Der 20-jährige Amerikaner, der in Afghanistan auf Seiten der Taliban kämpfte und gefangen genommen wurde, hat den USA wertvolle Hinweise über die Taliban geliefert. Das sagte der US-Generalstabschef Richard Myers am Sonntag in einem Interview des Senders "Fox News".
Taliban
Nach dem Fall von Kandahar werden Osama bin Laden und Mullah Omar in der Bergfestung Tora Bora gesucht. Darf Amerika ihren Kämpfern Amnestie anbieten, um sich verlustreiche Gefechte zu ersparen?
Schon wird Bilanz gezogen. Der Krieg in Afghanistan war ein voller Erfolg, heißt es.
Einen Tag nach dem Fall von Kandahar verstärkten afghanische und US-Truppen die Suche nach Terroristenführer Osama bin Laden und Talibanführer Mullah Mohammed Omar. Sichere Erkenntnisse über ihren Aufenthalt gab es aber weiterhin nicht.
Nach zwei Monaten Krieg in Afghanistan ist das Taliban-Regime offenbar am Ende. Tausende Milizen ergaben sich am Freitag in der letzten verbliebenen Taliban-Hochburg Kandahar kampflos den einrückenden Oppositionstruppen.
So ungebildet, wie die Mädchen in Kabul und Kandahar sollten ihre eigenen Töchter nicht aufwachsen. Nein, die oberen Ränge der Talibankrieger schickten ihre Töchter fort aus der Bildungswüste, auf Internate im Ausland!
Holländer sind pragmatisch. Und so wollte sich die Designerin Cindy van den Bremen nicht damit abfinden, dass viele muslimische Mädchen in den Niederlanden keine Sportklassen besuchen, weil sie der Schleier behindert.
Je schwächer der Widerstand der Taliban und der Al-Qaida-Kämpfer wird, umso dringender stellt sich die Frage nach der internationalen Schutztruppe für Afghanistan. Die Lektionen aus Somalia, wo ein komplexes "Nation Building" versucht wurde, und aus Bosnien, wo die Unprofor keinerlei Sicherheit für die als Schutzzonen ausgewiesenen Städte gewährleisten konnte, sind den Verantwortlichen noch gut in Erinnerung.
Amerika hat einen Krieg geführt, um die Drahtzieher der Terroranschläge von New York zur Rechenschaft zu ziehen. Der Feldzug verlief nach einigen Wochen des Zweifelns vergleichsweise schnell und glatt.
Nur wenige Tage nach dem Abkommen vom Petersberg melden sich in Afghanistan immer mehr kritische Stimmen zu Wort. Jabbar Ahmed Khan, ein Stammesführer, der ein Gebiet südlich von Kabul erobert hat, lehnt den designierten Regierungschef Hamid Karsai vehement ab.
So lassen selbst strategische Erfolge keine rechte Freude aufkommen - jedenfalls nicht beim durchschnittlich an Außenpolitik interessierten Bürger. Kandahar soll jetzt fallen, die letzte Bastion des Taliban-Regimes.
Sima Samar gibt nicht so leicht auf. Als sie Ende der achtziger Jahre in Afghanistan eine Mädchenschule gründen wollte, glaubte niemand daran, dass sie es schaffen könnte.
Einen Tag nach der Einigung auf eine Übergangsregierung für Afghanistan sind die Taliban zur Aufgabe ihrer letzten großen Bastion bereit. Nach den Worten des früheren Taliban-Botschafters in Pakistan, Abdul Salam Saif, will der Führer der radikalislamischen Miliz, Mullah Mohammed Omar, die Hochburg Kandahar übergeben.
Vielleicht ist die Kapitulationsankündigung von Taliban-Chef Mullah Omar bloße Taktik. Doch die Indizien sprechen dafür, dass Kandahar gefallen ist.
Der General der Nordallianz, Hamid Karsai, soll Präsident der Übergangsregierung für Afghanistan werden. Der ideale Kandidat, fand man auf der Petersberg-Konferenz.
Ahmed Rashid hat über 20 Jahre an seinem Bestseller "Taliban" gearbeitet. Mittlerweile gilt das Buch des pakistanischen Journalisten als Standardwerk über Afghanistan.
Es war einmal ein Land, in dem herrschte die nackte Gewalt: Menschen hungerten, Musik war verboten, Frauen durften weder ihr Gesicht zeigen noch in die Schule gehen, in Fußballstadien richteten die religiösen Machthaber ihre Gegner hin. Aber der Westen interessierte sich nicht groß für die Region - bis am 11.
Der Kandidat hatte Wichtigeres zu tun als zu verhandeln: Während auf dem Petersberg die Afghanen über die Übergangsregierung stritten, kämpfte deren künftiger Chef Hamid Karsai bei Kandahar gegen die Taliban. Der 46-jährige Stammesfürst konnte seine Botschaften nur über ein Telefon an die Landsleute ins ferne Rheinland senden.
So sehr überrascht war Hamid Karsai über seine Wahl nicht. Denn vor drei Tagen wusste er schon "inoffiziell", dass er die Interims-Regierung leiten würde.
Es ist eine Frage der Zeit, bis die Stadt Kandahar, die letzte Bastion der Taliban, fällt. Ein blutiger Endkampf ist zu erwarten.
