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Viele Probleme bei Livestream : Fridays for Future protestieren in Berlin und Brandenburg

Trotz Corona soll der globale Klimastreik von Fridays for Future stattfinden. Die Onlinedemo scheitert zunächst an technischen Problemen.

Aktivisten von Fridays for Future legen zu Beginn des alternativen Klimastreiks Protestplakate auf der Reichtagswiese aus.
Aktivisten von Fridays for Future legen zu Beginn des alternativen Klimastreiks Protestplakate auf der Reichtagswiese aus.Foto: Kay Nietfeld/dpa

An den weltweiten Klimaprotesten der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) wollen an diesem Freitag auch zahlreiche Brandenburger und Berliner teilnehmen. Während der Streik in Brandenburg online stattfindet, gibt es in Berlin eine große Kunstaktion.So wolle man der Klimakrise trotz der Corona-Pandemie eine Plattform geben, sagte der Berliner FFF-Sprecher Quang Paasch.

Der von FFF ausgerufene „Netzstreik fürs Klima“ sollte eigentlich um 12 Uhr live auf Youtube starten - scheiterte aber zunächst offenbar an einer technischen Störung.

Rund 19.000 Menschen befanden sich zwischenzeitlich in der Warteschlange und warteten auf den Livestream, schauten zunächst aber auch eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn nur auf einen grünen Bildschirm mit dem Hinweis: „Dieser Livestream läuft immer noch besser als die Klimapolitik der Groko“. Auch später hatten die Aktivisten mit technischen Problemen zu kämpfen, Zuschauer bemängelten die schlechte Bild- und Tonqualität.

„Wir sind mit 19.000 Zuschauern jetzt schon die größte Online-Demo aller Zeiten“, sagte ein Aktivist, der vor dem Bundestag stand. Er betonte, dass alle Anwesenden die Abstandsregeln einhalten würden. Auf der Wiese vor dem Bundestag hatten die Aktivisten hunderte Schilder ausgelegt.

Geplante Live-Schaltungen in andere deutsche Städte funktionierten zunächst nicht. „Pannen sind immer eine witzige Sache“, kommentierte der Aktivist vor dem Reichstag.

Vor Ort dürfen nur 20 Menschen die Versammlung aktiv begleiten

„Rund 70 Ortsgruppen aus ganz Deutschland haben ihre gesammelten Plakate und Schilder nach Berlin geschickt, die an diesem symbolträchtigen Ort zusammengestellt werden“, sagte Paasch. Damit dieser Protest stattfinden könne, müssten alle Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Vor Ort dürften daher nur 20 Menschen die Versammlung aktiv begleiten, hieß es.

Nach rund einer Stunde startete dann ein Teil des eigentlich geplanten Programms mit Liveschaltungen und vorbereiten Videos. Der Musiker Bosse spielte seinen Song „Ein Hurra für dich“, Gruppen aus Orten wie Hamburg und Garmisch Partenkirchen verlasen kurze Botschaften in Livevideos. Auch Prominente wie Eckart von Hirschhausen und Lena Meyer-Landrut sowie der Polarforscher Dirk Notz verlasen kurze Botschaften. Zwischendurch fielen Bild und Ton immer wieder aus.

Auf Twitter trendete parallel der Hashtag #NetzstreikFuersKlima mit rund 11.000 Tweets. Aktivisten und Unterstützer posteten Fotos von selbstgebastelten Plakaten.

Seit Anfang März organisiert FFF laut eigenen Angaben in Deutschland zwar keine Streiks mehr, setzt dafür aber verstärkt auf Online-Inhalte, um auf die Umweltprobleme aufmerksam zu machen.

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Auch der Brandenburger Zweig will seinen Protest sichtbar machen. Unter anderem sei eine Aktion in Neuruppin geplant, bei der Banner aus Fenstern in der ganzen Stadt gehängt werden.

Bereits am Donnerstagabend sollte in Potsdam eine Aktion der Aktivisten von Fridays for Future Potsdam und Extinction Rebellion stattfinden. Dazu sollten Statuen als Demonstrationsteilnehmer mit Plakaten geschmückt werden, erklärte Potsdams FFF-Sprecher Jaro Abraham.

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Auf der Webseite der Bewegung soll es am Freitag ein Streikprogramm mit Musik, Reden und Live-Schalten aus ganz Deutschland und New York geben. Nach Angaben der Bewegung soll die Band Bosse den Livestream musikalisch unterstützen. Auch ein Gespräch mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer sei geplant.

Beim letzten globalen Klimastreik Ende November beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 630.000 Menschen deutschlandweit an den Klimaprotesten.

Allein in Berlin sprach die Polizei von knapp 100.000 Teilnehmern. Die Bewegung hält die Maßnahmen der Bundesregierung für mehr Klimaschutz für vollkommen unzureichend. (dpa/Tsp)

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