Vieles erinnert in diesen Tagen an den Falkland-Krieg. Vor zwanzig Jahren stritten Großbritannien und Argentinien mit Waffengewalt um das bis dahin weitgehend unbekannte Eiland.
Argentinien
Von Martín E. Hiller Der Ablauf kommt einem irgendwie vertraut vor: Der Junge wächst auf in den Slums von Buenos Aires und fängt bei den Argentinos Juniors mit dem Fußballspielen an.
Vierundsechzig Spiele samt und sonders in voller Länge angesehen, und das jeweils zweimal – kein Wunder, dass Roland Loy müde ist. Der Münchner, der mit seinen systematischen Analysen von Fußballspielen jahrelang nicht nur die vielzitierte Datenbank der Fußballsendung „ran“, sondern auch den früheren Trainer des FC Bayern München, Franz Beckenbauer, mit strategischen Informationen versorgte, hat sich die Fußballweltmeisterschaft 2002 vorgenommen und von der Spieltaktik über die Schiedsrichterleistung bis hin zur Qualität der Expertenkommentare durchleuchtet.
26,54 Millionen Menschen haben das WM-Finale Deutschland – Brasilien am Sonntag im ZDF verfolgt. Das ist die Rekordquote des Jahres und das viertbeste Ergebnis seit Beginn der Quotenmessungen 1985.
Super habe ich gedacht, jetzt stehst du zum zweiten Mal in einem Endspiel nach 1982, und du kannst jetzt endlich Weltmeister werden. Vier Jahre später wieder alles gerade rücken, das war mein Traum.
Von Helmut Böttiger 1:0, 1:0, 1:0. Rumpel Humpel Schlurf.
Sie gelten als einer der größten Experten im Fußballgeschäft – wie oft mussten Sie bei dieser Weltmeisterschaft der Überraschungen Ihre Meinung ändern? Diese Weltmeisterschaft hat uns allen gezeigt, wie gefährlich Prognosen im Vorfeld eines solchen Turniers sind.
Von Rüdiger Schaper Der Mythos ist rund. Das wussten bereits die Griechen, die ihren Heldensagenschatz in zwei Halbzeiten einteilten: die „Ilias“ und die „Odyssee“.
DAS SPIEL IST AUS! Hat jemand Mathematiker im Freundeskreis?
Fußball ist ein schönes Spiel. Das liegt manchmal nur bedingt an den Ereignissen auf dem Rasen, aber über Fußball lässt sich einfach wunderbar philosophieren.
Von Markus Hesselmann Irgendwann muss Schluss sein. Und jetzt ist Schluss.
Als der Südkoreaner Ahn Jung-hwan in der 116. Minute des Achtelfinals gegen Italien das Golden Goal erzielte, dürfte Lothar Matthäus aufgeatmet haben.
Von Christoph von Marschall Weiß noch jemand, was die letzten G-8-Gipfel gebracht haben? Randale zwischen militanten Globalisierungsgegnern und einer mitunter brutalen Polizei – in Genua sogar einen Toten.
Von Sven Goldmann Es ist an der Zeit, mit dem Mythos vom deutschen Rumpelfußballer aufzuräumen, der mal wieder die Welt mit unverdienten Siegen belästigt; der bei dieser Weltmeisterschaft mehr bolzend als spielend Richtung Finale zieht und seine Erfolge allein einem überragenden Torhüter verdankt. Das klingt schön, wird auch von einer sich überaus weltoffen, selbstkritisch und fortschrittlich gebenden Öffentlichkeit in Deutschland goutiert – und ist doch falsch.
Von Sven Goldmann Es ist an der Zeit, mit einem Mythos aufzuräumen, dem vom deutschen Rumpelfußballer, der mal wieder die Welt mit unverdienten Siegen belästigt; der bei dieser WM mehr bolzend als spielend Richtung Finale zieht und seine Erfolge allein einem überragenden Torhüter verdankt. Das klingt schön, wird auch von einer sich überaus weltoffen, selbstkritisch und fortschrittlich gebenden Öffentlichkeit in Deutschland gern goutiert – und ist doch falsch.
DAS SPIEL IST AUS! Die klügsten Köpfe in diesen Tagen sind nicht Habermas oder Enzensberger, sie heißen Schuster, Klinsmann, Breitner.
Von Charles A. Landsmann Tel Aviv.
Fußball ist Philosophie. Deshalb heben wir den Ball hier auf eine höhere Ebene.
Sie sind 1986 bis ins WM-Finale gekommen; viele fühlen sich beim Auftritt der aktuellen Nationalelf bereits an dieses Turnier erinnert. In der Tat gibt es einige Gemeinsamkeiten.
Fußball ist Philosophie. Hier heben wir den Ball auf eine höhere Ebene.
