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Eine Visualisierung zeigt die neuen Spreebrücken an der Schleuse Charlottenburg.

© Deutsche Bahn

Baustart für die Siemensbahn: Berlin bekommt neue S-Bahnbrücken über die Spree

2029 sollen die Züge zwischen Spandau und dem Berliner Hauptbahnhof rollen. Ein Konzern aus Österreich wird die Bauwerke entlang der S-Bahnstrecke errichten.

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Seit einer Ewigkeit wachsen Gestrüpp und Unkraut auf den alten Berliner S-Bahngleisen, doch das soll sich in diesem Jahr ändern: 2026 soll der Wiederaufbau der Berliner S-Bahnstrecke „Siemensbahn“ beginnen. Am Mittwoch wurden überraschende Simulationen der beiden neuen Spreebrücken gezeigt, damit die S-Bahnzüge von Charlottenburg nach Spandau rollen können, wo der Siemens-Konzern seinen großen Campus errichtet und Berlins neues Mega-Viertel „Insel Gartenfeld“ entsteht.

Die Simulation ganz oben über diesem Text zeigt die Brücke, die neben der Charlottenburger Schleuse errichtet werden soll. Die Simulation stammt von der Bahn und wurde vom österreichischen Baukonzern Porr öffentlich gemacht, der alle Brücken, Tunnel und Bahnhöfe entlang der Siemensbahn bauen wird.

Die neuen Brückenteile auf der Simulation überqueren zwei Wasserflächen in großer Höhe: den alten und neuen Spreeverlauf. Auch mögliche Stellflächen des Krans und Montageplätze für die Brücke sind in der Simulation zu erkennen. Ob diese verbindlich sind, ist nicht bekannt. Sie zeigen aber, womit sich die Planer bereits beschäftigen.

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Aktuell rostet ein altes Element der S-Bahnbrücke im Gestrüpp vor sich hin. Das zweite alte Element an dieser Stelle ist seit etwa 25 Jahren Geschichte. Beim Ausbau der Schleuse Charlottenburg (2003) war der alte S-Bahndamm für die Begradigung der Spree abgetragen worden.

Die zweite Simulation zeigt die neue S-Bahnbrücke, die zwischen dem Bahnhof Jungfernheide und dem anderen Ufer nahe dem Schlosspark entsteht. Die Widerlager nördlich der heutigen Brücke existieren bis heute, allerdings ohne Brückenelement.

neue Spreebrücke am Bhf Jungfernheide für die Siemensbahn - Wiederbelebung Siemensbahn Berlin_© DB InfraGO AG_(1).jpg
Das neue S-Bahngleis rollt auf der neuen Brücke vom Jungfernheide (ganz links) über die Spree. Sogar die Kranplätze und der mögliche Straßenverlauf während der Bauarbeiten sind eingezeichnet.

© Deutsche Bahn

Der Bahnhof Jungfernheide im Ortsteil Charlottenburg-Nord soll einen dritten Bahnsteig mit einem Gleis erhalten, von dem die S-Bahnzüge nach Westen rollen, also auch auf die „Siemensbahn“. Am heutigen S-Bahnsteig halten dann die Züge gen Osten, inklusive Ringbahn.

Die geplante Inbetriebnahme soll, trotz vorsichtiger Stimmen auch in Senatskreisen, im Dezember 2029 erfolgen: 100 Jahre nach Inbetriebnahme der Siemensbahn.

Die S-Bahn soll künftig die beiden neuen Mega-Quartiere „Insel Gartenfeld“ (3700 Wohnungen, Schulen, Kultur) und den neuen Siemens-Campus (2800 Wohnungen, Siemens-Konzern, Start-ups und Schulen) mit dem S-Bahn-Ring verbinden. Die Züge rollen dann weiter in den unterirdischen Teil des Berliner Hauptbahnhofs. Die S-Bahnen sollen im Zehn-Minuten-Takt und mit Tempo 60 nach Siemensstadt fahren. Geplant sind in Spandau drei neue Bahnhöfe. Früher hatten diese die Namen „Wernerwerk“, „Siemensstadt“ und „Gartenfeld“. In Gartenfeld entsteht zudem eine neue Abstellanlage mit Lärmschutzwänden.

Den Brückenbau werden große Unternehmen umsetzen: eine Arbeitsgemeinschaft unter Führung von Porr aus Wien, Österreich. „Die Porr ist Vertragspartnerin für das Vergabepaket 2“, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Porr hat mehr als 20.000 Mitarbeiter, davon etwa 3000 in Deutschland.

Überall ist das Blau unterm abgekratzten Rost und der grauen Farbe zu sehen.
So sieht das 800 Meter lange Viadukt aktuell aus. Künftig wird es blau lackiert – wie zur Eröffnung 1929.

© André Görke

Das Baupaket an der Siemensbahn umfasse „die Herstellung sämtlicher Ingenieurbauwerke, darunter Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Fußgängertunnel, Lärmschutzwände und Stützbauwerke im Abschnitt zwischen dem Bahnhof Westhafen und den ‚Unteren Spreebrücken‘ am Übergang zur bestehenden Hochbahnstrecke sowie im Bereich des Bahnhofs Gartenfeld“. Auch die Leistungen Erdbau und Tiefbau sowie die Erschließung und die Herstellung der Logistikflächen gehörten zur Gesamtmaßnahme.

„Wir sind stolz, unser umfassendes Know-how im Bahnbau bei der Umsetzung dieses wichtigen Mobilitätsprojekts einzubringen“, so der CEO von Porr, Karl-Heinz Strauss, in einer Konzernmitteilung.

Wann und wo die Bahn 2026 genau mit den Bauarbeiten loslegen will, ist bislang nicht bekannt. Entsprechende Anfragen des Tagesspiegels blieben zunächst unbeantwortet.

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