Kadernominierung : Von Leckie bis Lewandowski: Die Kader der WM-Konkurrenten

Auch die anderen WM-Nationen haben heute ihre Mannschaftslisten abgegeben. Einige Spieler haben bereits Erfahrung in Deutschland gesammelt.

Wiedersehen in Russland: Mathew Leckie wird, wie hier bei einem Spiel gegen Deutschland, wieder für sein Heimatland Australien spielen.
Wiedersehen in Russland: Mathew Leckie wird, wie hier bei einem Spiel gegen Deutschland, wieder für sein Heimatland Australien...Foto: AFP

Von Leckie bis Vestergaard - bei der WM spielen viele nicht-deutsche Spieler, die ihre Sporen in Deutschland verdient haben oder noch aktuell wichtige Positionen in der Bundesliga besetzen. Aber auch das ist keine Garantie: Hier stellen wir vor, wie die anderen WM-Teilnehmer ihre Kader gestalten und mit wem es ein Wiedersehen in Russland geben wird.

Russland spielt bei WM ohne Neustädter und Rausch

Die russische Fußballnationalmannschaft wird bei der Heim-WM ohne die eingebürgerten Deutschen Roman Neustädter und Konstantin Rausch spielen. Sie fehlen auf der endgültigen Kaderliste der 23 Spieler, die der russische Fußballverband am Sonntag in Moskau veröffentlichte. Im Angriff nominierte Trainer Stanislaw Tschertschessow den Stürmer Artjom Dsjuba von Arsenal Tula, der zuletzt 2016 für die Sbornaja gespielt hatte. Außerdem sind Fjodor Smolow (Krasnodar) und Alexej Mirantschuk (Lokomotive Moskau) im Sturm gesetzt. Das Trio der Torhüter wird von Igor Akinfejew von ZSKA Moskau angeführt.
Die Verteidiger Neustädter und Rausch, die beide russlanddeutscher Herkunft sind, hatten in der Hoffnung auf Einsätze in der Sbornaja die russische Staatsbürgerschaft angenommen. Rausch wechselte deshalb im Januar vom 1. FC Köln zu Dynamo Moskau. Im März handelten sich die zwei Profis Ärger mit dem russischen Verband ein, als sie gegen die Absprachen im Trainingslager in einer Moskauer Disco feiern gingen. Tschertschessow hatte seine Mannschaft in den vergangenen Tagen in Südtirol auf die WM vom 14. Juni bis 15. Juli vorbereitet, ein Testspiel gegen Österreich ging mit 0:1 verloren. Der letzte Test findet am kommenden Dienstag (5.6.) in Moskau gegen die Türkei statt, bevor im WM-Eröffnungsspiel Saudi-Arabien der Gegner ist.

Lewandowski führt Polens WM-Kader an - Stuttgarts Kaminski gestrichen

Stürmerstar Robert Lewandowski vom FC Bayern München führt wie erwartet das polnische Aufgebot für die Fußball-WM in Russland an. Neben Lewandowski stehen auch die Bundesliga-Profis Jakub Blaszczykowski vom VfL Wolfsburg und Lukasz Piszczek von Borussia Dortmund in dem finalen 23-er Kader, den Nationaltrainer Adam Nawalka am Montag bekanntgab. Nicht dabei ist dagegen Verteidiger Marcin Kaminski vom VfB Stuttgart, der von Nawalka aus dem vorläufigen WM-Aufgebot gestrichen wurde. Die Polen bestreiten ihr erstes WM-Spiel am 19. Juni gegen Senegal. Weitere Gegner in der Gruppe H sind Kolumbien (24. Juni) und Japan (28. Juni).

Dänemark ohne Stürmerstar Bendtner zur WM

Dänemarks Fußball-Nationalmannschaft reist ohne Stürmerstar Nicklas Bendtner zur WM. Der ehemalige Wolfsburger fehlt verletzungsbedingt im Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli), den Trainer Age Hareide am Sonntag veröffentlichte. Auch der ebenfalls verletzte Innenverteidiger  Andreas Bjelland steht nicht im Aufgebot. Sowohl Bendtner als auch Bjelland hatten in den Plänen des Coaches eigentlich eine wichtige Rolle gespielt. Allerdings machte Hareide deutlich, dass er nur gesunde Spieler mit nach Russland nehmen kann. Zum 23 Spieler umfassenden Kader, den alle Nationaltrainer an diesem Montag der FIFA melden müssen, zählen auch der Gladbacher Jannik Vestergaard, der Bremer Thomas Delaney und Yussuf Poulsen von RB Leipzig. Angeführt werden die Dänen von Topspieler Christian Eriksen von Tottenham Hotspur.

