Von Sybill Mahlke Arnold Schönberg, so wird überliefert, hat an die Vorherrschaft der deutschen Musik geglaubt. Wenn nun das Musikwissenschaftliche Seminar der FU zusammen mit der York University Toronto eine Tagung unter dem Doppeltitel „Deutsche Leitkultur Musik / Geschichte und Musikgeschichte nach 1945“ veranstaltet, steht die Komplexität des Themas außer Frage.
Geisteswissenschaften
Von Bärbel Schubert „Ich mache beides! In den Geisteswissenschaften hat die Juniorprofessur noch ziemlich viel Gegenwind.
An manchen Samstagnachmittagen, wenn Elfriede ihn wegließ, stahl sich Martin Heidegger von seinem Villenvorort Zähringen weg zu den kleinbürgerlichen Reihenhäuschen entlang der Freiburger Schwarzwaldstraße. Heimlich schaute er dort, bei dem ihn anbetenden philosophischen Jünger Heinrich Wiegand Petzet, die "Sportschau".
Sein wird immer länger: Prof. Dr.
Von Ulrich Zawatka-Gerlach Wenn die Berliner CDU auf ihrem Parteitag im Hotel Maritim heute einen neuen Vorstand wählt, wird der Landesvorsitzende zum ersten Mal seit 1983 nicht Eberhard Diepgen heißen. Der neue Hoffnungsträger ist: Christoph Stölzl.
Von Bärbel Schubert „Das deutsche Hochschulsystem leidet darunter, dass es zu viele Habilitanden produziert", warnte Hans Meyer, Jurist und ehemaliger Präsident der Humboldt-Universität. Diese hoch spezialisierten jungen Wissenschaftler haben später keinerlei Chancen auf eine Professur.
Von Udo Badelt Zehlendorf. Der S-Bahnhof Mexikoplatz ist eine Lust fürs Auge: Vom Jugendstil geformter und gerundeter Stein, im Inneren eine unerwartet hohe Eingangshalle und als Krönung eine kühn geschwungene, ziegelbedeckte Haube.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat dem Berliner Philosophieprofessor Klaus Heinrich den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa zuerkannt. Den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik erhält der Stuttgarter Literaturprofessor Volker Klotz.
Rudolf Scharping hat es seinem Chef wieder einmal gezeigt. Was der Kanzler kann, kann ich schon lange, dachte sich der Verteidigungsminister und lud sich einen Schriftsteller ins Haus.
Philosophen, so hat Nietzsche gemeint, sind Menschen des Morgen, die sich mit dem Heute in Widerspruch befinden. Sie müssen sich in und vor der Zeit verantworten, und das heißt: wissen, was an uns von weit her geschieht.
Dreieinhalb Jahre dauert die Suche der Humboldt-Universität Berlin nach einem Leitbild nun schon. Immer wieder wurde vertagt, was einst so verheißungsvoll mit großer Geste begonnen hatte: dem Entwurf des Philosophieprofessors Volker Gerhardt.
In der Wissenschaft gilt künftig das normale Arbeitsrecht. Über die Anwendung diskutieren die Sozialwissenschaftlerin Martina Röbbecke, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Max-Planck-Gesellschaft, Dirk Hartung und der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen.
"Wat ick hier mag: wieder orntlich berlinern!" So beschreibt Stefan Hecht die Vorteile seiner Rückkehr nach Deutschland.
Nietzsche behauptete einmal, wer unter Deutschen leben müsse, habe sehr an der "Übersetzung des guten Ausländischen in ein schlechtes Einheimisches" zu leiden. In dieser Situation befindet man sich freilich nicht nur unter Deutschen, denn Sprachbarrieren gilt es immer wieder und überall auf der Welt zu überwinden.
Englisch ist Weltsprache. Keine internationale Verständigung in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur geht ohne Englisch.
Eigentlich müsste er es gut finden: Denn im Literaturhaus in der Fasanenstraße richtete er die erste offene Lesebühne Berlins ein. Das war 1972.
Wenn es so etwas wie einen hippokratischen Eid für Historiker gäbe, so würden sie sich darin wohl verpflichten, ihr ganzes Streben zum Wohle der Wahrheit einzusetzen. Denn nichts irritiert die Geschichtswissenschaft mehr als die gezielt vorgebrachte Unwahrheit, genauer: die Lüge.
Kann die Freie Universität ihr Klinikum Benjamin Franklin vielleicht doch noch retten? Der erste Vizepräsident der Uni, Dieter Lenzen, trat am Donnerstag gemeinsam mit dem Dekan der Humanmedizin, Martin Paul, vor die Öffentlichkeit, um die Gründe für eine leise Hoffnung zu erklären.
