Fußball, wir ahnten es längst, ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Handfester, nicht so diplomatisch, aber eine gute Alternative zum gegenseitigen In-die-Luft-Sprengen.
Taliban
Obwohl sich das Militärregime unter General Pervez Musharraf am Kampf gegen den Terrorismus beteiligt, tummeln sich im Land weiterhin Kämpfer der Taliban, der Al Qaida und anderer islamistischer Gruppen, vor allem Kaschmir-Rebellen. In Pakistan „müssen wir am meisten aufpassen, was prominente Aktionen angeht“, sagt der Bundesnachrichtendienst.
Von Malte Lehming Ein Verdacht ist schnell in die Welt gesetzt. Etwas bleibt schließlich immer haften.
Von Elke Windisch, Moskau Hamid Karsai, den die Bonner Afghanistan-Konferenz im Dezember zum Interimspremier ernannt hatte, wurde am Donnerstag in Kabul auf der Loya Dschirga – der Großen Ratsversammlung – mit den Stimmen von 1295 der rund 1500 Delegierten zum Präsidenten gewählt. Läuft alles nach Plan, bleibt der 44-jährige Paschtune bis zu den freien Wahlen im Jahre 2004 im Amt.
In der Nähe der Stadt Kundus im Norden Afghanistans kam es im November 2001 zu heftigen Kämpfen zwischen den Taliban und der Nordallianz. Was nach dieser Schlacht geschah, darüber gibt es wenig Informationen.
Von Elke Windisch Nominell ist Afghanistan seit 1918 unabhängig, real ist es Spielball einer Vielzahl von teilweise einander ausschließenden Interessen der Großmächte und seiner Nachbarn. Vor allem Pakistan, in dessen Nordwesten die Paschtunen siedeln, die in Afghanistan die größte Bevölkerungsgruppe stellen, und Iran, zu dem das Land bis 1747 gehörte, wollen im Nachbarland ihre Machtinteressen durchsetzen.
Von Elke Windisch, Moskau Wenige Stunden nach Beginn der Loya Dschirga in Kabul sah es so aus, als würde der neue Präsident Hamid Karsai heißen. Doch hinter den Kulissen gingen die Intrigen um die Machtverteilung in Afghanistan weiter.
Von Elke Windisch, Moskau Die Loya Dschirga, die Große Ratsversammlung, die die Weichen für die Zukunft Afghanistans stellen soll, wurde noch vor dem für Montag früh geplanten Beginn auf Dienstag verschoben. Beobachter machten dafür vor allem Machtkämpfe rivalisierender Warlords und Unstimmigkeiten über die Rolle des im April aus dem römischen Exil zurückgekehrten Ex-Königs Sahir Schah geltend.
Von Ashwin Raman Ein begrenzter konventioneller Krieg vielleicht, ein Nuklearkrieg aber ist ausgeschlossen – das ist der Konsens pakistanischer und indischer Verteidigungsexperten. Man braucht kein Experte zu sein, um dieses Fazit zu ziehen.
Von Simone von Stosch So, wie sie hier auf dem Podium sitzt, könnte Hamida Usman in ihrer Heimat wohl nicht in der Öffentlichkeit auftreten: Das Kopftuch, der Schador, ist lose um die Schultern geworfen, die Haare unbedeckt, dezenter Lippenstift. Hamida Usman ist Journalistin und Fotografin, und sie ist die erste Frau überhaupt, die in Afghanistan diesen Beruf ausübt.
Von Frank Jansen Die amerikanischen und deutschen Sicherheitsbehörden sind alarmiert: 1500 Kämpfer hat die von Osama bin Laden geführte Terrororganisation Al Qaida nach eigenen Angaben aus Afghanistan herausbringen können. Eine entsprechende Erklärung der Al- Qaida-Führung druckte kürzlich die in London erscheinende arabische Zeitung „Al Hayat“.
