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Die Strecke zwischen Joachimsthal und Templin wurde im Dezember 2018 eröffnet.
© Jörn Hasselmann Tsp

Bundestagsabgeordnete kämpfen für Regionalbahn 63: "Wo eine fahrbereite Schiene liegt, sollte auch ein Zug fahren"

In einem Brief an Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) fordern uckermärkische Parlamentarier den Erhalt der Bahnlinie - und Investitionen in die Strecke.

Potsdam - Die Regionalbahnlinie RB 63 von Eberswalde nach Templin, der zwischen Joachimsthal nach Templin die Stilllegung droht, erhält prominente Unterstützung: Nach dem einstimmigen Beschluss im Uckermärker Kreistag fordern nun auch die Uckermärker Bundestagsabgeordneten Michael Kellner (Grüne) und Stefan Zierke (SPD) sowie der für die Uckermark zuständige Eberswalder Abgeordnete Friedhelm Boginski (FDP) in einem gemeinsamen Brief an Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) den Erhalt der Bahnlinie.

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In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, zeigen sie sich „zutiefst betrübt“ darüber, dass der Betrieb der Bahnlinie nicht über 2022 hinaus verlängert werden soll. „Gerade für die Verkehrswende im ländlichen Raum, wo um jede Verkehrsanbindung gerungen wird, um den Menschen vor Ort einen Zugang zu Mobilität zu gewährleisten, wäre dies ein falsches Signal“, schreiben die Abgeordneten. „Mit der Existenz eines Grund-Angebots als Teil der Daseinsvorsorge zeigt sich nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Wirkung der Verkehrswende.“ 

Die Abgeordneten erinnern daran, dass das bestehende Fahrgastpotential aus verschiedenen Gründen nicht ausgeschöpft werden konnte. „Corona, Parallelverkehr mit Bussen, lange Standzeit in Joachimsthal, ungünstige Taktung in Eberswalde, ein fehlender Kreuzungsbahnhof etwa in Friedrichswalde, Langsamfahrstrecken, fehlende Radwege als Zubringer – die Liste der Hemmnisse für einen erfolgreichen Probebetrieb ist lang“, heißt es in dem Schreiben.

„Jetzt gilt es, die verkehrspolitischen Versprechen einzuhalten“

Die Abgeordneten fordern Beermann auf, deswegen in die Strecke zu investieren. „Doch diese Investitionen erscheinen uns langfristig sinnvoll“, heißt es in dem Schreiben. „Sie wären auch ein Zeichen, dass das Land bei der Schiene nicht den Norden von Brandenburg vergisst.“ Die Strecke zwischen Eberswalde und Joachimsthal und Templin sei im letzten Entwurf des Deutschlandtaktes vermerkt und habe auch beim Reaktivierungsgutachten der Landesregierung gut abgeschnitten. 

„Jetzt gilt es, die verkehrspolitischen Versprechen einzuhalten und mit Blick auf die Erfordernisse in den Bereichen Klimaschutz, Sicherheit/Energie und Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum den Betrieb der RB 63 zu verstetigen, anstatt ihn zum Erliegen zu bringen“, heißt es in dem Schreiben. „Wo eine fahrtüchtige Schiene liegt, sollte auch ein Zug fahren.“

Am Donnerstag hatte der Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags unter anderem über den neuen Landesnahverkehrsplan debattiert. Dabei forderte Beermann eine deutliche Erhöhung der vom Bund zur Verfügung gestellten Regionalisierungsmittel, um den Schienenverkehr in Brandenburg weiter ausbauen zu können.

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