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Thema

Taliban

Einen Tag nach dem Fall von Kandahar verstärkten afghanische und US-Truppen die Suche nach Terroristenführer Osama bin Laden und Talibanführer Mullah Mohammed Omar. Sichere Erkenntnisse über ihren Aufenthalt gab es aber weiterhin nicht.

Nach zwei Monaten Krieg in Afghanistan ist das Taliban-Regime offenbar am Ende. Tausende Milizen ergaben sich am Freitag in der letzten verbliebenen Taliban-Hochburg Kandahar kampflos den einrückenden Oppositionstruppen.

So ungebildet, wie die Mädchen in Kabul und Kandahar sollten ihre eigenen Töchter nicht aufwachsen. Nein, die oberen Ränge der Talibankrieger schickten ihre Töchter fort aus der Bildungswüste, auf Internate im Ausland!

Holländer sind pragmatisch. Und so wollte sich die Designerin Cindy van den Bremen nicht damit abfinden, dass viele muslimische Mädchen in den Niederlanden keine Sportklassen besuchen, weil sie der Schleier behindert.

Von Clemens Wergin

Je schwächer der Widerstand der Taliban und der Al-Qaida-Kämpfer wird, umso dringender stellt sich die Frage nach der internationalen Schutztruppe für Afghanistan. Die Lektionen aus Somalia, wo ein komplexes "Nation Building" versucht wurde, und aus Bosnien, wo die Unprofor keinerlei Sicherheit für die als Schutzzonen ausgewiesenen Städte gewährleisten konnte, sind den Verantwortlichen noch gut in Erinnerung.

Von Robert von Rimscha

Amerika hat einen Krieg geführt, um die Drahtzieher der Terroranschläge von New York zur Rechenschaft zu ziehen. Der Feldzug verlief nach einigen Wochen des Zweifelns vergleichsweise schnell und glatt.

Von Christoph von Marschall

Nur wenige Tage nach dem Abkommen vom Petersberg melden sich in Afghanistan immer mehr kritische Stimmen zu Wort. Jabbar Ahmed Khan, ein Stammesführer, der ein Gebiet südlich von Kabul erobert hat, lehnt den designierten Regierungschef Hamid Karsai vehement ab.

So lassen selbst strategische Erfolge keine rechte Freude aufkommen - jedenfalls nicht beim durchschnittlich an Außenpolitik interessierten Bürger. Kandahar soll jetzt fallen, die letzte Bastion des Taliban-Regimes.

Von Christoph von Marschall

Einen Tag nach der Einigung auf eine Übergangsregierung für Afghanistan sind die Taliban zur Aufgabe ihrer letzten großen Bastion bereit. Nach den Worten des früheren Taliban-Botschafters in Pakistan, Abdul Salam Saif, will der Führer der radikalislamischen Miliz, Mullah Mohammed Omar, die Hochburg Kandahar übergeben.

Vielleicht ist die Kapitulationsankündigung von Taliban-Chef Mullah Omar bloße Taktik. Doch die Indizien sprechen dafür, dass Kandahar gefallen ist.

Es war einmal ein Land, in dem herrschte die nackte Gewalt: Menschen hungerten, Musik war verboten, Frauen durften weder ihr Gesicht zeigen noch in die Schule gehen, in Fußballstadien richteten die religiösen Machthaber ihre Gegner hin. Aber der Westen interessierte sich nicht groß für die Region - bis am 11.

Von Hans Monath

Der Kandidat hatte Wichtigeres zu tun als zu verhandeln: Während auf dem Petersberg die Afghanen über die Übergangsregierung stritten, kämpfte deren künftiger Chef Hamid Karsai bei Kandahar gegen die Taliban. Der 46-jährige Stammesfürst konnte seine Botschaften nur über ein Telefon an die Landsleute ins ferne Rheinland senden.

Flüchtlinge aus Afghanistan wissen in Deutschland nicht, woran sie sind. Jahrelang erhielten sie kein Asyl, weil Artikel 16 des Grundgesetzes nach Lesart der Gerichte nur Schutz vor politischer, also staatlicher, Verfolgung gewähren sollte.

Von Ruth Ciesinger

Die vier Gruppen auf dem Petersberg sind "das beste Aufgebot, das in der kurzen Zeit zu Stande zu bringen war", sagen die Vereinten Nationen. Es gibt aber noch eine inoffizielle "fünfte" Delegation aus Vertretern kleinerer Gruppierungen, für die sich der Deutsche Thomas Ruttig von der UN-Sondermission für Afghanistan eingesetzt hat.

Von Ulrike Scheffer

Anti-Taliban-Kämpfer haben mit der Belagerung der letzten verbliebenen Taliban-Bastion Kandahar begonnen. Nach Berichten des US-Nachrichtensenders CNN gingen am Freitag etwa 3000 paschtunische Kämpfer in Stellung.

Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer haben davor gewarnt, die internationale Allianz gegen den Terror durch ein Vorgehen gegen Länder außerhalb von Afghanistan zu gefährden. "Wir sollten sehr zurückhaltend sein, auf Äußerungen einzugehen, die jetzt schon neue Ziele suchen", sagte Schröder im Bundestag mit Blick auf einen möglichen Einsatz gegen Irak.

Von Ulrike Scheffer

Der Krieg der Worte wird schärfer. Nach ihren militärischen Erfolgen in Afghanistan lenken amerikanische Politiker ihre Aufmerksamkeit auf den Irak und den "üblen Mann" - wie es US-Präsident George W.

Die afghanischen Taliban-Kämpfer, die sich in Kundus der Nordallianz ergaben, brauchen sich wohl keine Sorgen zu machen: Sie wurden herzlich begrüßt und brüderlich umarmt. Seitenwechsel ist im Krieg in Afghanistan üblich - die Kämpfer werden wohl in ihre Heimatdörfer zurückgeschickt, und das war es.

Von Andrea Nüsse

Während US-Spezialeinheiten in Afghanistan mit ihrem Einsatz am Boden begonnen haben, kümmert sich Russland intensiv um seine politischen Kontakte im Land. Schwere Transportflugzeuge brachten in dieser Woche Baumaterialien für den Wiederaufbau der zerstörten russischen Botschaft nach Kabul.

Die Afghanistan-Konferenz der Vereinten Nationen auf dem Petersberg bei Bonn hat am Dienstag mit einem ersten Erfolg begonnen. Schon zum Auftakt der Konferenz einigten sich die Delegierten auf einen Zeitplan zur Bildung einer Übergangsregierung.

Für jeden Krieg gilt eine oberste Regel: Es gibt keine Regel. Begriffe wie "umfassendes Gesamtkonzept" oder "schlüssige Strategie" täuschen eine Klarheit vor, die nicht existiert.

Von Malte Lehming

In der arabisch-islamischen Welt schien nach dem 11. September eine Zeitlang alles offen: Würde die veränderte Weltlage nach den Terroranschlägen eher den Israelis oder den Palästinensern nutzen?

Von Andrea Nüsse

Eine Karikatur in der pakistanischen Zeitung "Frontier Post" vergleicht die Afghanistan-Konferenz in Bonn mit einer öffentlichen Ausschreibung. Die Zeichnung zeigt Francesc Vendrell, den stellvertretenden Uno-Beauftragten für Afghanistan, mit dem Spruch: "Alle Interessenten des Projekts Afghanistan sollen ihre Konzepte samt Kostenvoranschlägen bis Montag einreichen.

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