Von Elisabeth Binder Ihr Credo lautet Zurückhaltung. Auch im roten Kostüm entspricht sie ganz dem Musterbild einer ersten Dame, die mit dem Platz in der zweiten Reihe vollauf zufrieden ist.
Von Clemens Wergin Ein Déjà-vu-Erlebnis: Letzte Woche haben Extremisten einen Bus und ein Wohnviertel der indischen Armee im indischen Teil Kaschmirs angegriffen. 34 Menschen, meist Frauen und Kinder, starben.
Von Ulrike Scheffer So konspirativ wie an diesem Wochenende in Teheran ist selten eine regionale Partnerschaft begründet worden. Iran, Pakistan und Afghanistan wollen an diesem Samstag und Sonntag in der iranischen Hauptstadt ein Wirtschafts- und Entwicklungsbündnis besiegeln.
Von Elke Windisch Wahlkampf ist immer und überall. Sogar in Afghanistan, wo Gerhard Schröder mit DFB-Präsident Franz Beckenbauer als Sondergast einschwebte.
Bundeskanzler Schröder kommt an diesem Donnerstag nach Afghanistan. Wird er in Kabul Fortschritte des Friedensprozesses erkennen können?
Von Christoph von Marschall Erinnert sich noch jemand an Afghanistan? Das ist das Land, um das vor einem halben Jahr Krieg geführt wurde – ein Krieg, dessentwegen erstmals in der Nato-Geschichte der Bündnisfall ausgerufen wurde; ein Krieg, der die rot-grüne Koalition fast platzen ließ (obwohl keine deutschen Soldaten an Kämpfen beteiligt waren), und der neue Gräben zwischen Europa und Amerika aufriss.
Von Claudia von Salzen und Ulrike Scheffer Es war eine späte Rückkehr. 22 Jahre lang hatte Hamid Ebrahim seine Heimat nicht mehr gesehen.
Als George W. Bush den Schlag gegen den internationalen Terrorismus als ersten Krieg des 21.
Vor dem Anschlag auf die Synagoge von Djerba war die Gefühlslage ungefähr so: Wir haben die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus übertrieben. Das wurde zwar nicht laut ausgesprochen, aber insgeheim gedacht.
Schon der Ort hatte Symbolkraft. Ein Wirtshaus in Kreuzberg: Für das ehrwürdige Aspen-Institut kaum die typische Arena eines Intellektuellen-Duells.
Tausend Dollar sind für die meisten Afghanen ein unvorstellbares Vermögen. Für viele Bauern des Landes nicht - jedenfalls nicht für jene, die Schlafmohn anbauen.
Nach dem Anschlag auf den afghanischen Verteidigungsminister Mohammed Kasim Fahim haben die USA eine längerfristige Stationierung von US-Truppen in Afghanistan in Aussicht gestellt. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Montag in Washington, US-Soldaten könnten mindestens so lange in dem Land bleiben, bis eine afghanische Armee trainiert sei und ein Wiedererstarken der Taliban und des Al-Qaida-Netzwerks verhindern könne.
Ohne eine Stabilisierung der Sicherheit geht nichts in Afghanistan - Sicherheit ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass der Friedensprozess ungehindert weitergeht. Darauf weist der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, eindringlich in seinem ersten ausführlichen Bericht hin, der die bisherigen Ergebnisse der Umsetzung der Petersberger Beschlüsse zusammenfasst.
Die USA haben nach monatelangen Vorbereitungen die Regeln für die umstrittenen Militärtribunale gegen Taliban- und Al-Qaida-Mitglieder vorgestellt. Nach massiver Kritik aus dem Ausland und von Bürgerrechtlern sind die Verfahren jetzt offener als zunächst geplant.
Auch nach afrikanischen Moralvorstellungen ist das Urteil gegen Safiya Husaini unglaublich und löst Fassungslosigkeit aus: Die 35-jährige Nigerianerin soll nach den Vorschriften des islamischen Strafrechtes in ein Baumwolltuch gehüllt, bis zur Brust in der Erde eingegraben werden und mit Steinen solange beworfen werden, bis sie tot ist. Heute entscheidet ein islamisches Berufungsgericht gegen das Urteil.
