So viele Gründe für Hoffnung. Im Nahen Osten bieten sich Arafat und Scharon nun doch die Hände zum Waffenstillstand.
Taliban
Noch wissen wir nicht, ob das ein Krieg wird. Noch kann man hoffen, dass es zwar militärische Schläge geben wird, dass sie sich aber nicht zu einem ortlos-allgegenwärtigen Krieg auswachsen.
Voraussichtlich an diesem Mittwoch fällt die Entscheidung, ob Afghanistan der Forderung der USA nachkommt und den mutmaßlichen Topterroristen Osama bin Laden ausliefert. Nach den Angaben eines "Ministers" der herrschenden Taliban könnte bin Laden Verantwortung tragen für die Anschläge in New York und Washington.
Die Wall Street hat am Montag nach fast einwöchiger Unterbrechung den Handel wieder aufgenommen. In den ersten Stunden verlor der Dow-Jones-Index etwa 6,7 Prozent.
Während sich Irak auf einen möglichen US-Angriff vorbereitet, gehen die Golf-Monarchien auf Distanz zum Taliban-Regime in Afghanistan. "Wir können nicht ausschließen, dass wir auf der Liste der Länder, welche die USA angreifen wollen, ganz oben stehen", hieß es am Montag in der irakischen Zeitung "Babel", die dem ältesten Sohn Saddam Hussein, Uday, gehört.
Die Rache sei oft "blind", heißt es, der Rächende gebärde sich, als sei er "außer sich" vor Wut. In diesem archaischen Sinne bleibt der katastrophalste Terroranschlag in der Menschheitsgeschichte ungesühnt.
Pakistan ist dabei, immer mehr in die Rolle des Schlüsselstaates in dem sich aufbauenden Konflikt mit Afghanistan zu rutschen. Denn als langjähriger engster Verbündeter der Taliban weiß man über die Extremisten und ihr Land so gut Bescheid wie niemand sonst.
Russland: Noch steht Russland an der Seite der USA. Zumindest verbal.
Michael Pohly (45) ist Arzt und Ethnologe. Seit 20 Jahren forscht er über die Region Iran/Afghanistan/Pakistan, seit zwei Jahren am Institut für Iranistik der Freien Universität Berlin.
Am 8. März 2001 war der "Internationale Tag der Frauen".
Pakistan, bisher engster Verbündeter der Taliban, rückt ins Zentrum der Aktion. Die USA brauchen die Regierung in Islamabad für ihre Koalition gegen den Terror.
Was ist es nur? Was verleiht diesem Mann eine solch beeindruckende, Respekt einflößende Aura?
US-Präsident George W. Bush hat die Nation auf einen langen Krieg gegen den Terrorismus eingeschworen.
Die Taliban drohen ihren Nachbarstaaten Rache für den Fall an, dass sie die USA in möglichen Vergeltungsschlägen unterstützen. Unter Berufung auf Quellen in Islamabad meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax, die Taliban hätten Staaten, die ihr Hoheitsgebiet für einen Luftkrieg oder eine Operation des Heeres zur Verfügung stellen, mit "massiven Angriffen" gedroht.
US-Präsident George W. Bush hat den islamischen Extremisten Osama bin Laden als den Hauptverdächtigen für die Terror-Anschläge auf die USA bezeichnet.
Dass die Vereinigten Staaten nach den Terroranschlägen von New York und Washington zurückschlagen, ist sicher. Unklar ist nur: wann, wo und und mit welchen Mitteln der angekündigte Feldzug gegen den Terrorismus geführt wird.
Apathisch erwartet die Mehrheit der Afghanen ihr Schicksal: Während sich die letzen Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisation in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ausfliegen lassen oder das Land in gepanzerten Landrovern verlassen, herrscht auf dem Basar von Kabul business as usual. "Ist doch egal, woher die Bomben fliegen", sagte ein Gemüsehändler dem russischen Fernsehen.
Rusland will mit der Nato gemeinsam gegen den Terrorismus vorgehen. In einer beim Nato-Russland-Rat zwei Tage nach den Anschlägen in den USA angenommenen Erkärung heißt es: "Die Verantwortlichen dieses unmenschlichen Aktes dürfen nicht straffrei davonkommen.
Das FBI hat nach Auswertung erster Spuren mitgeteilt, dass sich die Vermutungen über die Urheber der verheerenden Anschläge vom Dienstag zu bestätigen scheinen. "Wir haben Beweise, dass Anhänger Osama bin Ladens beteiligt waren", hieß es.
Für einige gehört Kanishka Wiar jetzt zu den Tätern. Weil er Afghane ist und Afghanistan zu den Ländern gehört, die mit dem Terroranschlag in den USA in Zusammenhang gebracht werden.
Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat am Mittwoch, noch vor der Feststellung des Verteidigungsfalls durch die Nato, einen möglichen Angriff der USA auf als "unnütz" bezeichnet. Wenn die USA als Vergeltung für die Terrorangriffe auf Washington und New York einzelne Menschen ins Visier nehmen wollten, "werden sie sie nicht finden", sagte Taliban-Sprecher Abdul Hai Mutmaen.
Noch ist nicht bewiesen, dass Afghanistan mit den Anschlägen in den USA zu tun hat. Es war der erste Verdacht: Drahtzieher sei der Terrorist und saudi-arabische Multimillionär Osama bin Laden; nach Geheimdiensterkenntnissen operiert er vom Taliban-Staat aus.
Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika Fotos: Der Anschlag auf das WTC und das Pentagon Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA Reaktionen: Weltweites Entsetzen Hintergrund: Terrorangriffe auf Ziele der USA Die Regie für die Tragödie in den USA hätte besser geklappt als bei Massenszenen in Sci-Fi-Produktionen Hollywoods, meinen Politiker in Moskau. Schon allein deshalb sei wenig wahrscheinlich, dass Ossama bin Laden als Drahtzieher dabei fungierte, obwohl er vor knapp einem Monat öffentlich mit Derartigem gedroht hatte.
Der Führer der Taliban-Gegner im Norden Afghanistans, Ahmed Schah Massud, ist bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Über den Gesundheitszustand Massuds gibt es widerspüchliche Angaben.
Der Prozess gegen acht westliche Helfer im afghanischen Kabul ist am Sonntag ohne Angeklagte, Diplomaten und Journalisten fortgesetzt worden. Ein Vertreter der international nicht anerkannten Taliban-Regierung teilte mit, ein Erscheinen der Angeklagten sei nicht an jedem Prozesstag erforderlich.
Erstmals haben die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan offiziell von der Möglichkeit der Todesstrafe für die vier in Kabul inhaftierten Deutschen gesprochen. Bei einer Verurteilung drohe den acht ausländischen Mitarbeitern der Hilfsorganisation Shelter Now - neben den Deutschen zwei Amerikanerinnen und zwei Australiern - die Exekution, sagte der Vorsitzende Richter, Nur Mohammed Sakib, der afghanischen Nachrichtenagentur AIP.
Das Gerichtsverfahren gegen die in Afghanistan inhaftierten acht westlichen Entwicklungshelfer wird möglicherweise an diesem Dienstag oder Mittwoch beginnen. Das sagte der afghanische Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Zaeef, am Montag vor Journalisten in Islamabad.
Die acht in Afghanistan inhaftierten Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now sollen in einem öffentlichen Prozess abgeurteilt werden. Diplomaten, Journalisten und Verwandte der Gefangenen würden als Beobachter zu der Verhandlung zugelassen, sagte der "Außenminister" der international nicht anerkannten afghanischen Taliban-Regierung, Wakil Achmed Mutawakel, am Sonntag.
Die Sonne brennt erbarmungslos. Auf dem norwegischen Frachter "Tampa" gibt es kaum Schutz vor ihr.
Die in Afghanistan regierenden radikal-islamischen Taliban haben am Donnerstag einen Arzt zu den beiden inhaftierten australischen Helfern gelassen. Die private afghanische Nachrichtenagentur AIP berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums der Taliban, der australische Diplomat Alaster Adams habe den Besuch des Arztes verlangt.
Zum ersten Mal seit der Verhaftung der acht ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now in Afghanistan haben westliche Diplomaten und Angehörige die Gefangenen besuchen dürfen. Nach Angaben von Augenzeugen erhielten die drei Diplomaten aus Deutschland, Australien und den USA sowie die Eltern der zwei inhaftierten US-Bürgerinnen am Montag Zugang zu dem Gefängnis in Kabul, wo die Häftlinge sitzen.
Was ist anders als vor zwei Wochen? Diesmal wurden die Diplomaten Deutschlands, Amerikas und Australiens in Kabul sogleich zu ihren verhafteten Landsleuten von der Hilfsorganisation "Shelter now" vorgelassen.
Drei Wochen nach der Festnahme von acht Ausländern in Afghanistan hat die radikalislamische Taliban-Miliz erstmals Besucher zu den Inhaftierten vorgelassen. Eine fünfköpfige Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erhielt am Sonntag in Kabul Zutritt zu den vier Deutschen, zwei Amerikanern und zwei Australiern, die in einer Besserungsanstalt festgehalten werden.
Afghanistans Taliban-Regierung will nach eigenen Angaben dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Zugang zu den acht inhaftierten Ausländern gewähren. Taliban-Außenminister Wakil Ahmed Muttawakil sagte am Donnerstag, die Regierung habe kein Problem mit einem Treffen.
Auch letzte Verhandlungen mit den Taliban-Milizen über die Freilassung von acht westlichen Gefangenen in Afghanistan sind am Montag gescheitert. Die Diplomaten würden das Land voraussichtlich am Dienstag verlassen, sagte ein Sprecher der Botschaftsvertreter.
Afghanistans Taliban-Regierung lehnt Presseberichten zufolge nach wie vor eine Verlängerung der Visa von Diplomaten ab, die sich um Zugang zu den inhaftierten Mitarbeitern einer Hilfsorganisation bemühen. Die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP meldete am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise in Kabul, die Haltung der Taliban habe sich nicht geändert.
Die in Afghanistan regierenden Taliban haben am Samstag erneut eine Verlängerung der Visa für die drei westlichen Diplomaten abgelehnt, die sich um eine Freilassung der acht Shelter-Now-Mitglieder bemühen. Einen entsprechenden Antrag hätten er und seine beiden Kollegen nur Stunden zuvor eingereicht, erklärte Helmut Landes, Presseattaché der deutschen Botschaft in Pakistan.
Im Nervenkrieg um das Schicksal der in Afghanistan inhaftierten "Shelter-Now"-Mitarbeiter hat sich der Tonfall zwischen den westlichen Diplomaten und der Taliban-Miliz verschärft. Der australische Diplomat Alastar Adams sagte am Freitag in Kabul, die Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation würden als Geiseln festgehalten.
Nun sollen sie also wieder abreisen, die Diplomaten aus Deutschland, Australien und den USA. Gekommen waren sie, um ihren von den Taliban inhaftierten Bürgern zu helfen.
Wie groß die Chancen westlicher Diplomaten sind, von den afghanischen Taliban die Freilassung der Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now International" zu erwirken, ist nicht klar. Die Taliban hatten den Unterhändlern ein Einreisevisum und einen Besuch der Gefangenen zugesagt.