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Traf diesmal nicht. Robert Lewandowski ließ Philippe Coutinho (r.) den Vortritt.
© Federico Gambarini/dpa

Heimteams mit wenig Glück: FC Bayern deklassiert Düsseldorf, Leipzig ohne Mühe gegen Köln

Die Bayern siegen auch ohne Lewandowski-Tor, auch Leipzig spielt souverän auf. Immer prekärer wird die Liga hingegen für Werder Bremen.

Der FC Schalke 04 klettert dank eines Sieges in Bremen auf Platz fünf in der Fußball-Bundesliga, Leipzig lässt Köln mit dem neuen Cheftrainer Markus Gisdol keine Chance und bleibt vor den ebenfalls souveränen Bayern. Wolfsburg kann noch gewinnen und Freiburg spielt dank Leverkusener Chancenwucher Remis.

RB Leipzig – 1. FC Köln 4:1

Neuer Trainer, altes Leid: Aufsteiger Köln kommt auch mit Markus Gisdol in dieser Saison nicht in Fahrt. Der hatte den glücklosen und inzwischen in Mainz beschäftigten Achim Beierlorzer vor einigen Tagen abgelöst. Viel ist dem neuen Chef an der Seitenlinie allerdings in den ersten Tagen seiner Amtszeit nicht eingefallen. In Leipzig lagen die Kölner nach einer guten halben Stunde bereits 0:3 zurück. Zunächst hatte Nationalspieler Jonas Hector beim ersten Gegentor von Timo Werner gepatzt, dann legte Kingsley Ehizibue Gegenspieler Christopher Nkunku im eigenen Strafraum derart plump, dass nicht einmal der Videoschiedsrichter zuckte. Emil Forsberg verwandelte den folgenden Elfmeter zum 2:0 für die Leipziger. Die legten durch einen Distanzschuss von Konrad Laimer wenig später nach. Und Köln? Spielte zumindest mit. Rafael Czichos traf nach einer Ecke per Kopf zum Halbzeitstand. Nach der Pause passierte lange Zeit nicht mehr viel. Bis Forsberg zum Freistoß schritt und den Ball aus fast 25 Metern links oben im Winkel zum 4:1 versenkte. Dabei blieb es.

Fortuna Düsseldorf – FC Bayern München 0:4
Gab es mal so etwas wie eine Krise beim FC Bayern? Liegt das desaströse 1:5 gegen Eintracht Frankfurt schon Jahre zurück und wer war eigentlich Niko Kovac? Die Bundesliga ist ein wahnsinnig schnelllebiges Geschäft und diese Fragen stellen sich nach den jüngsten Vorstellungen des deutschen Rekordmeisters. Auch am Samstag spielte der FC Bayern so überlegen auf, wie man das von ihm kannte. Gegner Fortuna Düsseldorf hatte im eigenen Stadion keine Chance. 4:0 (3:0) hieß es am Ende für die Münchner. Die Tore in dem einseitigen Spiel erzielten Benjamin Pavard, Corentin Tolisso, Serge Gnabry und Coutinho.

Wenn man es in der Analyse des Spiels mit den Düsseldorfern gut meinte, könnte man sagen, dass den Bayern auch das Glück hold war. Beim ersten Treffer nach elf Minuten berührte der aufgerückte Verteidiger Benjamin Pavard eine Hereingabe von Joshua Kimmich vielleicht noch leicht mit dem kleinen Zeh. Der Ball kullerte trotzdem ins Tor der Fortuna. Danach ging es Schlag auf Schlag. Schon zur Halbzeit war die Mannschaft von Trainer Hansi Flick 3:0 vorne. Das Spiel war entschieden. Den Bayern war das aber egal. Sie wollten die Gastgeber nicht groß mitspielen lassen, sondern suhlten sich in ihrer Überlegenheit. Wie gesagt: War da mal eine Krise?