Unheimlich ist uns der politische Islamismus ja schon lange. Da denken wir an bärtige Gestalten mit einem Turban, die mit Demokratie und anderen Freiheitsrechten nicht viel am Hut haben, aber überall an die Macht wollen.
Ende Dezember vergangenen Jahres hat die afghanische Interimsregierung unter Regierungschef Hamid Karsai ihre Arbeit aufgenommen. Die Arbeit der Regierung wird jedoch dadurch erschwert, dass es nach wie vor im Osten des Landes zu schweren Kämpfen kommt.
Laut Wörterbuch ist ein Jubiläum dasselbe wie ein Jahrestag. Der Begriff "Halbjahresjubiläum" wäre demnach unsinnig.
Der Eklat ist vorerst ausgeblieben - doch verärgert ist die Bundesregierung dennoch: Verteidigungsminister Rudolf Scharping hatte die Bundestagsfraktionen am Freitag darüber informiert, dass deutsche Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer jagen. Damit bestätigte der Minister, dass deutsche Soldaten bei den schweren Kämpfen im Osten Afghanistans im Einsatz sind.
Uns Frauen wird oft Übles nachgesagt. Insbesondere, heißt es, sind wir zu der männlichen Fairness, wie man sie auf Fußballplätzen findet, nicht wirklich fähig.
Der Mantel des Schweigens ist aus einem Material gewebt, das ihn zur Alltagskleidung wenig tauglich macht. Gerade noch wirkte er wie ein solides Stück aus gutem Stoff, da reißt ohne jede Vorwarnung ein Loch auf.
Die Bundesregierung hat den Einsatz deutscher Soldaten bei der alliierten Großoffensive im Osten Afghanistans indirekt bestätigt. Nähere Angaben zu Art und Umfang des Einsatzes von "Spezialkräften" machte Bundesverteidungsminister Rudolf Scharping am Montag in Potsdam jedoch nicht: "Was sie tun, unterliegt aus guten Gründen der Geheimhaltung.
Wieder ist der mutmaßliche serbobosnische Kriegsverbrecher Karadzic entwischt. Will die Nato nicht oder kann sie nicht?
Die Amerikaner haben einen leichten Sieg errungen, die Taliban sind gestürzt, die Al Qaida zum Großteil vertrieben. Wochen ist das jetzt her, wenn nicht Monate.
Die USA und ihre Verbündeten haben am Sonntag im Osten Afghanistans ihre gemeinsame Offensive gegen die Taliban- und Al-Qaida-Truppen fortgesetzt, die sich nach amerikanischen Angaben in Berghöhlen und Bunkern verschanzt haben. Bis Sonntag wurden drei afghanische Soldaten und ein amerikanischer Soldat getötet.
Die Lage für die internationale Schutztruppe (Isaf) in Afghanistan wird immer prekärer. Britische Soldaten in Kabul wurden erneut beschossen.
Taliban-Führer Mullah Mohammad Omar als Hund an der Leine Osama bin Ladens - nur eines von vielen Flugblatt-Motiven, die von amerikanischen Kampf-Jets in den letzten Wochen über Afghanistan abgeworfen wurden. "psy-ops", psychological operations, nennen US-Generäle diese Kriegseinsätze.
Am 11. September haben wir kollektiv begriffen, was Globalisierung wirklich bedeutet: Es wird auf Dauer keine Zonen geteilter Sicherheit mehr geben.
Das öffentliche Interesse an Afghanistan hat rapide nachgelassen, seitdem Kabul befreit ist und US-Kampfflugzeuge nur noch selten mit Bomben und Raketen gegen die Taliban vorgehen. Das ist seltsam, denn seit einigen Wochen riskieren auch Bundeswehrsoldaten in der Hauptstadt ihr Leben und ihre Gesundheit, um die Übergangsregierung zu schützen.