Die Dänen treffen in Russland auf Frankreich, Australien und Peru. Die Skandinavier bereiten sich in der kommenden Woche weiter in der Heimat auf die WM vor. Am Samstag steht in Kopenhagen noch ein Test gegen den deutschen Gruppengegner Mexiko auf dem Programm.

Mexikos Altstar Márquez vor fünfter WM

Altstar Rafael Márquez von Deutschlands Auftaktgegner Mexiko steht in Russland vor seiner fünften WM-Teilnahme. Der 39 Jahre alte Routinier ist von Mexikos Fußball-Nationaltrainer Juan Carlos Osorio für das endgültige Aufgebot nominiert worden.
Neben Defensivspieler Márquez stehen auch Topstar Chicharito und die beiden Frankfurter Bundesligaprofis Carlos Salcedo und Marco Fabián im 23-köpfigen Kader, den der mexikanische Verband am Montag veröffentlichte. Mexiko ist am 17. Juni in Moskau Deutschlands erster Turniergegner. Márquez war unter anderem für den FC Barcelona sowie die AS Monaco aktiv, gewann 2006 und 2009 die Champions League und hat seine Vereinskarriere bereits beendet.

Leckie, Kruse und Maclaren für Australiens WM-Kader nominiert

Australiens Fußball-Nationaltrainer Bert van Marwijk hat Mathew Leckie von Hertha BSC, Jamie Maclaren vom SV Darmstadt 98 und den Bochumer Robbie Kruse in sein endgültiges WM-Aufgebot berufen. Auch der 38 Jahre alte Altstar Tim Cahill gehört zum finalen 23-Mann-Kader, den van Marwijk am späten Samstagabend bekannt gab. Fran Karacic, Josh Brillante, James Troisi, und den ehemaligen Berliner Nikita Rukavytsya strich der Niederländer dagegen aus seinem WM-Aufgebot.
Angreifer Maclaren war erst vergangene Woche in den Kader der Socceroos nachnominiert worden. Die Australier bereiten sich derzeit in der Türkei und in Österreich auf die Weltmeisterschaft vor, ein Testspiel gegen Tschechien hatte das Team am Donnerstag 4:0 (1:0) gewonnen. „Der Auswahlprozess war sehr schwierig“, sagte van Marwijk über seinen Kader. „Ich glaube, diese Gruppe kann Australien stolz machen, wenn wir weiter gemeinsam so intensiv arbeiten.“ Die Socceroos bestreiten vor der Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli) noch ein weiteres Testspiel am 9. Juni gegen Ungarn. WM-Gegner sind in der Gruppe C Frankreich, Dänemark und Peru.

Neu-Hannoveraner Asano reist als Backup mit Japan zur WM

Trotz seiner Ausbootung aus Japans WM-Kader reist Bundesliga-Profi Takuma Asano mit der Nationalmannschaft als Backup ins Vorbereitungscamp und zu dem Turnier nach Russland. Nationalcoach Akira Nishino entschied, den 23-Jährigen wie auch Mittelfeldspieler Yosuke Ideguchi zusätzlich mitzunehmen. Asano war zuletzt vom FC Arsenal an den VfB Stuttgart ausgeliehen und spielt ab der neuen Saison ebenfalls auf Leihbasis für Fußball-Bundesligist Hannover 96.

Beide gehören nicht zum finalen 23-Mann Kader, den Nishino am Donnerstag bekannt gegeben hatte. Am Sonntag startet die japanische Mannschaft ihr Trainingslager in Österreich. Dort wird sie noch zwei Testspiele gegen die Schweiz am 8. Juni und vier Tage später gegen Paraguay bestreiten. Die Mannschaft um Dortmunds Shinji Kagawa startet am 19. Juni gegen Kolumbien in die Weltmeisterschaft, weitere Gegner in der Gruppe H sind Polen (24. Juni) und Senegal (28. Juni).

