Die mazedonische Regierung hat die Militäroffensive gegen die albanischen Freischärler am Freitagabend für beendet erklärt. Man habe die Schlüsselpositionen im Grenzgebiet wieder unter Kontrolle, sagte Regierungssprecher Antonio Milososki.
Kosovo
Bei einem Granatenangriff aus Mazedonien sind am Donnerstag in dem Kosovo-Grenzdorf Krivenik drei Menschen getötet worden. Zehn Personen seien verletzt, sagte Kfor-Sprecherin Alayne Cramer in Pristina.
Aus Sicht derer, die am Wiederaufbau und an der wirtschaftlichen Entwicklung des Balkan arbeiten, ist die Krise in Mazedonien eine Katastrophe. Mindestens ein Jahr werde es dauern, bis sich Investoren erneut für Mazedonien interessierten, so die Einschätzung der EU-Experten des Balkan-Stabilitätspaktes.
Seit Beginn der mazedonischen Offensive gegen die oberhalb von Tetovo verschanzten Albanerrebellen sind mehr als tausend Menschen geflohen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR vom Montag überquerten seit Sonntag rund 700 Flüchtlinge die südliche Grenze zum Kosovo.
Mazedonische Regierungstruppen haben am Sonntag mit ihrer angekündigten Bodenoffensive mit Panzern zur Vertreibung der albanischen UCK-Rebellen aus dem Hügelland um Tetovo begonnen. Zuvor waren die Hänge unter schweren Panzer- und Artillerie-Beschuss genommen worden.
Kann ein Westeuropäer nach 17 Monaten in Sarajevo im Amt ein Buch schreiben unter der Fragestellung "Hat der Frieden eine Chance?".
Den "Balkan im eigenen Auge", nennt Slavoj Zizek die Konstruktion, die westeuropäische Nachbarn vom "Balkan" herstellen. Nun sind wir - angesichts der bürgerkriegsähnlichen Situation in Mazedonien - in der nächsten Phase des Konstruierens angelangt.
Trotz zahlreicher Friedensappelle aus dem In- und Ausland kommt Mazedonien nicht zur Ruhe. Aus den Hügeln um die Stadt Tetovo waren auch am Samstag Schüsse und Explosionen zu hören.
Die eiserne Logik separatistischer Kriege Ja: Denn der Westen hat die UCK erst zu dem gemacht, was sie istHeute vor zwei Jahren bombardierte die Nato Serbien. Bellizisten und Pazifisten stritten damals obligatorisch über den Sinn - ein paar kluge Köpfe meinten, dass man diese Frage wohl erst in 20 Jahren beantworten kann.
Bill Johnson (USA), Abfahrtsolympiasieger von 1984, schwebt nach einem Ski-Unfall in Lebensgefahr. Der 40-Jährige, der zu Saisonbeginn nach elfjähriger Pause ein Comeback gefeiert hatte, war am Donnerstag im Training für die US-Meisterschaften in die Fangzäune gerast.
Auf die neue Offensive der mazedonischen Armee in der Umgebung von Tetovo haben die albanischen Rebellen am Freitag mit Gegenangriffen reagiert. Dabei kam es erneut zu einem Gefecht in der Umgebung der Kaserne, aus der vor sechs Tagen die meisten deutschen Soldaten abgezogen worden waren.
Die Durchführung der Qualifikationsspiele für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 zwischen Albanien und England sowie Mazedonien und der Türkei am nächsten Mittwoch ist wegen der ethnischen Spannungen im Kosovo gefährdet. "Im Moment sind beide Spiele noch angesetzt, aber wir beobachten die Situation genau", sagte Andreas Herren, Sprecher des Weltverbandes Fifa.
Der Konflikt in Mazedonien, ausgelöst durch albanische Extremisten, verlangt eine politische Lösung. Deren Hoffnung, einen Flächenbrand auszulösen und die KFOR-Einheiten zu instrumentalisieren, darf sich nicht erfüllen.
Die Nato will die Kfor-Truppen im Kosovo um etwa 1000 Soldaten verstärken, um so die Grenzen zwischen dem Kosovo und Mazedonien besser sichern zu können. Während Spanien und Frankreich in der Sitzung des Nato-Rates am Mittwoch bereits zusätzliche Truppen zugesagt haben, teilten deutsche Diplomaten zunächst mit, es werde noch darüber nachgedacht, ob zusätzliche Soldaten geschickt werden könnten.
