Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, bittet die Berliner, den notleidenden Kindern in Afghanistan zu helfen. "Die lange Herrschaft des Taliban-Regimes und das notwendige und berechtigte internationale Vorgehen gegen diese Terroristen haben dazu geführt, dass sich diese Menschen dort in großer Not befinden.
Taliban
Der Schein trügt. So lautet eine gängige Prognose.
Die afghanischen Behörden haben dem Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar eine Frist bis Samstag zur Kapitulation gesetzt. Falls er sich dann nicht ergebe, werde die US-Luftwaffe die Region um die Stadt Baghran angreifen, sagte ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter am Donnerstag in Kandahar.
Die Wucht der Terroranschläge des 11. September erweckte in der westlichen Öffentlichkeit den Eindruck, hier habe man es mit einem gewaltigen Feind zu tun.
Die Frage nach zivilen Opfern des Afghanistan-Feldzugs ist in Washington fast immer ausweichend beantwortet worden. Gelegentlich wurde auch dementiert, dass es Todesfälle innerhalb der Zivilbevölkerung gegeben habe.
Afghanistan ist befreit, die Taliban sind geschlagen - und Osama bin Laden ist zwar nicht im Gefängnis und wahrscheinlich auch nicht tot, doch sieht er immer schlechter aus. Dem US-Sender CNN kommt das Verdienst zu, auf diesen Nebenerfolg im Terrorkampf am anschaulichsten hingewiesen zu haben.
Jetzt ist die Ausweitung des Krieges da. Mit Afghanistan allein werde der Kampf gegen den internationalen Terror nicht sein Bewenden haben, das hat Präsident Bush immer wieder gesagt.
Bildet sich ein neues Muster, oder sieht man nur alle Regionalkonflikte durch die 11.-September-Brille?
US-Spezialeinheiten haben die Durchsuchung der Tora-Bora-Höhlen über die Weihnachtsfeiertage intensiviert. Zusätzlich wurden ausgesuchte afghanische Truppen, ausgestattet mit insgesamt 155 Satellitentelefonen und neuen Listen der Gesuchten, mobilisiert.
Wolf von Lojewski, 64, leitet seit 1992 das "heute journal" des ZDF. Markenzeichen des gebürtigen Berliners, der lange Jahre Korrespondent der ARD in Washington und London war, den "Weltspiegel" führte und die "Tagesthemen" präsentierte.
Pakistans Präsident Musharraf ist "fast sicher", dass sich Osama bin Laden nicht in seinem Land aufhält. Die pakistanische Zeitung Al Akhbar unterstützt diese Behauptung.
Als die Soldaten der Taliban vor fünf Jahren Kabul einnahmen, verkaufte Muhammed Ibrahim Islamadin sein verbeultes Taxi. Dafür eröffnete er in einem Container am Straßenrand einen Laden für Burkhas - jene zeltartigen Gewänder, die alle Frauen nach der drakonischen Kleiderordnung des neuen Regimes tragen muss-ten.
Den Frieden hat Afghanistan noch nicht gewonnen, aber es hat jetzt eine gute Chance dazu. Erstmals seit 23 Jahren haben die Bürger eine Regierung, der es nicht um Macht auf Kosten der Rivalen geht, sondern um Frieden.
Der Kampf gegen den Terror schafft Freundschaften, auch das. Gleich mehrfach trafen sich Tony Blair und Wladimir Putin in den jüngsten Monaten - nun wollen sie sogar Geheimdienstinformationen austauschen.
Offiziell hieß es, Francesc Vendrell sei im Einvernehmen nach Erfüllung seiner Pflichten zurückgetreten. Der angesehenen pakistanischen Zeitung "The News" zufolge ist er jedoch aus Protest zurückgetreten.
Die Bundesregierung rügt eine "sich überschlagende maximalistische Sprache" in der Debatte um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Sie hat kein Interesse an einer Überzeichnung der Risiken, die die Mission birgt.
Heute tritt die afghanische Übergangsregierung unter Hamid Karsai ihr Amt an. Nach 23 Jahren Krieg ist das eine historische Zäsur.
Rein nach Aktenlage lässt sich in Afghanistan alles gut an: Die Taliban sind militärisch formell besiegt, die Regierungsbildung ist abgeschlossen. Erstmals seit 23 Jahren bekommt der vom Bürgerkrieg zerrüttete Wüstenstaat heute ein Kabinett, das die wichtigsten, wenn auch nicht alle politisch, ethnisch und religiös relevanten Interessengruppen vertritt und von der internationalen Staatengemeinschaft anerkannt ist.
Maximal 1200 Bundeswehrsoldaten sollen die Sicherheit von Kabul und Umgebung gewährleisten. Nach der Verabschiedung des UN-Mandats für den sechsmonatigen Einsatz einer Schutztruppe in Afghanistan beschloss das Bundeskabinett, sich an der Mission zu beteiligen.
Fast hätten die USA ihren eigenen Wunschkandidaten für das Amt des Premiers höchstselbst ins Jenseits befördert: Hamid Karsai, der just, als ihn die Afghanistan-Konferenz zum Chef der Übergangsregierung kürte, das Hauptquartier der Taliban bei Kandahar angriff und dabei Opfer eines Präzisionsschlags der US-Airforce wurde. Allerdings kam der Paschtunenführer mit leichten Verletzungen davon.
Afghanistan bekommt nun eine neue Regierung. Sehen Sie das Land auf einem guten Weg?
Truppenkonzentrationen an der Grenze, Artillerieduelle in Kaschmir, politische Drohgebärden: Das Risiko eines Krieges zwischen den Atomwaffenstaaten Pakistan und Indien wächst. Und jetzt, wo es brenzlig wird, besucht Pakistans Regierungschef General Pervez Musharraf mehrere Tage den bewährten Verbündeten China.
