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Nach nächtlichen Angriffen Russlands: Hunderttausende Ukrainer ohne Strom – erstes Blackout in Region Saporischschja
Bundesregierung baut in Bemühungen um Friedenslösung weiter auf US-Unterstützung + Selenskyj hofft auf baldiges Treffen mit Trump + Farage lehnt britische Truppen in der Ukraine ab + Der Newsblog.
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Hinweis: Angaben der Regierungen, Armeen und Bilder und Videos aus der Region lassen sich manchmal nicht endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zu vermitteln.
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Hunderttausende sind in der Ukraine von der Stromversorgung abgeschnitten
Russische Angriffe haben in der Nacht zu massiven Stromausfällen im Süden der Ukraine geführt. Die Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja waren nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums fast vollständig von der Stromversorgung getrennt. Noch etwa 800.000 Verbraucher waren demnach am Morgen im Gebiet Dnipropetrowsk weiterhin davon abgeschnitten. Reparaturarbeiten zur Versorgung mit Licht und Wärme dauerten den Angaben nach an. Der Bürgermeister der Stadt Dnipro, Borys Filatow, verlängerte die Schulferien aufgrund der Situation um zwei Tage.
Im Gebiet Saporischschja ist die Strom- und Heizungsversorgung nach Behördenangaben wiederhergestellt. Gouverneur Iwan Fedorow sprach vom ersten totalen Blackout in der gesamten Region seit Jahren.
Neben den russischen Angriffen macht auch das Wetter der Energieversorgung der Ukraine zu schaffen. Dadurch seien Siedlungen in den Gebieten Tschernihiw, Kiew, Iwano-Frankiwsk und Transkarpatien ganz oder teilweise ohne Strom, hieß es vom Energieministerium. (dpa)
SPD-Politiker Stegner hält Debatte über deutsche Mandate für verfrüht
Der SPD-Außenexperte Ralf Stegner hält eine Debatte über Bundeswehrmandate zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands im Ukraine-Krieg für verfrüht. „Man darf den vierten Schritt nicht vor dem ersten tun“, sagte er dem Sender Phoenix laut Vorabmeldung vom Mittwochabend. „Und der erste Schritt muss sein, einen Waffenstillstand herbeizuführen, denn ohne den gibt es keine Vereinbarung.“
„Deswegen sollten wir jetzt nicht über deutsche Mandate reden, sondern darüber, was wir dazu beitragen können, damit es zu einem Waffenstillstand kommt“, fuhr der SPD-Außenpolitiker fort. Ein solcher Einsatz der Bundeswehr müsse außerdem vom Bundestag beschlossen werden. „Und das sehe ich im Augenblick in die Richtung von Beteiligung von deutschen Truppen noch überhaupt nicht.“
Zugleich sei klar, dass Deutschland bei einer Waffenstillstandslösung nicht grundsätzlich zuschauen könne, sagte der Politiker Phoenix weiter. Notwendig sei eine enge Einbindung der USA, damit der Krieg beendet werde. „Ohne Sicherheitsgarantien Amerikas wird es am Ende nicht funktionieren.“ (AFP)
Ex-US-General Ben Hodges: Truppen der „Koalition der Willigen“ müssen in der Ukraine kampfbereit sein
Der frühere US‑General Ben Hodges warnte in einem Interview mit „The Guardian“, dass mögliche internationale Truppen in der Ukraine nach einem Waffenstillstand echte militärische Schlagkraft brauchen und nicht nur symbolisch präsent sein dürften. Russland würde solche Kräfte sofort testen – etwa mit Drohnen oder Provokationen – und deshalb müssten sie ohne Rückfragen in Hauptstädten wie Paris oder London reagieren können.
Hodges hält es für unrealistisch, darauf zu vertrauen, dass Moskau Vereinbarungen einhalten werde, und verweist auf frühere gebrochene Waffenstillstände seit 2014. Die Aussagen kommen inmitten von Debatten über mögliche britisch-französische Stabilisierungstruppen, während unter anderem die USA, Polen und Italien Bodentruppen ausschließen. Russland weist jede westliche Militärpräsenz in der Ukraine zurück. (Yulia Valova)
Die Ukraine bereitet neue Regeln für Wahlen vor
Die Ukraine hat offenbar ein Paket gesetzgeberischer Vorschläge beschlossen, das die Grundlagen für landesweite Wahlen nach dem Ende des Kriegsrechts schaffen soll. Die Zentrale Wahlkommission traf diese Entscheidung am 7. Januar und will damit Sicherheitsrisiken, Kriegsfolgen und die Lage der vielen Ukrainer im Ausland berücksichtigen.
