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Thema

Taliban

Vor einem Monat begann der Krieg in Afghanistan. Die Nato hatte den Bündnisfall erklärt, die Uno ihr Okay gegeben.

Von Malte Lehming

Die Bundesregierung hat nach Angaben des Auswärtigen Amts seit zwei Wochen keinen Kontakt mehr zu den in Afghanistan festgehaltenen Mitarbeitern der Hilfsorganisation Shelter Now. Man bemühe sich intensiv darum, die Verbindung wiederherzustellen, sagte Ministeriumssprecher Andreas Michaelis am Mittwoch in Berlin.

Gerhard Schröder grinst, er macht Witze und fragt Journalisten nach ihrem Studienfach. Gelöst und gelassen: So setzt der Kanzler ein Gegengewicht zu der ernsten Entscheidung, über die er spricht.

Von heute an wird James Dobbins seinen Lebensmittelpunkt im Flugzeug haben. Mehrere Wochen lang wird der 59-jährige US-Spitzendiplomat hin und her reisen zwischen der amerikanischen Ostküste, Pakistan, Usbekistan, Tadschikistan, China, der Türkei, vielleicht dem Iran und anderen Ländern.

Von Malte Lehming

Wie man es auch dreht und wendet: Die deutschen Schriftsteller haben bislang wenig zur Lösung des Terrorproblems beigetragen - kreatives Denken ist ja auch nicht leicht, wenn ständig die Böller von Henryk M. Broder in die Studierstuben einschlagen.

Saif Al Islam Gaddafi (29) ist der zweite von vier Söhnen des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi undwird in diplomatischen Kreisen als wahrscheinlicher Nachfolger seines Vaters Muammar al Gaddafi angesehen. Vor einigen Monaten haben Ihr Vater und Sie viel zur Befreiung der deutschen Geiseln auf der philippinischen Insel Jolo beigetragen.

Libyen ist im Gespräch mit dem Taliban-Regime über eine Freilassung der in Kabul gefangen gehaltenen westlichen Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now". Saif Gaddafi, der zweite Sohn des Revolutionsführers und mutmaßliche Nachfolger, sagte dem "Tagesspiegel", die Taliban hätten Libyen bereits vor den Anschlägen vom 11.

Von Christoph von Marschall

Trotz der heftigsten Bombardements seit Beginn der Angriffe auf Afghanistan ist nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein Ende des Krieges nicht abzusehen. Er könne nicht einschätzen, wie lange der Einsatz noch dauern werde, sagte er bei seinem Besuch am Montag in Neu Delhi.

Sie sind gestrandet zwischen ihrer Heimat, aus der sie vor Dürre, Hunger und Bomben fliehen wollen, und den Grenzen zu Pakistan und Iran, die für sie geschlossen bleiben. Die Flüchtlinge aus Afghanistan hungern, es gibt zu wenig Toiletten, Kinder werden krank.

Der Terrorismus kennt keinen Ramadan, keine Fahne und keine Feiertage." Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit hält nichts davon, die westlichen Militäraktionen in Afghanistan wegen des islamischen Fastenmonats zu unterbrechen, der in wenigen Tagen beginnt.

Von Thomas Seibert

Dieser Krieg wird auch im Kampf um die öffentliche Meinung entschieden. Bei allen Schwierigkeiten in Afghanistan sind die USA da bisher im Vorteil: Ihnen misstraut man weniger.

US-Langstreckenbomber vom Typ B-52 haben am Freitag einen der bislang heftigsten Angriffe gegen Taliban-Stellungen an der Front nördlich von Kabul geflogen. Die Angriffe wurden nach Angaben der Nordallianz von US-Einsatzgruppen am Boden dirigiert.

Es läuft nicht gut für die Amerikaner. Mit großer Selbstsicherheit hat die Weltmacht vor fast vier Wochen den Feldzug gegen Osama bin Laden und die Taliban begonnen - mit der Gewissheit, das Völkerrecht, die Moral sowie eine große internationale Koalition hinter sich zu haben und über die militärischen Mittel zum Sieg zu verfügen.

Bevor Gulbuddin Hekmatyar am letzten Freitag ein weiteres Mal die Fronten wechselte und zu den Taliban überlief, schrieb er seinen ehemaligen Gönnern eine drastische Warnung: Die Amerikaner, so der afghanische Ex-Premier und zeitweilige Verbündete der Nordallianz, könnten sich schon bald nach "den seligen Zeiten des Vietnamkriegs" zurücksehnen. Vor allem dann, wenn Washington Zentralasien zum Basislager für die geplante Bodenoperation machen sollte.

Von Elke Windisch

Wer Krieg führt, muss bereit sein, selbst zu sterben: Die Logik, die hinter diesem Satz steht, ist so töricht wie verführerisch. Wer nicht sein eigenes Leben riskiert, soll suggeriert werden, habe kein Recht, das Leben anderer Menschen zu zerstören.

Von Malte Lehming

Im anstehenden Bodenkrieg in Afghanistan verweisen die USA siegesgewiss auf ihre technologische Überlegenheit gegenüber den Taliban. Doch wie sehr diese ihnen im Höhlen- und Tunnelsystem des Hindukusch weiterhilft, ist fraglich.

