„Es geht um Abschreckung“ : US-Verteidigungsminister will keine Eskalation im Iran-Konflikt

Russland appelliert an die Europäer, angemessen auf die Bedenken Teherans zu reagieren. Die USA versuchen, die Sorge vor einem Krieg mit dem Iran zu mindern.

Patrick Shanahan, geschäftsführender Verteidigungsminister der USA
Patrick Shanahan, geschäftsführender Verteidigungsminister der USAFoto: dpa/Patrick Semansky/AP

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat Russland vor einer Eskalation gewarnt. Viel hänge von den Europäern und ihrer Fähigkeit ab, angemessen auf die Bedenken des Iran zu reagieren, teilte das Außenministerium am Dienstagabend in Moskau mit.

Es sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Handelsbeziehungen mit dem Iran erhalten blieben. Das bekräftigte auch Kremlchef Wladimir Putin bei einem Telefonat am Abend mit Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron.

Der Iran hatte am Montag erklärt, seine Uranproduktion in der Atomanlage Natans um das Vierfache erhöht zu haben. Das russische Außenministerium sagte dazu, man beobachte die Situation genau. Moskau hoffe, dass der Iran keine weiteren Schritte gehen werden, die gegen die Verpflichtung im Atomvertrag verstießen.

Russlands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir PutinFoto: AFP/Alexander NEMENOV

Nach Angaben aus Berlin sahen es die drei Politiker als erforderlich an, dass der Iran im Atomabkommen bleibt. Der Iran hatte vor mehr als einer Woche angekündigt, sich nicht mehr an einzelne Vereinbarungen aus dem Abkommen halten zu wollen. Die USA waren bereits vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten Vertrag ausgestiegen.

Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte am Dienstag: „Es geht um Abschreckung, nicht um Krieg.“ Man wolle nicht, dass die Situation eskaliert. Shanahan und US-Außenminister Mike Pompeo hatten zuvor hinter verschlossenen Türen Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats über die Lage im Konflikt mit dem Iran informiert.

US-Präsident Donald Trump hatte Teheran am Wochenende mit drastischen Worten vor einer Eskalation gewarnt und dem Land mit Vernichtung gedroht. „Wenn der Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende des Irans sein. Droht nie wieder den Vereinigten Staaten!“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif antwortete am Montag auf Twitter, „wirtschaftlicher Terrorismus und genozidale Pöbeleien“ würden nicht zu einem Ende des Irans führen. Sarif warnte Trump davor, Iraner zu bedrohen, und forderte ihn auf, es mit Respekt zu versuchen.

In einem Interview des US-Senders CNN warf Sarif den USA am Dienstag vor, einen wirtschaftlichen Krieg gegen sein Land zu führen und ein „sehr gefährliches Spiel“ zu spielen. Er betonte zugleich: „Der Iran hat kein Interesse an einer Eskalation.“ Sarif sagte: „Wir werden nicht diejenigen sein, die eine Eskalation beginnen, aber wir werden uns verteidigen.“ (dpa)

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