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Franziska Giffey (SPD), Wirtschaftssenatorin und Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters, und Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister im Berliner Abgeordnetenhaus.

© picture alliance/dpa/Jörg Carstensen

Mögliche Expo-Bewerbung Berlins: Giffey stellt sich erneut gegen Wegner und den Berliner Senat

Die Ansage des Regierenden Bürgermeisters war deutlich: Berlin wird sich auf die Olympia-Bewerbung konzentrieren. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey will das nicht akzeptieren.

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Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat sich erneut für eine Ausrichtung der Expo 2035 in Berlin ausgesprochen und sich damit gegen den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner gestellt. Wegner hatte mehrfach erklärt, sich ganz auf die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele konzentrieren zu wollen.

„Ich denke, wir sollten nochmal darüber nachdenken, wie es doch gehen kann – und zwar möglichst gemeinsam mit Brandenburg in der Metropolregion und in einer gemeinsamen Erzählung […]“, schrieb Giffey am Sonntag auf ihrem Instagram-Profil. Sie sprach von einer „Vision und Gesamterzählung für die nächsten 15 Jahre“, neben der Weltausstellung und Olympischen Spielen sei auch die Ausrichtung der Internationalen Bauausstellung denkbar.

Den Konflikt im Berliner Senat um eine mögliche Austragung der Expo dürften die Aussagen weiter befeuern. Erst am Freitag hatte sich der Wegner erneut klar für die Olympia-Bewerbung und gegen die Weltausstellung ausgesprochen. „Die Entscheider sagen ganz klar, ihr müsst euch priorisieren“, sagte Wegner. „Für mich war, ist und bleibt die Bewerbung für Olympische Spiele oberste Priorität.“

„Einen Senatsbeschluss zur Expo wird es nicht geben“

Noch deutlicher wurde Giffeys Parteikollegin, Innensenatorin Iris Spranger. „Olympische/Paralympische Spiele ja, Expo nein. Einen Senatsbeschluss zur Expo wird es nicht geben“, sagte Spranger. Dieser wäre Voraussetzung für eine Bewerbung Berlins.

Neben Giffey hatte sich zuletzt auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach klar für eine parallele Bewerbung um die Expo 2035 ausgesprochen. Er sagte dem Tagesspiegel am Freitag: „Von einem Regierenden erwarte ich eine klare Positionierung und Einsatz für beide Initiativen, Olympia und Expo.“

Die Initiative für die Expo-Bewerbung wird von einem breiten Bündnis aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft um den ehemaligen Berliner IHK-Präsidenten Daniel-Jan Girl getragen. Auch der aktuelle IHK-Präsident Sebastian Stietzel unterstützt die Idee. „Aus Sicht der Berliner Wirtschaft ist die de-facto-Absage für eine Expo 2035 in Berlin nicht nachvollziehbar“, sagte Stietzel kürzlich in Richtung des Regierenden Bürgermeisters.

Wegner lässt seinen Worten jedoch schon jetzt Taten folgen: Ursprünglich war geplant, dass der Regierende Expo-Generalsekretär Dimitri Kerkentzes, der Berlin am 9. und 10. Dezember besuchen wird, persönlich im Roten Rathaus empfängt.

Das Treffen der beiden wurde laut Senatskanzlei „aus terminlichen Gründen“ abgesagt. Nach Tagesspiegel-Informationen wird sich anstelle Wegners Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) mit Kerkentzes treffen.

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