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Thema

Science-Fiction

Ereignisse wie die von New York und Washington zwingen uns dazu, inne zu halten. Aber sie verleiten auch angesichts des Ausmaßes des Schreckens zur Überinterpretation.

Von Falk Jaeger

In einer der berühmtesten Sequenzen der Filmgeschichte hat Stanley Kubrick Jahrmillionen der menschlichen Evolution in einem einzigen Schnitt zusammengefasst. Triumphierend schleudert ein Urzeitaffe den Knochen, mit dem er einem Rivalen den Schädel eingeschlagen hat, in die Luft, der Knochen dreht sich, wird immer langsamer und verwandelt sich in ein majestätisch schwebendes Raumschiff.

Von Christian Schröder

Wie eine im Computerdrucker zerquetschte Stubenfliege aus Mr. Buttle den gesuchten Terrorist Tuttle macht und der brave Spießbürger von einer Terrorbekämpfungseinheit einkassiert wird, ist nur der Auftakt zu Terry Gilliams ebenso schriller wie brillanter Science-Fiction-Satire "Brazil" von 1984 (!

Mit Mamah Borthwick Cheney, seiner Geliebten, kam Frank Lloyd Wright 1909 nach Berlin, um über eine Werkmonographie zu verhandeln. Seine Frau und sechs Kinder hatte er im selbst entworfenen Haus in Oak Park, Illinois, zurückgelassen.

Von Moritz Schuller

Eine Revue der besonderen Art verbindet englische Barockmusik mit einem lokalpatriotischen Science-Fiction-Plot: Begünstigt von klimatischen Veränderungen bricht die Köpenicker Altstadtinsel die Brücken zum Festland ab und bittet die englische Krone um Aufnahme als Kanalinsel. In "Reif für die Insel mit Henry Purcell" bemühen sich die Ex-Berliner, echt britische Landlebensart zu beweisen.

Es ist nicht einfach, die Leberzüchter zu finden. Der Weg führt vorbei an einem Motorradreifenhändler, einem strengen Pförtner, einer Tischlerei und dann quer durch eine weiträumige Halle mit kleinen Privatflugzeugen und einem Rettungshubschrauber.

Es war nicht vorauszusehen, dass man in dieser Nacht in Barcelona auf dem Musikfestival Sonar an Angela Merkel und Ray Kurzweil denken würde. Die Parteivorsitzende der CDU hat ein Faible für das Thema Künstliche Intelligenz, für die Frage, was es bedeutet, wenn die Grenze zwischen Mensch und Maschine zu verwischen beginnt.

"Besondere Kennzeichen: Malerei" hieß eine Gruppenausstellung, die in München und zu Jahresbeginn in der Wiener Kunsthalle Exnergasse präsentiert wurde. Es sollte gezeigt werden, welche Veränderungen die Erfahrung neuer medialer Bildformen für die malerische Praxis zur Folge hat.

Das Maß aller Dinge im Fernsehen, soweit die Quote nicht der einzige Anspruch der Macher ist, bleiben Produktionen aus Großbritannien und den USA. Jedenfalls nach Ansicht der Jury, die aus knapp 1000 eingereichten Programmen wieder die 20 besten Spielfilme, Serien und Dokumentationen für die Cologne Conference vom 22.

Von Thomas Gehringer

Was steht bei Kindern hoch im Kurs, wenn man sie nach ihrem Berufswunsch fragt? "Eisverkäufer oder Astronaut", schallt es einem dann naiv entgegen.

Von Tanja Buntrock

Mit "Brazil" hatte Terry Gilliam das Genre der intelligent-verschachtelten, postapokalyptischen Science-Fiction-Komödie neu erfunden. "12 Monkeys" setzte 1995 noch einen drauf: Die Geschichte um einen unwilligen Zeitreisenden aus einer biologisch verseuchten Zukunft, der in verschiedene Vergangenheiten geschickt wird, um seine katastrophale Gegenwart zu verhindern, ist nicht nur aus den üblichen Zeitparadox-Gründen zu aberwitzig, um nacherzählt zu werden.

Täglich werden es mehr, die sich als verzweifelte Opfer mysteriöser nächtlicher Dröhnattacken offenbaren - ein Massenphänomen wie aus einem Science-Fiction-Film. Mittlerweile sind es fast 300 Menschen allein in Baden-Württemberg, die sich einhellig über ein penetrantes nächtliches Geräusch beschweren, das sie um den Schlaf und oft auch um die Gesundheit bringt.

Am verbeulten Blechbriefkasten des Hauses Nummer 66 in der Ulica Narwik steht in Großbuchstaben "STANISLAW LEM". Von dem handgemalten Schildchen scheint eine deutliche, aber unausgesprochene Warnung auszugehen: Achtung!

In den Laboratorien der Computer-Ingenieure, Gen-Mediziner und Nano-Techniker wird an der Welt der Zukunft gebastelt. Einer Welt, wie wir sie bisher nur aus Science-Fiction-Romanen kannten: Intelligente Roboter konkurrieren mit dem menschlichen Bewusstsein, der Mensch wird genetisch optimiert und mit elektronischen Implantaten aufgerüstet, milliardstelmillimeter messende Nanowerkzeuge sollen unsere Lebenswelt völlig neu erschaffen - schöner, effizienter.

1983 hatte David Lynch schon mal Hand an das Science-Fiction-Epos von Frank Herbert angelegt: "Dune - Der Wüstenplanet" wurde damals mit immensem Geld- und Materialaufwand produziert, zog aber nur wenige Weltraumfreaks in die Kinosäle.Im Jahr 2000 haben sich mehrere TV-Sender nochmals an den Stoff herangewagt, ihn mit teuren Special-Effects aufgemotzt und mit William Hurt sogar einen Hollywood-erfahrenen Schauspieler für das Projekt an Land gezogen.

Am Vorabend der Oscar-Verleihung hat John Travoltas "Battlefield Earth" (Schlachtfeld Erde) das Gros der "Goldenen Himbeeren" für den schlechtesten Film des Jahres 2000 erhalten. Gleich sieben der unerwünschten "Auszeichnungen" gingen an das Science-Fiction-Epos.

Im Februar 1997 berichteten Ian Wilmut und seine Mitarbeiter vom schottischen Roslin-Institut im Fachblatt "Nature", ein Schaf aus der Brustdrüsenzelle eines erwachsenen Tieres geklont zu haben. "Dolly", die Verheißung des biotechnischen Zeitalters, war geboren.

Von Hartmut Wewetzer

Ich war noch ziemlich jung, als ich "Blade Runner" zum ersten Mal gesehen habe, 14 vielleicht, und ich weiß noch genau, wie benommen ich aus dem Kino kam. Der Film, Science Fiction, malt ein ziemlich düsteres Bild von der Zukunft, und da man das in den 80er Jahren ja ohnehin hatte - Aufrüstung, Waldsterben, Atomkraft - war ich regelrecht in Endzeitstimmung.

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