Als Reaktion auf die Gefechte der letzten Tage in Mazedonien fordert die Nato von den Kfor-Staaten zusätzliche 1400 Soldaten. Zugleich verstärkte die Nato nach eigenen Angaben inzwischen ihre Truppen an der Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien, um die Nachschubwege der albanischen Rebellen nach Mazedonien zu unterbrechen.
Wenn in Mazedonien von "Skipetaren" geredet wurde, beschwor das nie jene herzlich romantische Stimmung, die uns aus den Büchern Karl Mays vertraut ist. Die "Skipetaren", die albanischen Mitbürger, zogen so ziemlich alle Vorurteile auf sich, die Minderheiten überall aufgedrückt werden: zu faul, zu dumm, zu viele Kinder.
Als Führer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (NLA), die gemeinhin als mazedonische UCK bezeichnet wird, gilt der 60-jährige Fazli Veliu. Der frühere Lehrer pflegt enge Kontakte zur albanischen Befreiungsarmee im Kosovo (KLA), der kosovarischen UCK.
Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping hält die von Kämpfen geprägte Situation im mazedonischen Grenzgebiet zu Jugoslawien für beherrschbar. In einem Interview mit dem Südwestrundfunk lehnte Scharping es ab, die Kampfhandlungen schon als neuen Krieg auf dem Balkan einzustufen.
Europa sieht sich mit dem fünften Balkankrieg seit dem Zerfall des alten Jugoslawiens konfrontiert. Nach Slowenien, Kroatien, Bosnien und Kosovo ist die Reihe jetzt an Mazedonien.
Die mazedonische Regierung hat am Sonntag mit der Mobilisierung von Armee-Reservisten begonnen. Dies sei wegen der andauernden Angriffe albanischer Terroristen rund um Tetovo notwendig geworden, sagte Armeesprecher Georgi Trendafilov.
In der Unionsfraktion ist ein heftiger Streit um das Balkan-Engagement der USA entbrannt. Der verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion, Paul Breuer, nannte die Kritik des CDU-Verteidigungsexperten und Bundestagsabgeordneten Willy Wimmer an der Kfor-Friedenstruppe unter US-Führung am Sonntag "falsch und absurd".
In Westeuropa ist angesichts der Kämpfe zwischen albanischen Separatisten und mazedonischen Sicherheitskräften eine Diskussion um die Ziehung neuer Grenzen auf dem Balkan aufgeflammt. Der Balkan-Gesandte der UN, Carl Bildt, kritisierte die Vorschläge von Lord David Owen, der kürzlich unter anderem ein unabhängiges Kosovo angeregt hatte.
Die Bilder sind erschreckend vertraut, allzu bekannt aus dem belagerten Sarajevo: Schüsse dringen aus den Bergen über der Stadt, der Zoom der Fernsehkameras fängt die weißen Wölkchen des Mündungsfeuers ein. Unfreiwillig malerisch und totbringend.
Einen Tag nach den Angriffen albanischer UCK-Rebellen auf eine Kaserne mit Bundeswehrsoldaten im westmazedonischen Tetovo ist das deutsche Kontingent der Kosovo-Schutztruppe Kfor am Samstag mit Panzern verstärkt worden. Nach Angaben eines deutschen Kfor-Sprechers wurden zudem aus Sicherheitsgründen etwa 400 der insgesamt rund tausend deutschen Soldaten aus Tetovo in ein anderes Feldlager verlegt.
Seit Tagen wird geschossen. Das Rattern der Maschinengewehre und das Dröhnen der Mörser gehören zum ständigen Geräuschpegel im mazedonischen Tetovo.
Albanische Rebellen haben am Freitag in Mazedonien eine Kaserne mit Bundeswehrsoldaten beschossen. Der Angriff steht im Zusammenhang mit den seit Tagen verschärften Spannungen zwischen den Rebellen und mazedonischen Streitkräften im Grenzgebiet zum Kosovo.
So leicht lässt sich Ibrahim Rugova nicht aus der Ruhe bringen, er, der bislang so gern den Pazifisten und politischen Philosophen gab - den europäischen Gandhi, wie ihn seine Anhänger nennen. Aber wenn es um das Ansehen der Kosovo-Albaner (Kosovaren) in Europa geht, da fixiert deren charismatischer Führer seine Gegenüber schon mal mit finsterem Gesicht und vorgeschobenem Unterkiefer, als Zweifel an der Friedfertigkeit seiner Landsleute aufkommen.
