Ein Team der Nato berichtet von rund 125 Menschen, die durch den Luftangriff in Afghanistan getötet worden seien. Der Verteidigungsminister weist den Bericht zurück und stellt sich hinter die Soldaten.
Taliban
Der Kampf um die Köpfe – so ist er nicht zu gewinnen. Weder am Hindukusch noch daheim. Zu den militärischen Schulweisheiten gehört, dass das taktische Vorgehen das strategische Ziel nicht gefährden darf. Im Moment sind Bundeswehr und Verteidigungsminister auf dem besten, genauer dem schlechtesten Wege, diese Maxime zu ignorieren.
Die Situation am Kundus-Fluss muss brenzlig gewesen sein. Es passiert nicht alle Tage, dass die in Nordafghanistan stationierten deutschen Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf Luftunterstützung von ihren Alliierten anfordern.

Verteidigungspolitiker kritisieren den Luftangriff und fürchten Sympathieverluste für deutsche Soldaten in Afghanistan. Inzwischen gibt es auch bei der Nato keinen Zweifel mehr: Es wurden nicht nur Aufständische getroffen.

Nach dem Luftangriff in Kundus greifen die Taliban nun verstärkt die Bundeswehr an: Vier deutsche Soldaten wurden bei einem Selbstmordanschlag verletzt. Zudem beschossen die Taliban Bundeswehrangehörige mit Handfeuerwaffen.
Die Regierung muss ihr Wissen über den Angriff in Afghanistan schnell öffentlich machen
Der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei hat der Bundesregierung völlig unzureichende Information des Parlaments über den Zwischenfall in Kundus vorgeworfen.

Verteidigungsminister Jung muss sein Wissen über den Angriff von Kundus schnell öffentlich machen. Wenn die Bombardierung im Ergebnis ein Fehler war, dann hilft es keinem, darum herumzudrucksen.

UPDATE Folgenschweres Gefecht der Bundeswehr: Als die Soldaten Luftunterstützung anforderten, kam es zur Katastrophe. Bei der Explosion zweier Laster wurden 50 Taliban getötet. Augenzeugen sprechen von 150 Toten und Verletzten. US-Jets flogen Attacke.
Radikalislamische Rebellen haben deutsche Soldaten der Schutztruppe Isaf in der nordafghanischen Provinz Kundus angegriffen und in ein heftiges Gefecht verwickelt.
Verpatzte Wahlen, triumphierende Taliban, mehr tote Soldaten und Zivilisten – seit Wochen kommen aus Afghanistan nur noch Hiobsbotschaften. Am Mittwoch, rechtzeitig vor einem Krisentreffen in Paris, warteten die UN zumindest mit einer guten Nachricht auf: Zum zweiten Mal in Folge wurde 2009 weniger Opium produziert.
Verteidigungsminister Jung nennt den Bundeswehreinsatz in Afghanistan einen Erfolg – die Realität sieht anders aus.

Wie die Deutsche Welle in Afghanistan auf die wachsende Ablehnung der Bundeswehr reagiert.
Der Bundeswehreinsatz am Hindukusch kommt im Wahlkampf kaum vor. Auch Verteidigungsminister Jung scheut eine klare Aussage. Doch in Friesland kam er daran nicht vorbei.
Mit neuen Taktiken und einem immer aggressiveren Auftreten terrorisieren die Taliban Afghanistan. Nato-Generäle drängen nun auf mehr Einsatzkräfte.

Jeden Montag beantwortet "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe vier Fragen zur Außenpolitik. Heute über Afghanistan, die CIA, Barack Obama und den deutschen Wahlkampf.
Die westliche Allianz ist in Afghanistan mehr denn je gefordert. Da kann es der Sache nur dienlich sein, wenn der Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier das Thema Krieg und Frieden hierzulande nicht länger der Linkspartei überlässt.