Es gibt diese Gestalten in Romanen und Erinnerungen, die niemandem auffallen und ewig nur eine Nebenrolle spielen. Sie bleiben verschwommen, im Nebel, man nimmt sie hin und liest über sie hinweg.
Nach dem 11. September ist alles anders geworden.
Man hätte schon beim Fußball hellhörig werden müssen. Aber Anfang der 90er Jahre erntete jeder, der den Zustand des deutschen Fußballs als bedenklich bezeichnete, noch ein selbstgefälliges Schulterzucken: Die Deutschen hatten immer gewonnen, wenn es darauf ankam.
Im Kreis der Unternehmen, die noch in diesem Jahr eine private Elite-Wirtschaftshochschule in Berlin gründen wollen, regt sich Kritik am Konzept einer rein betriebswirtschaftlich orientierten Business School. Ergänzend sollten auch geisteswissenschaftliche Fächer gelehrt werden, heißt es.
Über 50 Universitäten aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich bereits um Fördermittel des Bundes für die neuen Junior-Professuren beworben. Dies teilte das Bundesbildungsministerium am Donnerstag mit.
In der Ampelkoalition ist der Zuschnitt der Senatsressorts noch offen. Ebenso deren Verteilung auf die Parteien.
Wenn eine geisteswissenschaftliche Tagung mit dem Hinweis auf ein Syndrom eröffnet wird, so kann dies zweierlei bedeuten. Erstens: Die Wissenschaft ist von einer Krankheit befallen.
Was ist der Mensch? Diese "große" Frage wurde in der Konrad-Adenauer-Stiftung am Montag im Rahmen der Reihe "Faszination Wissenschaft" gestellt.
Auf dem ersten Blick mutet die Bezeichnung "Bücherstadt" etwas übertrieben an. Drei Häuser ergeben nun einmal noch keine City.
"Das kommt einem schon gespenstisch vor" - kommentiert die Koordinatorin des Symposiums "Gerechter Krieg - gerechter Friede" die Aktualität der Veranstaltung. Lediglich 16 Teilnehmer hatten sich für das seit Monaten geplante Symposium des Graduiertenkollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im Christentum und Islam" an der Universität Bamberg angemeldet.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe verfolgt im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September eine heiße Spur.
Eine Hit-Liste lebender Historiker gibt es nicht. Aber ohne Hans-Ulrich Wehler sähe die deutsche Geschichtswissenschaft sehr viel anders aus.
Wolfgang Hilbig, am 31. 8.
Es geht ums Ganze: um das "ethische Selbstverständnis unserer Gattung", wie der Philosoph Jürgen Habermas sagt. Noch vor wenigen Jahren klang das Wort "Klonen" wie ein Scherzwort - und nun verkündet der italienische Fortpflanzungsexperte Severino Antinori bei einem Kongress in Washington, er werde noch dieses Jahr beginnen, das genetische Duplikat eines Menschen zu züchten.
Um kurz nach acht betritt er seine Insel. Die ist weiß und quadratisch, mit sieben Klapphockern drauf und einem CD-Player mit Miniboxen.
Der Wissenschaftsrat wurde bei seinem jüngsten Vergleich über die Länge der Studienzeiten so deutlich wie nie zuvor. Er lobte die Universitäten im Osten und in Bayern, weil sie die kürzeste Studiendauer aufweisen und den Beweis antreten, dass Regelstudienzeiten von neun oder zehn Semestern kein utopisches Ziel sind.
"Dein wievielter See ist dies, Gesine?", fragt Marie Cresspahl ihre Mutter am 20.
"Politikberatung ist ein Wort, das ich nie benutzt habe." Das sagt Wolf Lepenies, einer der erfolgreichsten Wissenschaftler auf dem Feld der internationalen Wissenschaftshilfe für Osteuropa.
Am Anfang ist das Wort: Es verführt junge Menschen zu einem von den praktischen Seiten des Daseins eher abgewandten Leben, einem Leben für die Bücher. Am Ende werden sie Geisteswissenschaftler.
Prüfungen sind das dicke Ende jedes Studiums. Das gilt allemal für den mündlichen Teil, den viele Kandidaten besonders fürchten: Die Tür zum Zimmer des Professors öffnet sich, man reicht ihm die schweißnasse Hand und muss unmittelbar Rede und Antwort stehen - spontan, souverän und intelligent.
Als Jean-Baptiste Colbert, der Premierminister Ludwigs XIV., 1666 die Académie des Sciences gründete, schloss er die Astrologie von den wissenschaftlichen Disziplinen aus.
Winfried Schulze (59) ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität München. Von 1998 bis zu Beginn dieses Jahres war er Vorsitzender des Wissenschaftsrats und hat in dieser Zeit so wesentliche Empfehlungen wie die zur Studienreform mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master oder zur Neuordnung des Forschungs- und des Hochschulsystems in Deutschland mitgetragen.