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Macron spricht von „gemeinsamen Übungen“: Deutschland schickt Soldaten nach Grönland – auch Frankreich unterstützt
Im Konflikt um die Besitzansprüche der USA auf Grönland stellen sich Nato-Verbündete an Dänemarks Seite. Neben Deutschland zeigt sich auch Frankreich solidarisch.
Stand:
Die Bundesregierung hat entschieden, noch in dieser Woche Bundeswehrsoldaten nach Grönland zu entsenden. Deutschland werde sich „auf Einladung Dänemarks“ an einer „multinationalen Erkundung“ beteiligen, wie das Bundesverteidigungsministerium in einer Pressemitteilung schrieb. Zuvor hatte die „Bild“ über die Entsendung eines deutschen „Erkundungstrupps“ berichtet.
Der Einsatz beginnt bereits am Donnerstag und dauert bis Samstag. Ein Team aus 13 Bundeswehrsoldaten werde in einem Airbus A400M nach Nuuk in Grönland fliegen. Ziel sei es, die „Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks“ auszuloten. Als Beispiel nannte das Verteidigungsministerium die Seeraumüberwachung.
Strack-Zimmermann begrüßt Signal an USA
Die Grünen begrüßen die Entsendung eines Erkundungsteams der Bundeswehr nach Grönland. „Das ist ein starkes Symbol“, sagte Verteidigungsexpertin Sara Nanni der „Rheinischen Post“. Die Gespräche in Washington hätten nicht dazu geführt, dass US-Präsident Donald Trump seine Gebietsansprüche aufgebe.
„Wichtig wäre deshalb, dass diese militärische Geste der Solidarität mit Dänemark durch handfeste diplomatische Drohungen Richtung Weißes Haus ergänzt werden. Nur dann kann man Trump von seinem Wahnsinn abhalten“, so Nanni. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse klarmachen, dass es Konsequenzen für die USA hätte, wenn diese weiter am Zusammenhalt in der Nato zündelten, indem sie die territoriale Integrität eines Mitgliedsstaates infrage stellten.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sagte der „Rheinischen Post“: „Dies ist genau die richtige europäische Initiative, um dem Weißen Haus unmissverständlich klarzumachen, dass wir an der Seite Grönlands beziehungsweise Dänemarks stehen.“
Macron schickt ebenfalls Soldaten nach Grönland
Auch Frankreich schickt auf Anfrage Dänemarks Soldaten ins von den USA beanspruchte Grönland. Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. „Weitere werden folgen.“
Macron sprach von „gemeinsamen Übungen“, die Dänemark organisiert habe und die unter dem Namen „Operation Arctic Endurance“ (auf Deutsch etwa: „Einsatz Arktische Ausdauer“) liefen.
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Kein offizieller Nato-Einsatz
Wie das Medium „Politico“ unter Berufung auf einen europäischen Diplomaten meldet, nehmen auch Truppen aus den Niederlanden und Kanada an dem Einsatz teil. Der Einsatz werde bisher zwischen Regierungen koordiniert und sei noch nicht offiziell von der Nato gebilligt worden, heißt es unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.
Auch die dänische Regierung hatte zuvor angekündigt, ihre militärische Präsenz in der Region auszubauen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des dänischen Außenministeriums und des grönländischen Ministeriums für Äußeres und Forschung hervor. Dies geschehe demnach im Zusammenhang mit militärischen Übungen mit sowohl Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten – und in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten.
Ziel sei es, die Fähigkeit zum Einsatz unter den besonderen Bedingungen in der Arktis zu trainieren und die Präsenz des Verteidigungsbündnisses zu stärken. Bei den Übungsaktivitäten könne es sich laut der Mitteilung unter anderem um die Unterstützung grönländischer Behörden wie der Polizei, die Überwachung systemrelevanter Anlagen, den Einsatz von Kampfflugzeugen in und um Grönland, die Lösung von Marineaufgaben sowie die Entgegennahme alliierter Truppen handeln. Grund dafür sei, dass sich „die sicherheitspolitischen Spannungen bis in die Arktis“ ausgedehnt haben.
Auch Schweden kündigte an, noch am Mittwoch Militärs nach Grönland zu schicken. Das geschehe auf eine Anfrage aus Dänemark hin, schrieb der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson auf X. „Einige Offiziere der schwedischen Streitkräfte treffen heute in Grönland ein. Sie sind Teil einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern“, hieß es in dem Post. (Tsp, dpa, Reuters)
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