Von Ruth Ciesinger

Amerikanische Flugzeuge haben am Donnerstag Taliban-Stellungen nördlich von Kabul und an der Grenze zu Tadschikistan bombardiert. Ein Soldat der Nordallianz berichtete, die Bomben seien auf zwei Dörfer an der Front gefallen, in denen sich mehrere hundert Taliban-Kämpfer verschanzt hielten.

Zwei Termine bereiten den Strategen der Grünen gegenwärtig gewaltiges Kopfzerbrechen: Der Parteitag Ende November und die Abstimmung des Bundestags über einen militärischen Beitrag der Deutschen zur Terrorbekämpfung. Sie könnte schon nächste oder übernächste Woche nötig werden.

Von Hans Monath

Der heilige Fastenmonat Ramadan steht vor der Tür - in der islamischen Welt normalerweise eine Zeit der Einkehr und Besinnlichkeit. In Zentralasien und im Nahen Osten zumindest wird daraus in diesem Jahr nicht viel werden, denn die westlichen Angriffe auf Afghanistan werden voraussichtlich auch während des Ramadan fortgesetzt.

Von Susanne Güsten

Im Kampf gegen den Terror ist ein Datum von besonderer Bedeutung: der Beginn des Ramadan Mitte November. Inständig hoffen die amerikanischen Militärstrategen, den Krieg in Afghanistan vor dem heiligen moslemischen Fastenmonat beendet zu haben.

Von Malte Lehming

Die USA haben vor möglichen neuen Terroranschlägen im Laufe der nächsten sieben Tage gewarnt. Es gebe glaubwürdige Informationen, dass Attacken in den USA oder gegen US-Einrichtungen im Ausland geplant seien, sagte Justizminister John Ashcroft in Washington.

Kritik in der Presse, Skepsis in der Öffentlichkeit, zögerliche Äußerungen von Militärseite und widersprüchliche Bemerkungen in den eigenen Regierungsreihen haben den britischen Premier zu einer Moral stärkenden Offensive an der Heimatfront gezwungen. Bevor Tony Blair zu einer erneuten Nahost-Mission nach Israel flog, appellierte er in einer kämpferischen Rede vor dem Regionalparlament von Wales erneut an das moralische Rückgrat der Briten.

Von Matthias Thibaut

Zum Thema Online Spezial: Terror und die Folgen Themenschwerpunkte: Gegenschlag - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung - Bio-Terrorismus Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Bei den US-Luftangriffen in Afghanistan sind nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bislang keine mutmaßlichen Topterroristen getötet worden. Zwar seien die Truppen der Taliban und das Terrornetzwerk Al Qaida empfindlich getroffen worden und Terrorführer der mittleren Ebene den Angriffen zum Opfer gefallen, doch sei darunter keiner der zehn ranghöchsten Führer, sagte Rumsfeld am Montag.

Zum Thema Online Spezial: Terror und die Folgen Themenschwerpunkte: Gegenschlag - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung - Bio-Terrorismus Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags So lange es vorrangiges Ziel der USA in Afghanistan war, Osama bin Laden zu fangen oder zu töten, konnte man hoffen, dies sei durch Bombardements und Spezialeinheiten zu erreichen. Seit der Sturz der Talibanregierung einen noch höheren Stellenwert bekommen hat, ist klar, dass der Einsatz von Bodentruppen unausweichlich wird.

Von Gerd Appenzeller

So werden Cäsaren empfangen. Mit militärischen Ehren, hoch zu Ross, mit Standarten, Hymnen und roten Teppichen vor der grandiosen Kulisse des Präsidentenpalastes.

Unmittelbar vor der Hinrichtung des afghanischen Milizenführers Abdul Hak sind beim US-Geheimdienst CIA dringende Hilfeanrufe eingegangen. Sie kamen von Robert McFarlane, dem Sicherheitsberater von Ex-Präsident Reagan.

US-Kampfjets haben am Sonntag erstmals eine Stellung der Taliban im Nordosten Afghanistans nahe der tadschikischen Grenze bombardiert. Eine Maschine habe eine Bombe auf die Stellung nahe des Dorfes Ai Chanun abgeworfen, eine dichte schwarze Rauchsäule sei aufgestiegen, berichtete ein westlicher Reporter.

Niemand weiß, wieviele Menschen genau in Afghanistan auf der Flucht und ohne Nahrung sind. Hilfs- und Flüchtlingsorganisationen jedoch schätzen, dass 300 000 Afghanen akut vom Hungertod bedroht sind und rund sieben Millionen mit Nahrungshilfe unterstützt werden müssen.

Von Ruth Ciesinger

Drei Wochen nach Bekanntwerden des ersten Milzbrand-Falls sind die gefährlichen Erreger auch im US-Außenministerium und im Hauptquartier des Geheimdienstes CIA aufgetaucht. Ein Mitarbeiter der Außenamts-Poststelle erkrankte an Lungen-Milzbrand, ein zweiter litt an Grippe-ähnlichen Symptomen und wurde auf Milzbrand getestet.

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