Mit Guerrero und Farfán zur WM - Peru benennt endgültigen Kader

Paolo Guerrero führt die peruanische Fußball-Nationalmannschaft als Kapitän zur WM. Wenige Stunden nach dem Traum-Comeback des zuvor wegen Dopings gesperrten Stürmers mit zwei Toren beim 3:0-Sieg im Testspiel gegen Saudi-Arabien am Montag gab Trainer Ricardo Gareca seinen finalen 23-Mann-Kader bekannt. Zum Aufgebot gehört auch der frühere Schalker Jefferson Farfán. Der 33-Jährige hatte Guerrero vor dessen Comeback zeitweise im Angriffszentrum vertreten.
Guerrero war im Oktober 2017 bei einer Dopingkontrolle nach dem 0:0 im Qualifikationsspiel gegen Argentinien positiv getestet und vom Internationalen Sportgerichtshof CAS später für 14 Monate gesperrt worden. Beim 34-Jährigen war eine in Koka-Tee enthaltene Substanz entdeckt worden. Das Schweizer Bundesgericht setzte die Suspendierung am Donnerstag allerdings provisorisch aus. Peru ist erstmals seit 1982 wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und trifft in der Gruppenphase auf Dänemark, Frankreich und Australien.

Suárez und Godín stärken Uruguay den Rücken

Uruguays Nationalcoach Oscar Tabárez hat seinen finalen Kader für die Fußball-WM in Russland benannt. Der 71-Jährige reduzierte sein vorläufiges WM-Aufgebot am Samstag auf 23 Spieler und strich Federico Valverde, Gastón Ramírez und Nicolás Lodeiro. Angeführt wird die erfahrene Mannschaft erwartungsgemäß von Stürmer-Star Luis Suárez und Abwehrchef Diego Godín. Uruguay spielt bei der Weltmeisterschaft in der Gruppe A mit den Gastgebern, Saudi-Arabien und Ägypten. In ihrem ersten Gruppenspiel wird La Celeste am 15. Juni auf die ägyptische Auswahl treffen.

Deutscher Gegner Südkorea setzt auf Son

Fußballprofi Ja-Cheol Koo vom Bundesligisten FC Augsburg gehört bei der Weltmeisterschaft in Russland dem Kader von Deutschlands letztem Gruppengegner Südkorea an. Am Samstag gab der Fußballverband von Südkorea den von Trainer Tae-Yong Shin endgültig nominierten WM-Kader bekannt. Mittelfeldakteur Koo ist der einzige in Deutschland aktive Spieler in Südkoreas WM-Kader.
Zum 23-köpfigen Aufgebot zählt Angreifer Heung-Min Son (Tottenham Hotspur), der früher in der Bundesliga für Bayer Leverkusen und den Hamburger SV gespielt hatte. Son gilt als der unumstrittene Star im Team. Coach Shin nominierte zudem Hee-Chan Hwang von RB Salzburg in Österreich. Am Freitag hatte Südkorea in Jeonju ein Testspiel gegen Bosnien-Herzegowina mit 1:3 verloren. Die Asiaten, die am 27. Juni in Kasan deutscher Gruppen-Gegner sind, bestreiten vor der WM noch weitere Testspiele gegen Bolivien (7. Juni) und Senegal (11. Juni).

Serbien reist mit drei Bundesliga-Profis

Abwehrspieler Matija Nastasic vom FC Schalke 04 und Mijat Gacinovic vom Pokalsieger Eintracht Frankfurt haben es nicht in das endgültige Aufgebot Serbiens für die Fußball-WM in Russland geschafft. Nationaltrainer Mladen Krstajic strich Nastasic am Freitag wegen dessen Verletzung. Der 25-Jährige hatte im April einen Anriss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie erlitten. Für Gacinovic reichte es ebenfalls nicht.
Damit stehen insgesamt drei Bundesligaprofis im serbischen WM-Kader: Abwehrspieler Milos Veljkovic von Werder Bremen Offensivspieler Filip Kostic vom Hamburger SV und der Frankfurter Stürmer Luka Jovic.
Serbien trifft bei der Endrunde in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli in der Vorrundengruppe E auf Brasilien, Costa Rica und die Schweiz

Tunesien fährt ohne Ben-Hatira

Die tunesische Fußballnationalmannschaft fährt mit 17 Auslandsprofis zur WM nach Russland. Trainer Nabil Maaloul gab am Samstag nach dem 2:2 gegen die Türkei seinen endgültigen 23-köpfigen WM-Kader bekannt. Die meisten Spieler verdienen ihr Geld in den Ligen auf der arabischen Halbinsel. Die Mannschaft muss auf ihren Superstar Youssef Msakni verzichten. Der Kapitän hatte sich zwei Monate vor Beginn des Turniers einen Kreuzbandriss zugezogen.
Tunesien startete mit zwei Unentschieden in die WM-Vorbereitung. Gegen Europameister Portugal spielten die „Adler von Karthago“ ebenso 2:2 wie gegen die Türkei. Das nordafrikanische Team trifft in der WM-Gruppe G auf Belgien, England und Panama. Nicht einmal im vorläufigen Kader stand Änis Ben-Hatira. Der 29- Jährige, der von 2006 bis 2017 in Deutschland spielte, kam zuletzt im November 2016 für das Nationalteam zum Einsatz. Nach Stationen beim Hamburger SV, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 spielt er inzwischen beim tunesischen Verein Espérance Tunis.