Werder Bremen – FC Schalke 04 1:2
Dank des diffusen Auftritts von Borussia Dortmund gegen den SC Paderborn, bot sich dem FC Schalke 04 die Chance, tabellarisch am ungeliebten Nachbarn vorbeizuziehen. Nach einer ausgeglichenen bis ereignislosen Anfangsphase traf Daniel Caligiuri für die Gelsenkirchener den Pfosten, da waren schon 20 Minuten gespielt. Werder Bremen konnte bis dahin und in der Folge kaum Torgefahr entwickeln. Amine Harit streichelte den Ball kurz vor der Halbzeit ins lange Ecke des Bremer Tores, der BVB war zu diesem Zeitpunkt auf zwei Punkte distanziert.

Der Auftritt der Bremer, die vor der Saison noch hoffnungsvoll den Europapokal als Ziel ausriefen, war offensiv uninspiriert und mutlos. Dazu passte es, dass Verteidiger Sebastian Langkamp in der eigenen Hälfte den Ball an Schalkes Benito Raman verlor, der Jiri Pavlenka dann auch noch nervenstark tunnelte. Die Grün-Weißen wehrten sich in der Folge mit mehr Nachdruck, Yuya Osako verkürzte für Bremen. Dabei sollte es aber bleiben.

Ich war's! Wolfsburgs Joao Victor jubelt über sein Tor zum 2:0.
Ich war's! Wolfsburgs Joao Victor jubelt über sein Tor zum 2:0.
© Uwe Anspach/dpa

Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 0:2
Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner hat nicht die besten Erinnerungen an Spiele gegen seinen österreichischen Landsmann Adi Hütter. Viermal verlor Glasner mit dem kleinen SV Ried gegen Hütters großes RB Salzburg.

In das erste Bundesliga-Duell beider Trainer starteten die von Hütter betreuten Frankfurter etwas zielstrebiger, Glasners Wolfsburger nutzen nach 18 Minuten aber ihre zweite Torchance zur Führung. Wout Weghorst erzielte per Kopf sein sechstes Saisontor, das die Verteilung der Spielanteile aber nicht verändern sollte. Frankfurt blieb aktiver, Wolfsburg bereiteten die Angriffsversuche der Gastgeber aber kaum Probleme. Dafür machte Wolfsburgs Macel Tisserand mit einem illegalen Ellenbogen-Einsatz seinem Team das Leben schwer, er wurde mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.

Wolfsburg hielt trotz der nummerischen Unterlegenheit tapfer dagegen und dem größer werdenden Druck der Frankfurter stand. Joao Victor profitierte nach einer Stunde dann auch noch einem spektakulären Torwart-Fehler von Frankfurts Felix Wiedwald. Oliver Glasner freute es, Adi Hütter musste ihm erstmals zum Sieg gratulieren.

Bayer Leverkusen – SC Freiburg 1:1
Der SC Freiburg erwischte einen wackligen Start ins Gastspiel bei Bayer Leverkusen. Torhüter Mark Flekken rutschte nach zwei Minuten beim Abstoß aus und verursachte durch einen zweiten Ballkontakt im Strafraum einen indirekten Freistoß aus sechs Metern. Demirbay traf für Leverkusen aber nur die Latte.

Der Sport-Club fand seine Standfestigkeit in der Folge schnell wieder, Stürmer Lucas Höler köpfte nach fünf Minuten nach einem Eckball unbedrängt zur Führung für Freiburg ein. Die Leverkusener rappelten sich ihrerseits ebenfalls schnell auf und spielten auf das Freiburger Tor zu, ohne die Gäste dabei aber zunächst allzu sehr ins Wanken zu bringen - bis der auffällige Moussa Diaby mit einem Distanzschuss für den verdienten Ausgleich sorgte, der eine Vielzahl weiterer großer Chancen der deutlich spielstärkeren Gastgeber nach sich zog. Karim Bellarabi scheiterte kurz vor der Halbzeit am Pfosten des Freiburger Tores.

Auch nach der Pause blieb Leverkusen die gefährlichere Mannschaft, Volland und Diaby ließen die Führung jeweils liegen, Höler vergab dagegen aus dem Nichts die große Chance für den SC Freiburg. Mark Flekken parierte einige Schüsser, leistete sich kurz vor Schluss aber noch einen letzten Ausrutscher. Karim Bellarabi lies das unbestraft. (Tsp)

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