Kampf um die AKK-Nachfolge : Röttgen will CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur

Kandidat Röttgen macht seine Ambitionen deutlich +++ CSU-Chef Söder warnt vor Entscheidung nach SPD-Art +++ Merkel mischt sich nicht ein +++ Der Newsblog.

Norbert Röttgen (CDU)
Norbert Röttgen (CDU)Foto: imago images/photothek/Felix Zahn

Der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen will im Fall einer Wahl zum CDU-Vorsitzenden auch Kanzlerkandidat der Partei werden. „Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur gehören zusammen“, sagte er.

Der 54-jährige Außenpolitiker hatte am Dienstag überraschend und als erster seine Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz erklärt. Als weitere Anwärter gelten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn, doch haben sie ihre Kandidatur bislang noch nicht offiziell erklärt.

CSU-Chef Markus Söder warnt die CDU davor, ihren neuen Parteichef auf eine ähnliche Weise wie die SPD zu küren. „Jetzt melden sich fast täglich neue Kandidaten. Da muss man sehr aufpassen, dass wir nicht durch falsche oder zu lange Zeitabläufe eine Situation wie in der SPD bekommen, mit zig Kandidaten und Abstimmungsverfahren, die nicht nur eine Partei, sondern ganz Deutschland lähmen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Söder?“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich aus den Vorgängen um die Besetzung des CDU-Vorsitzes und der Kanzlerkandidatur der Union heraushalten. Sie habe dies bei ihrem Rücktritt vom Parteivorsitz im Oktober 2018 zugesagt, und daran wolle sie sich halten, machte Merkel am Mittwoch deutlich. „Meine Erfahrung historischer Art ist, dass die Vorgänger sich aus so etwas heraushalten sollten. Und das befolge ich.“ Das heiße nicht, dass sie mit möglichen Kandidaten nicht spreche.

Der Überraschungskandidat für den CDU-Vorsitz, Nobert Röttgen, erzielt in einer Umfrage gute Werte. Mit 32 Prozent halten ihn die meisten Befragten vor Friedrich Merz (25 Prozent) am geeignetsten, neuer CDU-Chef zu werden. Unter den Unionsanhängern liegen die beiden Kopf an Kopf. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn sind der Umfrage zufolge abgeschlagen. Insgesamt begrüßen 54 Prozent die Bewerbung Röttgens (mehr im Newsblog weiter unten).

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