Im Zuge der militärischen Erfolge gegen die Taliban wird die Frage lauter, was denn mit diesen seltsamen Gestalten geschehen solle. Wird man sie zu gemeinnützigen Arbeiten verpflichten oder lieber geteert und gefedert aus dem Hubschrauber werfen?
Für die USA ist der Afghanistan-Krieg erst dann zu Ende, wenn der Terroristenführer Osama bin Laden und Taliban-Chef Mullah Omar gefangen sind. Doch die oppositionelle Nordallianz in Afghanistan ist daran nicht sonderlich interessiert.
Aus einem dürren Vollbart-Gesicht starren zwei dunkle Augen, und die sind für US-Nachrichtenmagazine wie "Newsweek" mittlerweile sogar titelseitenwürdig. Schließlich rätselt eine ganze Nation seit zwei Wochen, wie aus einem wohlgenährten, gut behüteten Jungen, der mit 16 Jahren noch ein normales kalifornisches Schulkind war, nur vier Jahre später ein fanatischer Taliban-Kämpfer werden konnte, der nach eigenen Angaben sogar über Terrorpläne der Al-Qaida-Führung Bescheid wusste.
Das Taliban-Regime ist am Ende. Der Staat der Gotteskrieger existiert nicht mehr.
Die US-Armee hat nach einem Bericht des amerikanischen TV-Senders ABC ihre Suche nach Terroristenchef Osama bin Laden auf Pakistan ausgedehnt. US-Einheiten würden mit rund 4000 pakistanischen Soldaten die Grenze überwachen, um eine Flucht der Al-Qaida-Kämpfer aus der Region um die Bergfestung Tora Bora ins Nachbarland zu verhindern, berichtete der Sender.
Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror Dokumentation: Auszüge aus dem Bin-Laden-Video Fotos: Krieg in Afghanistan, Osama Bin Laden Tora Bora wird durchsucht. Bald wird man wissen, ob Osama bin Laden sich in dem Höhlen-Labyrinth aufhält.
Es dauert. Noch haben die UN in New York kein Mandat für Afghanistan beschlossen, noch sind Größe und Zusammensetzung der Schutztruppe nicht zwischen den beteiligten Staaten festgezurrt.
Aus der Zeit, als die Nato vor über 50 Jahren gegründet wurde, stammt ein Bonmot, das die Funktion des militärischen Bündnisses in der Nachkriegszeit beschrieb: "To keep the Americans in, the Russians out, and the Germans down", so beschrieb der ehemalige Nato-Generalsekretär Lord Ismay die Rolle der Allianz. Inzwischen hat sich die Welt grundlegend verändert.
Die Taliban sind nicht geschlagen, sie sind nur untergetaucht. So lautet das Fazit eines Berichtes des pakistanischen Geheimdiensts ISI.
Die Herrschaft der Taliban über Afghanistan ist endgültig zusammengebrochen, und die Terroristen von Osama bin Ladens Al-Qaida-Netzwerk fliehen bereits zum Teil aus ihrem letzten Versteck, dem weitläufigen Bunker- und Höhlensystem Tora Bora im unzugänglichen Berggebiet im Osten des Landes. Jetzt beginnt für das Anti-Terror-Bündnis erst der schwierigste Teil des Kampfes: die Suche nach dem Taliban-Führer Mohammed Omar und bin Laden und deren führenden Mitkämpfern.
Ja, es geht nun zu Ende mit den Taliban, und man wünscht ihnen klammheimlich die Höchststrafe: Im Himmel anzukommen und dort festzustellen, dass die Sache mit den 70 Jungfrauen nichts als ein gemeiner Motivationstrick machtgeiler Mullahs war. Uns kann das schnurz sein; wenden wir uns lieber der vernunftgebundenen Forschung zu, die die klassische Frage zu beantworten hat: Wie konnte das alles passieren?
Manchmal sind drei Monate eine sehr, sehr lange Zeit. In Amerika waren es zwölf Wochen der Angst, des Zorns und, nicht zuletzt, des Handelns; in Deutschland zwölf Wochen der Angst, des Zauderns und, nicht zuletzt, des vorsichtigen Aufbruchs.
Genau drei Monate nach den Terroranschlägen in den USA scheint die Terrororganisation von Osama bin Laden endgültig geschlagen. Afghanische Oppositions-Einheiten stürmten nach eigenen Angaben in den ostafghanischen Bergen mehrere Stellungen der Al Qaida.
Die Kämpfer des Moslem-Extremisten Osama bin Laden sind am Dienstag nach Angaben eines afghanischen Kommandeurs auf einen letzten Stützpunkt in den Bergen zurückgedrängt worden. Ein US-Sprecher sagte dazu in Kabul, die Kämpfe dauerten aber an.
Die USA haben ihre Angriffe auf das mögliche Versteck von Osama bin Laden erheblich verstärkt. Alle 30 Minuten flogen Kampfflugzeuge Einsätze über der Höhlenfestung Tora Bora.
Dieser Halbkrieg gegen den Halbstaat Taliban-Afghanistan mag brutal oder tollpatschig gewesen sein, er war unvermeidlich - nachdem drei US-Flugzeuge in das Pentagon und das World Trade Center eingeschlagen waren. Nur darf man hier keinen Fehler machen: Der Terror gilt den Vereinigten Staaten, nicht Europa oder der "westlichen Zivilisation".
Schon wird Bilanz gezogen. Der Krieg in Afghanistan war ein voller Erfolg, heißt es.
Es herrscht Chaos in Kandahar - Chaos im Kampf um die künftige Herrschaft. Etliche Stammesführer haben Anspruch auf die Macht angemeldet.