung ist gratis. Allerdings kam man seit Montag nur über Eingangsschleusen und Sicherheitskontrollen auf das Festgelände. Glas, Blechdosen, Sprays, Waffen, Messer, Grills, Pyrotechnik, Verstärker, Promotionsmaterial, mehr als drei Liter Getränke pro Person, Zelte und Fahrräder“ seien verboten.

Weitestgehend friedliche Demonstration am Montagabend

Bereits am Montagabend, der sogenannten Walpurgisnacht wurde im Wedding demonstriert. Mehr als 2000 Demonstranten zogen unter dem Motto "Widerständig und solidarisch im Alltag" durch den Wedding. Dabei blieb es weitgehend friedlich. Wie die Polizei am Dienstagvormittag mitteilte, waren die einzigen Vorkommnisse, dass sich einzelne Demonstranten vermummt hatten, Pyrotechnik auf einem Hausdach entlang der Aufzugsstrecke abgebrannt wurde, jemand einen nicht treffenden Stein- und eine Flasche auf ein Fahrzeug warf und verbotene Fahnen gezeigt wurden. Dazu wurde ein Tatverdächtiger identifiziert.

Neben der Demo feierten zudem mehrere tausend Menschen die Walpurgisnacht in den verschiedenen Parks der Stadt, wie zum Beispiel im Mauerpark, Görlitzer Park, Monbijoupark und Volkspark Friedrichshain. Dabei blieb es laut Polizei friedlich. Lediglich im Viktoriapark löschten Einsatzkräfte ein paar kleine Lagerfeuer. Insgesamt waren am Montagabend 1700 Polizeikräfte im Einsatz.

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