Von Libyen bis Iran: 15 Beispiele, wo H&K-Waffen benutzt werden

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Heckler & Koch : Deutsche Kleinwaffen-Exporte töten Millionen Menschen
In Somalia benutzen Armee, Polizei und feindliche Milizen das G3.
In Somalia benutzen Armee, Polizei und feindliche Milizen das G3.Foto: pa/dpa

LIBYEN
2011 finden Rebellen beim Sturm einer Gaddafi-Residenz eine große Stückzahl illegal gelieferter G36. Heckler & Koch betont, es habe die Sturmgewehre nicht an Libyen verkauft. Sie stammten vielmehr aus einer Lieferung an Ägypten.

GEORGIEN
Im Jahr 2008 zeigt das ARD-Magazin „Report Mainz“ mehrere Fotos georgischer Spezialkräfte in der Konfliktregion Südossetien – ausgerüstet mit illegal dorthin gelangten G36-Sturmgewehren. Heckler & Koch bestreitet Lieferungen in das Krisengebiet, auch die Bundesregierung betont, die Waffen seien „nicht von deutscher Seite“ dorthin gelangt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bis heute nicht.

MEXIKO
Heckler & Koch wird nach einer Strafanzeige von Jürgen Grässlin verdächtigt, illegal G36 in Unruheprovinzen geliefert zu haben, für die keine Genehmigungen erteilt wurden. Zunächst stritt das Unternehmen den Vorwurf ab, inzwischen wird ein „dringender Tatverdacht gegen zwei langjährige Mitarbeiter“ eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erklärte jedoch, sie ermittle gegen einen größeren Personenkreis.

SAUDI-ARABIEN
Die Rüstungsdeals mit dem Königreich empören Kritiker besonders: Trotz massiver Repression und schwerster Menschenrechtsverletzungen erhielt Saudi-Arabien gleich mehrere Nachbau-Erlaubnisse – für die Maschinenpistole MP5, das G3 und im Jahr 2008 für das G36.

AFGHANISTAN/PAKISTAN
In Propagandavideos beweisen Taliban aus dem Swat-Tal, dass sie nicht nur mit Kalaschnikows, sondern auch mit deutschen Kleinwaffen gegen den Westen kämpfen - unter anderem mit G3-Sturmgewehren inklusive Zielfernrohr, womit sie auch aus großen Distanzen auf den Gegner - zum Beispiel Bundeswehrsoldaten - schießen können.

SOMALIA
Im zerrütteten Staat wird das G3 sowohl von berüchtigten Milizen als auch von der Armee gebraucht. In Somalia gefundene G3 stammen aus Oberndorf und Lizenzfabrikationen.

IRAN
Das Land erhielt 1967, damals noch als Verbündeter des Westens, die Lizenz zum Bau des G3. Bis heute ist es Standardwaffe der Armee, noch immer wird produziert. Beobachter glauben, das G3 sei über den Iran unter anderem in den Sudan und dort in die Hände der brutalen Dschandschawid-Milizen gelangt.

GAZA-STREIFEN
Dass Mitglieder islamistischer Gruppen im Besitz von H&K-Waffen sind, konnte mehrfach dokumentiert werden. Auch Kämpfer des militärischen Flügels der Hamas haben öffentlich mit solchen geprahlt.
Vermutlich stammen die Waffen aus iranischer Lizenzproduktion.

INDONESIEN
Das „Asian Defence Journal“ nennt den Inselstaat „H&K-country“. Unter Diktator Suharto wurden G3 und MP5 eingesetzt, auch bei Massakern in Ost-Timor. Als Bruneis Armeechef 2000 zum Staatsbesuch kam, durfte er eine MP5SD testen. .

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE
Auch auf der „Internationalen Jäger- und Reitermesse“ in Abu Dhabi werden H&K-Produkte präsentiert. Bei einer anderen Messe am selben Ort zeigte Saudi-Arabien in Lizenz gefertigte G36 – was laut Kritikern einen Verstoß gegen die Endverbleibserklärung bedeutet.

TÜRKEI
Der Nato-Partner erhielt 1967 die Lizenz zum G3- Nachbau. Viele Jahre lang wurde das Sturmgewehr zur Bekämpfung kurdischer Rebellen eingesetzt.

USA

Auch das Geschäft in den Vereinigten Staaten ist für Heckler & Koch enorm wichtig. Schließlich ist dort der größte Kleinwaffenmarkt der Welt.

THAILAND
1971 erhielt Thailand die Rechte zum Nachbau des G3. Exemplare dieser Produktion fand man später bei Rebellengruppen im Nachbarland Birma.

SUDAN
Im nordostafrikanischen Staat ist das G3 weitverbreitet. In den 1980er Jahren wurden die Sturmgewehre aus Saudi-Arabien geliefert, seit den 1990ern aus dem Iran sowie Pakistan.

PHILIPPINEN
Das G36 wird von Spezialeinheiten sowie der Präsidentenwache eingesetzt. Das Vorgängermodell G3 war lange Zeit eine der Standardwaffen der Armee. Über korrupte Militärs gelangten zahlreiche Exemplare auf den Schwarzmarkt.

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