Wie geht’ s den alten Meisterwerken, wozu ihnen treu sein? Bemerkungen zum Ende der Festspiel-Saison.
SPD-Kanzlerkandidat Frank- Walter Steinmeier will im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl einen "konkreten Fahrplan" für den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan aushandeln. Jetzt schon ein Datum für den Bundeswehr-Abzug festzulegen, hält er aber für unverantwortlich. In Afghanistan häufen sich derweil Beschwerden über Wahlbetrug.
Afghanistan hat gewählt, doch demokratischen Standards genügte die Abstimmung offenbar nicht. Unabhängige Stimmen berichten von Manipulationen und Taliban-Gewalt
Die schwierigste Zeit könnte jetzt erst beginnen. Nur einen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan haben sowohl Amtsinhaber Hamid Karsai als auch sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah schon den Sieg für sich beansprucht.
Menschen können sich innerhalb kurzer Zeit an vieles gewöhnen. Zum Beispiel an die Geschosse, die im Laufe des Wahltags in der nordafghanischen Provinz Kundus in der Nähe der Wahllokale einschlugen. Mindestens fünf Raketen waren es tagsüber in Kundus-Stadt. Drei Kinder und zwei Erwachsene wurden dabei verletzt.
Im Norden Afghanistans sind rund 3900 deutsche Soldaten der Nato- Truppe Isaf stationiert, die zuletzt häufiger angegriffen wurden. Nun wird über einen Abzugstermin diskutiert. Was ist wahrscheinlich?
Zum zweiten Mal waren die Afghanen aufgefordert, ihren Präsidenten zu wählen. Wie verlief der Tag?
17 Millionen Menschen sind in Afghanistan dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Experten befürchten Manipulationen. Die Taliban hatten mit Anschlägen gedroht - und machen diese Drohung wahr. In der Stadt Baghlan soll es heftige Kämpfe gegeben haben.
Impressionen vor einem entscheidenden Tag
Am Wahltag will Bundeswehr nur im Hintergrund wirken – einheimische Kräfte sollen Stimmabgabe in Afghanistan sichern. Es ist erst die zweite Wahl seit dem Sturz der Taliban.
Zwei Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan spitzt sich die Sicherheitslage im Land immer weiter zu. Bei dem Selbstmordanschlag in Kabul sind auch Nato-Soldaten getötet und verletzt worden.
Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist es wieder zu Attacken von Aufständischen gekommen. In der Provinz Kundus wurden Bundeswehr-Soldaten angegriffen. Auf dem Gelände des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt Kabul schlug zudem eine Rakete ein.
Der ehemalige Verteidigungsminster der Union, Volker Rühe, gibt dem amtierenden, Franz Josef Jung, Ratschläge für den Einsatz in Afghanistan. Der reagiert verärgert. Die Debatte über einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ist neu entbrannt.
Der Hamid Karsai Präsident verteilt Geld und verspricht Posten – um Loyalität zu erhalten.

Stefan Kornelius erklärt, warum der Krieg in Afghanistan nötig ist – aber falsch geführt wird.

Vor 90 Jahren wurde Afghanistan von Großbritannien unabhängig. Inwieweit wirken die Folgender britischen Kolonialherrschaft bis heute nach?

Der Krieg in Afghanistan wird blutiger, die Kriminalität nimmt zu, die Menschen wollen Sicherheit – Begegnungen in Kabul.
Terror kurz vor der Präsidentenwahl: Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt gab es Tote und Verletzte. Mindestens fünf Menschen wurden getötet.
Bilanz nach acht Jahren Wiederaufbau: Schulen sind entstanden und 13.000 Kilometer Straßen – doch Demokratie gibt es nur auf dem Papier.
Die Waage mit Friedenstaube ist das Symbol von Hamid Karsai (51).
Das Symbol von Ashraf Ghani (60), ist der geöffnete Koran.
Der Vater eines von Bundeswehrsoldaten in Kundus getöteten Jungen beklagt, sie hätten ohne Vorwarnung auf seinen Sohn geschossen. Die Bundeswehr bestreitet das.
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich vor der Präsidentschaftswahl deutlich verschärft. Amerikanisch-afghanische Truppen erhöhen daher ihre Präsenz in der Region.