Flüchtlinge aus Afghanistan wissen in Deutschland nicht, woran sie sind. Jahrelang erhielten sie kein Asyl, weil Artikel 16 des Grundgesetzes nach Lesart der Gerichte nur Schutz vor politischer, also staatlicher, Verfolgung gewähren sollte.
Wegen der Selbstmordanschläge in Israel bricht Regierungschef Ariel Scharon seinen bereits dritten Besuch bei Präsident George W. Bush ab.
Die vier Gruppen auf dem Petersberg sind "das beste Aufgebot, das in der kurzen Zeit zu Stande zu bringen war", sagen die Vereinten Nationen. Es gibt aber noch eine inoffizielle "fünfte" Delegation aus Vertretern kleinerer Gruppierungen, für die sich der Deutsche Thomas Ruttig von der UN-Sondermission für Afghanistan eingesetzt hat.
Anti-Taliban-Kämpfer haben mit der Belagerung der letzten verbliebenen Taliban-Bastion Kandahar begonnen. Nach Berichten des US-Nachrichtensenders CNN gingen am Freitag etwa 3000 paschtunische Kämpfer in Stellung.
Anti-Taliban-Kräfte sind am Donnerstag nach eigenen Angaben in Kandahar eingerückt, der letzten Taliban-Bastion im Süden Afghanistans. Das verlautete aus ranghohen Kreisen der Nordallianz in Kabul.
Die Entwicklungen in Afghanistan haben wieder einmal die Erwartungen überholt. Die Tage der Taliban scheinen gezählt zu sein.
Ahmad Fawzi hat eine Lieblingszahl: 100. 100 Prozent - diese Größe hat es ihm angetan.
Krieg ist schmutzig, notwendigerweise. Die Gefangenenrevolte bei Masar-i-Scharif endete im Blutbad.
Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer haben davor gewarnt, die internationale Allianz gegen den Terror durch ein Vorgehen gegen Länder außerhalb von Afghanistan zu gefährden. "Wir sollten sehr zurückhaltend sein, auf Äußerungen einzugehen, die jetzt schon neue Ziele suchen", sagte Schröder im Bundestag mit Blick auf einen möglichen Einsatz gegen Irak.
Der Krieg der Worte wird schärfer. Nach ihren militärischen Erfolgen in Afghanistan lenken amerikanische Politiker ihre Aufmerksamkeit auf den Irak und den "üblen Mann" - wie es US-Präsident George W.
Die Details sind immer noch unklar. In jedem Fall gab es am Ende des Gefängnisaufstandes der Taliban bei Masar-i-Sharif hunderte von Toten.
Die afghanischen Taliban-Kämpfer, die sich in Kundus der Nordallianz ergaben, brauchen sich wohl keine Sorgen zu machen: Sie wurden herzlich begrüßt und brüderlich umarmt. Seitenwechsel ist im Krieg in Afghanistan üblich - die Kämpfer werden wohl in ihre Heimatdörfer zurückgeschickt, und das war es.
Während US-Spezialeinheiten in Afghanistan mit ihrem Einsatz am Boden begonnen haben, kümmert sich Russland intensiv um seine politischen Kontakte im Land. Schwere Transportflugzeuge brachten in dieser Woche Baumaterialien für den Wiederaufbau der zerstörten russischen Botschaft nach Kabul.
Der Aufstand gefangener Taliban-Kämpfer in der Festung Kalai Dschanghi bei Masar-i-Scharif ist am Dienstag nach drei Tagen mit dem Tod der letzten Kämpfer zu Ende gegangen. Dies berichtete die Nordallianz.
Die Afghanistan-Konferenz der Vereinten Nationen auf dem Petersberg bei Bonn hat am Dienstag mit einem ersten Erfolg begonnen. Schon zum Auftakt der Konferenz einigten sich die Delegierten auf einen Zeitplan zur Bildung einer Übergangsregierung.
Die Nordallianz. Delegationsführer ist Junis Kanuni: Nach ihren militärischen Erfolgen gegen die Taliban übernahm die Nordallianz weitgehend die Macht in Afghanistan.
Für jeden Krieg gilt eine oberste Regel: Es gibt keine Regel. Begriffe wie "umfassendes Gesamtkonzept" oder "schlüssige Strategie" täuschen eine Klarheit vor, die nicht existiert.
Im Kampf um die Taliban-Hochburg Kandahar stehen jetzt Soldaten des US-Marinekorps (USMC) in vorderster Front. Die vierte amerikanische Teilstreitkraft neben Heer, Luftwaffe und Marine umfasst mehr als 170 000 Soldaten, unter ihnen etwa 10 000 Frauen.
In der arabisch-islamischen Welt schien nach dem 11. September eine Zeitlang alles offen: Würde die veränderte Weltlage nach den Terroranschlägen eher den Israelis oder den Palästinensern nutzen?
Eine Karikatur in der pakistanischen Zeitung "Frontier Post" vergleicht die Afghanistan-Konferenz in Bonn mit einer öffentlichen Ausschreibung. Die Zeichnung zeigt Francesc Vendrell, den stellvertretenden Uno-Beauftragten für Afghanistan, mit dem Spruch: "Alle Interessenten des Projekts Afghanistan sollen ihre Konzepte samt Kostenvoranschlägen bis Montag einreichen.