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Das Kiezbad Am Stern wurde erst im Februar nach zweijähriger Sanierung wiedereröffnet.
© Andreas Klaer

Potsdam in der Energiekrise: Stadt verteidigt Schließung von Kiezbad am Stern

Weitere städtische Energiesparmaßnahmen in Arbeit. Die Beleuchtung der Nuthestraße wird eingeschränkt. Auch Krematorien auf städtischen Friedhöfen werden überprüft.

Potsdam - Die Stadt verteidigt die Schließung des Kiezbades am Stern gegen Kritik. Die Sportbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) erläuterte im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend, dass die Alternative angesichts der Energiekrise gewesen wäre, die Saunen in allen Bädern zu schließen. Das hätte bedeutet, dass die 20 Saunameister:innen auf Kurzarbeit hätten gesetzt werden müssen.

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Durch die Schließung des gerade erst sanierten Bades spare man – die Verbrauchszahlen von 2019 zugrundegelegt – im Jahr 424.000 Kilowattstunden Strom und 810.000 Kilowattstunden Fernwärme, führte Aubel aus. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden für einen Vier-Personen-Haushalt würde also die Energie für knapp 62 Haushalte eingespart.

Kritik von Linke und CDU

Kritik an der Schließung äußerten Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) und Wieland Niekisch (CDU), die auf eine erneute Prüfung der Entscheidung drängten. Den Bewohnern des Potsdamer Südens werde eine Verschlechterung zugemutet, die er nicht für vermittelbar halte, sagte Scharfenberg: „Da darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.“ Niekisch sagte, die Frage sei schwer „nur so einseitig und alternativlos zu beantworten“.

Neue städtische Energiesparmaßnahmen wurden im Hauptausschuss nicht vorgestellt. Angesichts der am heutigen Donnerstag in Kraft tretenden Energiesparverordnung des Bundes müsse man geplante Maßnahmen erneut auf Rechtskonformität überprüfen, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

Suche nach Alternativen zum Gas für Brennöfen auf den Friedhöfen

Auf Nachfrage des FDP-Abgeordneten Björn Teuteberg zur Beteiligung der Stadtverordneten bei den Entscheidungen des Krisenstabs machte Schubert deutlich, dass angedachte Maßnahmen vor Inkrafttreten im Hauptausschuss lediglich zur Diskussion vorgestellt werden sollen.

Schon am Dienstagabend hatte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) im Bauausschuss für seinen Rathausbereich erste – und nur wenige – Ergebnisse vorgestellt, wie sich Energie sparen lassen könnte. So könne man die Beleuchtung der Potsdamer Straßen nicht einfach reduzieren, schon wegen des Sicherheitsgefühls für die Bürger. Allerdings wolle man an der Nutheschnellstraße nur noch jede zweite Straßenlampe brennen lassen. Noch nicht weit fortgeschritten sei man beim Handlungsplan, die Lampen in den Laternen durch wesentlich energiesparendere LED-Modelle auszutauschen, räumte Rubelt ein. Und: Überlegt werde auch in der Friedhofsverwaltung, ob die dortigen Brennöfen mit anderer Energie als Gas betrieben werden könnten.

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