Sie reisen, sie schütteln Hände, sie erkunden die Lage, sie versuchen zu vermitteln - jeder übt sich in der hohen Kunst des zivilen Krisenmanagements auf dem Balkan: Javier Solana, der Hohe Beauftragte für die EU-Außenpolitik, Chris Patten, der EU-Außenkommissar und Bodo Hombach, der als EU-Koordinator für den Balkan-Stabilitätspakt und Herr über Millionen-Hilfsprojekte bei den Politikern der Region beliebt ist. Im Kosovo explodieren dennoch Bomben und terrorisieren Albaner die serbische Minderheit.
Nun werden die Schutzbefohlenen selbst zu Tätern. Bisher hatte die Welt die Albaner vor allem als Opfer wahrgenommen - Opfer der serbischen Unterdrückung im Kosovo, die unter Diktator Milosevic zur offenen Vertreibung ausartete.
Der Spuk an Mazedoniens Grenze zum Kosovo schien zum Wochenbeginn vorbei zu sein. Die Behörden in Skopje zeigten sich nach dem ersten Schrecken, als albanische Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) in den vorigen drei Wochen wiederholt Angriffe gegen mazedonische Sicherheitskräfte führten, erstmals wieder zuversichtlich.
Das Auswärtige Amt wird 50, und schon geht die Suche los nach prägenden Figuren eines halben Jahrhunderts, entscheidenden Daten und Begriffen. Da ist es hilfreich, dass die gute alte deutsche Ostpolitik immerhin zu den Wörtern gehört, die Eingang gefunden haben in die englische Sprache - neben der Weltanschauung, dem Kindergarten und der Schadenfreude.
Haben die Europäer seit der Bosnien-Krise und dem Kosovo-Krieg nichts dazugelernt? Haben die Regierungen vergessen und verdrängt, wie hilflos sie waren, als damals Hundertausende von Menschen durch Bürgerkrieg, Zerstörung, Terror und Vertreibung entwurzelt wurden und in die EU drängten?
Wegen der sich zuspitzenden Lage im Kosovo geht das Verteidigungsministerium angeblich von einer erhöhten Gefährdung der rund 7100 auf dem Balkan eingesetzten Bundeswehrsoldaten aus. In einem vertraulichen Schreiben an den Verteidigungsausschuss des Bundestages habe der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Klaus-Günther Biederbick (SPD), vor möglichen Unruhen gewarnt, berichtete am Dienstag die "Bild"-Zeitung.
Der Einsatz von uranhaltiger Munition (DU-Munition) durch die Nato im Kosovo-Konflikt hat keine schweren Folgen für Menschen und Umwelt. Zu diesem Schluss kommt die erste internationale Studie unter Federführung der UN-Umweltbehörde Unep.
Die albanischen Rebellen in Südserbien haben am Montag ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Wie der Kommandeur der Nato-geführten Kosovo-Truppe (Kfor), Generalleutnant Carlo Cabigiosu, mitteilte, unterzeichnete die serbische Seite das Abkommen ihrerseits in dem Dorf Merdare an der Verwaltungsgrenze zwischen dem Kosovo und dem übrigen Serbien.
Albanische Rebellen und Politiker haben inmitten neuer Zusammenstöße eine Teilung Mazedoniens zu ihrem Ziel erklärt. In einer in Skopje verbreiteten Erklärung der Albaner- Guerilla UCK wurde dazu eine neue Erfassung der Bevölkerung und Verfassungsänderungen unter "internationaler Vermittlung" gefordert.
Ein von der Nato vermitteltes Waffenstillstandsabkommen soll die seit Monaten andauernden Gefechte zwischen Albanerrebellen und der serbischen Polizei in der Pufferzone zwischen dem Kosovo und Südserbien beenden. Sowohl die jugoslawische Regierung als auch die albanische Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB) kündigten die Unterzeichnung des Abkommens an.
Welch ein Revirement der Bündnisse so kurz nach dem Krieg. Knapp zwei Jahre nach den Nato-Luftangriffen auf Serbien, nur anderthalb Jahre, nachdem die internationale Friedenstruppe KFOR Kosovo besetzt hat, um die Albaner vor der Verfolgung zu schützen, verbündet sich die Allianz mit Belgrad, um die Grenzen gegen die albanische Befreiungsarmee UCK zu schützen.
Albanische Rebellen haben am Freitag in Nordmazedonien einen von ihnen blockierten mazedonischen Regierungskonvoi weiter beschossen. Augenzeugen berichteten, dass die 15 Fahrzeuge in der Nähe des von Albanern bewohnten Dorfes Gosinci an der Grenze zum Kosovo angegriffen wurden.
Gegner können über Nacht zu Partnern werden. Vor knapp zwei Jahren begann die Nato mit den Luftangriffen gegen Jugoslawien.