Es geht dabei nicht um den sofortigen Start eines Wahlverfahrens. Vielmehr sollen die Vorschläge den rechtlichen Rahmen für verschobene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vorbereiten. Nach Angaben der Kommission dienen sie als Basis für weitere Beratungen im Parlament und eine breite öffentliche Diskussion – auch im Hinblick auf die EU‑Integration des Landes. (Yulia Valova)
Trump: „Wir werden immer für die Nato da sein“
Bundesregierung: Ukraine-Fortschritte ohne USA schwer vorstellbar
Britisches Parlament wird über Truppen in der Ukraine abstimmen
Selenskyj hofft auf baldiges weiteres Treffen mit Trump
Nigel Farage lehnt britische Truppen in der Ukraine ab
Finnlands Außenministerin: Russische Bedrohung wird andauern
Vertreter der USA und der Ukraine beraten in Paris weiter über eine Waffenruhe
Über 500 ukrainische Kulturgüter 2025 durch russische Angriffe beschädigt oder zerstört
Ukraine nimmt 16‑Jährige fest – mutmaßliche FSB-Helferin sollte Angriff auf Kraftwerk vorbereiten
Selenskyjs Stabschef lobt „konkrete Ergebnisse“ bei Pariser Gesprächen
Der neue ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow hat am zweiten Tag der Pariser Gespräche für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs weitere Ergebnisse in Aussicht gestellt. „Nicht alle Informationen können öffentlich gemacht werden, aber es gibt bereits konkrete Ergebnisse, und unsere Arbeit geht weiter“, teilt der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Die nationalen Interessen der Ukraine würden verteidigt. Die Ukraine sucht bei den Gesprächen die Unterstützung ihrer Verbündeten für den Fall eines Waffenstillstands. Sie wehrt sich jedoch gegen die russische Forderung, die östliche Industrie-Region Donbass abzutreten.
Budanows Äußerung folgt auf eine Erklärung Selenskyjs vom Dienstagabend. Demzufolge hatten Vertreter der USA und der Ukraine „einige Ideen“ zur Lösung der Gebietsfrage erörtert. Den ukrainischen Angaben zufolge haben die USA die Idee einer freien Wirtschaftszone in Teilen der Region ins Spiel gebracht, aus denen sich die Ukraine zurückziehen würde. (Reuters)
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BSW-Chef de Masi: Bundeswehr hat keine Kapazitäten für Ukraine-Sicherung
BSW-Chef Fabio de Masi lehnt eine deutsche Beteiligung an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine ab. „Die Bundeswehr hat weder Kapazitäten noch Fähigkeiten, den Frieden in der Ukraine zu sichern“, sagte de Masi.
Er warf Kanzler Friedrich Merz (CDU) zudem vor, mit dem Feuer zu spielen. Es sei lebensfremd anzunehmen, Russland würde einer Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine zustimmen.
„Würde der Konflikt neu aufflammen, wären wir zudem im direkten Krieg mit Russland“, betonte de Masi. Er forderte stattdessen „eine stabile Sicherheitsarchitektur“ und Abrüstungsverträge zwischen den USA und Russland. (AFP)
Linnemann: Bundesregierung will Waffenstillstand in der Ukraine durch Absicherung des Nato-Gebiets schützen
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat betont, dass die Bundesregierung einen Waffenstillstand in der Ukraine durch den Einsatz von Bundeswehr auf Nato-Gebiet absichern will. „Ich sehe, so wie der Bundeskanzler, ganz klar, dass wir das Nato-Gebiet absichern“, sagt er den TV-Sender RTL/ntv auf die Frage, ob die Bundeswehrsoldaten auch Teil einer Friedenstruppe in der Ukraine selbst sein sollten.
„Da geht es primär um das Nato-Gebiet“, betont Linnemann. Kanzler Friedrich Merz hatte am Dienstag auf dem Treffen der „Koalition der Willigen“ eine entsprechende Zusage gemacht und erwähnt, dass zusätzliche Bundeswehr-Soldaten nach einem Waffenstillstand bei der Nato gemeldet werden könnten. Dafür wäre dann ein neues Bundestagsmandat nötig. Die Bundeswehr baut bereits eine Brigade im Nato-Land Litauen auf. (Reuters)
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