Salah führt Ägyptens WM-Aufgebot an

Der verletzte Stürmerstar Mohamed Salah führt das erste WM-Aufgebot Ägyptens seit 28 Jahren an. Nationaltrainer Héctor Cúper berief den 25-Jährigen vom FC Liverpool am Montag in seinen endgültigen 23er Kader für die Fußball-Endrunde in Russland. Neben Salah ist auch Mohamed Elneny eine angeschlagene Schlüsselfigur. Bei seinem Verein FC Arsenal konnte der Mittelfeldspieler wegen einer Verletzung am Sprunggelenk in der Endphase der Saison nicht mehr spielen, bei der WM ist der 25-Jährige für Cúper nicht zu ersetzen. Im Tor vertraut der Argentinier weiter Essam Al-Hadari. Der Keeper ist mittlerweile 45 Jahre alt und dürfte Kolumbiens Schlussmann Faryd Mondragon als ältesten Spieler ablösen, der bei einer WM gespielt hat. Mondragon war bei der Endrunde 2014 bei seinem letzten Einsatz 43 Jahre und drei Tage alt.

Salah hatte sich bei einem harten Einsteigen von Gegenspieler Sergio Ramos im Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid (1:3) eine Bänderverletzung in der linken Schulter zugezogen. Verbandschef Hany Abo-Rida hatte nach einem Treffen mit dem behandelnden Arzt verkünden lassen, Salah werde wegen der Schulterblessur maximal drei Wochen pausieren müssen. Damit wäre ein Einsatz des Angreifers im ersten WM-Spiel der Nordafrikaner am 15. Juni in Jekaterinburg gegen Uruguay möglich. Zuletzt veröffentlichte Salah eine in einem Fitnessraum aufgenommene Bildnachricht, auf der er mit seinem linken Arm ein Gummiband zieht. Ägypten nimmt erstmals seit 1990 wieder an einer WM teil. Salah ist der Topspieler der Nordafrikaner, die in Gruppe A noch am 19. Juni in St. Petersburg gegen Gastgeber Russland und am 25. Juni in Wolgograd gegen Saudi-Arabien antreten.

Nigerias Coach Rohr beruft Balogun auch in endgültigen WM-Kader

Trainer Gernot Rohr setzt auch bei der Fußball-WM in Russland auf den Mainzer Verteidiger Leon Balogun. Der 29-jährige gebürtige Berliner wurde vom deutschen Nationalcoach erwartungsgemäß in den endgültigen 23er Kader berufen. Balogun wird ab der kommenden Saison für den englischen Erstligisten Brighton & Hove Albion spielen und gilt bei Rohr als gesetzt. Angeführt wird das Aufgebot Nigerias von Kapitän und Mittelfeldspieler John Obi Mikel. Der heute 31-Jährige spielte elf Jahre für den FC Chelsea, ehe er im vergangenen Sommer zu Tianjin Teda nach China wechselte.
Die „Super Eagles“ bereiten sich bis zum 11. Juni im österreichischen Bad Tatzmannsdorf auf die Endrunde vor und bestreiten am Mittwoch in Schwechat noch einen letzten Härtetest gegen Tschechien. In Gruppe D treffen die Afrikaner, die zum sechsten Mal an einer WM teilnehmen, auf Argentinien, Island und Kroatien. „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um für die WM bereit zu sein“, sagte Rohr nach dem 1:2 im vorletzten Testspiel gegen England am Samstag.

Deutschland-Legionäre Harit und Bouhaddouz in Marokkos WM-Kader

Amine Harit vom Vizemeister FC Schalke 04 und Aziz Bouhaddouz vom Zweitligisten FC St. Pauli stehen in Marokkos Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Wenige Stunden vor dem Testspiel gegen die Slowakei wurden die beiden Profis am Montag von Nationaltrainer Hervé Renard in den endgültigen Kader für die Endrunde vom 14. Juni bis 15. Juli berufen. Angeführt wird das 23 Spieler umfassende Aufgebot vom früheren Bayern-Profi Mehdi Benatia (Juventus Turin) und Jung-Star Achraf Hakimi vom Champions-League-Sieger Real Madrid. (dpa)

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