Von Stefan Hermanns Seogwipo. Nur gut, dass im Viertelfinale der Weltmeisterschaft nur noch acht Mannschaften mitspielen.
Von Ulrich Fuchs César Luis Menotti ist entsetzt. „Armselig" findet er die Qualität des Fußballs, der bei der WM bis jetzt dargeboten wurde.
Von Paulo Prada Weil die Top-Favoriten reihenweise ausscheiden, sind die Buchmacher die Gewinner der Fußballweltmeisterschaft. Als sichere Wetten galten Frankreich und Argentinien; wenige tippten dagegen auf Erfolge der USA oder Senegals.
Von Martín E. Hiller Was haben Deutschland und Frankreich bei der 17.
Argentinien weint. Nicht nur, weil sein Fußball-Team aus der WM-Vorrunde ausgeschieden ist.
Der kommt aus dem argentinischen Rotwelsch : Mit dem Gotan Project wird der Tango neu kodiert und erlebt seine letzte furiose Ausfahrt irgendwo bei Paris. Selten ist ein innovatives Vorhaben derart gefeiert worden.
Von Lorenz Maroldt Das Auffälligste an dieser Weltmeisterschaft sind die Frisuren. Kaum eine Mannschaft, in der nicht mindestens einer mit Irokesenschnitt aufläuft, mal aufgemalt, mal hochgestylt und manchmal sogar links und rechts ganz radikal zurechtrasiert.
Von Vincenzo Delle Donne Rom. Der italienische Tifoso ist dieser Tage gefangen in einer Atmosphäre zwischen Hoffen und Bangen.
Zu spät hat Diego Maradona als „Sondergesandter des argentinischen Sport- und Fremdenverkehrsministeriums“ die Reise nach Japan angetreten. Der Argentinier, dem zunächst wegen seiner Drogen-Vergangenheit das Visum verweigert worden war, wollte seine Nationalmannschaft ursprünglich im Achtelfinale auf der Tribüne unterstützen.
Nach dem Ausscheiden Argentiniens fiel das Land in Agonie. Bei Temperaturen um Null Grad wurde es ungewohnt still auf den Straßen von Buenos Aires.
Von Anne Grüttner Buenos Aires. Mittwoch um halb 9 Uhr morgens: Noch sind die Straßen leer, die Zeitungshändler dösen in ihren Straßenständen vor sich hin.
Im normalen Leben, da ist mein Leben ohne Fußball kein Problem. Ich mache einfach nicht den Fernseher an.
Von Martín E. Hiller Erst wollte er und durfte nicht, jetzt darf er und wird wohl nicht kommen: Diego Maradona hat bei der japanischen Botschaft in Kuba noch kein Visum beantragt, um doch noch rechtzeitig zum letzten Gruppenspiel seiner Argentinier in Miyagi einzutreffen und seine Landsleute moralisch zu unterstützen.
Von Martín E. Hiller Erst wollte er und durfte nicht, jetzt darf er und wird wohl nicht kommen: Diego Maradona hat bei der japanischen Botschaft in Kuba noch kein Visum beantragt, um doch noch rechtzeitig zum letzten Gruppenspiel seiner Argentinier in Miyagi einzutreffen.
Am letzten Spieltag der Gruppe F kommt es am Mittwoch zu den Begegnungen Schweden gegen Argentinien und Nigeria (bereits ausgeschieden) gegen England. Die Achtelfinalteilnehmer dieser Gruppe bleiben in Japan: Der Erste der Gruppe F spielt gegen Senegal (Sonntag, 16.
Miyazaki. Für die einen ist es ein normales Gruppenspiel, für Rudi Völler ist die Partie gegen Kamerun das „Sechzehntelfinale": In der Tat kann vermutlich nur eine der beiden Mannschaften weiterkommen, wobei Völlers Team den Vorteil besitzt, dass schon ein Punkt zum Einzug ins Achtelfinale genügt (siehe Kasten Seite 21).
Sport: Der siebenfache Überschlag reicht nicht Nigeria ist nach dem 1:2 gegen Schweden ausgeschieden
Von Martin Hägele Kobe. Adegboye Onigbinde, genannt Festus, ist ein einfacher Mann.
Von Christoph Daum Im Mutterland des Fußballs schlug Sven-Göran Eriksson nach seiner Nominierung als Nationaltrainer Ablehnung entgegen. Einer aus dem Land der Wintersportler als Cheftrainer in England - das sprengte das Vorstellungsvermögen der traditionsbewussten Briten.
Ich habe mich verliebt. Letzte Woche.
Sapporo (Tsp). Was ist über das Duell zwischen England und Argentinien nicht alles gesagt worden: Falkland-Krieg 1982, Maradonas Handtor 1986 oder das Elfmeterschießen bei der WM 1998 gelten als wichtigste Eckdaten dieser Begegnung.