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Leseraktion : Die besten Comics 2018 - die Leserfavoriten

Die Tagesspiegel-Comicredaktion will wieder wissen: Welches waren für Sie die besten Comics des Jahres? Hier eine aktualisierte Sammlung der Antworten.

Nachschub gefällig? Ein Stand auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen 2018.
Nachschub gefällig? Ein Stand auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen 2018.Foto: Lars von Törne

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und wie in den Vorjahren wollen wir auch diesmal wieder von unseren Leserinnen und Lesern wissen: Welches waren für Sie die besten Comics des vergangenen Jahres? Und warum? Unter allen Teilnehmenden verlosen wir mehrere wertvolle Buchpakete mit Comics aus dem vergangenen Jahr.

Wer teilnehmen will, sende bitte eine E-Mail mit der Betreffzeile "Die besten Comics 2018" an comics@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist der 20. Dezember 2018. In der Mail sollten einer oder mehrere Lieblingstitel des vergangenen Jahres erwähnt werden und dazu eine kurze Begründung (ein Satz reicht, gerne auch mehr). Es können Comics in jeder Form und jeder Spielart genannt werden. Das umfasst Manga wie Comics westlicher Prägung, die als Serien, Alben, Graphic Novels, Comic-Strips, Online-Comics und so weiter veröffentlicht wurden.

Über die Gewinner entscheidet das Losverfahren - daher bitte Namen und Adresse nicht vergessen (die Adresse wird vertraulich behandelt). Eine Auswahl der Antworten wird in den kommenden Wochen auf www.tagesspiegel.de/comics veröffentlicht.

Parallel dazu wird wieder eine vom Tagesspiegel zusammengestellte Jury aus Comic-Expertinnen und Experten die aus ihrer Sicht besten Comics der vergangenen zwölf Monate küren. In diesem Jahr wird sie aus Autor/innen der Tagesspiegel-Comicseiten bestehen - mehr dazu in Kürze. Hier gibt es das Jury-Ergebnis des vergangenen Jahres.

Und hier gibt es eine aktualisierte Auswahl der Einsendungen:

Meine Favoriten: "Slaine – Der König" (Pat Mills/Glenn Fabry, Dantes Verlag): Schon die vorhergegangenen Slaine-Alben waren lesenswert, doch stilistisch noch ausgefranst und ohne eindeutige Richtung. Im fünften Band jedoch kehrt der titelgebende Krieger Slaine nach langer Wanderschaft nach Hause zurück und tritt an, König seines Stammes zu werden. Eine Erzählung mit großem epischem Überbau und vielen gut ausgearbeiteten Nebenfiguren nimmt ihren Anfang. Glenn Fabrys Grafik ist atemberaubend, Pat Mills Skript sehr hintergründig und immer mit dem Schalk im Nacken. Man kann Josua Dantes sehr dankbar sein, dass er diesen Schatz nach Deutschland gebracht hat.
"Der freie Vogel fliegt" (Jidi/Ageng, Chinabooks): Die Coming of Age-Story aus China schildert eindringlich, was übertriebener Leistungsdruck mit jungen Menschen anrichten kann. Gleichzeitig korrigiert die Serie unser oft stereotypes, undifferenziertes Bild von China. Die zarte Grafik von Ageng ist bezaubernd schön und die Erzählung von Jidi sehr eindringlich. Für mich die Entdeckung des Jahres.
"Maertens" (Maximilian Hillerzeder, Jaja-Verlag): Maximilian Hillerzeders erste stringente Comicerzählung ist grafisch herrlich verspielt und witzig, vergisst dabei aber nicht, eine Kriminalgeschichte zu erzählen, an der auch Jakob Arjouni seine helle Freude gehabt hätte. Grafisch liegt das irgendwo zwischen Lewis Trondheim und Matt Groening, aber mit eigener, unverwechselbarer Note.
Christian Muschweck

Klare Nummer 1 ist für mich "Die Welt der Söhne" von Gipi! Ein hartes, extrem stimmungsvolles, postapokalyptisches Bild der menschlichen Natur, in grandios-filigranem Schwarzweiß Strich. Zum Niederknien!
Rolf Maidhof

"Poochytown" von Jim Woodring (Fantagraphics) ist ein Comic ohne Worte. Die Comics von Jim Woodring sind mit Worten auch nicht zu beschreiben, etwas ganz Eigenes und immer etwas Besonderes. "Black Hammer" von Jeff Lemire und Dean Ormston ist der unterhaltsamste Mainstreamcomic 2018. In der Veröffentlichung des Splitter-Verlages ein einfach wunderschönes Buch. 
Michael Lauterbach

Meine Favoriten: "Kauboi und Kaktus - Hell is´ im Wunderland" von Christian Schmiedbauer: schöner Strich, witzig, kraftvoll. "Endzeit" von Olivia Vieweg: Sehr gute Geschichte, tolle Charaktere, wunderschön verspielt gezeichnet. Die Dame hat Fantasie. "Pflücke den Tang" von Denis Metz und Beate Kruse: Extrem witzig, hoher Unterhaltungswert, bitte mehr davon
Barbara Seifert

Auch wenn ich Fantasy eigentlich nicht so mag: Der beste deutsche Comic war für mich "Myre" von Claudya Schmidt wegen der großartigen Zeichnungen. Die sind am Computer entstanden, bei einer Signierstunde in Augsburg konnte Schmidt aber zeigen, wie locker sie auch mit Stift zeichnen kann. Dazu war der erste Band auch eine Hommage an den Italo-Western. International bewies "Micky und der verlorene Ozean", dass dieses Klassik-Thema frisch daherkommen kann -- hier als Steampunk.
Ingo Barlovic

Jason Lutes' "Berlin" ist ein wichtiges und trotz vieler historischer Fehler und Quellenunterschlagungen großartig erzähltes Buch ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Herzblut. Absolut lesenswert. Manu Larcenets "Brodecks Bericht" zählt für mich zu den besten Literaturadaptionen jeglichen Mediums. So ist die Neuauflage im April 2018 mehr als zu begrüßen. Denn selten tauchte ein derartig talentierter und kompromissloser Künstler in seinen Werken so tief in die menschliche Psyche ein. Ted Naifehs "Courtney Crumrin" ist schon als Schwarzweiß-Ausgabe eine der besten und stimmungsvollsten Neuadaptionen mythischer Erzählungen. Als colorierte Version setzt der Comic noch einmal ein paar zusätzliche grafische Highlights. Das sind für mich die interessantesten Veröffentlichungen 2018, auch wenn "Brodecks Bericht" eine Neuauflage darstellt. Larcenets Werke kann man gar nicht genug nachdrucken.
Klaus Janku

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